Trotz „Friedenswinter 2014/2015″ – die Friedens“bewegung“ bleibt bräsig

Und „bräsig“ ist eine sehr freundliche Bezeichnung.

Pünktlich zu Weihnachten, dem „Fest des Friedens“ (Würg!) haben bewährte Friedensfreunde ihr Statement abgegeben. In Form einer Zeitungsanzeige. Das Geld hätten sie gut den Kindern im Donbass schicken können. Und ein mehrfaches der politischen Aufmerksamkeit für hehre Friedensziele hätten sie durch lautstarke Unterstützung z. B. der Friedenswinter-Demos am 13.12.2014 erreicht.

Die Anzeige ist von gefühlt tausend Leuten unterschrieben, unter ihnen viele verdienstvolle Friedensdenker und -kämpfer. Einige geschätzte Namen fehlen. Über die Ursachen will ich nicht spekulieren, denn mir ist unbekannt, wie etwa auch zufällig die Liste zustande gekommen ist. Kein Zufall scheint mir das Fehlen jeglichen/er Vertreters/Vertreterin der Montagsmahnwachen. Hier, vermute ich, wurde ausgegrenzt. Und wenn das der Fall ist, dürfte neben unsäglichem Dünkel auch (zumindest im Falle des Herrn Lederer) ein aktives Behindern bzw. Stören radikaler Friedenaktivität im Spiel sein.

Die Friedensanzeige glänzt nicht gerade durch Konkretheit der Analyse. Ich meine, dass man diese in Zeiten der Zuspitzung verlangen darf. Der Einleitungssatz „Wir haben aus der Geschichte gelernt.“ mag für die allermeisten Unterzeichner durchgehen. Wenn „wir“ aber an „die deutsche Verantwortung“ erinnern und wenn vom „Vermächtnis der Nachkriegsgeneration“ die Rede ist, dann höre ich – tut mir leid – eine verblasene, alle Gegensätze verschmierende Rede. Wer soll wohl das Subjekt einer (alten, die neue wird ja abgelehnt) „deutschen Verantwortung“ sein, und gar die wenig oder gar nicht belehrbaren Faschisten: Werden die aus der Nachkriegsgeneration entlassen?

Womit Schluss sein möge, was wir brauchen wird geschildert. Die Autoren scheinen in jener Zeit zu leben, in der das Wünschen noch geholfen hat. Ich glaube die Brüder Grimm gaben uns Kunde von dieser Zeit.

Wer sind die Kriegstreiber, die Kriegsinteressenten, die Kriegsverdiener, die Kriegshetzer heute? Das muß beantwortet werden. Der Friedenswinter und zuvor schon die geschmähten Montagsmahnwachen (die sich wahrlich auch mit gründlichen Antworten schwer tun) haben viel konkretere erste Antworten und Orientierungen geliefert.

So richtig es ist, dass deutsche Friedenfreunde die „deutsche Verantwortung“ in den Vordergrund rücken, so ist doch heute die Kriegsgefahr so umfassend, dass der Hauptkriegsverursacher, der atlantische Imperialismus (im Bündnis mit dem regierungsoffiziellen israelischen Zionismus), nicht unerwähnt bleiben darf.

Die Friedensfreunde erklären: „Aufrüstung und Krieg lösen keine Probleme.“ Das ist eine Wahrheit. Aber leider eine platte.

Wir sollen aktiv werden mit „vielfältigen Meinungsäußerungen und Demonstrationen bei jeder sich bietenden Gelegenheit“. Auch das ist leider viel zu wenig. Und leider ist in dem Satz noch die Falschheit versteckt, dass die Linkspartei ihren Mitgliedern verbietet „jede Gelegenheit“ des Friedenskampfes wahrzunehmen. Montagsmahnwachen und Friedenswinter schließt diese merkwürdige Friedenspartei nämlich als „Gelegenheit“ aus. Wer es nicht glaubt, mag sich bei Mitunterzeichner Lederer über die Beschlußlage informieren.

Liebe Friedensbewegte, solche Anzeigen beruhigen das Gewissen, sie bewegen aber … NICHTS.

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Eine Antwort zu Trotz „Friedenswinter 2014/2015″ – die Friedens“bewegung“ bleibt bräsig

  1. walterfriedmann schreibt:

    Hat dies auf Forum Politik rebloggt und kommentierte:
    “Friedenswinter 2014/2015″

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