Prost! oder Der deutsche dicke Schluck aus der Arbeitsbienenpulle

Vielleicht so:

Seit 150 Jahren hat das, was „Deutsche Eliten“ genannt wird, ein erklärtes Ziel: Die Größten werden! Das ist zwar unmöglich, denn Deutschland war und ist ein mittleres Land und wird es bleiben. Aber der grassierende deutsche Wahn (älterer Vorläufer: „furor teutonicus“) ignoriert das konsequent.

Wahn paarte sich mit Handwerkskunst (später Ingenieurfähigkeiten), „Gründlichkeit“, Bienenfleiß und Kadavergehorsam – den Tugendsurrogaten der deutschen Untertanen – und sogleich wurde die Welt mit erstaunlich bizarren historischen Taten, eher Untaten, konfrontiert.

Seit 150 Jahren dasselbe Spiel: 1. Kräfte sammeln, 2. wütender Angriff, 3. Schnauze im Dreck, 4. Kreide fressen. Und wieder von vorn.

Die Schnauze aus dem Dreck kriegten sie nach 45 ganz schnell. Aber dann diese endlose Zeit des Kreide-Fressens!

Doch Schröder und die Grünen – erste Genialität – vermochten „das Militärische“ endlich zu „enttabuisieren“. Zweite Genialität: Hartz IV oder mittels organisierter Kriminalität die Gesellschaft ins Laufrad treiben. Genauer: das untere Gesellschaftsdrittel direkt in die Tretmühle, das zweite Gesellschaftdrittel in die gehobene Tretmühle (mit Durchreiche nach unten)!

Bisher hatte Merkel nur die rotierenden Laufräder zu beaufsichtigen. Den Job machte sie zur vollen Zufriedenheit ihres Papa-Ersatzes. (Oder wie soll ich die Einfältige vom Eiland nennen?)

Doch jetzt ist Schluss mit lustig. In der Ukrainekrise haben sie alles Mögliche versucht. Aber die Ergebnisse befriedigen nicht; lauter Disparates. Doch „Wir schaffen das„, sagt Merkel. Erstens: Deutschlands Potential an Arbeitssklaven muss um 10%, am besten 20%, erhöht werden. Das gefällt Vielen nicht? Umso besser. Da erproben wir doch gleichmal das verlustlose („marktkonforme“) „Durchregieren“. Und schon ist die „mächtigste Frau der Welt“ (schier avantgardistisch) am Werk.

Nachtrag: Die Überschrift „Nazimacher“ kann man dem ganzen auch geben. Oder mal bei Andreas Hauß nach „Rechtsruck“ suchen.

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5 Antworten zu Prost! oder Der deutsche dicke Schluck aus der Arbeitsbienenpulle

  1. Womolix schreibt:

    Sehr gut erkannt. Bei den ganzen Aktionen geht es um knallharte Wirtschaftsinteressen

    Seit Jahren liegen die Wirtschaftsverbände und Arbeitgeberverbände der Kanzlerin in den Ohren mit dem Thema demografischer Wandel. Es fehlen Fachkräfte usw. Dabei geht es um eine nahezu manische Angst dieser Lobbygruppen, dass wir auf eine Situation zusteuern könnten, wie Ende der 50iger und Anfang der 60iger Jahre. Arbeitskräfte sind knapp und es besteht ein Wettbewerb der Arbeitgeber um Arbeitskräfte. Die Arbeitsleistung von Menschen muss in einer solchen Situation deutlich mehr honoriert, wertgeschätzt und vergütet werden.
    Das “Überangebot” an Arbeitskräften bescherten den Arbeitgebern in den letzten 30 Jahren paradiesische Zustände und riesige Gewinnzuwächse, Während die Allgemeinheit für die Folgekosten der Arbeitslosigkeit via Erhöhung der Staatsschulden aufkommen durfte. So wurden rund 2 Billionen Euro in die Taschen der Shareholder umverteilt!
    Und da schließt sich der Kreis. Nachdem der Herr Urban aus Ungarn die Europäische Disziplin verlassen hatte, griff Frau Merkel zu um dem Arbeitsmarkt langfristig wieder viele Arbeitskräfte zuzuführen und dem Lohndumpingspiel wieder Nahrung zu geben. Immerhin sind wir in Deutschland in vielen Branchen Billiglohnland. Und das soll auch so bleiben. Und dafür gibt’s die Parole “Wir schaffen das” auf Kosten der Bürger! Die mit ihrer Solidarität das perfide Spiel unterstützen sollen.

    So wird Merkel zum Good Guy (sie ist ja so empathisch den Flüchtlingen gegenüber😭), Seehofer spielt den Bad Guy, und Anne Will und das Regierungsfernsehen bringt die Argumentation für das Volk (die das Volk möglichst kritiklos übernehmen sollte) unter die Leute!

