Wieder großartig: Ken Jebsen am 15.6. Montagsmahnwache Berlin!

Ich komme darauf zurück.

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3 Antworten zu Wieder großartig: Ken Jebsen am 15.6. Montagsmahnwache Berlin!

  1. Lutz Lippke schreibt:

    Die Panorama-Sendung vom 4.6., auf die sich K.J. u.a. in seiner Rede bezieht, hatte ich zufällig „konsumiert“ und der Redaktion dazu meinen Eindruck mitgeteilt. Das taten offensichtlich Viele, so dass als Reaktion eine Sammel-Antwort der Redaktion erfolgte. Sie bestätigt die Feststellungen von Ken Jebsen zum Dilemma der offiziellen Jounalisten, gerade der zur Kritik fähigen Journalisten. Sie sind sich entweder ihrer Funktion als Systemkader nicht wirklich bewusst oder „müssen“ diese verleugnen.
    Hier die Antwort von Panorama:

    Von: panorama@ndr.de
    Betreff: Ihre Zuschrift zu unserem PANORAMA-Beitrag
    Gesendet am: 19. Jun 2015 10:28:54
    An:

    Sehr geehrte Zuschauerin / Sehr geehrter Zuschauer,

    vielen Dank für Ihre Mail zu unserem Beitrag Lügenpresse – Gesprächsversuch mit Kritikern in unserer Sendung Panorama vom 4.6.2015.

    Wir haben zu diesem Stück eine große Zahl von Zuschriften erhalten. Ich bitte Sie deshalb um Verständnis, dass wir deshalb nicht auf alle Mails eine individuelle Antwort schreiben können. Ich werde aber versuchen, auf die am häufigsten genannten Kritikpunkte einzugehen.

    Der Titel unseres Beitrags Gesprächsversuch mit Kritikern war durchaus ernst gemeint. Wir haben das auch durch die Anlage des Stücks deutlich gemacht: die Fragen wurden zum Größten Teil mit gesendet, wir haben nach den Gründen für die Kritik gefragt und die Antworten auch gesendet.

    Bei allen drei Interviews, Herrn Radtke, der die Pegida-Bewegung falsch dargestellt sieht, Frau Müller, die vor allem eine einseitige Ukraine-Berichterstattung kritisiert und auch bei Herrn van Rossum, der auf ganz vielen Themenfeldern Einseitigkeit beklagt, wurde in unterschiedlicher Deutlichkeit eine Voreingenommenheit der Journalisten angeführt. Damit haben wir uns in dem Beitrag auseinandergesetzt, nachgefragt und so herausgearbeitet, dass Misstrauen bis hin zum Verdacht der Lenkung durch Regierung oder Nato bei allen drei Interviewpartnern gibt.

    Den Vorwurf, wir hatten bewusst drei besonders krasse Fälle ausgesucht, weisen wir zurück.

    Wir haben aus dem breiten Spektrum der Anhänger von Pegida Herrn Radke ausgesucht, weil er eben nicht dem Klischee des rechten Mitläufers oder radikalen NPD-Anhängers entspricht. Herr Radke kritisiert vielmehr eine von ihm so empfundene Einseitigkeit in der Berichterstattung über Pegida, das haben wir dargestellt und nicht negativ kommentiert.

    Frau Müller ist eine wichtige Stimme im Chor der Kritiker, ihre Programmbeschwerden zum Ukraine-Konflikt sind wichtiger Bestandteil der medienkritischen Debatte und auch der internen Diskussion in den betroffenen Sendern. Wir wollten wissen, was Frau Müller über die Gründe der von ihr so gesehenen Schieflage sagt und haben das gesendet.

    Herr van Rossum ist auch nicht wie von einigen in ihren Zuschriften kritisiert ein exotischer Verschwörungstheoretiker, sondern ein gerade im linken medienkritischen Spektrum vielgeachteter Autor. Auch bei Herrn van Rossum haben wir seine Theorie über die Einseitigkeit der Berichterstattung dargestellt und nachgefragt. Weil sie nach unserem Empfinden besonders krass unserer eigenen Wahrnehmung von praktizierten Journalismus widerspricht, haben wir Herrn van Rossum mit unserer Sicht konfrontiert und er hat dann seine Sicht der Dinge offengelegt.

