Streit um „die richtige Friedensbewegung“

Ja, der Streit geht weiter. Heftige Diskussionen gibt es um das Grundsatzpapier der „Friedensbewegung 2015“. Einem der Initiatoren, Herrn Steins, habe ich den folgenden Brief geschickt.

„Sehr geehrter Herr Steins,
als mir das Grundsatzpapier einer „Friedensbewegung 2015“ bekannt wurde, waren mir die allermeisten Namen der Erstunterzeichner unbekannt. Ihrer auch. Das Grundsatzpapier in seiner Knappheit hat Stärken für die antiimperialistische Orientierung und Aktivierung der Friedensbewegung. Deshalb habe ich es unterzeichnet. Es hat auch spürbare Schwächen, deshalb ist seine Qualifizierung erforderlich. Aber ein Anfang war/ist gemacht, und es hätte jetzt aus meiner Sicht Vorrang, aus der eher nur behaupteten Friedensbewegung 2015, dem zerzausten Entlein, eine wirkliche Friedensbewegung zu machen; wenn nicht gleich einen stolzen Schwan, so doch einen flugfähigen Vogel.
Dabei sollte, zumal unter Erstunterzeichnern und Initiatoren, unstrittig sein, dass die formulierten antiimperialistischen Grundsätze die Achse des Bündnisses darstellen. Sie sollten gehütet und vertieft werden.

Ihr mir jetzt bekannt gewordener (älterer) Artikel, dass „das Imperium“ den „schleichenden Genozid des germanischen Kulturkreises“ wolle, leistet, so meine ich, das Gegenteil. Dort verweisen Sie, unter konsequenter Vermeidung des wissenschaftlichen Begriffs „Imperialismus“, auf aktuelle tatsächliche oder vermeintliche Migrationsströme, die irgendwelchen „germanischen Entitäten“ an den Kragen gehen würden. Wenn Sie von „Imperialismus“ sprechen würden, wären Ihnen einige Geschichtsdaten zum deutschen (nicht germanischen) Imperialismus eingefallen und seinem keineswegs schleichenden Umgang mit etlichen nichtgermanischen Entitäten (um in Ihrer Diktion zu bleiben).
Man muss sich aber nicht auf Geschichte beschränken, angesichts dessen, dass es der deutsche Imperialismus momentan sehr heftig mit der „griechischen Entität“ hat.
Was, zum Teufel, kümmert die humanistische, antifaschistische Friedensbewegung irgendeine germanische Propagandaentität, wenn zur gleichen Zeit die vereinten imperialistischen Mächte (und eine der gröβten ist Deutschland) afrikanische, arabische, asiatische, ukrainische Menschen zu Tausenden massakrieren und zu Millionen vertreiben?

Darf ich Ihren Artikel als eine damalige Verirrung auffassen, die Sie angesichts neuer Erkenntnisse mit Bedauern zurücknehmen?

Aktuell und im Vordergrund findet sich auf Ihrer Website (mit dem auffälligen aber ungeschützten Titel „Die Rote Fahne“) ein diffamierender Artikel gegen die oft diffamierend auftretende Jutta Ditfurth. In diesem Ihren Artikel finde ich kein Milligramm Gedankengut aus dem oben erwähnten Grundsatzpapier. Da bin ich versucht, zu sagen: „Streithähne unter sich“. Nicht mein Ding. Da bin ich noch nichtmal „Zaungast“.
Ich werde gemeinsam mit Friedensfreunden Friedensbewegung machen, und falls wir uns dabei nicht begegnen, kann ich mir denken warum
Mein Brief ist offen und erscheint, wie bei Bloggern nicht unüblich, auch in meinem Blog.
MfG
Klaus-Peter Kurch“

Dieser Beitrag wurde unter bloggen, Demokratie, Faschismus alt neu, Krieg, Krise, Lenin, Materialismus, Realkapitalismus, Widerstand abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Streit um „die richtige Friedensbewegung“

  1. Pingback: der germanische Stein des Anstoßes wurde zurecht angestoßen. | barth-engelbart.de

  2. Pingback: In eigener Sache und in Sachen Welt | opablog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s