Ein neuer Dreh der ideologischen Kriegszubereitung

Kriegsförderung, in dem Mann sich gegen den Krieg erklärt! 

Sie haben richtig gelesen, liebe BlogleserInnen. Mir ist diese Argumentation erst seit Kurzem begegnet. Sie geht so:

Krieg entsteht einzig und allein daraus, dass Mann den Befehl nicht verweigert. (Mein „Gast“, der solche Argumente bringt, sieht völlig von den Kriegerinnen ab.) „Schießt keiner, gibt’s keinen Krieg“ – ist die bestechende Logik. So spricht der ganz, ganz absolute, der wahrhaft todesverachtende Kriegsgegner. Glückwunsch! 

Das Perfide ist, dass aus dieser persönlichen Position heraus jede politische Antikriegsaktion vehement abgelehnt wird. Weil: Wer von Politikern eine friedliche Politik verlangt, ist ja nur zu feige, die ultimative persönliche Entscheidung zu treffen. 

So wird der politische Kampf gegen den Krieg sabotiert im Namen der Selbstverwirklichung des Individuums. Die Freiheit des Individuums schließt allerdings ein – Gauck wäre begeistert – die Freiheit sich für den Krieg zu entscheiden; nämlich dann, wenn das Individuum überzeugt (worden) ist, in einer „existentiellen Notlage“ zu handeln. 

Muß ich versichern, dass ich in keiner Weise gegen mutige Deserteure und Befehlsverweigerer argumentiere?

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2 Antworten zu Ein neuer Dreh der ideologischen Kriegszubereitung

  1. Wolle schreibt:

    Bei solchen Schlaumeiers hilft nur eines. Die Typen auffordern, sich doch als erster freiwillig für die vorderste Front zu melden. Ein bitte nach Dir, wirkt meist Wunder. Aber eigentlich kann man bei solchen Sesselstrategen nur verlieren.

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