Flüchtlings-Rätselei oder Neues vom Grabsch-Gen

Zuerst habe ich den Artikel „Neues vom Flüchtlings-Rätsel“ von Analitik gelesen. Diese sorgfältige Art des Analysierens zu erleben, ist ein Genuss.

Mit einem Kommentar dort verweise ich auf einen perspektivischen Aspekt. Ich sehe keinen Grund, warum die Herrschenden unfähig sein sollten, in Jahrzehnten zu denken. Der Kommentar ist kurz und lautet:

„Ich sehe die Migrationskrise als einen Hebel, die deutsche Gesellschaft, alle ihre Flügel, ABSOLUT zu chaotisieren und damit jeder Widerstandsfähigkeit gegen die kommende Diktatur, den Faschismus des 21. Jahrhunderts, zu berauben. Die Macht bereitet sich auf den Ausnahmezustand als Normalzustand der Gesellschaft vor. In spätestens zwei Jahrzehnten braucht sie ihn perfekt, elastisch, andauernd – als vollendete neue Barbarei.“

Heute lese ich bei MAI unter dem Titel „Kampf der Denkfaulheit“ dazu Bedenkenswertes. Da mir seine launige Argumentation gefällt, und ich es nicht hinkriege das korrekt zu verlinken, hier im Wortlaut:

„In Deutschland brach das Grapsch-Gen aus. Nordafrikanische Grapsch-Gene kommen nur  bei teutonischen Frauen voll zum Zuge. Anderswo liegen sie brach.
Oder haben Sie von Wiener Grapschern, Stockholmer Grapschern, Londoner, Pariser,  Madrider Grapschern gehört? Wie war es in Rom, in Marseille?
Nur in Frankfurt, Köln und HH brach das Grapsch-Gen aus – und in Helsinki wollte es, wurde aber gestoppt.

Gibt es in den anderen europäischen Städten kein Silvester? Fiel dort Neujahr aus? Kennt man dort kein Feuerwerk? Oder kennt man dort keinen Alkohol?

Oder sind dort keine Nordafrikaner, in Paris, in Marseille, keine Syrer in Wien? Oder was?

Wie bitteschön ist der Mangel an Grapschmeldungen aus anderen EU-Großstädten erklärbar? Noch größere Tabuisierung als in Deutschland?

Mich interessiert dabei nicht, ob jemand  eine rassisch-genetische oder eine kulturelle Disposition von Nordafrikanern oder Arabern oder Muslimen als Basis für seine Fremdenfeindlichkeit  vor sich herschiebt oder hinter sich herzieht.

Mich interessiert nur, weshalb manche Leute einfach nicht  auch nur ansatzweise in Erwägung ziehen, dass die Kölner Ereignisse ORGANISIERT wurden und dass man die Täter gewähren ließ. Dann sind nicht nur die Identitäten der Täter, sondern auch die Identität von „man“ interessant. Dann wird klar, weshalb es die „Kommunikationspannen“ gab, die keine Pannen waren, sondern Strategie zur Erzeugung  exakt des Gefühlslebens in Deutschland, das allüberall zu besichtigen ist.

Nochmals und immer wieder: die Beherrschbarkeit von Hauptbahnhöfen  deutscher Großstädte zu Silvester nach kurzer Vorwarnzeit ist in München BEWIESEN

Es handelte sich um ein GEPLANTES „Polizeiversagen“ – und natürlich hätte man nur einen Bruchteil dessen benötigt, was in München hatte aufgefahren werden können: Megaphone statt Maschinenpistolen z.B.
Insofern sollen Wendt und all die Hirnis, die nach „mehr Polizei“ rufen, schweigen, ganz still schweigen. Die Strategie der Spannung wird  strategisch geschürt:
Vorgaben von oben? Bundespolizist: „Wir dürfen Flüchtlinge nicht mal festhalten“
…. und am Ende des Artikels das obligatorische: „mehr Polizei!“

„Man kann also, verehrte Araber, auch anders. 55 Strafverfahren, 18 Festnahmen, ein paar Dutzend Raube und ein paar Hundert Körperverletzungen an einem fröhlichen Karnevalstag in einem einzigen Kölner Stadtviertel.“
Wenn man von der Polizei das am 31.12.2015 und in den Folgestunden nicht „konnte“, dann WOLLTE man das nicht.“

Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, Blödmaschine, bloggen, Demokratie, Faschismus alt neu, Krieg, Krise, Machtmedien, Materialismus, Realkapitalismus, Widerstand abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Flüchtlings-Rätselei oder Neues vom Grabsch-Gen

