666

Ich habe mich beeilt mit diesem Posting. Denn, hast du nicht gesehn, hat sich die Zahl erhöht, und die trivialen Witzchen, die ich gern mache – „Wow, was für ’ne Schnapszahl!“ oder einfach „Soviele Sex!“ – sind gegenstandslos.

Die Zahl steht auf der Seite von „Transparency international“, dort auf einer Datenbankseite und gibt die Anzahl der gemeinnützigen Organisationen an, die sich der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ angeschlossen haben.

Wer, wie ich, einen Standpunkt fundamentaler Kapitalismuskritik vertritt, geht natürlich mit wachem kritischen Verstand an eine Organisation wie TI heran (Hier die Liste der Mitglieder und Spender). Es lässt sich trefflich darüber sinnieren, wer welche Motive mit dem Wirken dieser Organisation verbindet. Ich glaube nicht, dass die Antwort eindimensional ist.

Unbestreitbar ist, dass die „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ (ITZ) den interessierten BürgerInnen einen schnellen Überblick über Art, Arbeitsweise und Finanzierung der (freiwillig) beteiligten Organisationen ermöglicht. So können die BürgerInnen besser einschätzen, wen sie vor sich haben und können ihr Verhältnis zu der Organisation und ihrem Auftreten bewusster bestimmen.

Dafür verspüre ich dringenden Bedarf, nicht erst seit alle Welt weiß, welche Rolle diverse NGOs bei den einschlägigen Farb-, Frühlings- und Maidanrevolutionen spielen. Unabhängig von diesem Aspekt (Wirklich „harte Geheimbeziehungen“ dürfte TI wohl kaum darstellen.) gibt es den verbreiteten Wunsch, Anspruch und Wirklichkeit von Organisationen der Zivilgesellschaft qualifiziert und „auf kurzem Weg“ einzuschätzen.

Dafür leistet ITZ eine Hilfe mit den folgenden Angaben:

1. Name, Sitz, Anschrift und Gründungsjahr

2. Vollständige Satzung sowie Angaben zu den Zielen der Organisation

3. Angaben zur Steuerbegünstigung

4. Name und Funktion wesentlicher Entscheidungsträger

5. Tätigkeitsbericht

6. Personalstruktur

7. Angaben zur Mittelherkunft

8. Angaben zur Mittelverwendung

9. Gesellschaftsrechtliche Verbundenheit mit Dritten

10. Namen von juristischen Personen, deren jährliche Zahlungen mehr als 10 % des Gesamtjahresbudgets ausmachen

TI, als Beispiel, gibt auf alle Fragen durchaus konkrete Antworten.

Ein detaillierter Leitfaden steht den Organisationen zur Verfügung, die die freiwillige Selbstverpflichtung eingehen wollen. Der Initiative, die 2010 gestartet wurde, haben sich bisher 666 Organisationen (nein, neuester Stand heute, 17 Uhr, 671 Organisationen) angeschlossen. Das sind viele. Aber sehr viele fehlen noch. Sie haben vielleicht noch gar nicht von dieser Initiative erfahren. Natürlich verbietet es sich, voreilige Schlüsse aus der Teilnahme oder Nichtteilnahme einer Organisation zu ziehen.

Es stört mich, dass nur eine sehr kleine Zahl von Organisationen der Friedensbewegung an der Initiative Transparente Zivilgesellschaft teilnimmt. Die Suche nach „Frieden“ weist ganze sechs Organisationen aus. Stichprobenartig habe ich nach Organisationen der Friedensbewegung gesucht, die nicht „Frieden“ oder „frieden“ im Namen tragen. Aber auch das war ergebnislos. (Auch meine Freidenker sind nicht dabei.) In verschiedenen Blogbeiträgen habe ich auf diese Fragen aufmerksam gemacht. Zuletzt vor zwei Wochen mit dem Posting „Unverschämte Fragen?“. Bisher keine Reaktion.

Das Thema ist für mich damit keineswegs erledigt.

Vielleicht sollte es für Niemanden erledigt sein, denke ich mir, während ich gerade auf die aktuellen Diskussionen um das „Zentrum für politische Schönheit“ stoße.

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Eine Antwort zu 666

  1. Pingback: Unverschämte Fragen? | opablog

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