Gauck auf Kurs

Gern hätte ich getitelt: „Der präsidiale Irrläufer auf Kurs“. Doch Irrläufer ist er höchstens in dem Sinne, dass er vorprescht, dass er sich in Zuspitzungen gefällt, die andere Politiker vermeiden. Darin, dass er die „richtigen Botschaften“ der „richtigen Leute“ verkündet, darin irrt er leider nicht im geringsten. Dieser Präsident, nicht nur von Springers Gnaden, ist der Lautsprecher der deutschen Kriegspartei 2014. Mittlerweile folgen seine Verlautbarungen in solch kurzen Zeitabständen aufeinander, als streite er um den doch verstaubten Titel „Maschinengewehr Gottes“.

Gaucks von mal zu mal lauter verkündetes Credo ist der Kampf gegen Russland. Das Russland Putins sei das Reich des Bösen, dass alle hochherzigen Angebote des Westens ausgeschlagen hat und ausschlägt und eine unzumutbare Bedrohung aller seiner Nachbarn darstellt. Russland (Putin) sei expansionistisch und gewaltbereit zudem launisch und unberechenbar. Menschenrechte, Bürgerrechte, Völkerrecht – alles das trete Russland mit Füßen. Der Westen, die NATO, die EU, nicht zuletzt Deutschland mit seinem mittlerweile hohen Ansehen in der Welt, seien berufen, diesem Treiben Einhalt zu gebieten – mit allen Mitteln, auch militärischen (aber nicht nur militärischen).

Den gemeinsamen Putsch von Oligarchen und Faschisten in Kiew gegen die Regierung Janukowitsch umschreibt Gauck damit, dass „Völker eigene Politik-Entscheidungen treffen“. Einen US-EU-Angriff habe es nie gegeben, nur das „Selbstbestimmungsrecht der ukrainischen Bevölkerung“. Gauck verfährt nach dem Goebbels-Rezept: Maximale Lüge + ihre stupide Wiederholung = maximale Propagandawirkung.

Gauck peitscht – ohne an rhetorischem Gleitschaum zu sparen – seine Zuhörer auf eine Linie der direkten Konfrontation mit Russland. Das könnte sein Stoßgebet sein:

Diesmal, oh, Herr! – im Bündnis aller Demokraten mit den USA und den Faschisten – mögest Du uns den Endsieg nicht verweigern! 

Was nützt es dem Mann auf der Strasse (falls er’s überlebt hat), wenn nach dem Krieg einige Kriegsverbrecher aufgeknüpft werden, einige Kriegshetzer gemaßregelt werden?

Was heißt überhaupt im Jahr 2014 „nach dem Krieg“?

Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, Blödmaschine, Demokratie, Faschismus alt neu, Krieg, Krise, Machtmedien, Realkapitalismus, Widerstand abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Gauck auf Kurs

  1. Joachim Bode schreibt:

    Nach rund 70 Jahren Weiterentwicklung der Waffen, die Deutschland in großen Teilen in Schutt und Asche, einige japanische Städte fast ganz von der Erdoberfläche wegradiert haben:

    Da bleibt nix mehr…. – außer, dass die evtl. überlebende Restwelt einen großen Störenfried weniger hat.

  2. Wolfgang schreibt:

    Fest steht, dass er das in der DDR nicht gelernt haben kann! Das nicht. Es sei denn, in seiner Kirche.

  3. Pingback: Chodorkowski auf Kurs | opablog

  4. walterfriedmann schreibt:

    Hat dies auf Forum Politik rebloggt und kommentierte:
    Gauck auf Kurs

  5. Pingback: Chodorkowski auf Kurs | ONLINE CASINO NEWS

  6. Joachim Bode schreibt:

    Willy Wimmers ergänzende Kritik zu Gauck:

    http://www.heise.de/tp/artikel/42/42832/1.html

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