Was ist der Sinn des Spiels? – mit notwendigem Update 16.9.2015

„Spiel“ sagt sich so leicht hin. In Wirklichkeit ist es blutiger Ernst.

Welchen Reim darf ich mir auf die Flut der widersprüchlichen Meldungen machen? (Wohlgemerkt: Medienäußerungen gibt es wie Sand am Meer. Exakte Informationen über tatsächliche Ereignisse aber sind selten.)

Glücklicherweise gibt es Fixpunkte (und daraus folgen Merksätze) in all dem Durcheinander. Solche sind:

  • Frau Merkel weiß jederzeit genau, was sie tut (bzw. zu tun hat).
  • Frau Merkel macht niemals eine Politik „aus Herz“. (Und dieser Herr auch nicht.)
  • Die Mächtigen Deutschlands (und damit auch die Gruppe ihrer politischen Funktionäre) sind nicht gespalten.
  • Das Wandern der Flüchtlinge ist ein elementarer Vorgang. Ihr Auftauchen in München, an der dänischen Grenze usw. ist es nicht. 
  • (Das Bild (Quelle) zeigt ein Häuflein von etwa 200 Straßenbegängern im deutsch-dänischen Grenzgebiet, die von netten Polizeiern geleitet werden, vermutlich damit sie den Weg nicht verfehlen.)
  • Der DAX langweilt sich seit mehr als zwei Wochen. (D. h. er sagt uns: Alles im grünen Bereich.)

Wir sind Zeuge einer inszenierten politischen Krise. Ich behaupte: Ihr Hauptziel ist die Ermächtigung der Exekutive. Wozu?

Die USA haben vor 14 Jahren (9/11) ihren Riesenschritt zum autoritären Staat („Faschismus des 21. Jahrhunderts“?) vollzogen. Das geschah landestypisch in Hollywood-Manier. Die BRD ist dringend gefordert nachzuziehen. Das geschieht (ebenfalls landestypisch) in der Form, sich tatsächlichen Prozessen (Flüchtlingsdramatik) elastisch anzupassen, und diese für sich „arbeiten“ zu lassen. (Man erinnert sich der oberschlauen deutschen Entscheidung, Lenin im verplombten Waggon ins revolutionäre Petrograd reisen zu lassen.)

Der Übergang zur autoritären Verfasstheit Deutschlands ist zwingend erforderlich, a) zur Herrschaftskrisenvorsoge, vor allem jedoch, damit Deutschland (genau wie Japan) wieder seine zugedachte Rolle erfüllt. Eineinhalb Jahre Ukrainekrise haben gezeigt, dass auch wüsteste Russenhetze die Kriegsbereitschaft nicht signifikant steigern konnte.

Die beiden „Heldennationen“ jedoch sind unverzichtbar für den großen Eurasischen Krieg. Der große Eurasische Krieg ist die ultima ratio welcher Politik? Verkürzt wäre es, zu sagen: der US-amerikanischen oder der angloamerikanischen oder der transatlantisch-zionistischen. Diesen Krieg brauchen die mächtigsten Geld- und Industriekapitalisten-Dynastien der Welt. Sie sind in den USA konzentriert aber darüber hinaus in allen Ländern der sog. westlichen Wertegemeinschaft, nicht zuletzt in Deutschland, an der Macht.

————————————-Update 16.9.2015

Für obigen, zugegeben wenig beweisenden Text, habe ich sofort Prügel bezogen. Heute beschäftigt sich Dagmar Henn vom Saker deutsch (den ich neuerdings aus bekannten Gründen mit spitzen Fingern anfasse. Aber nicht ignoriere!) ebenfalls mit diesem Thema. Ungleich ausführlicher, differenzierter und argumentierender.

——————————————

Übrigens, unkommentierte Lifestreams von Flüchtlingsbewegungen an diversen Punkten (also ohne Kommentargelaber von eingebetteten Journalisten) gibt es bei RTdeutsch.

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8 Antworten zu Was ist der Sinn des Spiels? – mit notwendigem Update 16.9.2015

  1. 5jahrehartz4 schreibt:

    Schon komisch, da haben wir schon vor Jahrzehnten festgestellt ‚Das ist nicht unsere ReGIEREung‘ und heute dreht das Kanzlerette MArie Antoineäh Angie Merkelette den Spieß um und behauptet ‚Das ist nicht mein Land‘. Die Frage ist nur, ob Sie nun gemerkt hat dass ihr der Laden den sie runtergewirtschaftet hat, nicht gehört oder sie damit alle ausgewiesen hat die nicht zu ihrem Land gehören?

    Theorem: Kann es sein, dass Merkel, usw. die Bevölkerung einfach austauschen möchte?

  2. Rheinlaender schreibt:

    Vielen Dank für den Dagmar Henn Link. Komischerweise sind dort nur Kommentare von Leuten, die den Artikel von Dagmar gar nicht gelesen haben. Aber so sind rechte Blogger : Denen geht es nur darum die eigenen – in Wirklichkeit abgeschriebenen copy / paste Ergüsse zu lesen.

  3. dorengba schreibt:

    Möchte bittesehr die Einladung von Pepe Escobar weiterreichen, nach Möglichkeit bei der Analyse zu bleiben, so weit diese eben trägt:

    Das plötzliche Aufflammen ist ja nicht Resultat von urplötzlich eingetretenen Änderungen oder von urplötzlich aufbrechenden besonders gelagerten Gesinnungen, die man nur suchen müsste – das führt in die Irre.

