„Auf Raben und Krähen nicht schießen“ …

eine Notiz von Joachim Bode

… lautet die Anweisung der US-Armee an die Drohnenpiloten, wenn im deutschen Ramstein und an anderer geschützter Stelle die Mordbefehle der US-Regierung weltweit umgesetzt werden. Hier äußert sich nicht besondere Tierliebe, nein, mit Raben und Krähen sind Frauen und Kinder gemeint, für alle anderen gilt: „Feuer frei“. Und wenn das tödliche Geschoss mal nicht genau trifft oder zu weit streut gibt es nach offizieller US-Deutung keine sogenannten Kollateralschäden mehr:

Die sich in der Nähe der Zielperson aufhaltenden Personen müssen nämlich Kombattanten sein, sonst würden sie sich dort ja nicht aufhalten, nicht wahr? So erreicht die Zielgenauigkeit der US-Terror-Anschläge ungeahnte Dimensionen, Fehlschläge sind selbst bei radikaler Beendigung von Hochzeitsfeierlichkeiten kaum mehr möglich.

Bisher hat das offizielle Berlin von derartigen Dingen nichts wissen wollen. Anfragen wurden regelmäßig abgewürgt oder mit Nichtwissen beantwortet.

Das wird ab sofort schwieriger, ist es doch jetzt sogar in der neuesten Ausgabe von „Das Parlament“ zu lesen, der seit 2001 vom Bundestag höchstpersönlich herausgegebenen politischen Zeitung.

Dort ist die Aussage des ehemaligen Drohnenpiloten Bryant im NSA-Ausschuss des Bundestages abgedruckt:

„Jede einzelne Dateninformation, die zu Fluggeräten und Mannschaften übertragen wird, lief über Ramstein“, berichtete Bryant. Über ein transatlantisches Glasfaserkabel gelangen die Signale von dort in die USA. Bei jedem Dienstantritt musste Bryant erst in Ramstein anrufen, um sich zu vergewissern, dass die Leitung stand. Seine Vorgesetzten hätten ihm versichert, dass die Amerikaner in Ramstein nichts hinter dem Rücken der deutschen Regierung täten. Diese sei über die Bedeutung des Stützpunkts für den Drohnenkrieg im Bilde.

Frau Merkel, Herr de Maiziere, Frau von der Leyen und Herr Gabriel – was lese ich da? Sie alle waren und sind unterrichtet darüber, wovon sie bisher nichts gewusst haben wollen? Irgendwie erinnert mich das an die mit Abstand beliebteste Ausrede von Straftätern vor Gericht: „Ich habe nix gewusst…“

Sollten demnächst Terror-Anschläge aus dem näheren oder weiteren Umfeld von Drohnen-Opfern in Deutschland zu- und vielleicht sogar überhand nehmen, wissen wir spätestens jetzt schon, wer dafür mitverantwortlich ist:

Ein Blick ins Berliner Regierungsviertel ist hilfreich.

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14 Antworten zu „Auf Raben und Krähen nicht schießen“ …

  1. fritzLetsch schreibt:

    Hat dies auf Psychiatrie-Politik rebloggt und kommentierte:
    Verantwortlich? Immer Andere. In diesem armen Land an Courage …

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  2. JoachimBode schreibt:

    „Drohnen-Krieg – Geschichten hinter den Opfern“

    http://www.heise.de/tp/artikel/46/46334/1.html

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  3. Wolfagng schreibt:

    „Sollten demnächst Terror-Anschläge… zu und vielleicht sogar überhand nehmen, usf.“ Soll das etwa heisen, es gibt hier in der BRD schon solche Anschläge?

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  4. JoachimBode schreibt:

    Sie („unsere“ Regierung in Berlin) wußte nicht nur alles, was in Ramstein bezüglich der Drohnenmorde vor sich ging, nein, man half tatkräftig mit bei der Ermordung zahlloser Menschen:

    http://www.sueddeutsche.de/politik/austausch-mit-den-usa-daten-fuer-den-drohnenkrieg-1.2725447

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  5. JoachimBode schreibt:

    In Paris fand jetzt der zweite fürchterliche Terror-Anschlag in diesem Jahr statt – nach den Berichten ist auch hier wieder der IS verantwortlich.
    Wer Wind sät, wird Sturm ernten, schrieb Michael Lüders als Titel auf sein lehrreiches Buch über die Konfliktursachen in Nahost.
    Die Terroropfer von Paris kann man genau so unter den Begriff „Kollateralschaden“ einordnen, wie es unsere „Freunde“ jenseits des Atlantik unter heftigem Beifall der hiesigen Politiker und der Qualitäts-Journaille tun, wenn amerikanische Bomben stundenlang auf ein allseits wohlbekanntes Krankenhaus in Kundus abgeworfen werden, mit über 30 Opfern als „Kollateralschaden“.
    Im jüngsten Fall des „Kollateralschadens“ in Paris hört man aber nur das empörte Jaulen unserer Kanzlerin, dies sei ein Angriff auf unsere Freiheit….. wobei sie wahrscheinlich an die Freiheit denkt, die Terroristen in Nahost fast grenzenlos mit mörderischen Waffen zu versorgen, den USA bei ihren Destabilisierungs-Kriegen auf vielfältige Art zur Seite zu stehen, und die vom US-Präsidenten höchstpersönlich angeordneten Drohnen-Morde durch Belieferung mit den persönlichen Daten der Opfer zu befördern und zu ermöglichen.
    Die „Kollateralschäden“ der deutschen Politik werden unsere Politiker früher und intensiver einholen, als sie zu glauben bereit sind. Im Nachbarland Frankreich sind sie schon fast alltäglich geworden….

