Politisch differenzieren? Überflüssig? Unzeitgemäß?

Ich meine, dass die folgenden drei Sätze zum politischen ABC gehören:

1. Zwischen unterschiedlichen politischen Kräften sollte differenziert werden.

2. Um differenzieren zu können, braucht es Begriffe, nicht nur Wörter.

3. In den gegenwärtigen politischen Auseinandersetzungen sind „Imperialismus“ oder  „Faschismus“ oder „Kapitalismus“, um nur diese drei zu nennen, bedeutsame Begriffe. Nicht zuletzt sind sie benötigte Arbeitsmittel.

Was ich zum politischen ABC zähle, scheint aber von nicht wenigen Sprechern der traditionellen Linken und der traditionellen Friedensbewegung verlernt oder verdrängt zu sein. Anders lässt sich ihre penetrante Äquidistanz zwischen NATO und Russland in der Ukrainekrise (weil ja beide Seiten Kapitalisten seien) nicht erklären. Auch die Behauptung von Herrn Pflüger, dass die Friedensbewegung links sei oder gar nicht, lässt eine sektiererische Unwilligkeit zur Differenzierung erkennen, die atemberaubend ist.

Der differenzierende Blick kann auch Interessantes zu Tage fördern, wenn er auf Vergangenes gerichtet wird, z. B. auf die Koalition, die den deutschen Faschismus besiegte.

1. Deutschland, Italien waren imperialistische Mächte, in denen die aggressivsten Kräfte des Monopolkapitals terroristisch herrschten (Faschismus).

2. USA, GB, Frankreich waren (und blieben) imperialistische Mächte, bekämpften aber schließlich aktiv den Faschismus.

3. Dabei ist interessant, dass die USA, vielleicht auch GB, selbst gewisse militärische Mittel terroristisch anwandten (Einsatz der Atombombe, vielleicht auch bestimmte Aktionen des Bombenkrieges gegen Zivilisten).

4. Die Sowjetunion als realsozialistische Macht handelte im Bündnis mit den nicht faschistischen Imperialisten gegen die faschistischen Imperialisten.

5. Die realsozialistische Sowjetunion war nicht frei von gewissen zweideutigen Handlungsweisen (Geheime Zusatzvereinbarungen zwischen Stalin und Hitler, Katyn). Diese können vermutlich erst dann historisch exakt bewertet werden, wenn der lange historische Weg des Sozialismus seit Lenin, der in die Zukunft reicht, begriffen wird.

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