    In Syrien wütet weiterhin der Krieg, der vor vier Jahren als Aggression von außen ins Land getragen wurde, Chaos zu stiften, Gesellschaft und Staat zu zerstören. Dort sind kriegerische Handlungen, und je, wie sie aus eigener Anstrengung weniger wurden, kam von außen kräftig Nachschub an martialischem Gesindel und dessen exquisit subventioniertem Gerät.

    Und große Schübe von Flüchtlingen waren die ganze Zeit über unterwegs. Die Aufnahmekapazitäten rund um Syrien sind aber erschöpft, zugleich schickt vor allem gerade die Türkei von den Auffanglagern, wo zwei Millionen Menschen ausharren, große Kontingente einfach weiter.

    Pepe Escobar vermutet, dass es hierfür eine kleine Ermunterung gab.

    Die Länder dort hatten schon seit geraumer Zeit Flüchtlingsmassen in Millionenzahl bewältigt. Wenn von solchen Ansammlungen dann einmal eine nennenswerte Anzahl in Europa aufschlägt, wenn sich Europa überhaupt als Ziel herumspricht, dann ist das hier keine Hysterie wegen eines konkreten Ereignisses, vielmehr eine solche aufgrund dessen, aufgeweckt worden zu sein aus der Gemütlichkeit in den Träumen mit Lügengespinsten von fernen Märchenwelten.

    Das Schlipskragenpersonal, das die Rollen vorgibt und dessen Kompetenz in existentiell konkreten Lebensfragen sich darauf beschränkt, die eigene Existenz als eine solche von Fettaugen auf der Suppe vorzuexerzieren, ist nun entsetzt, und der ganze über den medialen Riesenhaufen angehängte Tross mit dazu.

    Das sollte man nicht mit einem Ereignis verwechseln.

    Es spricht hier eher die Unfähigkeit, überhaupt mit Ereignissen umgehen zu können, die nicht in irgendeinem Lexikon oder einer Industrienorm fertig vorbuchstabiert sind. Der Diskurs, der mit Ereignissen zwangsweise einhergeht, ist unauffällig entsorgt, da viel zu gefährlich für eine Existenz nach ein paar Jahrzehnten Biederkeit und nurmehr umgeben von damit kompatiblem Mediengesülze.

    Die Reaktion entspricht nun genau dem: Das Gesülze muss gerettet werden. Die Wellen branden schon seit geraumer Zeit immer wieder an die Gestaden, aber das muss dieser Diktion gemäß ein Irrtum sein. Und ein paar Zehntausend Opfer von Aggression, auch von den Entsetzten selbst verursachte, sind dann eine Katastrophe, wenn die Unmittelbarkeit dessen, dass dies zur Kentnis zu nehmen ist, nicht ebenfalls in die Gestaden einer Märchenwelt abgeschoben werden kann.

    Man tut es trotzdem, dabei hätte uns auch der einfache und intellektuell redliche Bericht in den Massenmedien auf dem Laufenden halten können, mit der Würdigung dee Hintergründe und Zusammenhänge, dass viele Millionen von Flüchtlingen in viel bedrängenderen Verhältnissen bereits seit einiger Zeit betreut werden. So könnte man in größerer Breite der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit leichter zusammenbuchstabieren, was konkret als das Ereignis zu bezeichnen sei, und was die angemessene Reaktion ist.

    Und das ist, wie Assad soeben sagt:
    Den Krieg beenden!
    Die Unterstützung für die Aggressionen einstellen!
    Die Leute würden ja eigentlich dort gebraucht.

    Dass zugleich die Sanktionen gegen Syrien weiter aufrecht sind, spricht in dem Zusammenhang für sich.

    Die lapidare Wirklichkeitsbewältigung geht sich aber nicht aus, wo die Suppenfettaugenexistenz den Ton angibt, bei ihrem Herumstöbern, was denn ein diskursfreies Ereignis sei, was denn überhaupt nahegehende globale Wirklichkeit sei, ohne mit den eigenen Gespinsten ins Gehege zu kommen.

    Nein, dies begänne beim Diskurs und bei der Courage, die Kriegsfürsten und ihre Interessen zu benennen, Koalitionen mit ihnen zu überprüfen.

    Verschenkte Teddybären sind kaum eine Antwort darauf, wenn die elementaren Strukturen vernichtet werden, wo Menschen ihren Rückhalt hatten – um per inszeniertem Chaos dort in geopolitischen Drecksspielen hernach über die Regionen rein nach kommerziellem Gutdünken verfahren zu können, ohne auf koordinierte Gesellschaften Rücksicht nehmen zu müssen.

    Wie böse das spielt, sieht man auch mit der internationalen Duldung, dass für die ganze Menschheit das Gedächtnis ausgelöscht wird, wo die antiken Kulturschätze dieses Teils des Orients zur geplünderten Ramschware werden.

    Solidarität bemisst sich in dieser Dimension doch weniger danach, lieb und nett zu sein (dass es im Moment Linderung spendet, möchte ich damit nicht antasten), sondern vor allem danach, die Dimension des menschlichen Handelns zu überblicken, mit dem Leid geschaffen wird.

  4. fritzLetsch schreibt:

    Hat dies auf Theater macht Politik rebloggt und kommentierte:
    Die Inszenierungen der Postdemokratie als Gute und Böse …

  5. Wolfagng schreibt:

    dorengba, genau!!

  6. Pingback: Das Schweigen der Kanzlerin | opablog

  7. Pingback: Aus gegebenem Anlass | opablog

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