Was ein nicht fertiggestelltes Protokoll lehrt

Zur Vorgeschichte des folgenden Beitrags vergl. hier.

Niemand schenkt uns eine Friedensbewegung auf der Höhe der Zeit, eine zielklare und kraftvolle politische Bewegung. Wir müssen es selber machen. Der Weg dahin ist lang. Keiner kennt ihn. Doch zumindest für die ersten Schritte gibt es Ideen. Christian Wächter hat solche Ideen formuliert. Die Friedensbewegung braucht eine eindeutige Position und muss sie offensiv vertreten.

Der Widerspruch zwischen verbreiteter Kriegsfurcht und Friedenswünschen einerseits und politischer Tatenlosigkeit gegen Kriegspropaganda und Kriegspolitik andererseits lässt nicht ruhen. Die machtvolle Friedensbewegung muss sich an all die verschiedenen Menschen wenden, die gegen Krieg sind. Ihr grundsätzlicher Aufruf muss sich zwar unmissverständlich klar gegen die Kriegskräfte richten zugleich aber allgemein sein; einschließend, nicht ausgrenzend, ein Aufruf, der ALLEN Friedenskräften Platz bietet. Der Aufruf soll sich auf die Hauptkriegsgefahr hier und heute konzentrieren.

Neben und nach der einheitlichen Grundorientierung des Aufrufs müssen die vielen großen Probleme des Friedenskampfes konkret und differenziert angesprochen werden (mensch könnte an eine Art Handbuch, Katalog oder Wiki denken). Nach Möglichkeit ist eine fundierte Mehrheitsmeinung zu erarbeiten und zu propagieren. Minderheitenmeinungen müssen ebenfalls konkret und nachvollziehbar im gleichen Rahmen öffentlich dargestellt werden. Es darf Streit geben.

Die Erarbeitung dieser Materialien stellt einen große Herausforderung dar. Möglichst viele sollen beteiligt sein. Die Ausarbeitung selbst soll ein Prozess des Einmischens und der Aktivierung und so auch der Gewinnung neuer Interessenten und Engagierter werden. Das bedeutet, dass viele der bisher in der Friedensbewegung praktizierten Kommunikations- und Entscheidungsprozeduren nicht angemessen sind. Offenheit der Kommunikation und der Vorgänge, die zu Entscheidungen führen, ist der Maßstab. Schluss mit den Absprachen im „kleinen Kreis“ und den Hinterzimmerentscheidungen. Im Internet kann jeder/jede Interessierte funktionierende Foren kennen lernen. Unser Wille muss vorhanden sein, dann ist eine erste Lösung für das „Forum Frieden jetzt“ bald gefunden. Freilich, dem subtilen Herrschaftsgebaren, das in der etablierten Friedens“bewegung“ allenthalben zu beobachten ist, stehen solche neuen Möglichkeiten diametral entgegen. (Zu den Herrschaftstechniken von „Eliten in politischen Bewegungen“ hatte Christian Wächter einen erhellenden Beitrag auf FB gepostet. Bald war der bei „Fatzebuck“ verschwunden. Hier ist er mittels Google zu finden.)

Das Trauerspiel um das Protokoll der konstituierenden Sitzung der  AG „Zukunft“ vom 10.5. mutet wie ein extra bestelltes Negativbeispiel an. Zwei Tage nach der Sitzung, so hatte es  Protokollant Michael angekündigt, sollte das Protokoll vorliegen. Dann wurde ein Abgleich mit Lucas für notwendig erachtet. Und seitdem ruht der See stille. Muss jetzt noch ein Abgleich mit dem Chef erfolgen? Und wer ist der Chef? Und ruht der See vielleicht doch nicht absolut still? Soll das Protokoll etwa der wundersamen Telko am kommenden Donnerstag nicht in die Quere kommen? Die „Telko aus dem Hut“ von der am 10.5. kein AG „Zukunftsgläubiger“ etwas erfahren durfte?

Vielleicht sind all das unnötige Gedanken, unnötige Fragen, und sie könnten mit wenig Gespräch aus der Welt geschafft werden. Gespräch aber gibt es nicht. Seit der sog. Aktionskonferenz vom März gibt es kein Gespräch. Das ist der Weg der Zerstörung von Bereitschaft und Initiative.

Das muss nun Jeder/Jede für sich selbst entscheiden: Lässt er/sie seine/ihre Initiative kaputt machen oder im Gegenteil: Fangen wir einfach an, die bitter notwendigen neuen Verhältnisse der Friedensbewegung selbst zu organisieren?

Neue Verhältnisse übrigens, das möchte ich unbedingt noch anfügen (der folgende Gesichtspunkt kommt oft zu kurz, weil sich Elementarfragen der Kommunikation immer wieder vordrängen), schließen für mich absolute finanzielle Transparenz mit ein. Ich will wissen, welches Geld was wie viel in der Friedensbewegung bezahlt.

Packen wir’s an.

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2 Antworten zu Was ein nicht fertiggestelltes Protokoll lehrt

  1. Pingback: Die “Friedensinitiative namenlos” will eventuell weiter existieren und auch aktiv sein | opablog

  2. Lutz Lippke schreibt:

    Ich bin froh auf „Opa’s Blog“ gestossen zu sein. Manchmal auch öfter, gerade wenn es zeitlich eng wird, braucht man Filter und Informatoren, die Einen verlässlich und vertrauenswürdig auf dem Laufenden halten. Wenn ich ein Gespür dafür haben will, wie es steht und was mich beim Wiedereinstieg erwartet, dann bin ich hier gut informiert.
    Ich habe Umgang mit Menschen von 0 – 80 Jahren, nicht alle sind für Gesellschaftsfragen aktivierbar. Ich rede auch mit Konservativen, Libertären und nur auf die Familie Bezogenen. Gut, das sind die geliebten oder ertragenen (schwarzen) Schafe, die die Inzucht verhindern 😉 Aber Alle eint jeweils auf ganz eigene Art das Bedürfnis nach Frieden, persönliche Gestaltungsmöglichkeiten und Fairness. Wir brauchen die ehrliche Auseinandersetzung und Diskussion, das „ich mag Dich trotzdem, Du verpeilter Idiot“. Leidenschaftlich, aber ohne Scheuklappen. Was wir definitiv nicht brauchen ist Lüge, Hinterzimmer und Korruption. Davon gibt es schon genug in der Welt und das vergiftet das Klima. Wichtige Punkte meiner Agenda wären Ehrlichkeit vor Überzeugung, Fairness vor „Hauptsache Ziel erreichen“, „Wir sind auf Augenhöhe“ vor „ich hab schon was geleistet“. Wie gesagt, das spüre ich hier. Es ist ein Wert an sich.

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