Panama, USA und Krim – nicht nur ein Rückblick

von Joachim Bode

Vor 100 Jahren wurde der Panamakanal fertig gestellt.

Aufschlussreich ist ein kurzer Blick auf die Vorgeschichte.

Hier zunächst die „offizielle“ Darstellung durch die „Botschaft von Panama in Deutschland“:

„Am 3. November 1903, als die Kolumbianer sich weigerten, das Abkommen mit den USA über den Bau des Kanals zu unterzeichnen, hat eine separatistische Bewegung die Unabhängigkeit von Panama erklärt und wurde sofort, am 18. November, durch die USA anerkannt. Danach haben die USA das Abkommen Hay-Bunau-Varilla …… mit der provisorischen Regierung Panamas abgeschlossen, mit dem sie die Genehmigung zum Bau des Kanals und die zeitlich unbegrenzten Rechte an den Landstreifen beidseitig des Kanals erhielten, die so genannte Panama-Kanal-Zone zu besetzen und zu kontrollieren. Als Gegenleistung gaben die USA Panama eine erste Zahlung von 10 Millionen Dollar und stimmten auch einer jährlichen Zahlung von 250.000 Dollar zu und garantierten zusätzlich die Unabhängigkeit des Landes, was ihnen erlaubte einzugreifen, falls es interne Unruhen gäbe.“

So sieht Wikipedia die Geschichte Panamas:

„Im Jahr 1821 spaltete sich Panama von Spanien ab und wurde Teil von Großkolumbien unter Simón Bolívar. Infolge einer militärischen Intervention der USA spaltete sich das heutige Panama nach dem Panamakonflikt am 3. November 1903 von Kolumbien ab.

An anderer Stelle schreibt Wiki:

„… nutzten die USA im Jahre 1903 die Schwäche Kolumbiens aus, um ihre geostrategischen Interessen in Panama durchzusetzen. Für den US-Präsidenten Theodore Roosevelt (1901–1908) war der Bau eines Schleusenkanals über die Landenge von Panama ein militärisches Gebot. Eine Abspaltung begünstigend war auch, dass der Isthmus nur schlecht in den kolumbianischen Zentralstaat integriert war und die dort ansässige Handelsoligarchie sich von Bogotá bevormundet und übergangen fühlte. Zuvor hatte der kolumbianische Senat den von den USA forcierten Bau des Panamakanal unter Verweis auf einen drohenden Souveränitätsverlust abgelehnt, woraufhin die Vereinigten Staaten in Abstimmung mit der panamaischen Separationsbewegung die Unabhängigkeit des Isthmusdepartements erzwangen. Kolumbien war derart geschwächt aus dem „Krieg der Tausend Tage“ hervorgegangen, dass es die von den USA militärisch abgeschirmte Machtübernahme in Panama-Stadt widerwillig akzeptierte.“

Was lernen wir?

Den USA macht keiner etwas vor, wenn es um die Durchsetzung ihrer Interessen geht – auch und gerade, wenn diese „militärisch abgeschirmt“ wird…

Das haben sie schließlich lange genug geübt.

Übrigens:

40 Jahre nach Fertigstellung des Panamakanals „verschenkte“ Nikita Chruschtschow die Krim an die sowjetische Teilrepublik Ukraine.

Bei Wiki liest sich das so:

„ … wurde die Krim 1954 an die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik angegliedert.“

Über die völkerrechtlich eindeutigen Aspekte dieser „Schenkung“ hört und liest man hierzulande fast nichts.

Desgleichen „vergisst“ man auch bei der aktuellen Situation der Krim gerne die Bestimmungen über das Selbstbestimmungsrecht der Völker (Artikel 1 der UN-Menschenrechtspakte).

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8 Antworten zu Panama, USA und Krim – nicht nur ein Rückblick

  1. Pingback: Oh, wie schön ist Panama sagt Bolivar zum Onel Sam: “Da, nimm!” Nein Panama ist nicht die Krim, das weiß sogar der O-Bama, das ist nicht schlimm! | barth-engelbart.de

  2. Heinrich Triebstein schreibt:

    Es hat zwischen 1953 und 2014 42 Staatsstreiche unter der Verantwortung der USA gegeben. Der US-amerikanische Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski sagt in seinem 1998 veröffentlichten Buch ‚Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft‘ dass ‚alle potenziellen Herausforderer der USA … aus dem Raum zwischen Lissabon und Wladiwostok kommen‘. Es ging 1953 um das Iranische Öl. Es geht 2014 um das russische Öl und das russische Erdgas. Mittelfristig. Langfristig geht es um die Seltenen Erden, von denen über 90 Prozent in China lagern und die gebraucht werden, wenn sich die USA endlich entschließen, auf die Erneuerbaren umzusteigen. Ob der Planet das bis dahin aushält? Die EU mit ihrer Wirtschaftskraft hat längst die Aufgabe, die ’sanfte Gewalt‘ der Diplomatie zur Wirkung zu bringen, die an die Stelle der ausschließlich militärischen Denk- und Handlungsweise des westlichen Hegemons zu treten hätte.

