Heute vor einem dreiviertel Jahr, am 2. Mai 2014,

verübten ukrainische Faschisten das Massaker von Odessa (konzentrierte Informationen hier: “HA’OLA”).

Ich habe regelmäßig an dieses schreckliche Ereignis erinnert. Das geschah aus dem Gefühl heraus, dass Menschen um ihrer Menschlichkeit willen so etwas nicht vergessen dürfen und um etwas gegen das aktive Vergessenmachen durch die Propagandamedien zu tun.

Heute, nach einem dreiviertel Jahr, muss ich einsehen, dass „die Zeit ihr Werk tut“. Noch ist es nicht so, dass sie „alle Wunden heilt“, aber Schicht um Schicht legt sie Staub auf das, was geschah. Erinnerung, die sich darauf beschränken würde, das damalige blutige Entsetzen nur erneut zu beleben, erneut zu vergegenwärtigen, würde zu einem Ritual, dessen Inhalt sich immer mehr verflüchtigt. Das Leben tritt zwischen die Lebenden und die Toten, es trennt die Toten von den Lebenden ab. Sie sind auf die Erde gesunken, sind in die Erde gebettet, und sie werden zu Erde.

Schmerz und Bitternis bleiben bewahrt, sie können wie eingekapselt überdauern, ja, sie können besonders betroffenen Lebenden, Mann oder Frau, das Herz brechen. Doch der verzweifelte Schmerz der Lebenden kann sich nicht „auf die Erde werfen und in sie eingehen“. Er bleibt in den Lebenden und er berührt sich mit dem täglich Strömenden, dem Lebendigen, das die Lebenden ausmacht. So wird er in ihr ganzes Leben aufgehoben werden. Sie sollen Schmerzensreiche sein, aber sie werden mehr sein als nur schmerzensreich. Und auch mehr als „gedankenvoll aber tatenarm“.

Es gibt kein Massaker und auch keinen Kulturbruch, der das absolute Einmalige darstellt. Wer das behauptet, gründet eine Religion, oder er beansprucht das Gottesgewicht einer Religion. Menschen denken so, ich nicht. Ich will den Boden erkennen, aus dem das Massaker erwuchs. Ist er noch fruchtbar? Ich will die Luft begreifen, in der das Massaker stattfand. War sie klar, war sie verpestet? Ich will die Menschen fassen, die die Taten verübten. Sind sie erkannt? Wer hat sie gelenkt? Wer bezahlt sie? Was tun sie jetzt? Was bereiten sie vor?

Damals hat das faschistische Massaker dafür gesorgt, den Aufstand östlich des Dnjepr zu verhindern. Aber der Aufstand kommt zurück.

http://vineyardsaker.de/ukraine/und-die-hoelle-folgte-ihnen/

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