Konversion vorerst mißlungen – Rebecca Harms

Weltbewegend ist der Vorgang nicht aber er hat Signalwert, deshalb dazu ein paar Bemerkungen.

Moskau hat R. H., kaum angekommen, nach Brüssel reexportiert. Damit ist die Verwandlung der frühen europäischen Maidan-Ikone in eine frühe europäische Moskau-Ikone (vielleicht Manegen-Ikone, so heißt in Moskau ein beliebter zentraler Platz) gescheitert. Pflichtschulzig wird darob Empörung geäußert; interessanter (und teils amüsanter) sind aber die Kommentare, die sich an die Medienberichte anschließen. In fast allen kommt Mitgefühl eher rudimentär zum Ausdruck, viel mehr wird demonstriert, dass die deutsche Sprache erstaunlich passende und erstaunlich zahlreiche Redewendungen zur prägnanten Charakterisierung der Dame und ihrer Show bereithält.

Dass Politkonversionen ihre Tücken haben können, erfährt gerade eine andere Ikone, die sich auf den Weg gemacht hat, Julia Timoschenko 2.0 (ohne Zopf) zu werden (und dann das Vorbild, zumindest im Putinhass, unbedingt zu übertreffen). Von Michael Chodorkowski rede ich, dem Supergauner, der sich dieser Tage wieder in Deutschland spreizte. Da haben wir einen fulminanten Kopf – nur Gauck kann schöner. Leider ist die dazugehörige gesamtrussische, freiheitlich-europäische Bewegung von Banderaverstehern noch magersüchtig. Ob die CIA das Investitionsmodell „Ukraine“, nach Mitteilung von Frau Nuland 5 Mrd., allzu geizig übertragen hat?

Vielleicht hat die CIA ja die Behauptung des Potus ernst genommen, Russland sei eine Regionalmacht und so würde die Portokasse der einzigen und exzeptionellen (was das auch immer sein soll) Weltmacht ausreichen. Die Jelzin-Zeiten liegen etwas zurück als Russlands junge Finanzgenies gern die rechte Arschbacke des Volkes hinhielten, wenn es auf die linke bekam.

Denk ich an Russland in der Nacht, fällt mir manchmal der Satz ein: „Geschlagene Armeen lernen gut.“ Vieleicht, hoffentlich. Die erwähnten Konversionsanstrengungen scheinen jedenfalls weder den „russischen Bären“ noch den „deutschen Michel“ verunsichert zu haben. Man dankt für einem weiteren Einblick in die politischen Raumschiffwelten Brüssel und Berlin.

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