Interesse für Waffen (1)

Ich spüre oder glaube, dass ich etwas mehr Aufmerksamkeit für Waffen aufbringen sollte. Von solchen Dingern ist in den Medien zwar ziemlich oft die Rede aber meistens abstrakt, weit weg, irgendwie unwirklich. Zugleich möchte ich Sie aber beruhigen, liebe Leserinnen und Leser, es geht mir nicht darum, der allerneuesten Perversion im opablog Tribut zu zollen:

Der Titel meines Postings (das vielleicht der Anfang einer Reihe wird) stand bereits fest, bevor ich vor zwei oder drei Tagen im Info-Radio Berlin eine gefühlt dreiviertelstündige Sendung hörte, in der über das ultimative Freizeitvergnügen in den USA berichtet wurde – Machinengewehr-Schießen. Der Reporter war ganz hingerissen von dieser so neuartigen Erfahrung und trat den üblichen „american-way-of-life“-Quark breit; bis hin etwa zu den strengen Bestimmungen (in den Bundesstaaten selbstverständlich unterschiedlich), die das Spielen von jünger Neunjährigen an den MGs reglementieren usw. usf.

Einige Videos aus jüngerer Zeit haben mich zusätzlich für das Thema „Waffen“ sensibilisiert. Dieses zeigt ein eigentlich unbegreifliches Geschehen auf einer amerikanischen Polizeiwache: Drei Bullen, vielleicht auch Roboter, im Raum. Jeder einen dicken Klumpen, das sind die Revolver, in der Tatze. Schlecht sichtbar, in die Ecke gedrückt, ein Mädchen. Das Mädchen, 17, (keine Schwarze), wie ein angestochener Hänfling, springt auf einen der Bullen, kein Roboter, los.

Opfer von Polizeigewalt: Kristiana Coignard (†17)

Die Waffen sprechen.

Fünfmal, wie es heißt. Passierte dort in Longview, Texas, übrigens zum dritten Mal in einem Jahr.

Was viele Menschen nur schlecht können – Sprechen, Schweigen – die Waffen können es; offensichtlich perfekt bzw. abschließend. Trotzdem bleibt nach soviel „Gespräch“ noch Erklärungsbedarf. Den befriedigt die Presse. Das Mädchen sei psychisch krank gewesen.

Waffen können sich auch aufs Zugucken beschränken, tun sie aber, wie man sieht, nur ungern. Das können die Menschen besser. Was gibt es Schöneres als ’ne Tüte Chips, Beine hoch und ’nen Horror-Thriller in der Glotze. DEN Thriller aber haben sich in drei Tagen gerade mal 1800 Menschen angesehen; naja, wohl schlechte Sendezeit, oder einfach zu kurz, viereinhalb Minuten, und die Spannungsregie hat Durchhänger. Und wirklich ‚was Spektakuläres tun diese Waffen, an denen diese drei finsteren Kerls hängen, eigentlich nicht. Mehr ’ne Art Waffengeplauder.

Aber da kommt mir ja schon das nächste Video entgegen…

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2 Antworten zu Interesse für Waffen (1)

  1. AlterKnacker schreibt:

    Dreieinhalb Jahre ist es jetzt her, dass ich diesen Beitrag (http://freies-in-wort-und-schrift.info/2011/06/28/die-keule-als-waffe-ich-werde-keulenschnitzer/) schrieb und die Resonanz ist mehr als deprimierend … es interessiert keine Sau …

    • kranich05 schreibt:

      Hey, Alter Knacker,
      wenn solch Posting, so wie Ihr Artikel, mehr als 100mal gelesen wird, dann sag‘ Ich mir immer erfreut: Ist doch ein Vielfaches der Reaktion eines Stammtisches.
      Meistens schaffe ich es gleichgültig darüber zu sein, wieviel oder wenig ich gelesen wErde.
      Aber manchmal, Ich geb’s zu, ist’s zum Verzweifeln, dass man nichts bewirkt.

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