Wozu Meinungs-AUSTAUSCH, wenn wir doch Meinungs-FREIHEIT haben?

Ich, Du, wir haben Meinungsfreiheit. Auch die Russen sind meinungsfrei, so auch sechs Veteranen der Stalingrader Schlacht. Die mögen da hinten in ihren Schneesteppen krakeelen, was sie wollen. Unsere Werte verbieten das nicht.

Herr Fischer aus Suhl dachte, es wäre gut, die Meinung (nicht nur) dieser sechs Leute auch hier bei uns zur Kenntnis zu nehmen. Er mailte an seine Zeitung:

„Gesendet: Donnerstag, 5. Februar 2015 21:33

An: Freies Wort Leserpost

Betreff: Offener Brief russischer Stalingrad-Veteranen an Fr. Merkel

Sehr geehrte Damen und Herren, 

es würde dem „Freies Wort“ gut stehen, wenn Sie diesen Offenen Brief der russischen Veteranen ungekürzt veröffentlichen würden, ohne auf die dpa zu warten.

Sie wird ihn wohl negieren oder kürzen.

Der Brief kann nachgelesen werden bei www.RTDeutsch.com

Mit freundlichen Grüßen

harald Fischer, Carl-Fiedler-Str. 50 K, 98527 Suhl“

Mooooment! Da gibt es nämlich einen Zeitungschef, der ausgerechnet Hörmann heisst. Und dessen Meinungsfreiheit schlägt natürlich  – so wie der Turm den Bauern schlägt  – die Meinungsfreiheit von Herrn Fischer oder sechs „Stalingradern“:

Antwort „Freies Wort“ v. 06.02.2015 11.37 Uhr per E-Mail

Sehr geehrter Herr Fischer, 

nein, wir sind anderer Auffassung als Sie: Es würde Freies Wort nicht gut stehen, diesen sog. offenen Brief ungekürzt zu veröffentlichen. Bei aller Achtung vor den Veteranen: Bei dem Text handelt es um eine Ansammlung von Unterstellungen und nachweisbar falschen Behauptungen, die nur einem Ziel dienen: Rechtfertigung der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim und der dauerhaften Unterstützung der Separatisten in der Ukraine mit Waffen, Material, Geld und Soldaten „auf Urlaub“. Und wird denken gar nicht daran, uns des wirklich üblen Propagandasenders Russia Today zu bedienen. 

Mit freundlichem Gruß

Walter Hörmann Chefredakteur Freies Wort – Südthüringer Zeitung“

Ich zweifle nicht, dass die Meinung des Herrn Hörmann mit der Meinung seines Chefs übereinstimmt und dessen mit dem nächsthöheren usw die Perlenschnur aufwärts bis… zur Bundesregierung. An selbige, sogar Merkel persönlich, ging nämlich das offene Wort der Stalingrader Antifaschisten.

Die Bundesregierung ließ erklären, dass sie offene Briefe grundsätzlich nicht beantwortet. Sie läßt sich nicht nötigen, auch nicht zum Antifaschismus. Genau darum ging es nämlich den russischen Kriegsveteranen – um das gegenwärtige Aufkommen des Faschismus in der Ukraine und darüber hinaus. Das freiheitliche Schweigen der Bundesregierung dröhnt. Das freiheitliche Schweigen der Presse dröhnt. Das freiheitliche Schweigen der neuerdings freiheitlichen Deutschen dröhnt am Lautesten. Wie war das möglich?

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