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  6. Frieder Kohler schreibt:

    http://www.schwaebische-post.de/artikel.php?aid=10440608
    „Überall war Blut, überall lagen Leichen“: seit Jahren in……“

    „Blut wird strömen“, die LeserInnen erinnern sich an meine Beiträge? Merke: Jedes Opfer ist ein Opfer zuviel, Länder, Städte, Stadtviertel mit „bunten Völkern“ dürfen nicht zum Kriegsschauplatz (!) werden. Was heißt denn „neue Art von Krieg“, Herr Bundespräsident? Haben unsere Staatslenker denn schon vergessen, was seit 2001 geschehen ist, wie aus „Banden“ gut ausgerüstete Heere wurden, die längst in der Lage sind, mit modernsten Waffen (auch aus Deutschland!) und Computertechnik nicht nur Sender lahmzulegen, sondern Staatsgrenzen auszudehnen. Es ist zum Heulen, denn die Opfer von Paris sind ja nicht die ersten und auch nicht die letzten in Europa! Doch wer nimmt wahr, was außerhalb unseres Sichtfeldes mit Menschen wie Du und Ich geschieht? Zum Heulen – und wenn die Augen wieder klar sehen, lesen Sie mit mir in http://www.sueddeutsche.de/digital/blogeintrag-zu-terroropfern-sind-arabische-leben-weniger-wert-1.2739151

    Und wir werden geführt von der mächtigsten Frau der Welt: Zum Heulen…

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  7. Joachim Bode schreibt:

    Der IS hält dem Westen das Stöckchen hin – und der Westen springt….

    Nichts kann dem IS mehr nutzen als eine Eskalation der Gewalt im Nahen Osten, weil diese Polarisierung zu weiterer Solidarisierung mit dem IS führt – so der ehemalige Richter, CDU-Abgeordnete und Medien-Manager Jürgen Todenhöfer, der sich 2 Wochen lang in dem vom IS beherrschten Gebiet aufgehalten und mit IS-Vertretern gesprochen hat

    Übrigens: Todenhöfer kritisiert nicht nur, er hat auch Lösungsvorschläge.

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  8. Joachim Bode schreibt:

    Von wegen:
    … größtes Massaker in Frankreich seit dem 2. Weltkrieg….:

    „Als Massaker von Paris ging ein Blutbad in Paris am 17. Oktober 1961 während des Algerienkriegs (1954–1962) in die Geschichte ein. Die Pariser Polizei ging brutal gegen eine nicht genehmigte, aber friedliche Demonstration mehrerer zehntausend Algerier vor, zu der die algerische Unabhängigkeitsbewegung FLN aufgerufen hatte. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens 200 Menschen getötet wurden. .. Sie wurden erschossen, erschlagen und zum Teil in der Seine ertränkt. Die blutig verlaufene Massendemonstration wurde in den französischen Medien seinerzeit nahezu flächendeckend totgeschwiegen und erst mit großem zeitlichem Abstand zum Gegenstand einer öffentlichen Diskussion in Frankreich.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Paris

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  9. Joachim Bode schreibt:

    US-Präsident Obama ist Chef des größten Rekrutierungs-Büros für Terroristen – besser bekannt als „Weißes Haus“:

    „Drohnenpiloten warnen vor verheerenden Wirkungen des Drohnenkrieges auf Terrorismus“

    http://www.flassbeck-economics.de/drohnenpiloten-warnen-vor-verheerenden-wirkungen-des-drohnenkrieges-auf-terrorismus/

    Auszug:
    Heute berichtet der englische Guardian, dass ehemalige amerikanische Drohnenpiloten in einem offenen Brief (den Brief im englischen Original findet man hier) an Präsident Obama und andere hochrangige Regierungsvertreter davor warnen, dass der Drohnenkrieg ein Rekrutierungsprogramm für Terroristen darstellt…

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  10. Joachim Bode schreibt:

    Warum wird mir schlecht bei der Lektüre des verlinkten Artikels in der FAZ?

    „Militärische Kampfhandlungen – Die Kollateral-Opfer“

    http://www.faz.net/aktuell/politik/politische-buecher/militaerische-kampfhandlungen-die-kollateral-opfer-13915754.html

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  11. Joachim Bode schreibt:

    http://www.hintergrund.de/201510223717/globales/kriege/morden-auf-knopfdruck.html

    Hier lernt man – auch der ehemalige Richter lernt dazu -, dass Strafverfolgung wegen Mordes bzw. Beihilfe zum Mord von den gerade herrschenden politischen Kräfteverhältnissen in Berlin abhängt.

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