Mein DDR-Tagebuch – 1989, 1990.

Nach einer längeren Pause habe ich seit einigen Tagen die Arbeit an meinem Blog „tageundjahre – mein DDR-Tagebuch“ wieder aufgenommen. Dafür bot auch die derzeitige Gehirnwäsche „25 Jahre Mauerfall“ einen kleinen Anlass.

Wichtiger aber ist mir die grundsätzliche Einsicht, dass authentische Informationen aus der DDR immer dringlicher werden. Das Kapitel „DDR“ erledigt sich nicht mit wachsendem zeitlichen Abstand. Im Gegenteil es wird immer rücksichtsloser umgeschrieben, neugeschrieben. Unsere Herren können nicht ertragen, dass es eine Zeit, einen Raum, eine lebenswerte Gesellschaft gegeben hat, über die sie längere Zeit nicht verfügen konnten. Wenn es da überhaupt etwas gab, dann muss es teuflisch gewesen sein. Die leicht erreichbare Postwurf-Bildzeitung zum 25. Jahrestag des „Mauerfalls“ dokumentiert u. a. am Beispiel der ehemaligen Schwimmerin van Almsick, dass der zeitliche Abstand und das süße bundesdeutsche Erfolgsleben zu immer märchenhafteren Erinnerungswucherungen führen. Ich denke unwillkürlich an eine Art Erinnerungskrebs. Ich kann dagegen Tatsachen setzen und sollte es tun. Nicht nur, weil die DDR unter soviel Schnee immer untot bleiben wird. Viel wichtiger ist: Die DDR (wie der Realsozialismus überhaupt) hält eine Menge Unabgegoltenes bereit. Das muß verstanden und im besten Sinne überwunden, also aufgehoben werden. Damit es mit uns allen in erträglichen Bahnen weiter gehen kann.

Der Band 35 der Tagebücher ist nun mit dem Tagesposting zum 29.3.1990 zu Ende gegangen. Er umfasste den Zeitraum vom 20.11.1989 bis zu eben diesem 29.3. Es geht nun weiter mit dem Band 36, der den Zeitraum vom 30.3.1990 bis zum 2.9.1990 umfasst.

Anfangs dachte ich, es würde genügen, das damals Aufgeschriebene einfach abzuschreiben, es wiederzugeben. Doch mit so verstandener Wahrhaftigkeit und Detailtreue kommt den Lesern einfach zu viel Unwichtiges und auch Unverständliches entgegen. Also muss es Auslassungen und Erläuterungen geben (die natürlich alle eindeutig kenntlich zu machen sind). So verfahre ich seit einiger Zeit, wie hier erläutert.

Jetzt möchte ich einen Schritt weiter gehen. Es wäre doch gut, wenn ich eine Reflexion über den jeweiligen kompletten Tagebuchband, eine Art Quintessenz, anbieten würde. Der Leser, die Leserin würde leichter verstehen können, um welche Zusammenhänge es (aus meiner heutigen Sicht) in dem jeweiligen zeitlichen Abschnitt ging. Auch für mich ist das eine interessante Herausforderung: Versuchen, fast wie ein Außenstehender, gestützt auf das vorhandene objektive Material UND mein heutiges Denken, sich über einen ganzen Lebensabschnitt klarer zu werden. Das wäre nun erst einmal für Band 35, also die Zeit vom 20.11.1989 bis 29.3.1990, zu leisten.

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Eine Antwort zu Mein DDR-Tagebuch – 1989, 1990.

  1. Tief traurig bin ich über dass was im Bereich des Aufbau-Ost-Fördergesetzes u. des materiellen Rechts für Absurditäten passieren. Gestern nahm ich teil an einer Podiumsdebatte im Berliner GripsTheater. Gastgeber war die Friedrich-Ebert-Stiftung. Motto: Die soziale Mischung im Berliner Neubau u. Bestand. Podiumsgäste waren u. a. Prof. Dr. Ing. Engelbert Lütke Dalturp Staatsseketät für Bauen u. Wohnen, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung u.Umwelt, Frau Monika Walz L. I. S. T. ( Lösungen im Stadtteil hieß das 1997 noch, da war es ein Treuhänder des Landes) Ab 15 Jahren lautet es: Stadtentwicklungsgsellschaft für Bauen u. Wohnen. Aber die Personen, welche es anging, nahmen keine Stellung zu meinen Fragen. Das waren damals meine Berater, Planer, Durchführer der Wiederherstellung der Vermietbarkeit der vom DDR-Staat verbrauchten Gebäudesubstanz mit öffentlichen Mitteln unseres Miethauses Baujahr 1903/2000 Dorotheenstr. 16 in 12557 Berlin. Ich erkannte damals nicht, die Sittenwidrigkeit der Vertragkoppelung u. das Beugen des BGB § 1136. So geschah es, dass die dem gedachten Wertzuwachs unseres Miethausgrundstückes Baumaßnahme 2051/1995 die Insolvenzverschleppung ihrer Wohlfahrtsgesellschaft ComboBau finanzierten! Lediglich ein junge Dame, Frau Kristina Jahn Mitglied des Vorstandes der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft degewo, deren Grundstück Wendenschloßstr, nördliche Dorotheenstr. Flurstück Nr. 182 in Größe von 771 m² Blatt 14167N aus Schlampigkeit oder böser Absicht (Klassenfeinddenken der SED-Anhänger) verschmolzen wurde mit Blatt 5235N zu einem gemeinsamen überschuldeten Pfandgrundstück, sie händigte mir ihre Visitenkarte aus u. versprach ein persönliches Gespräch. Jedoch der wichtigste Mann, weswegen ich an der Debatte teilnahm, der Stadtrat Herr Reiner Hölmer, Leiter der Abteilung Bauen u. Umwelt Berlin-Treptow-Köpenick war angekündigt, sagte aber ab! Auf Kriegsfuß stehe ich mit ihm. Ich mag nicht hinnehmen, dass er drei Million öffentliche Gelder kontraproduktiv zu Lasten der Allgemeinheit sinnlos veruntreute für ein sittenwidriges spekulatives Immobiliengeschäft u. das u. a. im Namen und mit Wirkung auf mich. Meine Unerfahrenheit hatte das Amt benutzt mir verzahnte beschränkte dingliche Sicherungsbuchgrundschuldverträge Ur. 112/97, 113/97, 143/98 Notar Thoms abzulucksen. In aller besten Händen versprachen sie, sei unser Miethaus bei der WohlfahrtsGmbH ComboBau, Tochter der Stattbau Senat Berlin bis in das Jahr 2030 als Pächterin. Solange war die Kreditbindung u. deren Aufwednungszuschuss von derern herrschenden Investitionsbank Berlin festgelegt. Rechtsstaatgebahren war dieser krumme Aktion nicht! Politisch gelenkter Verfassungsbruch! Nach dem 3. Okt. 90 agierten die geschlossen wie zu Zeiten der poltisch gelenkter Stasimacht. Warum beschimpfen die dann die DDR als Unrechtsstaat? Kann mir das jemand erklären?

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