Opa, wie so Viele, heftig um Orientierung bemüht

Meine politischen Eindrücke der letzten paar Tage waren sehr zahlreich, sehr widersprüchlich, und sie waren tiefgreifend.

Den einen Eindruck, resultierend aus meiner Teilnahme an der Beratung von Friko und Friedensratschlag, habe ich mit einiger Ironie mit dem Posting „aber-bitte-keinesfalls-frontal-gegen-die-nato“ zum Ausdruck gebracht. Die Ironie sollte keinesfalls den Eindruck erwecken, ich hätte die „Leichtigkeit unseres Friedensseins“ feiern wollen. Anti-NATO oder Blockade von Anti-NATO – genau hier verläuft die Kampflinie! (Und wenn Anti-NATO nicht völlig zu blockieren ist, dann wenigstens Entschärfung bis zur Unkenntlichkeit.)

Den anderen Eindruck bescherte mir die aktuelle Berichterstattung der „jungen Welt“, unter anderem von der turnusmäßigen Rosa-Luxemburg-Konferenz, etwa hier. Mein Eindruck ist zwiespältig. Reichlich rrrevolutionäres Ritual; eine Österreicherin, die sicher Zutreffendes (mit Schwerpunkt Österreich) zur Neuen Rechten sagt, bei fehlender genauester Differenzierung; Großrede von Sahra Wagenknecht mit viel vernünftiger Argumentation und fehlender Solidarisierung mit dem nichtimperialistischen Russland im allgemeinen und den militärischen Aktionen Russlands gegen faschistischen und islamistischen Terrorismus im besonderen; ein merkwürdiger, isolierter Diskussionsbrocken von Oskar Lafontaine-Wagenknecht („Es kann Situationen geben, wo eingegriffen werden muss“); bis hin zu Laura v. Wimmersperg, deren perfekter Friedenssprech die bekannt-untaugliche Äquidistanzposition verhüllt.

Zugleich drehte sich die Welt weiter, lieferte am Rande solche unschönen Informationen und, wie immer bei MAI, analytisch-Nachdenkliches in dieser Richtung.

Nicht ignorieren kann ich diesen großen Artikel von „Russophilus“ bei „Saker deutsch“. Ich stelle hier einfach ohne nähere Begründung meine Meinung in den Raum, dass „Russophilus“ die Behauptungen von der (ich nenne es verkürzt so) „Rothschild-Verschwörung“ teilt und Auffassungen über „den Volkscharakter“ vertritt, die ich nicht teile. Dessen ungeachtet enthalten seine Einschätzungen im genannten Artikel ein frappierendes Maß an Wahrheit oder doch zumindest Schlüssigkeit. Mir scheint, dass da Erkenntnisse ausgesprochen werden, die durchaus und sogar besser mit einer marxistisch-leninistischen Position übereinstimmen bzw. begründbar sind. (Wem „marxistisch-leninistisch“ allzu summarisch ist, dem sei gesagt, dass es im Kern um die Rolle des Privateigentums an den (großen) Produktionsmitteln in der Ausbeutergesellschaft geht.)

Ich empfehle gründlich zu lesen. Und – wenn ich schon mal beim empfehlen bin – dass mensch sich den russischen Film „Weltordnung“ ansehen sollte, füge ich hinzu; deutsche Untertitel.

Überhaupt immer diese Weltordnung 😉

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2 Antworten zu Opa, wie so Viele, heftig um Orientierung bemüht

  1. Eugen schreibt:

    Lieber Herr „Kranich“, mit Verlaub, das ist mit Abstand das effektivste Video was ich seit langem gesehen habe, Orwell 1984 oder Huxle´s „schöne neue Welt“ erblassen fast gegen diesen Ungeist, dem wir uns hier ausgesetzt sehen !

    Bei der Gelegenheit bitte ich darum, auf Herrn Elsässers Vortrag in der Schweiz hinzuweisen…..

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