Ernste Worte beim Saker deutsche Version

Ich muss es zugeben: Nicht die Webseiten diverser Friedensorganisationen haben mir im letzten Jahr die akute Bedrohung des Weltfriedens bewusst gemacht. Es waren andere Webseiten und Blogs; der Saker dabei an hervorragender Stelle. Jetzt (nicht zum ersten mal) gab es Turbulenzen beim Saker. Dagmar Henn, die zuletzt auf dem Ostermarsch in Würzburg eine hervorragende Rede gehalten hat, hat sich zu den Konflikten und zur weiteren Arbeit beim Saker in einer Weise geäußert, die mir den Ernst unserer Lage noch deutlicher machte. Ich wünsche Jeder und Jedem, die sich für den Frieden aktiv einsetzen, tiefes neues Nachdenken über uns und unser gemeinsames Friedensstreben als Grundlage dafür, dass unsere politischen Wünsche und Taten großes Gewicht erlangen.

Hier ein Auszug aus Dagmars aktuellem Blogbeitrag:

„Das, was jüngst hier vorgefallen ist, so wie einige andere Vorfälle auf anderen Saker-Seiten, legen es nahe, dass es weitere Attacken geben wird. Darüber sollte sich jede/r im Klaren sein, der einsteigt. Wer versucht, der propagandistischen Kriegsvorbereitung entgegenzutreten, hat die Kriegstreiber zu Feinden. Je weiter diese Vorbereitungen gedeihen, desto schärfer wird diese Feindschaft sichtbar werden. Das fängt damit an, dass der Verfassungsschutz bereits den Auftrag hat, sogenannte „Pro-Russen“ zu beobachten, und es ist nicht klar, wo es endet. Nehmt diese Frage ernst, ehe Ihr auf dem Radar der „Dienste“ auftaucht, und entscheidet Euch nur dann dazu, mitzumachen, wenn Ihr mögliche Konsequenzen tragen könnt und wollt.

Nein, es geht mir nicht darum, jemanden abzuschrecken. … Ich denke aber, dass Ehrlichkeit, was die Risiken angeht, eine Voraussetzung für sinnvolle Zusammenarbeit ist. Ich nehme das, was passiert ist, sehr ernst, gerade auch vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung um die Friedensbewegung, die so erbittert wie destruktiv geführt wird (dazu gibt es einen sehr interessanten offenen Brief von Rainer Rupp auf KenFM). Wenn man alles zusammennimmt, von dieser Auseinandersetzung über die Beschimpfung als „Putintrolle“ über die erwähnte Beobachtung bis hin zu den Angriffen auf Blogs, kann man das kaum mehr anders deuten denn als gezielte Massnahmen, um jeden, selbst nur schriftlichen Widerstand zu zerstören. Und wie die Propaganda derzeit so massiv ist, wie ich es nie zuvor erlebt habe, so haben diese Angriffe eine Vielfalt, wie ich sie aus mittlerweile vierzig Jahren politischer Erinnerung nicht kenne. Was mich in der Überzeugung bekräftigt, dass es nicht schlicht um eine Aufrüstungsrunde oder ein Aufpolieren der NATO geht, sondern wirklich um den Anlauf zu einem großen Krieg.“

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3 Antworten zu Ernste Worte beim Saker deutsche Version

  1. Wolfgang schreibt:

    So sieht es denn wirklich aus mit Pluralismus und Meinungsfreiheit.

  2. Richard schreibt:

    Information ist heute alles. Wer Zugriff auf Organisationsdaten (Namen, Adressen von Mitgliedern, Zahlungsströme, Strategieentwicklung, informelle Absprachen der Führungspersonen,…)hat, kann Einfluss nehmen, hat diese Gruppen in der Hand. Bei wem die strategisch wichtigen Infos zusammenlaufen, derjenige hat wirklich einen Überblick darüber, was läuft und kann die richtigen Entscheidungen treffen – auch die zur Steuerung ganzer Gesellschaften. Als ich bei Andreas von Bülow „Im Namen des Staates“ zuerst von Psychologischer Steuerung ganzer Gesellschaften las, konnte ich es kaum fassen. Doch schon vor dem 11.9.2001 war das hier in Europa Standard oder einfach nur Routine.

    Heute ist die Datengewinnung aufgrund der rasanten technologischen Entwicklung explodiert. Heute sollte man damit rechnen, von neidischen Geschäftspartnern oder missgünstigen Ex-Freunden/Frauen ausgeforscht zu werden, das entsprechende Equipment gibt es überall, auch die Lauschabwehr als Dienstleistung. Nur der menschliche Faktor ist die Grenze. Ich kann mir auf Dauer keine Gesellschaft vorstellen, in der ich niemanden und nichts mehr trauen kann. Nur wir, die normalen Menschen, als aktive Bevölkerung können dieser Entwicklung eine Grenze setzen, die Verwaltung oder der Parlamentarismus werden es nicht tun. So gesehen ist die Abwicklung der Stasi-zentralen im Jahr 89/90 lediglich ein Hinweis darauf, was heute Not täte aber nicht kommen wird. Ich bin für eine friedliche, demokratische und grundgesetzkonforme Lösung und werde mich immer dafür einsetzen. Voraussetzung dafür ist jedoch, eine ganzheitliche und schonungslose Betrachtung und Analyse der gesellschaftlichen Situation. Aus den Parteiapparaten kommen, u.a. aufgrund des arbeitsteiligen Polit-Spezialistentums, kaum Ideen, keine Handlungsvorschläge die wirklich auf der Höhe der Zeit wären.

    Wenn Herrschaft hier in den westlichen europäischen Demokratien seit nun mehr als 40Jahren darauf beruht, durch verdeckte und systematische Beeinflussung der Meinungsbildung der Bevölkerung den jeweiligen status quo oder die Ziele der handelnden Eliten durchzusetzen und die eigentlich legitimen Wünsche, Vorstellungen und Ideen sowie Grundbedürfnisse der Mehrheit und die Erfordernisse eines nachhaltig funktionierenden und gerechten Staatswesens nachrangig erscheinen zu lassen und zu ignorieren, so ist das eine Sache. Wenn diese Beeinflussung der öffentlichen Meinung mit Terror und schwerster Kriminalität einherginge, so hätten wir jedoch eine ganz neue Qualität, mit Konsequenzen die von 99% aus nachvollziehbaren Gründen verdrängt werden. Niemand will von Regierungen und den staatlichen Verantwortlichen ständig in infamer Weise belogen werden, aber nur die Wenigsten haben den Mut und die Kraft genau hinzuschauen und die Dinge zu hinterfragen und zu widersprechen.

    Es ist evident und für immer mehr Menschen erkennbar, dass die real existierenden Parteien (auch Die LINKE), wenn sie sich nicht grundlegend reformieren, einer Humanisierung der Gesellschaft im Weg stehen. Parteien verhindern aus einem systemischen Eigeninteresse heraus, alle funktionierenden Volksabstimmungen und Volksgesetzgebung. Wir, alle Bürger und das westliche Zivilisationsmodell sind objektiv in einer Sackgasse.

  3. Wolfgang schreibt:

    So weit, so richtig. Jedoch sehen die Entscheidungsträger und Meinungsführer die Sache anders, wie wir wissen.

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