Wintergärtnerei

Ich gebe es zu: Bei all meinen Gartenfreuden, -phantasien, -mühen und -genüssen spielte das Gärtnern im Winter bisher eine ganz geringe Rolle. Das beginnt sich zu ändern, seit im vorigen Jahr bei uns der Winter extrem mild war. Damals gab es nur eine einzige Nacht mit weniger als -10°C, nämlich -15°C. Brauchte ich früher für eine Heizsaison gut 9 Raummeter (rm) Brennholz, so waren es in der vorigen Saison nur 6,5 rm. In der jetzigen Saison scheint es ähnlich zu werden. Die kälteste Nacht brachte bisher -8°C und mein Holzverbrauch liegt bis jetzt bei knapp 5 rm.

Im Laufe des Sommers 2014 kam ich auf die Idee, etwas mehr Spätgemüse anzubauen, nicht nur den obligatorischen Rosenkohl und Grünkohl. So habe ich vor zwei Wochen die letzten Winterendivien geerntet, ebenfalls die letzten Kartoffeln. Nur kurz zuvor, also Mitte Januar, war der Spinat zu Ende gegangen. Feldsalat und Winterzwiebeln sind jetzt noch erntebereit. Rosenkohl und Grünkohl sind zu Ende aber nicht wegen Wetterschäden, sondern weil ich zu wenig angebaut hatte, ebenso Porree.

Es sind also nicht weniger als acht Kulturen. die ich bis heute ernte bzw. ernten könnte, wenn ich sie ausreichend angebaut hätte. Alle diese Kulturen haben wenige Nachtfröste von -6 bis -8°C mit Frostschutz (der nicht besonders sorgfältig war) mit keinen oder geringen Schäden überstanden. Auch die gegenwärtige Winterperiode mit Schnee und (bisher) minimal -7°C würde der Wintergärtnerei kein Ende setzen. Ich ziehe den Schluß, dass ich bis in den Januar, Februar hinein, ja im Grunde den ganzen Winter hindurch, Kultur betreiben könnte. Ich müßte mich nur bemühen, den Frostschutz zu verbessern. Besonders bei Endivien aber auch Spinat bedeutet das, auch für ausreichend Lüftung zu sorgen. Ich schätze, dass guter Frostschutz ermöglicht, den Pflanzen vier Minusgrade mehr zuzumuten, als sie ihrer Natur nach aushalten würden.

Erwähnenswert ist, dass auch alle diese „profanen“ Gemüse (nicht nur die sog. Edelgemüse des Sommers) frisch vom Beet geerntet viel besser schmecken als Gekauftes. Besonders bei Rosenkohl und Grünkohl aber auch bei Kartoffeln (und Spinat) fällt uns das auf.

Das Gärtnern ist mein/unser Vergnügen. Doch ich registriere auch die Erfahrungen, die notfalls der Selbstversorgung zugute kommen könnten.

Dieser Beitrag wurde unter ökologisch, Bewußtheit, Garten Haus Hund, Gesundheit Alter Tod, Leben, Realkapitalismus abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Wintergärtnerei

  1. Wolfgang schreibt:

    Ich beneide Sie!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s