Geburtstag

Es ist der 145. von Wladimir Iljitsch Uljanow, auch bekannt als Lenin. Wenige werden sich erinnern. In fünf Jahren, wenn sie ihre Kalender abarbeiten, schreiben sie alle über ihn, besonders die „Irren und Idioten“.

Während des Studiums las ich vor allem Lenins Texte, die sich mit Philosophie beschäftigten. Zum Beispiel „Mat Emp“, wie wir sagten. Und es hatte seinen Wert, den Hegel mit Lenins Augen zu lesen. Aber auch die großen Werke über die Entwicklung des Kapitalismus in Russland lernte ich kennen und diejenigen, die der Entwicklung/Schaffung von Bewusstheit/Partei gewidmet waren. Lenin lehrte mich die Grundzüge der Denkweise des Historischen Materialismus, also im politischen Getümmel die Orientierung zu behalten.

Dann im Beruf, befasst mit der Weiterbildung von Leitern in der Industrie der DDR, ging es mir um Lenins Arbeiten zur Revolution und zur Zeit nach der Revolution. Da hatte er uns viel zu sagen. Vieles, was wir gebrauchen konnten und Vieles, was wir nicht zu gebrauchen wagten.

Ich bewundere Lenins theoriegeleitetes und theorieüberschreitendes Genie. Er konnte nicht anders denken als in dem radikalhumanistischen Sinn der marxistischen Weltanschauung. So fand er in unzähligen praktischen Situationen die notwendigen Lösungen, solche, die in keinem Lehrbuch verzeichnet waren. Er hatte nicht die Zeit, vielleicht war er auch nicht der Typ, daraus Theoriegebäude zu entwickeln. So hinterließ er eine große Zahl von „Merksituationen“. von Wegmarkierungen und Anfangsschritten, die nur mit großer Mühe von seinem Nachfolger Stalin zerstört werden konnten.

So wie Marx und Engels mit der „historischen Mission des Proletariats“ einen Theoriebaustein fixierten, der nicht das halten konnte, was er halten sollte, so Lenin mit dem Parteiprinzip des „demokratischen Zentralismus“. Er wäre in der Lage gewesen, so meine ich, diese Grenze zu überschreiten. Seine letzten Wortmeldungen sprechen dafür. Aber es war zu spät. Dafür hatte das Attentat einer Menschenrechtlerin, wie man heute sagen würde, gesorgt.

Wir leben heute in einer bleiernen Zeit, die Lenins Jahren von 1908 bis 1914 gleicht. Ebbe des revolutionären Wollens, zugespitzte Krise, Vorkriegszeit. Nachschlagen bei Lenin! Vielleicht hält er brauchbare Anregungen parat.

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