Besonderheiten der gegenwärtigen Faschisierung der BRD

Wie in diesem Blog schon oft festgestellt, ist die BRD mit dem 20. Februar 2014 zur offenen Kooperation mit Faschisten (bald danach „Faschisten an der Macht“) übergegangen. Seitdem wird diese Kooperation systematisch gepflegt, ausgebaut.

Es war klar, dass diese zunächst vielleicht punktuelle außenpolitische Kooperation sich weiterfressen mußte; in weitere Bereiche der Außenpolitik aber auch in die Innenpolitik.

Diesbezügliche Fakten sind zahlreich. Sie werden kaum systematisch registriert, auch von der sog. Linken nicht. Genannt seien

– die unkommentierte Darstellung faschistischer Symbolik ukrainischer Militärs oder Paramilitärs („Kämpfer im Anti-Terror-Einsatz“) in der deutschen Regierungspropaganda

– die schweigende oder rechtfertigende Hinnahme zahlreicher und verschiedenartiger faschistischer Greueltaten aller Art in der Ukraine

– das Verhüllen der tatsächlichen Durchdringung des Kiewer Regimes mit faschistischen Personen (mit oder ohne Parteibuch)

– die BRD-Stimmenthaltung bei der antifaschistischen UN-Entschließung

– die wiederholte Brüskierung Russlands als Hauptkraft gegen den deutschen Faschismus durch den BRD-Präsidenten (Beispiel: Rede Westerplatte)

– die Verweigerung der Teilnahme Russlands an den Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz

– die unkommentierte Hinnahme der weltkriegsrevisionistischen Äußerungen des ukrainischen Ministerpräsidenten Hitler-Gruß-Jaz

– die geplanten Bundeswehrfeiern zum 9. Mai, dem Tag des Sieges über den Hitlerfaschismus

Ich sehe z. Z. zwei Besonderheiten der hier skizzierten Faschisierung:

1. Es erfolgt eine Teilumdeutung des historische deutschen Faschismus und besonders des Weltkrieges. Diese Umdeutung zielt auf die Negierung des entscheidenden Rolle der Sowjetunion bei der Zerschlagung des deutschen Faschismus und damit der Befreiung des deutschen Volkes. Es wird zunehmend eine Meinung der ewigen, gleichsam natürlichen  Feindschaft Russland-Deutschland installiert, verbunden mit der Überzeugung von der deutschen Überlegenheit.

2. Die zielstrebige (aber doch kleinschrittige) Durchsetzung ausgewählter faschistischer Standards im Denken der deutschen Mitte erfolgt ohne Repression. Es wird angestrebt und es gelingt, die Faschisierung ohne physischen Terror durchzusetzen. Das wird ermöglicht einerseits durch den erreichten Steuerungsgrad aller Prozesse des Massenbewußtseins und andererseits durch weitgehende Desorientierung vieler antifaschistisch eingestellter Menschen bis hin zur erstrebten völligen Zersetzung des antifaschistischen politischen Potentials. Ich schätze erstens, dass die Hälfte der BRD-Bürger einem alltäglichen Gewohnheitsrassismus anhängt und dass zweitens im Zuge einer überzeugend dargestellten Staatskrise die Stimmung für eine „wehrhaften“ Nationalismus und Rassismus in kürzester Zeit auf 70 bis 80% gesteigert werden kann.

3. Überlegung: Die Faschisierung in der BRD ist nicht Selbstzweck, auch heute nicht. Der führende Zweck ist die praktisch-ideologische Vorbereitung der Massen zum Krieg. Vor knapp einem Jahr exponierten sich Steinmeier, v. d. Leyen und Gauck als Kriegstreiber-Vorreiter. Glaubt irgendjemand sie hätten da als einsame Vorposten versauern wollen? Es geht einerseits darum, das Volk komplett und straff zu formieren hinter dem einen Kaiser, dem einen Führer, der einen Kanzlerin aller Deutschen. Mancher vergisst, dass der Faschismus gerade bei dieser Formierung Meister war (und dabei keineswegs nur auf blutigen Zwang zurückgriff). Die Pariser Attentate geben dieser Formierung einen gewaltigen Schub. Zugleich und andererseits muss diese Formierung die letzte mörderische Konsequenz einschließen, den „Mut zum Blutvergießen“. Den deutschen „Kriegern“ ist die Funktion der Speerspitze beim Russenschlachten zugedacht. Das ist die Politik der BRD-Regierung. Es ist eine Politik der intensiven Faschisierung unter noch Beibehaltung ausgehöhlter demokratischer Standards. Diese Politik ist nicht nur Hochverrat, sie ist tödlich.

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2 Antworten zu Besonderheiten der gegenwärtigen Faschisierung der BRD

  1. walterfriedmann schreibt:

    Hat dies auf Forum Politik rebloggt und kommentierte:
    Faschismus – Nationalismus – Rassismus

  2. Ebelyn schreibt:

    In der Sache bin ich ganz bei dir – es gibt eine offensichtliche Zuspitzung oder auch Verengung der Optionen.
    Ein wichtiger (nicht genannter) Aspekt scheint mir aber der Dissenz zwischen Europa und den US zu sein – Obamas Fehlen bei der Inszenierung des Protestmarschesdient als Indiz dafür.
    Zum Foto und dem ‚Gruß‘ – das ist Poroschenko (nicht Jaz!) und die Geste meint, glaube ich, eher das hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Sign_of_the_horns
    Das ist Popkultur und stammt aus dem Heavy-Metal-Bereich und bedeutet dort ‚evil‘ = böse (Satans Hörner). Der Satanskult der Metal-Menschen ist vor allem als Provokation gegen Fundi-Christen in den US und GB gemeint (meine Behauptung).
    Allgemeiner wird das als Symbol der Unangepasstheit verwendet (das kenne ich aus meinem Musiker-lastigen Umfeld ) .
    Eine weitere Deutungsmöglichkeit ist das hier (habe ich gerade beim Suchen gelernt):
    https://en.wikipedia.org/wiki/ILY_sign
    Also ein ‚ I love you‘ – eine Empathie-Geste für wen auch immer…
    Das nur zur Ergänzung…
    Viele Grüße!

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