    Haben wir damit nur eine offene Herangehensweise an das Thema vorgetäuscht? Nein, wir wollten die Hintergründe der Kritik erfahren. Von den Argumenten für eine Voreingenommenheit waren wir nicht überzeugt, auch das haben wir in dem Stück transportiert. Wir sind ein Meinungsmagazin, übrigens eines, das immer für seine Unabhängigkeit und Unberechenbarkeit geschätzt wird. Die haben wir in der Vergangenheit auch beim Thema Ukraine deutlich gemacht: wir haben früh über die Rolle des rechten Sektors in der neuen ukrainischen Regierung berichtet, wir haben in einem langen Beitrag die Ausdehnung der Nato nach Osteuropa und die Folgen für Russland kritisch aufgearbeitet. Das hat uns von vielen anderen Kritikern das Etikett „Putinversteher“ eingebracht und das ist uns auch herzlich egal. Wir haben aber auch über die ukrainische Seite berichtet, über Sammlungen in Deutschland für ukrainische Freiwilligenverbände. Dieser Konflikt hat auch die Zuschauerschaft in Deutschland tief gespalten, auch das wurde bereits in vielen Beiträgen zum Beispiel bei unseren Kollegen vom Medienmagazin ZAPP thematisiert. Wenn Sie jetzt kritisieren, wir hätten Herrn Gniffke in unserem Panorama Beitrag zu gut wegkommen lassen, stimmt das nicht. In der Berichterstattung von ARD aktuell über den Konflikt hat es Fehler gegeben, die hat die Leitung von ARD aktuell auch eingestanden und sich in einem Fall sogar dafür entschuldigt. Den Vorwurf der Lenkung durch Regierungen oder Nato weist Herr Gniffke aber deutlich zurück und nach unserer Recherche völlig zu recht.

    In unserem Beitrag wurden auch drei kurze Statements von Jürgen Elsässer, Udo Ulfkotte und Ken Jebsen gezeigt. Das halten wir nach wie vor fuer zwingend notwendig, weil diese drei wichtige Protagonisten der Medienkritik sind und mit ihren wilden Verschwörungstheorien das Denken vieler beeinflussen. An der Bandbreite der Zuschriften zu diesem Aspekt lässt sich deutlich machen, dass wir es niemals allen recht machen können werden: einige Zuschauer beschimpfen uns dafür, dass wir die nach ihrer Ansicht berechtige Medienkritik durch Erwähnung von Elsässer, Ulfkotte und Jebsen diskreditieren. Andere finden, die drei hätten einfach recht mit ihren scharfen Worten und wir hätten uns noch viel mehr mit ihnen auseinandersetzen müssen.

    In vielen Zuschriften wurden die Argumente unserer drei Interviewpartner übrigens auch für richtig gehalten und sogar verstärkt: auch das zeigt für uns, dass wir mit der Auswahl dieser drei Interviewpartner nicht falsch lagen. Wir haben durch den Beitrag gelernt, dass es gerade bei großen kontroversen Themen häufig Debatten um die richtige Darstellung von Sachverhalten durch Medien gibt. Das ist übrigens auch kein neues Phänomen. Die Behauptung einer weit verbreiteten Lenkung der Medien halten wir nach wie vor für völlig unbewiesen und falsch . Studien wie die von Herrn Krüger, der aus der Mitgliedschaft von Kollegen in transatlantischen Netzwerken eine Voreingenommenheit ableitet, ändern daran nichts. Das liegt einfach an der praktischen Erfahrung, die wie selbst seit vielen Jahren im Journalismus gemacht haben. Auch Verweise auf Egon Erwin Kisch oder den Chefredakteur der New York Times überzeugen uns nicht im Ansatz.

    Die Relevanz der Kritik an den Medien ist übrigens nach wie vor nicht klar belegbar. Unsere Kollegen von ZAPP haben einmal als Momentaufnahme in einer Umfrage schwindendes Vertrauen gemessen. Aber eine Aussage über einen anhaltenden Vertrauensverlust lässt sich damit nicht treffen, das sagt auch das Institut, das die Umfrage für den NDR gemacht hat.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas Berbner

  2. Thomas Müntzer schreibt:

    witzig, der Kameramann von Ken Jebsen hat die Räterepublik neu erfunden, klasse :-))

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