Wird die Mafia („Agentur für die Modernisierung der Ukraine“) die Ukraine retten?

Erwägungen von Joachim Bode

Folgender Leserbeitrag in einer österreichischen Zeitung verweist auf den Hintergrund, vor dem Ex-Finanzminister Steinbrücks Engagement für die dort genannte kriminelle Vereinigung – sprich: Mafia – zu beurteilen ist:

„Die drei Gründer der Gang „Agentur für die Modernisierung der Ukraine“ Viktor Pinchuk, Rinat Achmetow und vor allem der nur gegen enorme Kaution (de facto Schutzgeldzahlung) auf freiem Fuß befindliche Dmytro Firtasch finden sich auf internationalen Fahndungslisten wegen Bestechung, Bildung von kriminellen Vereinigungen, Bestechung, Diebstahl und anderer krimineller Handlungen.“

Das bestätigt die schon lange gehegte Vermutung, dass die SPD – besser: ein wichtiger Teil der SPD – seit längerer Zeit Opfer (vielleicht auch Mitwirkende) einer sogenannten „feindlichen Übernahme“ geworden ist

(Nähere Ausführungen dazu an dieser Stelle: „Rätselhafte SPD-Strategie. Des Rätsels Lösung: SPD-Spitze arbeitet für andere.“).

Nicht „feindlich übernommen“, sondern ganz freiwillig dabei ist ein weiterer Kandidat für die geplante Mafia-Agentur, nämlich der frühere CDU-Verteidigungsminister Rupert Scholz.
Der sah sich – abgesehen von seinen längst nicht ausgeträumten und ganz aktuellen Atombewaffnungsträumen für die Bundeswehr – schon zur Vorbereitung des Jugoslawien-Krieges zu folgender Äußerung veranlaßt (zu finden hier):

“ Jugoslawien ist als eine Folge des ersten Weltkrieges eine sehr künstliche, mit dem Selbstbestimmungsgedanken nie vereinbar gewesene Konstruktion … Das bedeutet in der Konsequenz, daß meines Erachtens Kroatien und Slowenien völkerrechtlich unmittelbar anerkannt werden müssen … Wenn eine solche Anerkennung erfolgt ist, dann handelt es sich im Jugoslawienkonflikt nicht mehr um ein innenpolitisches Problem Jugoslawiens, in das international nicht interveniert werden dürfe.“

… und dann kam die NATO, und mit ihr die Bundeswehr, die Bomben und der Tod….

Vielleicht schafft es Scholz ja auch im Zusammenhang mit der Ukraine, hier ein neues internationales Schlachtfeld intellektuell weiter voran zu treiben?

Die „Agentur“ hat aber zunächst die Aufgabe, die Ukraine losgelöst von allem demokratischen Firlefanz – der ja offensichtlich zum Scheitern gebracht wurde – rein privatwirtschaftlich im Sinne neo-liberaler Strategie zu organisieren. Dafür ist die Stadt Wien als Basis der Mafia-Agentur gut geeignet. Die Internationalen Haftbefehle gegen die wichtigsten Organisatoren blieben dort bisher wirkungslos, und die angeheuerten westlichen „Fachleute“ haben leichten Zugang.
Und vor allem: Das ukrainische Volk ist weit weg.

Übrigens:
Im Zusammenhang mit der Zerschlagung des Bundesstaats Jugoslawien hat die deutsche Bundesregierung – man sollte es im Hinblick auf Krim und Ost-Ukraine kaum glauben –  ihr Herz für Separatisten und deren Staatsgründungen entdeckt: Gleich mehrfach hat sie die auf westliches Betreiben von Separatisten  gegründeten Staaten Bosnien, Slowenien und Kosovo anerkannt. In Bezug auf den Kosovo hat bestimmt mitgeholfen, dass hier Formationen der UCK – früher Teil der Waffen-SS-Division „Skanderbeg“ – für die erforderlich gehaltenen ethnischen „Säuberungen“ gesorgt haben, zeitweilig sogar unter den Augen der Bundeswehr.

