„rote Haltelinien“

Wie ich mich erinnere hat Oskar Lafontaine von „roten Haltelinien“ gesprochen als er noch in der Führungsspitze der Linkspartei aktiv war. Das war nicht sozialdemokratische Rhetorik, sondern ihm ging es darum, dass die Linke in ihrem Drängen nach Regierungsbeteiligung nicht prinzipielle Positionen aufgibt.

Heute spricht Gysi davon, dass, wer regieren will, „nicht alle Ziele“ erreichen kann. Seine liebliche Wortwahl verbirgt kaum, dass man es mit den „Haltelinien“ nicht gar so ernst meint.

Es gibt ja einige Linke in der Linken. Was machen die, wenn zunächst ihre rechten Parteifreunde und irgendwann irgendeine Stimmenmehrheit die Haltelinien wegwischen? Werden sie dagegen einige Reden halten und sich dann der demokratischen Mehrheit fügen? Weil dabei sein alles ist. Oder erklären sie die Haltelinien zu Bruchlinien? Dürfen brave GenossInnen Bruchlinien in der Linkspartei denken? Sollten sie offen um Bruchlinien kämpfen?

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6 Antworten zu „rote Haltelinien“

  1. Albert A. schreibt:

    Haltelinien, Bruchlinien, Trennlinien?
    Darüber darf jeder so seine Zweifel haben, vor allem, wenn man sich wortgewaltig „distanzieren“ will:
    https://opablog.net/2015/06/14/horrende-dummheit-von-einem-profilierten-funktionar-der-friedensbewegung-und-der-linkspartei/
    Jeder hat halt seine Meinung. Und die verschiedenen Versuche, bei möglichst vielen Menschen die GLEICHE Meinung zu erreichen, kann man auch bei den Mainstream-Medien beobachten…

    • Lutz Lippke schreibt:

      Ich sehe das anders.
      Sicher ist ehrliche Kritik häufiger auch missverständlich, weil emotional überladen. Entfernt man aber den rethorischen Überschwang, dann geht es bei ehrlicher Kritik nicht um GLEICHE Meinung, sondern um Verständnis für Tatsachen und verschiedene Blickwinkel darauf. Nichts Anderes kann ernsthafte Aufklärung und Kritik leisten. Aufklärung im Übrigen aus jedem Blickwinkel. Aufklärung als Offenbaren und Korrigieren von Tatsachenbehauptungen, wozu auch das Nachtragen von Weggelassenem gehört und die Darstellung eines anderen (ehrlichen) Blickwinkels. Der Rest ist Interessenwahrnehmung und Meinung. Also insofern keine Distanzierung, sondern Abgleich und Gegenüberstellen der verschiedenen Sichten und Interessen.
      Distanzieren kann und muss man sich aber von Manipulationen solcher Klärungsprozesse, die durch Intriganz und Machtspiele erfolgen. Es geht dabei um die Durchsetzung von versteckten Interessen durch Vereinnahmen, Denunzieren, Übertölpeln.

      Ohne den Beitrag des „Friedensbewegten“ aus dem Link noch einmal im Detail zu analysieren, ist mir grundsätzlich aus dessen Argumentation Folgendes in Erinnerung:
      1. Bloß nicht mit den Nachbarskindern spielen, die von wichtigen Leuten für die öffentliche Meinung (z.B. BILD) als Schmuddelkinder bezeichnet wurden. Diese Zuweisung könnte sonst auf UNS (GUTE FRIEDENSKÄMPFER) abfärben. Wir würden dann in der öffentlichen Wahrnehmung Schmuddelkinder, obwohl wir das gar nicht sind.

      2. Die Nachbarskinder haben mit Kindern gespielt, die von wichtigen Leuten für die öffentliche Meinung (z.B. BILD) als Schmuddelkinder bezeichnet wurden. Deswegen sind die Nachbarskinder jetzt auf jeden Fall Schmuddelkinder und deshalb zu meiden.

      Das dazugehörige Mediengesetz ist bekannt:
      § 1 BILD hat und bekommt in der Regel recht und seinen Willen.
      § 2 Wenn BILD im Einzelfall im Unrecht ist, dann gilt § 1

    • kranich05 schreibt:

      Hallo Mister A.,
      ich ahne dunkel, dass Sie etwas stört an dem, was ich schrub. Aber was?

      • Albert A. schreibt:

        Stören tut mich nichts.
        Haltelinien sind gut, besonders für blinde Menschen. Trennlinien sind oft nötig, besonders in sinnlosen, langen Kriegen. Wer aber der „Gegner“ ist, bestimmen wir selbst – dank der Selbstbestimmung. So ist es uns möglich, den Einen oder den Anderen zu kritisieren, dass er oder der Andere Haltelinien oder Trennlinien einhalten will gegenüber Menschen, die uns selbst freundlich, ja sympathisch erscheinen…

        Die Haltelinien, wie wichtig sie auch sein mögen, erscheinen mir sehr subjektiv gestrickt…

  2. Wolfgang schreibt:

    Er will die Haltelinien ebenso abschaffen, wie einiges andere auch. Bei allen Verdiensten die er hat – es wird Zeit, das er geht. Unter ihm würde die Linke sonst in der Tat Verantwortung für Auslandseinsätze mit zu verantworten haben. Und, wie gehört, auch noch einiges mehr.
    Wie das mit Sahra und Dieter Bartsch wird, wenn es denn kommt, bleibt abzuwarten.

  3. eschff schreibt:

    Sie fragen: Was wird aus den Linken?
    Ich denke: Sie werden abbauen.

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