  1. Joachim Bode schreibt:

    Ganz vielen Dank für den Beitrag und vor allem den Hinweis auf den sehr erhellenden Artikel von Analitik!
    Selbstverständlich haben die deutschen Botschaften in fast allen Ländern der Welt sowie Auslands-Geheimdienste und deren Kontakte zu sogenannten „befreundeten“ Diensten anderer Staaten ihren Sinn. Die durch zahlreiche Massnahmen der Bundesregierung wie Sanktionen, Waffenlieferungen und Unterstützung der atlantischen und sonstigen „Freunde“ beim In-Schutt-und-Asche-Legen der Länder des Nahen Ostens verursachten Fluchtbewegungen sind deshalb in Berlin von Anfang an sehr genau registriert und auch gewollt worden. Es musste also nicht erst zu den an den Mittelmeergrenzen der EU anlandenden Flüchtlingswellen mit zahlreichen Toten kommen, um in Berlin Aufmerksamkeit zu erregen. Die Flüchtlingsmengen an der deutschen Südgrenze waren deshalb ebenso voraussehbar wie die Tatsache, dass mit dem vorhandenen Personal eine wirksame gesetzliche Kontrolle und Registrierung der Einreisenden nicht möglich war. Die darin liegende Verachtung der Gesetze haben die Verantwortlichen vor allem in Berlin bewußt und billigend in Kauf genommen, um sachfremde Ziele zu verfolgen: Die jetzt inzwischen eingetretene Volksverhetzung ermöglicht Gesetzesänderungen im Sinne der üblichen Scharfmacher, obwohl sie absolut überflüssig sind, weil die gegenwärtige Gesetzeslage völlig ausreicht, um die anstehenden Probleme befriedigend zu lösen. Die Gesetze müssen nur konsequent umgesetzt werden. Insbesondere von Gesetzes- oder Strafbarkeitslücken kann überhaupt keine Rede sein. Auch hier werden wir von den Politikern offen belogen.
    Es geht ihnen nur darum, den Weg in den Überwachungsstaat weiter zu ebnen und eventuellen Widerstand in der Bevölkerung zu brechen. Dazu ist offensichtlich jedes Mittel recht.

    • kranich05 schreibt:

      Ihre Formulierung „Die Gesetze müssen nur konsequent umgesetzt werden. Insbesondere von Gesetzes- oder Strafbarkeitslücken kann überhaupt keine Rede sein.“ ergänze ich um den ausdrücklichen Hinweis (den ich vorher von Ihnen dankend erhalten habe) auf den im Text verlinkten Zeit-Kommentar von Verfassungsrichter Fischer, der wirklich mit Gewinn und Genuss zu lesen ist.

      • Joachim Bode schreibt:

        Kleine Anmerkung zum Status von Thomas Fischer:

        Professor Fischer hat sich seine Stelle als Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof (nicht Bundesverfassungsgericht!) u.a. verwaltungsgerichtlich hart erkämpfen müssen. Nachdem er zunächst mit ganz hervorragender Beurteilung zur Bewerbung um diese Stelle angetreten war, wurde seine Eignung plötzlich in Frage gestellt.
        Ich gehe davon aus, dass es sich hier vor allem um politische Gründe gehandelt hat, seine juristische Qualifikation steht nämlich völlig außer Frage: Sowohl in Praxis als auch in Theorie spielt er eine maßgebende Rolle in Deutschland (Er ist z.B. Verfasser und Herausgeber des wichtigsten Strafrechts-Kommentars).
        Seine immer wieder durchscheinende Kritik an gesellschaftspolitischen Entwicklungen dürfte bei den vornehmlich reaktionär gestrickten Kollegen und auch anderswo in Justiz und Politik nicht auf Begeisterung stoßen.
        Fischer äußerte sich z.B. zu den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Sachsen:
        „Mag der Deutsche auch ein Mensch sein, so ist doch der Mensch nur selten ein Deutscher. Auf dieser Basis, liebe Sachsen, könnte man sich auf eine neue Stufe der Zivilisation emporarbeiten. Sozusagen Weltniwöh!“
        Zeit-online, 2. 9. 2015

  2. Pingback: “Taharrush Gamea” – dem Sex-Hooliganismus wurde ein Name gegeben | Ein Parteibuch

  3. youth gone wild schreibt:

    Nach meinem Empfinden ist diese Flüchtlingspolitik der offenen bzw. nichtexistenten Grenzen in der Tat darauf ausgelegt, in der Bevölkerung größtmögliche Zwietracht zu schüren.
    An meinen Arbeitskollegen erlebe ich ständig, wie „Otto Normal“, ohne auch nur eine Milisekunde mißtrauisch zu werden, die Volten der Presse von einem Tag auf den nächsten mitmacht. Wurde von Spiegel/Faz/Sz/Zeit/Welt/usw/usf im Sommer noch massiv die Mitleidsschiene gefahren und ein Bombardement an moralisch erpresserischen Artikel abgeworfen, so wundert einen doch die massive und über alle Medien greifende plötzliche 180° Wendung, die jetzt „nach Köln“ vollzogen wurde. Im Sommer Lügenpresse schreien und nach Neujahr „Ausländer raus“. Daß die Lügenpresse sich nicht ändert und weiterhin Propaganda „von oben“ verabreicht, auf diesen Gedanken kommt Otto Normal nicht, so lange ihm die Propaganda in den Kram passt.
    Kurzum, die Entsolidarisierung der Gesellschaft wird mit dieser Politik vorangetrieben und selbst wenn die bereits vorhandene Bevölkerung sich noch so besonnen und weiterhin solidarisch zeigen sollte, so bürgt die Struktur der Neubevölkerung dafür, daß von deren Seite keinerlei Verbrüderung zu erwarten ist. Über kurz oder lang wird hier keiner dem Nachbarn auch nur die Luft zum Atmen gönnen, und das ist der feuchte Traum des kapitalistischen Systems und der 1%, die das Ganze von oben betrachten können.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s