Kriegstagebuch (3)

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Der Wirtschaftskrieg, in Gestalt der russischen Gegensanktionen, ist in meiner Kaufhalle angekommen.

Holländischer Blumenkohl kostet 65 ct das Stück, 1 kg Rispentomaten gibt es für 59 ct, und für 500 gr Paprika zahle ich 77 ct. Heute Mittag essen wir Blumenkohl, und Paprika zum Grillen habe ich reichlich gekauft.

Auch das ist Krieg. (Netto-Discounter Oranienburg, 14. 08. 2014)

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„Für den Krieg im Donbass kratzt die Ukraine alle Reserven zusammen, die sie finden kann… Bis Ende August sollen mehr als 100 Soldaten der ukrainischen Friedenstruppe, die zur Zeit Friedenssicherungsaufgaben in Kosovo ausüben, in die Ukraine zurück kehren.

Das gab Oberst Andrej Ordinowitsch an, der Stellvertretende Chef der Abteilung für militärische Kooperation und Friedensmissionen des Kommandostabes der ukrainischen Armee… Nach seinen Worten werden die Soldaten einer Manöverkompanie zurück kehren, die nach einem Urlaub die Kräfte der ukrainischen Armee an der Donbassfront unterstützen sollen… Weiterhin gab Ordinowitsch an, dass früher bereits 65 Soldaten aus Kosovo zurück gekehrt sind, so dass insgesamt die Anzahl der zurück gekehrten Soldaten auf 168 steigen wird…Nach den Worten des Oberst, durften diese Kräfte nach einer Absprache mit dem NATO-Hauptquartier abgezogen werden.“ (donbassfront, 17.08.2014)

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„Insgesamt, mit Beachtung der Verluste und der Rotation der Abteilungen, verfügt die Junta augenblicklich im Donbass über kampffähige Einheiten mit 48-52 tausend Leuten, ungefähr 550-600 gepanzerte Fahrzeuge, bis 270 Artilleriesysteme und RS30, bis zu 15 Flugzeuge und 5-10 Hubschrauber. Die Milizen verfügen über ungefähr 19-23 tausend Leute, bis zu 130 Panzerfahrzeuge verschiedener Art, und etwa 50 verschiedene Artilleriesysteme und RS30… Ungeachtet des weiterhin bestehenden Übergewichts der Junta in Leuten und Technik gleicht sich das Kräfteverhältnis langsam aus und hat schon nicht mehr den himmelschreienden Charakter, den es im Juni oder Juli hatte. Gerade das sich verändernde Kräfteverhältnis ist es, was die wachsende Verschärfung und Härte in fast allen Richtungen erklärt. Die Frontlinie hat sich für die Milizen verkürzt, die Dichte der Kämpfer ist gestiegen, daher bleiben für die Junta immer weniger Möglichkeiten in nicht verteidigten Richtungen anzugreifen und direkten Angriffen auszuweichen…

Das wichtigste ist, dass mit jedem Tag immer mehr Leute verstehen, dass der Krieg im Sommer 2014 nicht zu Ende geht (wenn es keine plötzlichen politischen Entscheidungen gibt) und auch im Herbst fortgesetzt werden wird, trotz allen Geschreis dass alles im Mai, Juni, Juli, August zu Ende sein wird. Dies wird nicht schnell enden, dieser Horror wird sich, wie in Jugoslawien, lange hinziehen. Also ja, bereitet Euch darauf vor, Herbst- und Winterausrüstung für die Milizen zu sammeln. Sie wird bald gebraucht.“ (Saker, 19.08. 2014)

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„Obwohl sie es nicht zugeben werden, haben die Junta-Führer wahrscheinlich realisiert, dass der Donbass für immer verloren ist, und dass sogar dann, wenn sie ihn erobern, alles was sie bekommen ein nicht endender Aufstand ist. Vom Standpunkt der Nazi-Junta ist das Terrorisieren von Zivilisten daher eine perfekte Strategie: Entweder sie hauen ab oder sie sterben. Und, als Zusatzbonus, wenn die Junta genügend Gräueltaten begeht, könnte Russland gezwungen sein zu intervenieren, was das Wahrwerden des Traums der Junta und von Onkel Sam wäre.“ (Saker, 20.08.2014)

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„Die ersten Lkw des russischen humanitären Hilfskonvois haben die Grenze überquert.“ (itar-tass, 20.08.2014, via: anjamueller)

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