    Integration, Willkommenskultur, Leitkultur, Humanismus sind doch alles nur Worthülsen mit denen das tatsächliche Ziel nur verschleiert werden soll.
    Namlich: Den Druck auf die Bevölkerung zu erhalten, damit möglichst keiner auf die Idee kommt aus dem Wachstums-Hamsterrad auszusteigen. Denn das wäre fatal! Wir könnten innerhalb kürzester Zeit die Staatsschulden von 2 Billionen Euro nicht mehr bezahlen.
    Frei nach dem Motto: Stell dir vor wir brauchen Wachstum und keiner macht mit – Deutschland wäre das nächste Griechenland.

    Mutti ist viel cleverer als wir denken. Sie hatte einen sehr erfolgreichen Lehrmeister: Helmut Kohl. Angela Merkel hat sich gegenüber Ihrem Lehrmeister ein noch unverdächtigeres Image, das Mutti-Image, zugelegt.
    Es liegt an jedem selbst, ob er sich davon einlullen lassen will oder nicht.

    Gute Nacht Deutschland

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  2. Wolfagng schreibt:

    Fehlt halt nur noch der Friedensnobelpreis.

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  3. Joachim Bode schreibt:

    Merk(el)würdig:

    Irgendwer muß Frau Merkel das Obama´sche „Yes, we can“ übersetzt haben, angeblich kann sie ja kein Englisch. Aber irgendwie ist dabei nicht beachtet worden, dass bei dem Ergebnis der Übersetzung („wir schaffen das“) nicht beachtet wurde, wer mit „wir“ gemeint ist.

    Sind es die Hartz4-Bezieher, die jetzt eine Kürzung der ihnen gesetzlich zugestandenen Gelder zugunsten der Flüchtlingsstrom-Bewältigung befürchten müssen (Hans-Werner Sinn: »Wir sollten den Flüchtlingsstrom zum Anlass für eine neue Agenda 2010 nehmen«), ist es die schaffende Bevölkerung in den unteren Lohnbereichen? Kein Fragezeichen! Sicherlich sind mit „wir“ keinesfalls die sogenannten oberen Zehntausend gemeint, die ihr Vaterland Deutschland als eines der großen Steuerparadiese kennen und schätzen gelernt haben. Wenn man diese zuletzt genannten Leute an den nach dem 2. Weltkrieg von der CDU-Adenauer-Regierung gesetzlich eingeführten Lastenausgleich erinnert, der die Reichen mit 50% ihres wie auch immer angehäuften Reichtums an der Finanzierung einer verhältnismäßig geringen Entschädigung der kriegs-enteigneten Menschen beteiligte, geraten sie in entsetzte Schnappatmung.

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  4. Lutz Lippke schreibt:

    Ich hatte mir gestern das Merkel-Interview aus der Medien-Retorte angetan. Mein Eindruck ist zwiespältig. Einerseits muss der Flüchtlingsfeindlichkeit zwangsläufig demonstrativ entgegnet werden. Insofern ist die Situation so wie sie ist und Merkel nicht ganz fehlplatziert. Die Entschlossenheit und Empathie Merkels, ob nun echt oder unecht, ist im pragmatischen Sinne hilfreich und wie ihr Bekenntnis zum Grundgesetz möglichst gnadenlos festzutackern. Auch die Merkelschen Erklärungen zu Absprachen für eine Verteilung in Europa und Verbesserung der Organisation sind zum Auffangen der prekären Situation sicher unverzichtbar. Merkels Verweis darauf, dass ihr Selfie-Lächeln mit Flüchtling keine Flüchtlingsströme auslöst, hatte durchaus auch etwas Bedeutsames. Das Frau Will im Interview offensichtlich bewusst den Gegenpol darstellte, sollte sicher die Entschlossenheit von Merkel zur Menschlichkeit hervorheben. Dagegen habe ich nichts einzuwenden, es wirkt einem wiedererwachendem „Furor Teutonicus“ zumindest zeitweise etwas entgegen.

    Die Willkommens-Kampagne von Grönemerkel ist also richtig, aber sie wird mit plakativem Altmeyern auch nicht de Misere lösen. Mit dem gauckschen und leyenhaften Gehabe im Gewande von Lidl-Vertriebsleitern wird letzlich doch immer nur Schwarz-Politik fürs Portemonnaie der Oberschicht betrieben.

