Während das eine Leben weitergeht, geht das andere auch weiter ;-)

Manchmal frisst es mich schier auf, das politische Leben, das Lesen und Schreiben am Computer, das Nachdenken und Sorgen und Sich-im-Kreise-Drehen.

Gut, dass es auch das andere Leben gibt. Es ist nicht völlig abgespalten von dem einen aber es ist doch sehr anders, und es hilft, Kopf und Herz und Bauch wieder frei zu machen und von Verspannungen zu lösen.

Das Singen in der Shantycrew gehört, zumal dann, wenn der Garten Winterpause macht, mit an erster Stelle dazu.

Zu Sylvester haben wir in der Flüchtlingsunterkunft Geibelstrasse gesungen, in einer Turnhalle mit wohl 200 Betten. Es war kein ausgedehntes Konzert aber mich hat es beeindruckt; nicht zuletzt die vorhandene Fremdheit, die beide Seiten überbrücken wollten aber nicht ganz konnten.

Die Crew saß danach noch eine kleine Weile zusammen. Ideen wurden geboren, auch die für ein „richtiges“ Sylvesterkonzert mit gemeinsamer Sylvesterfeier im nächsten Jahr. Dann wird sicher auch unser Dauerbrenner „erie canal“ erklingen. Eine ältere Aufnahme:

Eine andere Idee, die wir gerade verwirklichen, heißt, dass Jedem ein persönliches Lieblingslied ins Repertoire aufgenommen wird. Es muss nicht unbedingt ein Shanty sein. Nach langem Suchen und Überlegen habe ich mich für etwas entschieden, das aus der Art schlägt – „Dubinuschka“ („Knüppelchen“), ein berühmtes Lied der Wolgatreidler (Burlaki). Die Aufmüpfigkeit gegen Bedrückung, die darin zum Ausdruck kommt, hat das Lied in späteren Revolutionszeiten und bis heute populär gemacht. Hier eine Rockversion:

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2 Antworten zu Während das eine Leben weitergeht, geht das andere auch weiter ;-)

  1. klotzchrist schreibt:

    Höchst erquickend, dieses „Knüppelchen“.

    • kranich05 schreibt:

      Der Text des Liedes in deutscher Übersetzung geht etwa so:

      Viele Lieder hörte ich in meiner Heimat,
      in denen von Freud und Leid gesungen wurde.
      Aber eins davon blieb mir besonders im Sinn,
      das ist das Lied der Arbeitsbrigade („-gang“).

      Refrain:
      Eya, Knüppelchen, du flinkes,
      Ey, du tanzt so gern, du tanzt so gut.
      Wir ziehen, wir ziehen. E- – – -ya! (oder besser: Hau—ruck?)

      Der schlaue Engländer, die Arbeit zu erleichtern,
      erfand eine Maschine nach der anderen.
      Der russische Muschik aber, wenn die Arbeit zu schwer,
      nimmt fest das Knüppelchen in die Hand.

      Aber es wurde Zeit, das Volk stand auf
      streckte seinen gebeugten Rücken,
      warf die uralte Unterdrückung von den Schultern
      und richtete sein Knüppelchen gegen den Feind.

      So gehe vorwärts, du großes Volk,
      Vergiss Dein Leid, Deine Trauer,
      und singe in der Freiheit als fröhliche Hymne
      das Lied vom teuren (liebsten) Knüppelchen.

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