Auf der Suche nach Friedensbewegung

Vorab: Ich bin wahrlich kein Urgestein der Friedensbewegung. Bisher Teilnahme an Ostermärschen und etlichen Friedensdemonstrationen – das war es auch schon.

In den letzten Jahren wurde mir immer klarer, dass das transatlantisch-zionistische Kapital die NWO mit ALLEN Mitteln (nicht zuletzt staatsterroristischen) und ohne jede Rücksicht auf menschliche Verluste durchsetzt. (Die Vernichtung von Gaddafis Regime in Libyen war mir wohl das letzte Aha-Erlebnis.) In gleichem Maße reifte schrittweise meine Einsicht, dass es nicht mehr nur um die Kritik von imperialistischen Aggressionen gehen konnte, die sich in fernen Regionen abspielen, sondern dass das eigenen Land, schließlich die eigene Lebensumwelt in den Strudel hineingezogen werden würden und dass eigenes Eingreifen gefragt ist. Der Krieg gegen Syrien zum Sturz Assads erhärtete diese Einsichten zu Überzeugungen und die Krise um die Ukraine brachte das Fass zum Überlaufen.

Ab Anfang des Jahres 2014 suchte ich Anschluss an die Friedensbewegung. Dabei stieß ich – immerhin langjähriger Abonnent von imi-online – auf keine der etablierten Friedensorganisationen, sondern auf die Montagsmahnwachen. Ab der dritten Mahnwache in Berlin nahm ich an acht Mahnwachen teil, bevor Krankheit diese Regel unterbrach. Meine Erfahrungen und Überlegungen zu den Mahnwachen habe ich teilweise hier veröffentlicht. Ich verfolge weiter die Facebookseite der Mahnwachen (und hier). Das Thema ist für mich nicht abgeschlossen. Doch ich halte vorläufig für mich fest, dass die (zumindest Berliner) Mahnwachen wenig aktionsorientiert sind, dass sie kaum Strukturen für zielgerichtetes Agieren (sowohl Reflektieren als auch praktisch-politisches Handeln) ausbilden und dass sie sich kaum der Aufdeckung der gesellschaftlichen Ursachen heutiger Kriege zuwenden.

Ich wandte mich nun einer Aktion der etablierten Friedensbewegung zu; das ist hier geschildert. Das Ergebnis ist unbefriedigend. Von eingreifender FriedensBEWEGUNG war wenig zu spüren. Noch unbefriedigender: Von der kameradschaftlich-gründlichen Auseinandersetzung um Streifragen, die die Bewegung lähmen, war noch weniger zu spüren. Es gab zwar durchaus einen Schulterschluss zur Friedensarbeit der Partei „Die Linke“ (in Form eines Auftritts von Ulla Jelpke), doch auch dieser ließ allzu viele Fragen offen.

Mir wurde klar, dass mein Wissen darum, was „die Friedensbewegung“ eigentlich darstellt und tut (oder nicht tut) nur bruchstückhaft ist. Ich wollte/will keine vorschnellen Urteile fällen, und so habe ich mich seit ein, zwei Wochen erst einmal mit Hilfe von Google auf die systematischere Suche nach Friedensbewegung begeben. Da sind die Webseiten (neben der schon erwähnten IMi) vom Bremer Friedenforum, der AG Friedensforschung, des Netzwerks Friedenskooperative mit der „Kooperation für den Frieden„. Es gibt auch eine Arbeitsgemeinschaft FIP d.i.“Frieden und internationale Politik“ in der Partei „Die Linke“ (Link auch hier).

Das Ergebnis bisher ist ernüchternd aber nicht hoffnungslos. Ich stoße auf lebendige Arbeit neben viel Verkrustung. Noch habe ich einen Weg zum Dialog nicht gefunden, zu Schweigen von einem „Einstieg“, den ich ja eigentlich suche. Das Thema ist nicht beendet.

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Eine Antwort zu Auf der Suche nach Friedensbewegung

  1. fritzletsch schreibt:

    Hat dies auf Theater macht Politik rebloggt und kommentierte:
    Lieber guter alter Friedensfreund,

    nach dem Helmut Kohl die Aufgabe der Friedensbewegung an die Bundeswehr übergeben hatte, ist diese in ihren bis heute bekannten Zusatand gefallen und hat in der typisch semi-professionellen Art die Aufgaben in ihreren eigenen Interessen erledigt:

    Gemütlichkeit bis zur Frühpension, bei gleichzeitiger Materialermüdung nach innerem alkoholischem Empfinden … getreu der Grundeinstellung des Arbeitgebers, der so wie so die Berufsschäden wie posttraumatische Belastungsstörungen bei gleichzeitigem NATO-Gejubel nicht akzeptieren wollte.
    Der deutsche Soldat sollte als Tucholski-Gelernter nicht mehr Mörder sein, sondern Aufklärer. Kollaterale Personenschäden an fremden Völkern waren nach alter Buchhaltung zu vergessen.

    In den Bereichen Kolonialpolitik und Umweltpolitik treten die Bewegungen sehr unterschiedlich in die Fußstapfen: Die entwicklungspolitischen Gruppen weigern sich noch, den Vorgaben des Ministeriums nach (Gleichschaltung) Finanzierung zu folgen, die Gruppen der Umweltbewegungen sind aber zu guten Teilen bereit, die Klimakatastrophen um 40 Jahre zu verschieben.

    So, wie die Sprachregelung von ISIS auf IS können wir die Signale der Bereitschaft nach Anpassung in den jeweiligen Strömungen gut nachvollziehen, und das völlige Verschweigen der NATO ist eine große Leistung aller staatstragenden und finanzierbaren Medien.

    Drum gute Hoffnung für die Zukunft: Sie werden alle zufrieden sein, egal, was die Zukunft bringt, womit auch immer wir sie beglücken: Geld macht doch glücklich.

    Auf einen zufriedenen Tag, Friederich, immer deusch-Friedens-Reich

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