Wir europäischen Herrenmenschen

Weil uns alles gehört – das ist nun einmal so bei Herren – nehmen wir, was uns gefällt. Diese Praxis funktioniert sei mehr als 500 Jahren.

Die humanistisch Gesinnten, Aufgeklärten, die wahrlich nicht zu den europäischen Machthabern gehören, sind vielleicht darüber erbost, dass ich so pauschal von uns als „Herrenmenschen“ schreibe. Ja, ich wollte ein wenig provozieren. Wir sollten aber unsere Aufmerksamkeit schärfen und unsere Stimme erheben gegen die Verbrechen unserer Machthaber. Wer schweigt, macht sich nun einmal mitschuldig. Und wir humanistisch Gesinnten, Aufgeklärten schweigen erstaunlich oft.

Es ist mir aufgefallen, dass die unsäglichen Verbrechen der europäischen Eroberer an den Ureinwohnern des amerikanischen Kontinents einhergingen mit dem Aufblühen des Humanismus und der beginnenden Aufklärung, ja mit frühbürgerlichen Revolutionen in Europa. Aber welcher der großen Humanisten hat für die Inka oder Azteken Partei ergriffen? Dass wir auf Albrecht Dürer stolz sein können, darauf habe ich hier und hier hingewiesen.

Doch wir müssen nicht so weit in die Geschichte zurück. Genau 130 Jahre ist es her, 1884/1885, dass Abgesandte der Mächtigen der Welt in Berlin über die rationelle Ausplünderung des afrikanischen Kontinents berieten. Im Ergebnis installierte bekanntlich der König Leopold II. von Belgien ein Verbrechensregiment im Kongo, das erst vom deutschen Faschismus übertroffen wurde. Auch zu diesen Ereignissen gibt es nur wenige prägnante linke oder humanistische oder radikal-demokratische Stimmen. Eine ehrenhafte Stimme ist die von Mark Twain, jetzt dank Ahriman-Verlag („Unser Programm ist die Wiederkehr des Verdrängten“) wieder zugänglich.

Solche historischen Erinnerungen fallen mir ein, in diesen Tagen, da Faschistenversteher, wie Merkel, Steinmeier, v. d. Layen oder Gauck, nicht oft und laut genug die militärische Verantwortung Deutschlands in aller Welt verkünden können.

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