„Ey, Du Pisser!“

Diesen Jargon hört man vielleicht auf (elitefernen) Schulhöfen. Auch beim Bundeswehrbarras mag es vorkommen, dass ein Kamerad so angesprochen wird. Aber im Deutschen Bundestag? Das geht ja wohl gar nicht. Sollte gar ein Bundestagsabgeordneter so oder so ähnlich angegangen werden, dann würde ihm Schlitzohr Lammert sogleich schützend beispringen; zumal, wenn es sich um Gregor Gysi, den Vorzeigeparlamentarier der Linken, handelt. „Drachenbrut“, weiß Lammert, ist ja noch angemessen aber einem Abgeordneten antwortheischend handyfilmend hinterherlaufen (zum Örtchen, dessen Stille doch sprichwörtlich ist) – das geht zu weit.

So sieht das ohne Frage jeder aufrechte Demokrat.

Nur notorisch Neugierige sind vielleicht nicht ganz zufrieden. Auch sie lehnen solche Eskalation ab (obwohl es schlimmere Eskalationen gibt). Doch möchten sie trotzdem wissen, warum es soweit gekommen ist. Worum ging es überhaupt?

Ach, da sind zwei kämpferische Israelkritiker aufgetaucht. Ach, sie wollten voller Empörung über einige der jüngsten Verbrechen Israels sprechen. Eines dieser abscheulichen Verbrechen hat bereits KenFM aufgedeckt und angeprangert:

31.700 mal wurde dieses Video bisher abgerufen, 869 x positiv und 20 x negativ bewertet. Nun muss aber mal gut sein oder? Dazu meinten Blumenthal und Sheen: „Nein!“. Die beiden Kämpfer gegen israelische Verbrechen wollten in Deutschland darüber reden. Sogar öffentlich! Da sei die Israel-Lobby vor. Die viele prominente Namen hat, auch diese: Gregor Gysi, Petra Pau. „Schnauze halten, ihr „selbsthassenden Juden!““ – hat man ihnen sicherlich nicht gesagt. Man hat ihnen nur die Räume gesperrt.

Es scheint, dass an dem unappetitlichen Zipfel, der zunächst serviert wurde, eine Geschichte dranhängt, die in anderer Weise noch viel unappetitlicher ist. Gut, dass Informationen zu finden sind. Gut, dass nicht nur die „Israelversteher“ sich zu Wort melden.

Update 17.11.2014:

Heute finde ich zu dem ganzen Ereignis diese Stellungnahme von Felicia Langer. Über diese Stellungnahme werde ich auf das Palästina-Portal aufmerksam, das sich wiederholt ausführlich mit der Position der Linkspartei auseinandersetzt. Lesenswert.

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