Friedensbewegt, albträumend, der unerlässlichen Aufklärung fern!

kundgebung 3.12.

Friedensbewegt standen wir, wenige tausend Menschen, gestern am Berliner Brandenburger Tor. In anderen deutschen Städten standen weitere tausende Unseresgleichen. (Wie viel zehntausend es BRD-weit waren, sagt uns keiner. So viel Information liefert die „Informationsgesellschaft“ nun mal nicht. Leider liefert auch ein Medium wie die „junge Welt“ diese Informationen nicht. Auch die tausend Webauftritte der alten und ältesten Friedensbewegung haben dazu nichts zu melden. Können sie es nicht? Wollen sie es nicht?)

Uns einte alle der heiße Wunsch, dass deutsches Militär in Syrien nicht aktiv werde – uns alle – die Redner, die sich vom Podium an uns wandten und wir, die wir unten standen und meistens fleißig applaudierten.

Die Allermeisten – mich und paar Andere nehme ich da aus – träumten von einer Welt ohne Krieg – „make love not war“. Und sie erklärten oder ließen sich erklären, dass „Krieg alles schlimmer macht“.

Sie albträumten – voran die Links-Ikonen Wagenknecht und Bartsch, die Friedens-Ikonen Lühr Henken und (per Video) Reiner Braun – dass „Bomben niemals Frieden schaffen!“ Sie, die nicht laut genug schreien können: „Nie wieder Faschismus!“, tun so, als ob der Hitler-Faschismus mit diplomatischem Geschick und der „Austrocknung seiner Quellen“ zerschlagen worden wäre.

Naive? geschichtsvergessene? oder dummdreiste? Friedensfreunde!

Ob wir „schlafwandelnd“ in einen großen Krieg „schlittern“, weil „die Amerikaner“ immer wieder „Fehler machen“? Oder doch eher, weil wir, die wir ehrlich Frieden wollen, konsequent und geradezu mit Verbissenheit die spätestens seit 9/11 ihre Blutspur ziehende faschistische Speerspitze der laufenden imperialistischen Aggressionen ignorieren?

Die träumenden Friedenswünscher auf dem Platz applaudierten, wenn Frau Wagenknecht verzapfte, dass sie in „Solidarität mit Frankreich!“ stehe. Das Wort „Solidarität mit Russland!“ dagegen kam ihr nicht über die Lippen; stattdessen, dass die russischen Bomben genauso übel seien, wie die amerikanischen, die russischen Militärschläge, die den imperialistischen Aggressor gezwungen haben, sich auf die Wiener Verhandlungen einzulassen!

In der Menge gab es ein einsames Schild: „Stoppt die NATO-Aggression!“ In der gesamten Kundgebung kam eine NATO-Aggression nicht vor. In der Menge gab es mein einsames Schild „Solidarität mit Russland!“. Diese Solidarität kam in der gesamten Kundgebung nicht vor. „Passiert den Russen recht, dass ein NATO-Staat ein russisches Flugzeug abschießt“ – DAS hat keiner laut gesagt.

Die Bewegung, die nach Frieden strebt, bleibt, wie ein betäubter, zuckender  Riese, halborientiert. Die damaligen Montagsmahnwachen, die die Rolle Russlands erkannt hatten, hat man umarmt und erwürgt – nicht zuletzt unbestrittenes Verdienst von Reiner Braun und Co. Die nicht abgewürgt werden konnten, wie Ken Jebsen, werden weiterhin mit aller Konsequenz abgespalten.

Und die Freidenker? Sie waren auch auf der Kundgebung. Gemessen an ihrer geringen Zahl, waren sie recht stark vertreten. Sie nehmen zu den Fragen Krieg und Frieden klarere Positionen ein. Das erfährt mensch, wenn er/sie in ihren umfänglichen Papieren nachgräbt. In der politischen Arena aber, im öffentlichen Raum, sind die Freidenkerpositionen nicht sichtbar.

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Hier ein Bericht bei Sputnik, der auch mein Schild gebührend wahrnimmt ;-).

Und das noch: Eine Stimme, der mensch gerne kritisch aber vorurteilsfrei zuhören sollte.

 

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2 Antworten zu Friedensbewegt, albträumend, der unerlässlichen Aufklärung fern!

  1. Theresa Bruckmann schreibt:

    Ich bin erschüttert über das Abstimmungsergebnis heute! Nur 146 dagegen!
    Habe soeben Buttons, Aufkleber und eine Peace-Fahne bestellt. Die möchte ich
    auf Halbmast setzen.

  2. Pingback: Defizite | opablog

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