Die US-Amerikaner haben sich dabei jedenfalls einen ihrer größten Wünsche seit dem 2. Weltkrieg erfüllt: Die Errichtung des riesigen, 386 Hektar umfassenden und mit einer Mauer umgebenen US-Basis-Camps Bondsteel im Kosovo, von dem aus der gesamte Balkan und seine angrenzenden Gebiete militärisch kontrollierbar ist.

Die Deutschen müssen sich derweil eher mit den anschwellenden Flüchtlingsströmen aus dem Kosovo zufrieden geben…. Auch so kann sich das Verursacherprinzip auswirken.

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7 Antworten zu Wird die Mafia („Agentur für die Modernisierung der Ukraine“) die Ukraine retten?

  1. Joachim Bode schreibt:

    „Nach dem 2008 veröffentlichten Jahresbericht des US-Außenministeriums über den internationalen Drogenhandel führen mehrere Routen für den Drogen-Transit durch den Balkan. Das Kosovo gilt als Hauptumschlagplatz für den Heroin-Transport aus Afghanistan und der Türkei nach Westeuropa.“
    http://principiis-obsta.blogspot.de/2012/04/der-mafia-staat-kosovo-und-das-camp.html

    Da schließt sich der Kreis:
    „CIA“ ist nur ein anderes Wort für „Mafia“…

    Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass die o.a. „Agentur-Mitarbeiter“ mehr oder weniger direkt aus Drogengeldern finanziert werden.

  2. Joachim Bode schreibt:

    Und ein weiterer Kreis schließt sich:

    Kämpfer des IS (Dschihadisten) werden längst auf Seiten der Kiewer Putsch-Regierung eingesetzt (und bezahlt), da es ja um die „Verteidigung der westlichen Werte“ gegen die eigene Bevölkerung in der Ost-Ukraine geht.

    https://firstlook.org/theintercept/2015/02/26/midst-war-ukraine-becomes-gateway-europe-jihad/

    Da können – Wien ist von Kiew gerade mal eineinhalb Flugstunden entfernt – demnächst unsere tapferen Agentur-Mitarbeiter Steinbrück und Scholz den IS-Kämpfern die Hände schütteln, die am selben Strang ziehen. Die Bezahlung der Beteiligten kommt ja – wie zu vermuten – aus einem Topf….

    Sollten die IS-Kämpfer demnächst in der Ukraine arbeitslos werden – aus welchen Gründen auch immer – kann man sie gut hier in Deutschland einsetzen. Die Arbeitgeber dürften dieselben bleiben.

  3. Joachim Bode schreibt:

    Die Ratten verlassen das sinkende Schiff, noch bevor es Fahrt aufgenommen und auf Kurs gegangen ist:
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/steinbruecks-ukraine-mission-ex-minister-scholz-macht-nicht-mit-a-1022916.html

    Wie fast immer, wird man vom SPIEGEL nur unvollständig informiert.
    Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen verlautete nämlich, dass durch die Aufdeckung der Mafia-Agentur-Drogen-Connection (Afghanistan-Kosovo-EU-Kiew) – s.o. Beitrag – die mehr als zweifelhafte Finanzierung der Mafia-Agentur-Mitarbeiter selbst für die sonst auf diesem Auge ziemlich blinde Staatsanwaltschaft erkennbar gemacht geworden wäre.
    Das Risiko, nicht nach dem Muster Ecclestone frei den Gerichtssaal verlassen zu dürfen, sondern nach dem Muster Hoeness unnachgiebig strengstens bestraft zu werden, führte zu dem noch gerade rechtzeitigen Ausstieg der Prominenten….

  4. Joachim Bode schreibt:

    Mindestens genau so schlimm wie die Mafia und ähnlich tödlich:
    „friendly fire“

    „Ukraine under friendly fire – destroying an economy in order to save it?“
    http://www.flassbeck-economics.de/ukraine-under-friendly-fire-destroying-an-economy-in-order-to-save-it/

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