Geschichtslektion?

Faschismus ist blutig, Faschismus ist niederträchtig. Faschismus ist aber auch unsäglich dumm und macht dumm. Wer sich mit Faschisten verbündet, ist folglich 1. dazu verurteilt, dumm zu sein und 2. teuer zu bezahlen. Diese Erfahrung dürfen zur Zeit Merkel und Steinmeier machen.

Dass unser gewiefter Außenminister, wenn es um Faschisten geht, genauso skrupellos-dämlich ist, wie fast alle Vertreter der deutschen Politikerkaste, liegt auf der Hand. (Natürlich geht es nicht um seine individualpsychologische Dummheit, sondern um die historisch-genetische.)

Ein ganz kurzer Rückblick: Als die US-Krieger (die sich damit als Faschisten outeten) die Bomben in Hiroshima und Nagasaki gezündet hatten, lernten die gerade geschlagenen deutschen Faschisten blitzartig: Ab sofort (und für alle Ewigkeit) waren sie die treuesten US-Vasallen und gleich noch freiheitlich-demokratisch dazu. Der „Antifaschist“ Adenauer und der „Antifaschist“ Ben Gurion einigten sich über „beiderseits interessierende Fragen“ (Darfst Du Eichmann, darf ich Globke – und umgekehrt.), und das Bündnis mit den alten , eigenen, liebwerten Faschisten (KPD war bald verboten) stand wie ’ne Deutsche Eiche. Und es funktionierte all die Jahre gut; ja, als der ostdeutsche Quertreiberstaat (Beispiel: „Braunbuch“) endlich untergegangen war, immer besser. Jetzt schaffte man es bis zu einer Art „kämpferischen Antifaschismus“, stellte 90-jährige SS-Schergen (die man jahrzehntelang verschont hatte) vor Gericht, und – besonders erfreulich – rasante Fortschritte waren bei der Umdeutung des Antifaschismus in einen an Israels Machtpolitik orientierten Pro-Zionismus zu verzeichnen. Das war die heile Welt, in der der kleine Frank-Walter zum wackren Politiker heranwuchs. Im Justizwesen – da kannte er sich aus – hatte es wohl  einige Nazis gegeben aber inzwischen hatte man fast alle in ihre Ehrengräber abgelegt, und als Steinmeier den Sessel erklomm, den einst Globke gedrückt hatte, assoziierte er… nischt. (So konnte er guten Gewissens auf dem Alexanderplatz röhren, dass man ihm und der Deutschen Sozialdemokratie nichts zu Erzählen brauche, vom Kampf gegen Krieg und Faschismus. – ja, strunzdumm aber manche mögen das.)

Auf die Gnade der westdeutschen Sozialisation kann sich Chefin Angie nicht berufen. Wieder und wieder rieb ihr das heimische „ostdeutsche Zwangssystem“ einen ernsthaften Antifaschismus unter die Nase. Wie konnte sie dennoch ihren heute ausgewiesenen Grad profaschistischer Dummheit (wenn man es denn „Dummheit“ nennen will) erreichen? Durch meisterhafte Verdrängung und strikteste Wertorientierung.

Angie kennt einen einzigen Wert, besteht geradezu aus einem einzigen Wert: Dem Vaterdienst. Mit allem, was sie ist und hat, mit all ihren Fähigkeiten, ja, Lüsten, strebt sie nach dem Einen: der Vatermacht gehorsam und wohlgefällig zu sein. Vaterdienst, so mag sie spüren, macht am Ende vatergleich. Ist Papa aufgeklärter Kirchenmann, ist Angie aufgeklärte Kirchenschnecke. Ist Papa GGG (das „Ganz Grosse Geld“), springt Angie zu Ackermann in die Kiste. Winken die Papa-Tanten Friede und Liz, zieht Angie eine neue Staatsräson aus dem Hut. Und schließlich, wenn Papa Obama entscheidet, jetzt mit den Faschisten, ist Angie bis auf Weiteres (aber das mit aller Kraft!) faschistendumm.

So könnte es lange immer schlimmer gehen. Obama zieht die Strippen. Merkel, Steinmeier und ihre Blase fädeln ein (darin sind sie Meister), und alle zusammen hoffen, dem Putin doch noch einen Knopf an die Backe zu nähen.

Doch verdammt, ein unerwarteter Gegenspieler tritt auf – wirkliche Antifaschisten.

Zunächst verfährt man mit ihnen in bewährter Weise: Abschlachten (Gauck würde vielleicht sagen „Niedermachen!“.) in Odessa, in Mariupol, an vielen unbekannten Orten. Unsere „Faschistenversteher“ Merkel, Steinmeier und Blase, nein, unsere erklärten Bündnispartner von Faschisten Merkel, Steinmeier und Blase, wissen, wie man auf Solches reagiert:

 

Nichts hören, nichts sehen, also ist nichts geschehen.

So hoffen sie das gute Gewissen ihrer Faschistendummheit, die jetzt freilich mehr einem Sturmhelm gleicht, bis Ultimo zu wahren.

Doch die wirklichen Antifaschisten in der Ostukraine haben langsam begriffen. Zwar stellten auch sie sich anfangs mit bewundernswertem Mut und menschlicher Naivität den Panzern mit bloßen Händen entgegen – und wurden abgeknallt, wie die Spatzen. Jeder, der wissen will, kennt entsprechende Videos. Doch diese Zeit ist zu Ende gegangen.

