Kriegslogik

Albrecht Müller, gut bekannt als Initiator des bedeutenden Nicht-System-Mediums „Nachdenkseiten“ kommentiert die russischen Luftngriffe in Syrien mit: Dass Russland jetzt auch noch in Syrien zu militärischen Mitteln greift, ist falsch und auch nicht sehr klug, auch nicht aus russischer Sicht.“

Es ist, als spräche ein Sofastratege. Das ist unangemessen.

Ich glaube, dass der russisch Schritt ungeheuer große Bedeutung hat. Ich glaube, dass er signalisiert, wie nahe wir dem großen Krieg sind. Ich hoffe, dass er die Wirkung hat, den geplanten großen Krieg zu stoppen, jedoch fürchte ich zugleich, dass er die Risiken erhöht.

Ich sehe selbst die Unlogik, wenn ich zugleich von Risikominderung und Risikoerhöhung spreche. Gründliche Analyse wäre also nötig. Und vor allem, auch in unserem Land, die Vervielfachung der Anstrengungen der Friedenskräfte. Dazu ist es erforderlich, die Ursachen der Lähmung und Zersplitterung der Friedensbewegung aufzudecken, die innerhalb der Friedensbewegung liegen.

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11 Antworten zu Kriegslogik

  1. mal wieder da schreibt:


    http://www.peaceoneday.org/

    Es war einmal ….
    Vor Jahrzehnten war der Eindruck des zweiten Weltkriegs noch richtig präsent. Jeder Mensch hatte schon mit jemandem gesprochen, der eigene Kriegserlebnisse hatte oder hatte selbst welche. Jedes Kind hatte Erzählungen von Zeitzeugen gehört. Je weniger Zeitzeugen es gibt, desto weniger schrecklich scheint Krieg für manche zu sein.

  2. Hunsrücker schreibt:

    Die Nachdenkseiten gehören genau so wie der „Friedensbewegungs“-Konzern, diverse NGOs ala Amnesty und HRW zu den systemrelevanten notwendigen Oppositionsorganisationen, beinah hätt ich noch den Leuchtturm der linken Comedy-Szene, den Herrn Schramm (man erinnert sich?) vergessen.
    Demokratie braucht sowas.
    Voll auf kritischer, glaubwürdiger Berichterstattung und dann ganz geschickt die Botschaften des „Imperiums“ dazwischen streuen.
    Ich sag nur „Lebenshaus schwäbische Alb“. Viel gutes copy and paste und mittendrin ein Interwiew mit Christine Buchholz von meiner Partei, und anderer Schrott.
    Nur die neu erstarkte rechte Szene kann da noch mithalten, siehe voice on Donbass, Saker, Elsässer, Querdenken-TV( gibt noch einige mehr, geschenkt).
    Tolle Artikel gemischt mit unerträglichen Botschaften.
    Ich meine, die wirklich aufrichtigen Arbeiter im Netz haben den Infokrieg schon verloren, wenn selbst E. Schlereth so Seiten wie Honigmann, Krisenfrei und stop ESM Blog schon neben Opa-Blog und Barth- Engelbarth duldet..
    Im übrigen, ich blas das nicht einfach so raus, ich geh zu Elsässers Auftritten und war auch in der Normannenhalle bei Querdenken TV, ich will immer alles genau wissen.
    Ich fasse mich kurz, bin eher der stille Beobachter, spannend ist es für einen alten Mann wie mich,ändern werden wir nur wenig bis nichts.
    Doch noch was zu A. Müller:
    Das Eingreifen Rußlands in Syrien war ein Geniestreich, in ein paar Jahren wird der ganze nahe Osten unter russischem Schutz stehen, die westliche Wertegemeinschaft hat in ihren Planungen total versagt, das haben die entsprechenden zerstörten Staaten begriffen.
    Da schickt man wohl schon aus Verzweiflung den armen Müller vor, aber, das hilft vielleicht der Meinungsbildung bei uns, die Russen und ihre Verbündeten lachen sich darüber nur kaputt.