    Denn andererseits erfüllte das auf scheinbare Kritik und Nachbohren dressierte Interview tatsächlich die Verdrängung der weiteren wesentlichen Fragen. Mit kritischer Hofberichterstattung ala „da sitzt etwas schief“ und „passt die Brosche noch zum Hut“ wurde die Deutschland-Queen in Genügsamkeit und Sachorientierung vorgeführt. So wird Mutti gemocht. Von Anne Will vollkommen ungestört stotterte sich Merkel aber vom eigentümlichen Begriff Flüchtlingsursachen zu den Fluchtursachen durch, blieb dabei fragmentarisch und vollkommen unbestimmt. Sie erwähnte dann ausgerechnet Kauder als Inbegriff des anständigen Fluchthelfers. Ein Hinweis auf Heckler&Koch oder was?
    „Wir schaffen das“ und „Wir sind ein potentes Land“ als Placebo für eine engagierte Entwicklungspolitik, außen wie innen. Affektives Basta! Doppelt verneint mit zweifelhafter Halbwertzeit statt Substanz und ernsthafter Prüfung von Ursachen, Notwendigkeiten und auch zukünftigen Möglichkeiten. Fragen zu vorherigen Versäumnissen – angeblich war Deutschland in Syrien unbeteiligt, nur am TV dabei und wurde nun von den Folgen vollkommen überrascht – sowie zu Finanzierung und Lastenverteilung innerhalb der Gesellschaft blieben vollkommen aus. Die offensichtliche Losung und Steuerfunktion der Kanzlerin: Erstmal mit nationalem Wir-Gefühl Hilfsbereitschaft und Empathie bis zur Erschöpfung ausreizen, die Wirkung der gewohnten aber angeblich nie vorhergesehenen Rosinenpickerei von Krisengewinnlern abwarten und dann bitte jeder wieder an den ihm vorgegebenen Platz. Bezahlt wird dann später und dafür klammheimlich bis offen am Gemeinwesen gespart. So bezwang sie auch schon die Finanzkrise und die rebellierenden Griechen auf Kosten der Gemeinschaftskasse. Das erhält als Kollateralnutzen immerhin die Arbeitsplätze in Exportbranchen und dem Bereich „Ordnung und Sicherheit“. Denn die Gewinne müssen besser bewacht werden. In der Hauptsache sind aber vor allem die Märkte und der Einfluss für Hecklers, Kochs und ihren Kauders gesichert. Dank ausgesucht gefördertem arabischen Nachwuchskräften zukünftig vielleicht sogar mit direkterem Einfluss auf den Absatzmärkten vor Ort. So logisch Bürokratie-Abbau wie z.B. zur Blue-Card ist, so offensichtlich ist auch die Bevorzugung und bevorzugte Ausstattung von Programmen für Hochqualifizierte und Bessergestellte selbst unter den Flüchtlingen. Siehe http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-07/fluechtlinge-arbeitsagentur-buerokratie
    Im günstigsten Fall schaffen diese später Jobs für ihre Landsleute und engagieren sich nachhaltiger für ihr Heimatland. Vielleicht dann doch ein Hoffnungsschimmer und Trostpflaster für die nach der Flucht erneut abgehangenen „Unterschichten“.
    Die nach meiner Kenntnis durchaus nachhaltig orientierte deutsche Ingenieurskunst hatte sich wohl leider nie bedeutsam mit gesellschaftspolitischen Entwicklungen befasst und schon früh den ideologischen Meinern, Feilschern und Mäzenen der deutschen Oberklasse das Feld der Politik und des Marktes überlassen. Nun wo Substanz und Nachhaltigkeit zu Gesellschaftsfragen mehr denn je gebraucht werden, dümpeln die systematisch Wissenschöpfenden, Innovativen und Vieles Könnenden als nachgeordnete Erfüllungsgehilfen unter der Knute kurz- und schwindsüchtiger Steuermänner/ – frauen, Controller und Marketing-„Experten“ dahin und verlieren damit auch selbst immer mehr an Substanz und Reputation. In früheren Zeiten setzten noch die fachlich besten und ausgebufftesten Ingenieure die Standards und lenkten oft auch die Geschicke der Branche. Nun verkommt selbst eine Industrie 4.0-Agenda zur rechtspolitschen und volkswirtschaftlichen Drückerparade für die Experten von Wertschöpfungsketten, Geschäftsbedingungen und Marketing. Wer naiv dachte, das ein Winterkorn oberster Einkommensmillionär der Wirtschaftsführer war, weil ohne ihn keine hochwertigen Autos gebaut werden könnten, sieht sich spätestens jetzt getäuscht. Vielleicht war schon nur das gutmütige und vertrauenswürdige Gesicht dem Konzern das Spitzengehalt wert. Es wäre aber so unglaublich wichtig, dass sich die Menschen aus allen Bereichen gegenseitig aufklären, ihre wirklichen Fähigkeiten einbringen und gemeinsame Interessen entdecken. Um der Zukunft willen muss den scheinheiligen Spin-Doktoren, Politpuppen und ihren verdrucksten Hintermännern konzertiert und nachhaltig der Marsch geblasen werden. Entschuldigung für den zu langen Kommentar!

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    • claudia-sckaer@t-online.de schreibt:

      Um der Zukunft willen muss den scheinheiligen Spin-Doktoren, Politpuppen und ihren verdrucksten Hintermännern konzertiert und nachhaltig der Marsch geblasen werden. Das sehe ich auch so.

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