Bildbetrachtung

Kein Bild hier, nirgendwo.

Für das Foto Lizenzgebühren zu berappen, hatte ich keine Lust, und es einfach raubzukopieren war mir zu heiß. Also hier gucken.

Bissel bedrippt sehen sie ja aus, diese begnadeten deutschen Wirtschaftsführer. (Werden sie demnächst wieder Wehrwirtschaftsführer heißen?) Vielleicht kommt es einfach daher, dass sie die Präsentation als Spaliercharge nicht gewohnt sind? Als Chefs über zehntausende, hunderttausende Lohnsklaven, hoppla „Arbeitnehmer“, pflegen sie herausgehoben zu sein und ex Kathedra zu verkünden. Unablässig liefern die sog. Medien, die sog. vierte Gewalt, also unsere Blödmaschinen, Bilder dieser Heroen, von unten aufgenommen, von schräg vorn, auf jemanden sorgfältig Frisierten, der mit Entschlossenheit in der Stimme und ausholenden Armbewegungen verkündet, welche zusätzlichen Anstrengungen der Markt „von uns allen“ fordert.

Ja, es sind hochdotierte Manager. Vergessen aber wird oft, dass auch sie von den wahrhaft Mächtigen ein gutes Stück entfernt sind. Sie sind „nur“ Funktionselite, allenfalls oberes, wichtiges Segment dieser Funktionselite. Sie sind Öffentlichkeitsfiguren. Die wahrhaft Mächtigen – eine Dynastie Quandt oder Porsche oder Piech – ist nicht öffentlich und wird folglich („Aus den Augen, aus dem Sinn!“) von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen. In Wirklichkeit sind diese aber oberhalb der Öffentlichkeit, und sie haben mehr als jeder Andere die ursprüngliche Gestaltungsmacht. 

Was sind die 10 Mio, die ein hochdotierter Manager im Jahr kassiert, gegenüber den 15% Vermögenszuwachs, den Frau Klatten jährlich einfährt. Bei einem vermögen – einfaches Rechenbeispiel – von 10 Mrd. sind 15% 1,5Mrd Zuwachs. Oder dieselbe Relation anders veranschaulicht: Müßte Frau Klatten mit 1000 Euro im Monat auskommen, hätte Herr Winterkorn keine 10 Euro im Monat zu verprassen.

Und noch einen Schritt weiterzugehen haben wir, wenn wir die wirklich existierenden Relationen begreifen wollen. Auch die Diehl, Klatten, Schäffler und wie sie alle heißen, sind möglicherweise nur Planeten am Rande des Sonnensystems. Die atlantisch-zionistischen Kernkräfte des Systems, die ein hochintegriertes, strukturiertes Netz bilden, setzen materielle Macht im Gegenwert von vielen hundert Mrd. Dollar in Bewegung.

Solange die auf Krieg setzen, hat der Rest der Menschheit, schlappe sieben Milliarden Männlein und Weiblein, schlechte Karten. Ein Grund zum Verzagen ist das trotzdem nicht. Die französischen Sonnenkönige glaubten, nur Gott über sich zu haben. Bis plötzlich die Guillotine diesen Irrtum korrigierte. Wobei sich die französischen Revolutionäre erfreulicherweise nicht erst nach einem großen Krieg zu dieser befreienden Tat entschlossen.

Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, Blödmaschine, bloggen, Demokratie, Faschismus alt neu, Krieg, Krise, Machtmedien, Materialismus, Realkapitalismus, Widerstand abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Bildbetrachtung

  1. Wolfgang schreibt:

    Das sind doch alles Verschwörungstheorien und bestenfalls Wunschträume mein lieber. Leider, obwohl ich Dir zustimme.

    • kranich05 schreibt:

      Mit dem kleinen Kommentar kann ich leider gar nichts anfangen. Ich verstehe weder, wo ich eine „Theorie“ (ob Verschwörung oder nicht), noch wo ich Wunschträume geäußert haben soll. In meinem Verständnis habe ich einfach Fakten dargestellt. Wat nu?

  2. Lutz Lippke schreibt:

    Sicherlich keine Neuigkeit, aber trotzdem konkret zur Moral der globalen Geschäftswelt.
    Da wird um 1939 z.B. mit großem Engagement der IBM-Tochter Dehomag die Datenverarbeitung zur Steuerung der Kriegs- und Vernichtungsmaschinerie aufgebaut. Aber die IBM war immer neutral, so der Ex-Ausbildungsleiter (Minute 35:50).

    Die Geburt des Kapitalismus: Konterrevolution gegen egalitäre Bewegungen.
    Silvia Federici zitiert Thomas Müntzer: „„Omnia sunt communia“ – „Alles gehört allen.“
    „Dadurch ist mir klar geworden, dass der Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus kein evolutionärer Prozess war und genauso wenig der Schritt zu einer höheren Gesellschaftsform. Ich bezeichne den Kapitalismus als Konterrevolution.“
    http://www.kontext-tv.de/sendung/23102014/federici/geburt-des-kapitalismus

    Zum Ausgleich von Silvia Federici noch etwas aus einer Welt, die mir gefällt.
    http://www.kontext-tv.de/node/439

  3. Wolfgang schreibt:

    Ja mein lieber, Fakten für Dich uund für mich.

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