Machen mir die Zeichen der Zeit Angst?

Die Frage muss ich wohl mit „ja“ beantworten.

Die Zeichen besagen, dass wir auf einen grossen Krieg zusteuern oder mehrere grosse Kriege. Darauf deuten leider nicht nur die Zeichen der näheren Zukunft hin, etwa diejenigen, die sich um die Ukrainekrise oder um Syrien/Irak gruppieren. Darauf deuten mehr noch die Signale mit strategischer Ausrichtung. Das sind auch ökonomische Signale, wie die finanzielle Stabilisierung des ukrainischen Regimes um jeden Preis oder, in anderer Weise und mit ungleich größeren Auswirkungen, TTIP. Vor allem aber sind es die politischen Signale einer langfristig angelegten Militarisierung und Faschisierung. Dafür gibt es eine Überfülle keineswegs nur vager Anzeichen, sondern weitreichender politischer Aktivitäten. Ich verweise, wahllos herausgegriffen, auf dies und das.

Der alte Historiker Hobbsbawm behält täglich recht und wird in noch viel höherem Grade recht behalten mit seinen 2009 geäußerten Worten: „Es wird Blut fließen, viel Blut“.

Große Gefahren müssen nicht automatisch Angst machen. Den grossen und rasant wachsenden Gefahren steht die erschreckende Ignoranz der meisten Völker und besonders des deutschen Volkes gegenüber. SPON berichtet heute über eine Befragung nach den Wünschen der Deutschen. Ich zitiere:

Stellen Sie sich vor, eine gute Fee kommt zu Ihnen und fragt Sie, was Ihre drei größten persönlichen, bis jetzt unerfüllten Wünsche sind. Welche drei wichtigsten persönlichen Wünsche würden Sie der Fee sagen?

Für ganze 9,4% der Befragten gehörte der „Wunsch nach Weltfrieden/besserer Politik“ zu den drei wichtigsten und landete damit unter neun Wahlmöglichkeiten auf dem vorletzten Platz.

Diese Daten sind fast eine Garantie dafür, dass die offenkundige Fahrt der BRD-Politik in den Abgrund vom politischen Willen des deutschen Volkes nicht aufgehalten werden wird.

Mir kommt die Verzweiflung Kurt Tucholskys seit etwa 1930 in den Sinn, der nicht nur den Sieg des Faschismus in Deutschland kommen sah, sondern zugleich das Versagen der GESAMTEN Opposition gegen die Faschisten.

Auch heute erlebe ich das Versagen (insgesamt gesehen) der organisierten demokratischen Opposition; besonders gravierend und schmerzlich das der Linken und der Friedensbewegung. Um mich damit nicht abzufinden oder zu resignieren, bemühe ich mich um Kontakt zu Menschen, die wach und bereit bleiben. In diesem Sinne nehme ich übermorgen an der zweiten Aktionskonferenz des Friedenswinters in Frankfurt/Main teil.

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2 Antworten zu Machen mir die Zeichen der Zeit Angst?

  1. eschff schreibt:

    Frieden auf Erden! Dafür einzutreten ist das Wichtigste auf der Welt. Leider fehlt mir um an der Friedensdemonstration in Frankfurt/Main teilzunehmen die Zeit und das Geld. Wunderschön wäre es, wenn eine Menge zusammen kommen könnte, so dass unsere Regierenden nicht weg schauen Können.

  2. Pingback: Die zweite Aktionskonferenz des Friedenswinters 2014/15 hat gestern in Frankfurt/M stattgefunden | opablog

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