Sie stören die deutsche „Kultur des Wegsehens“

Gestern berichtete mein „Sangesbruder“ (Sagt man bei Shantychören auch so?) Frank in der Kiezkneipe „Syndikat“ von Sea-Watch. Er ist an diesem Projekt aktiv beteiligt und war auch als Arzt zwei Wochen mit an Bord. Eine Reportage von „Weltspiegel“ gibt einen guten Einblick in die Sea-Watch-Initiative zur Mithilfe bei der Rettung von Flüchtlingen vor Libyens Küste im Mittelmeer.

Auf der ARD-Seite heißt es dazu: „Mittlerweile formuliert die Crew massive Vorwürfe gegen die staatlichen Institutionen, gegen Frontex und auch gegen die deutsche Marine. Notrufe blieben ohne Reaktion, die Tatenlosigkeit der Verantwortlichen sei nicht akzeptabel.“

Frank konnte, über den Videofilm hinaus, viele Fragen beantworten.

Mir blieb der verstörende Eindruck, dass sich dort eine Katastrophe ereignet, von der uns bestenfalls Informationsbruchstücke erreichen. Nichts daran ist Naturkatastrophe. Die reichsten Staaten der „europäischen Wertegemeinschaft“ schauen ungerührt zu, die allgegenwärtigen Medien der „freien Welt“ schauen ungerührt weg („Weltspiegel extra“ war eine große Ausnahme). Das unausgesprochene Credo der Mächte des christlichen Abendlandes lautet: Die beste Lösung des „Problems“ ist das Meer.

Menschliche Initiativen auf Robinson Crusoe-Niveau reißen die schmutzigen Lappen von der Wunde.

Es sind solche menschliche Initiativen, oft sind es einzelne Personen, die Alarm schlagen – „Sea Watch“ an der Außengrenze, Ralph Boes am Brandenburger Tor, im Herzen der Finsternis.

boes6

Sie schlagen Alarm gegen eine sorgsam gepflegte deutsche Massen“kultur“ – die „Kultur des Wegsehens“. Und – ja, ich sage das Oftgesagte für Diejenigen, die wenig wissen: Im Wegsehen entgleist die Demokratie, und es wächst der Faschismus heran.

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2 Antworten zu Sie stören die deutsche „Kultur des Wegsehens“

  1. Joachim Bode schreibt:

    Wo verlaufen da die Grenzen zu Guantanamo?
    Die Situation im Mittelmeer eröffnet im Vergleich zu Guantanamo viele Möglichkeiten zur Heuchelei. Und es gibt viel mehr Tote.

  2. Pingback: Am gewöhnlichen außergewöhnlichen Ralph B. scheiden sich die Geister | opablog

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