  3. Alfred Lanz schreibt:

    Es geht hier weder um Putin noch um Erdgas noch um russisches Öl. Es geht hier um ein paar blutrünstige russische Söldner aus Tschetschenien die der Präsident der russischen Föderation Putin nicht mehr unter Kontrolle hat. Die nach Tschetschenien nun meinen unter der russischen Flagge könne man die ganze Welt anzünden. Ein paar Grössenwahnsinnige Spinner welche die Nato längst hätte in den Boden stampfen können hätte sie nur den Mut dazu. Stattdessen schickt man Diplomaten hin und her die nur eines veranstallten, Papiertieger ohne Ende und selbstgefällige Schlagzeilen auf allen TV-Chanels um wiedergewählt zu werden. Nein, meine Damen und Herren, zu lange kenne ich nun meine Kollegin welche dem Krieg in Tschetschenien entflohen ist…ich höre es tagtäglich in meinen Ohren was für ein primitives blutrünstiges meist mit Drogen vollgestopftes Söldnerpack dort Frauen beim täglichen einkaufen gehen vergewaltigt…und dann umbringt. Darum plädiere ich für die Aufnahme der Ukraine in die Nato..damit dort endlich ein Schlusspunkt gesetzt werden kann und zwar einer in der Sprache der russischen Söldner aus Tschetschenien! Putin behauptet ja er habe gar keine Truppen in der Ost-Ukraine stationiert. Also worauf warten wir noch?

    • kranich05 schreibt:

      @ Herr „Lanz Bulldog“,
      ich darf sie informieren, dass dies ein antifaschistisches Blog ist und es auch bleiben wird.
      Goodbye forever!

    • Albert A. schreibt:

      Tja, einfache Antworten wie z.B. die mit den tschetschenischen Söldnern können uns am schnellsten zufrieden stellen. Früher ging es noch einfacher: Der Teufel steckte hinter allem. Und unsere Gegner waren vom Teufel besessen und geleitet.

      Doch es geht auch ohne den Teufel genauso einfach: Der Hass steckt hinter den Kämpfen in der Ukraine. Und auch anderswo…

      Ursprünglich war es die religiöse Konkurrenz zwischen dem erhabenen Katholizismus und der orthodoxen Kirche, durch de der Hass gesät wurde. Schon damals ging es unter anderem darum, wer die Schwulen, die Juden und andere Andersgläubige am besten verachtet und hasst. Denn eine gut ausgeübte Verachtung machte die Verachtenden angeblich edel. Dieser Brauch der edel machenden Verachtung hat sich in dem Nationalismus fortgesetzt, hat halt nur einen anderen Gewand angenommen. Im Islam bleibt aber dieser Brauch immer noch streng religiös.

      Na ja, und die Verachtung ist die Brutstätte des Hasses. Deswegen werden auch die Zigeuner, ein Wandervolk ohne eigenes Land, nirgendwo willkommen geheißen, sondern eher gehasst. Wie die Schwulen oder die Juden.

      Weder die Amerikaner noch die Russen oder die Tschetschenen haben die Macht, den Hass in der Ukraine einfach so zum Leben zu rufen. Der Hass musste bereits längst vorhanden gewesen sein und nur so kann er auch nützlich sein – ausgenutzt werden.

      Das mit den „Söldnern aus Tschetschenien“ ist ein Versuch, sich die Kampfbereitschaft in der Ukraine zu erklären. → Die Menschen in der Ukraine könnten wohl im Frieden zusammenleben, aber die „Söldner“ lassen es nicht zu. Sie werden dafür gut bezahlt, deswegen kämpfen sie…

      Doch der Hass macht die Menschen noch kampfbereiter als das Geld. Sie brauchen dann das Geld nur noch dazu, um Waffen zu kaufen – genauso wie der Islamische Staat. Aber gekämpft wird umsonst…

      Würden sich die Russen und die Amerikaner gegenseitig mögen, dann würden sie sich in der Ukraine ganz anders einmischen…

      • kranich05 schreibt:

        Sehr geehrter Albert A.,
        mir scheint, Sie wollen nicht „am schnellsten zufrieden“ gestellt werden, sondern am zweitschnellsten. Deshalb Ihre „anspruchsvolle“ Hass-Psychologisierung, eine Allzweckbegründung, die alle Weltübel erklärt. Oder auch keines. Welcher Hass treibt wohl die liebe Tante Merkel und den guten Onkel Steinmeier, dass sie so gern mit Faschisten kooperieren?
        MfG

        • Albert A. schreibt:

          Na ja, das Eigeninteresse, der Egoismus, der sich auch in dem Bedürfnis „edel“ oder „aufrecht“ sein zu wollen widerspiegelt, ist die grundlegende Antriebskraft unseres Handelns. Doch der Egoismus kann auch rein materialistisch sein, sich nur auf das reale Eigentum beziehen… Oder auf andere reale Vorteile. Aber unser Eigeninteresse versucht auch den Schaden möglichst gering zu machen: Was bringt Deutschland den kleineren Schaden – sich mit Russland oder mit Amerika anzulegen?

          Sollte man bei dieser Einschätzung einen Fehler gemacht haben, dann wird es sowieso erst viel zu spät gemerkt…

          • kranich05 schreibt:

            Mir scheint der „deutsche Egoismus“, sei er nun edel oder unedel, denkt inzwischen weniger an Schadensbegrenzung als an Vorteilsmaximierung. Dass der Deutsche Michel für die „Fehler“ seiner Mächtigen viel später bezahlt, trifft freilich zu. Dass er „ehrlich“ bezahlen darf, macht den Knecht aber auch irgendwie stolz.

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