Auf ein Neues!

Neujahr

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„Auf ein Neues“! ist jetzt überall zu hören, und auch Opa ruft es all seinen treuen Leserinnen und Lesern zu und auch den zufälligen, den untreuen, falls sie doch wieder einmal hier ‚reinschauen.

Kaum gerufen, spür‘ ich aber schon Zweifel: Welches Neue beschreie ich? Ich weiß doch, dass sich kaum etwas ändert. Alles läuft in zu gut bekannten Bahnen, und die führen wohl nicht ins gelobte Land. Welches Ritual bedienten wir, dass wir der Nacht von Donnerstag zu Freitag dieser Woche seit langem entgegenlebten? Vielleicht gar unter der Losung: „‚Nen guten Rutsch!“

Ich bin kein Freund von Ritualen, am Wenigsten der nicht von mir erfundenen. Mir kommt’s immer vor, als würde ich mich selbst in eine Hülse stecken. Dagegen macht es oft Vergnügen, Rituale zu missachten – inne werden, was in der Hülse steckt.

Doch. Es passiert ja tatsächlich etwas Neues, wenn es auch das Urälteste ist. Das unermüdliche Kreisen und Drehen von Tellus, unserem Heimatplaneten, schenkt uns einen neuen Anfang. Leicht zu entdecken (mensch muss nicht umständlich Ausschau halten).

 Bildergebnis für Tellus

Mehr Licht, mehr Wärme; Dunkelheit und Erstarrung lösen sich. Eine neue Runde des Lebensquirlens beginnt. Ich bin nah dran und mitten drin: „Auf ins neue Gartenjahr!“

„Neu“ hat für mich aber noch eine andere Bedeutung. Sie fällt mir ein, wenn ich die Zahl 2016 sehe. Danach folgt 2017  Bildergebnis für jahr 2017

und, hast Du nicht gesehen, 2024. 2024 aber, das verrate ich hiermit, ist die Grenzlinie, die ich mein Leben lang angepeilt habe. Das war ewig weit weg, und dann wäre ich 84, also wirklich ein Methusalem. Nun aber, die Neuigkeit präsentiert sich mit jedem Jahr aufdringlicher, sind es bis dahin weniger Jahre als meine Hände Finger haben. Erreiche ich bald die Hälfte meiner Mitsingezeit im Shantychor? (Gestern sangen wir bei syrischen Flüchtlingen in der Turnhalle Geibelstrasse.) Oder habe ich sie schon hinter mir? Aber „bange machen giltet nich“, und auf Erschrecken kann sich nur ‚rausreden, wer zuvor verdrängt hat. Also „mach was draus“ oder etwas gehobener und genauer, nach Art der alten Griechen: „Mensch werd‘ wesentlich!“

Und schließlich gibt es ein drittes Neues Ich meine das vorhandene Leben um mich herum, sogar das allernächste neben mir. Es ist vielfältig, jünger oder älter, hat vielleicht schon reichlich Jahresringe angesetzt. Aber für mich ist es neu zu entdecken. Opa macht seine Entdeckungen nicht mehr so wie als Fünfzehnjähriger. Aber er macht sie. wanderer

Die Ziele liegen auf dem Weg.

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4 Antworten zu Auf ein Neues!

  1. Lutz Lippke schreibt:

    „Die Ziele liegen auf dem Weg“ hört sich optimistischer an als „Der Weg ist das Ziel“. Das gefällt mir und erklärt für mich auch das ambivalente Gefühl als „Hülsenfrüchtchen“ bei den Ritualen „Guten Rutsch“ u.a.
    Denn der Weg ist noch ungegangen, der Auspruch somit eine Lobpreisung auf das noch Unentschiedene und nur Er-Ahnbare. Allzuviel Vorfreude kann man den bisherigen Erfahrungen eigentlich auch nicht abgewinnen. Andererseits, wer macht sich schon freudlos und ohne Hoffnungen auf den Weg um Ziele zu entdecken?
    Als bei der Beobachtung des Feuerwerkens in unserem Kiez eine Nachbarin ihr Unverständnis für die Böllerei erklärte, pflichtete ich ihr im Grundsatz bei. Es gäbe wirklich Sinnvolleres. Andererseits ist es ein ewiges Ritual die Vertreibung der „bösen Geister“ mit viel Krawall und großen Festen zu beschwören und sich Mut zuzusprechen. Insofern ist mir die Dekadenz des Ballerns und Prostens gegen die Sorgen, so symphatisch wie die jugendliche Lust am Chillen angesichts der militärischen Mobilmachung. In diesem Sinne wünsche ich uns Mut und auch Freude für den Weg, ein Neues mit echten Krachern und die Erkenntnis, dass auch das Nichtstun besser als eine Mobilisierung für Krieg ist. Also meine Botschaft an die Jungen: „Lasst Euch nicht von den Alten in die Pflicht nehmen! Schafft Eure Zukunft in eigener Verantwortung“ und an die Alten: „Hört auch auf die Jungen und wählt die Obrigkeiten und den Vorrang von Pflichten vor einer Selbstgewissheit ab. Alle Kriege, alles Leid waren nur möglich, weil Pflichten und Obrigkeiten immer so wichtig waren.“

  2. Frieder Kohler schreibt:

    „Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
    Und ist doch hunderttausend Jahre alt.
    Es träumt von Frieden. Oder träumt’s vom Kriege?
    Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
    Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.“
    Mit Erich Kästner „Der Januar“ grüße ich Dich, lieber Opa und die treue Schar des Kranichs, in der Hoffnung, gemeinsam die sog. Holzwege erkennen zu können.nach dem Motto:“Wer sich an die Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“ (Quellle ?).

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