    Grüße aus dem Hunsrück,

  3. Lutz Lippke schreibt:

    Ich möchte etwas kritisch anmerken, dass das gewählte Zitat die Aussagen von Albrecht Müller nicht korrekt wiedergibt. Das kann man feststellen, wenn man dem Link folgt und weiterliest.
    Auch finde ich es wenig hilfreich pauschal vom „Großen Krieg“ zu sprechen und damit einen weiteren Mythos zu begründen. Wenn die Gefahr für einen „Großen Krieg“ besteht, ist das derzeit neben der Marktlogik wohl noch immer eher dem Unvermögen und der Verantwortungslosigkeit der Eliten zuzuschreiben, als einem Generalplan (für was?). Die heutige große Gefahr liegt doch vielmehr in den allgegenwärtigen Intrigen, lokal begrenzten Schweinereien und damit verbundenen Schlachten um Markteinfluss, Ressourcen und Deutungsmacht. Damit will ich nicht ausschließen, dass in Think Tanks konkrete Pläne geschmiedet und durchphantasiert werden, um auch große Kriege zu führen oder für ausgewählte Eliten den Transfer in ein neues Morgenland ohne den Rest zu organisieren. Das macht die Gefahr nicht unkritischer, im Gegenteil. Aber es sind die unbestimmten Mythen, die uns den klaren Blick auf Ursachen und Bedingungen für Ereignisse verstellen. Wenn die Bremsen versagen, hilft es ungemein, neben Kenntnissen über die Funktion des Bremssystems, eine klare Vorstellung von der akuten Lage und den verbleibenden Möglichkeiten zu haben.
    Das gilt eben auch für die Ursachen und Bedingungen des temporären Scheiterns einer Gegenöffentlichkeit und wirksamen Friedensbewegung. In diesem Zusammenhang ist bei den Nachdenkseiten nun auch Einiges zur Enttarnung der Förderer des „Querfront“- Mythos geschehen, dass ich sehr interessant finde.
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=27777
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=27377

    • kranich05 schreibt:

      In meinem Verständnis haftet dem Ausdruck „großer Krieg“ nichts Mythisches an, und er trägt auch nicht dazu bei, die Verhältnisse undeutlicher zu machen. Ich glaube schon, dass es in unserer Zeit um eine Neue Weltordnung geht. Nicht nur, weil die Führer der Großmächte sich dazu klar geäußert haben, sondern noch viel mehr, weil die Produktivkraftentwicklung dies auf die TO setzt. Von dieser Grundlage aus ist die nächste Frage, ob sich ein friedliches Aushandeln dieser NWO abzeichnet. Anstrengungen in dieser Richtung gibt es zwar, doch ich schätze, dass sie viel schwächer sind, als die Versuche, die Probleme „mit der Brechstange“ zu lösen. Diese Versuche begründen für mich die Gefahr eines großen Krieges. Der erste Weltkrieg hat gelehrt, dass solcher Krieg durchaus auch zwischen Mächten derselben Gesellschaftsordnung möglich ist. Natürlich hilft das allgemein Reden/Beschwören der Kriegsgefahr nicht weiter. Gründliche Analyse ist notwendig.
      Den russischen Eingriff in Syrien sehe ich positiv, weil er dem strategischen Aufmarsch dollarislamistischer Kräfte gegen Russland und China empfindlich in die Quere kommt. Er könnte die Kräfteverhältnisse im Nahen Osten stark verändern. Und er scheint auf Lehren u .a. aus den Afghanistankriegen zu beruhen.
      Andererseits führt dieser Einsatz in direkterer Weise das „Argument“ des Schwertes ein. Mit allen damit verbundenen Gefahren, einschließlich der (eventuell siegtrunkenen) Militarisierung der russischen Gesellschaft.

  4. Lutz Lippke schreibt:

    Hallo Sofia Haufe,
    damit Sie sich nicht IMMER selbst antworten müssen, gebe ich mal Feedback. Sie haben weitgehend recht. Als Dampfablassen nach meiner Auffassung auch in der Form (noch) legitim. Nur produktiv ist das nicht. Nur das letzte Hemd hat keine Taschen, sagt man. Etwas mehr sollten wir zu Lebzeiten tolerieren. Das Gefühl oder Bewusstsein zu „Besitzen“ und die „Legitimation zum Bearbeiten, Pflegen und Nutzen“ schließt die Teilhabe Anderer am Ergebnis nicht per se aus, kann sogar entsprechenden Unsicherheiten vorbeugen. Erst der kategorische Ausschluss von Besitzer-Pflichten und die verweigerte Teilhabe an produktiven Ergebnissen (Profit) sorgt für ein Maß an Ungerechtigkeit, auf das sich Ihre Wut effektiv richten könnte. Alles andere verschleißt doch nur.

