Ich habe mir mal erlaubt zu spinnen.

Warum immer ernsthaft nachdenken (oder so tun)? Einfach beobachten, wie Unausgegorenes, Assoziatives treibt. Das kann doch, wie es heißt, ein Schritt zur Kreativität sein.

Bei mir ging es mit Musik einher. Unsere tolle Shantycrew hatte wieder mal einen Auftritt in der Taqueria, im Herzen Kreuzbergs. Rundum gelungen, einfach wunderbar. Dann irgendwann zwischen 1 und 3 Uhr haben wir drüber gesprochen, dass wir eigentlich auch gern paar russische Seemanns- oder Fischer- oder Flußschifferlieder im Programm hätten. Ich hab mich an alte, fast vergessene Schwarzmeerlieder erinnert und hab auf einer entsprechenden Site gesucht. Da klingt es ganz anders aber doch nicht übel; ein Lied von 1942 z. B. so:

Quelle.

Ich hab‘ weiter und weiter gesucht und die altvertraute sowjetische und russische Klangwelt hat mich eingefangen. Ein anderes populäres Lied, der alte Ohrwurm „Tschjornoe more moio“ (1958), Unterhaltungsmusik und zugleich Erinnerung an meine glückliche Rundreise vor Jahrzehnten auf dem Traumschiff „Abchasia“: Odessa-Jalta-Suchumi-Batumi-Sotschi-Odessa – heute Kriegsgebiete.

 

Oder hier, der Klassiker „Ich liebe dich, das Leben“ (vor 1958), in einer ungewöhnlichen Aufnahme auf finnisch:

 

Oder noch ein elegischer Klassiker, „Jahre, wie empfindliche Saiten“ :

 

Natürlich darf der „russische Volkschor“ 😉 nicht fehlen, „In der kubanischen Steppe“ (1956):

 

Noch ein „russischer Volkschor“, „Seien Sie gesund!“ oder einfach „Prost!“. Das Lied ist von 1937, also aus einer Hoch-Zeit des Stalinschen Terrors:

 

So habe ich einen ganzen Tag auf der schier unerschöpflichen Seite „Sowjetische Musik“ gestöbert. Musik aus der Zarenzeit, aus der Revolutionszeit, aus der Stalinzeit vor, während und nach dem Vaterländischen Krieg, aus der Zeit des sog. „Tauwetters“ und bis an die Gegenwart heran. Manche Schablonen der wechselnden Jahrzehnte sind durchaus erkennbar. Doch unter den Schablonen und diese, wo nötig, durchbrechend: Welch eine Lebenskraft und Lebensschönheit dieser Völker drückt sich unmittelbar im Gesang jeder Zeit aus! Ich bin berührt und begeistert und erlebe einen unmittelbaren Zugang zu allem, was unsere (auch meine) scharfen (?) Begriffe teilen (und töten?).

Diese Zauber binden wieder, was die Mode streng geteilt.

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Eine Antwort zu Ich habe mir mal erlaubt zu spinnen.

  1. eschff schreibt:

    „opablog“ schrieb: kranich05 posted: „Warum immer ernsthaft nachdenken (oder so tun)? Einfach beobachten, wie Unausgegorenes, Assoziatives treibt. Das kann doch, wie es heißt, ein Schritt zur Kreativität sein. Bei mir ging es mit Musik einher. Unsere tolle Shantycrew hatte wieder mal einen“

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