Chodorkowski auf Kurs

Nun ist er wieder in der Spur. Michail Chodorkowski, einer der größten Räuber der Jelzinzeit – während und nach der Zerstörung der Sowjetunion. Zum mit Abstand größten Hasardeur geworden beim Einsatz seiner ergaunerten Schätze (Russlands Öl) im anglo-amerikanisch-zionistischen Monopoly. Es war das Jahrzehnt von 1990 bis 2000, in dem die mittlere Lebenserwartung des Durchschnittsrussen um annähernd fünf Jahre sank.

Dann wanderte er endlich ins Gefängnis, leider nur für wenige Jahre. Zügig durchlief er die Metamorphose zum Märtyrer. Was Prinzessin Julia der weizenblonde Haarkranz ist dem Michail der umflorte Blick durch die Intellektuellenbrille….

Das Timing stimmt buchstäblich auf die Stunde. Während am Wochenende etliche tausend Menschen – Friedensbewegte? CIA- und Faschistenversteher? – durch Moskaus Straßen demonstrierten, sprang Kai aus der Kiste, äh, Chodorkowski auf die Titelseiten einiger Qualitätsmedien. Mit der tröstlichen Botschaft, dass er zur Zeit noch nicht russischer Präsident werden will…., (doch mit weiteren Botschaften, die Strategie verraten).

Wir befinden uns in der Frühphase dessen, was der russische Maidan werden soll. Werden bald PolitikerInnen der Grünen sich mit dem bunten Treiben der friedlicher Demonstranten in Moskau solidarisieren? Schläger, Priester, Sniper sind zweifellos ausreichend trainiert; doch alles zu seiner Zeit. John Tefft, US-Botschafter und „anerkannter“ Praktiker bunter Revolutionen, gibt sein Bestes. Er ist eben ein guter Ostkenner. (Die Russen dürften gute Tefftkenner sein.)

Die Wirklichkeit selbst drängt zum Begriff. Der Begriff heißt (wir wissen es auch ohne Gauck): Zerschlagung dieser verdammten „eurasischen Regionalmacht“, zugleich Erbfeind: Russland. Dafür streben jetzt simultan im geostrategischen Ballett (und nicht wenig traumtänzerisch) die atlantischen Demokraten und die guten Dschihadisten auf die Hauptbühne.

Es ist mein drittes Posting mit der Wendung „… auf Kurs“ im Titel. Den Jux dieser Formulierung würde ich mir gerne sparen. Oder wenigstens die Mitteilung dagegen setzen, dass die Friedenskräfte auch und noch viel mehr „auf Kurs“ sind.

Auf welchem Kurs sind welche Friedenskräfte?

Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, Blödmaschine, bloggen, Demokratie, Faschismus alt neu, Krieg, Krise, Kunst, Machtmedien, Musik, Realkapitalismus, Widerstand abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Chodorkowski auf Kurs

  1. walterfriedmann schreibt:

    Hat dies auf Europapolitik rebloggt und kommentierte:
    Chodorkowski auf Kurs

  2. Pingback: Brauchbare Informationen! | opablog

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