    • Lutz Lippke schreibt:

      Die genaue Antwort zum „Wieviel Mehr?“ kann ich Ihnen nicht geben. So wie der Andere SEINEN Garten zum Leben braucht, so benötigen Sie IHR Notebook zur Teilhabe. Sich mit Wut und kategorischen Prinzipien auf diese grundlegenden Gewohnheiten und Bedürfnisse zu stürzen, halte ich für verschleißend und wenig aussichtsreich. Soweit ist man nicht einmal in der DDR gegangen und diese „Inkonsequenz“ war sicher kein Grund fürs Scheitern der Verteilungsgerechtigkeit. Die kurze Debatte nach der Präsentation der Privilegien der DDR-Führungsclique in Wandlitz bei Berlin wirkt angesichts heutiger Verwerfungen lächerlich und plakatiert die Ablenkungswirkung von solch sinnlosem Futterneid. Im bedürfnisnahen Bereich ist mit Toleranz und dem Vorleben von Offenheit, Maßhalten und Freizügigkeit mehr zu erreichen, als mit Abgrenzung und künstlichen Feindbildern. Mit Ihrem Beispiel zur Privatisierung des Schlosspark Pillnitz, der auseinanderklaffenden Einkommensschere und fehlenden Bildungsgerechtigkeit zeigen Sie schon Wesentlicheres auf. Ungerechtigkeiten, die sich bis zur globalen Oligarchenmacht auf der Basis von Betrug und virtuellen Finanzphantasien steigert und sich mit waffenstarrenden Schutzgürteln unter dem Deckmantel staatlicher oder pseudostaatlicher Ordnungsmacht umgeben hat. Da nutzen die sagenumwobenen 1 % Schwerreichen den Standesdünkel von vielleicht 10-20 % Funktionseliten um insgesamt allerhöchstens 50 % in Alltagssorgen, Genügsamkeit und Obrigkeitshörigkeit zu halten und deren Zustimmung und Beteiligung an der krassen Ausbeutung der restlichen 50 % vollkommen Recht- und Besitzlosen zu ermöglichen. Prinzipiell könnte man bei aufgeklärten Massen damit ohne nenneswerte Gegenwehr von einem zum anderen Tag aufhören, wie das verlinkte Interview im Kommentar von „mal wieder da“ vom 3. Oktober aufzeigt. https://opablog.net/2015/10/02/kriegslogik/#comment-100529
      Um dafür die Einsicht und Beteiligung Vieler zu gewinnen, bedarf es aber großer Toleranz, das Vermeiden von affektivem Futterneid unter den vielleicht 80-99 % der „Restbevölkerung“ und einer übergreifenden Idee, die nicht Gefahr läuft in strangulierender Gleichmacherei oder chaotischer Anarchie und Unsicherheit zu münden.

  5. kranich05 schreibt:

    Ja, ich gärtnere (meistens) fröhlich auf EIGENEM Grund und Boden. Ich habe auch schon auf gepachtetem Grund und Boden gegärtnert und auch auf gemeinschaftlichem. Wege, um zu Gärtnern habe ich auch schon mitten in Berlin gefunden.
    Wäre ich jung (und hätte die heutigen Einsicht) würde ich mit aller Konsequenz ein Selbstversorgungsprojekt ins Leben rufen bzw. mich einem vorhandenen anschließen.

  6. kranich05 schreibt:

    Frau Haufe, Sie kommentieren nicht, Sie schleudern Wutfetzen um sich.

  7. Joachim Bode schreibt:

    Inzwischen sind die Kommentare zur „Kriegslogik“ doch ein wenig im „falschen Film“ gelandet….

  8. Pingback: Kriegslogik II | opablog

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