Heute sind die ukrainischen US-EU-Faschisten in Kiew und alle ihre Versteher, Kooperierer und Bündnispartner mit den wehrhaften Antifaschisten der Ostukraine konfrontiert, mit Menschen, die gerade eine antifaschistische Armee (Warum nicht eines Tages „Freie Ukrainische Armee“?) und einen antifaschistischen Staat schaffen. Sie werden meist als „Separatisten“ bezeichnet. Abgesehen davon, dass die Abtrennung von einer proamerikanisch-faschistischen Ukraine wohl kaum ehrenrührig ist, dürfte diese Einordnung überwiegend nicht (mehr) zutreffen. Es geht viel mehr um ein lebenswertes Leben für alle Ukrainer in einer freien, nicht NATO-hörigen Ukraine. Wie könnten die Kiewer US-EU-Faschisten mit ihrer barbarischen Melange von Banderafaschismus und neoliberalem Raubsystem dem ukrainischen Volk eine Perspektive geben? Werden sie nicht völlig hinweggefegt, so zumindest auf ihr territoriales Minimum reduziert.

Die ukrainischen Antifaschisten muß man nicht idealisieren. Sicherlich ist ihr Antifaschismus ein vaterländischer, bestimmt leiten viele ihn aus christlichen Traditionen und überhaupt aus uns unbekannten Traditionen ab. Zu einem Teil ist er wohl antioligarchisch, ob oder wieweit auch emanzipatorisch, weiß ich nicht. Auf jeden Fall ist er tief in dem jüngeren historischen Schicksal des Volkes begründet! Und er hat alle Chancen, sich weiter politisch, organisatorisch, militärisch, materiell zu festigen. Ich glaube nicht, dass Merkel, die jetzt die Ostmarken bereist, ihn besiegen kann.

Es könnte sein, dass diesem wehrhaften ukrainischen Antifaschismus die Aufgabe zukommt, den NATO-Angriff auf die Ukraine, der eigentlich ein NATO-Angriff auf Russland ist, zurückzuschlagen bzw. völlig zu entschärfen und zugleich Russland jede offensive militärische Aktion zu ersparen.

Das wäre eine historische Tat und wirkliche Geschichtslektion. Diese Lektion zu lernen, sperren sich Merkel, Steinmeier und Co mit Händen und Füßen. Je länger sie das tun dürfen, umso gewaltiger werden die Kosten sein. Große Dummheit? Ja, aber so dumm, dass die Verursacher die Kosten tragen werden, so dumm sind sie nicht.

Die Kosten werden sie an uns weiterreichen.

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Als hätte Saker mein Posting gelesen, machte er, wie ich gerade sehe, interessante, hierher passende Bemerkungen.

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3 Antworten zu Geschichtslektion?

  1. Dian schreibt:

    „Gutes kann niemals aus Lüge und Gewalt entstehen.“ (Mahatma Ghandi)
    „Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.“ (Benjamin Franklin)
    „Lügen können Kriege in Bewegung setzen, Wahrheiten hingegen können ganze Armeen aufhalten.“ (Otto von Bismarck)
    (So, genug kluggeschi…, ein einziger noch für den guten Opa: „Nur Kinder, Narren und sehr alte Leute können es sich leisten, immer die Wahrheit zu sagen.“ [Winston Churchill])
    Übrigens, ist es nicht halb so schlimm, dass Merkel, Steinmeier und deren Vasallen nach Kiew reisen, als dass sie (absehbar) auch wieder zurückkommen.

  2. Vernon schreibt:

    Bin gespannt, wie lange noch die wirklich echten Beweise im Internet verfügbar sind. Ich meine z. B. den Bericht des Ex-Lufthansa-Kapitäns Peter Haisenko in „Anderwelt.de“. Es kann keinen Zweifel geben, dass die malaysische Maschine mit Bordwaffen eines Su-25 Jets abgeschossen wurde, die Einschüsse im Cockpit-Bereich (seitlich) sind nicht wegzudiskutieren. Trotzdem faselt unsere Cia-gesteuerte Presse immer noch von einer BUK-Rakete. Hier müsste man Strafanzeige wegen „Vortäuschung einer Straftat“ stellen. Welcher Parlamentarier macht da endlich einmal eine Anfrage im Bundestag? Unsere Regierung macht sich mitschuldig an diesem Verbrechen, wenn sie nichts unternimmt, was zur Aufklärung dient. Man kann dieses Terrorsystem in Kiew nicht weiter unterstützen! Eines musste ich im Leben bitter lernen: Wenn man sich von falschen Freunden nicht rechtzeitig distanziert, wird man mit in die Scheiße gezogen!

  3. Breitenbach schreibt:

    Antiimperialismus bedarf mei­ner An­sicht nach kei­ner ein­zi­gen Zu­satz­er­klä­rung. Je­des zu im­pe­ria­li­sti­scher Knech­tung und da­raus re­sul­tie­ren­dem ma­te­riel­len Da­hin­dar­ben ver­ur­teil­te In­di­vi­du­um hat – oder zu­min­dest hät­te! – al­len Grund da­zu. Und was da­ran soll­te wohl »an­ti‑eman­zi­pa­to­risch« sein kön­nen?

    Zweck­op­ti­mis­mus kommt mir den­noch in al­len Fäl­len kon­tra­in­di­ziert vor; aus per­sön­li­cher Er­fah­rung he­raus hal­te ich es eher mit dem er­sten Halb­satz der Ach­tern­busch-Pa­ra­do­xie: »Du hast kei­ne Chan­ce, aber nut­ze sie« bzw. be­vor­zu­ge sog. »worst-case«-Sze­na­ri­en (ähn­lich wie für Kern­kraf­twer­ke die Wahr­schein­lich­keit ei­nes Größt An­zu­neh­men­den Un­falls [GAU] be­rech­net wird [by the way: was soll dann ei­gent­lich ein » S u p e r -GAU« sein?]).

    Ich frage mich jedoch – ein­ge­denk der li­be­ra­len Pha­se des Ka­pi­ta­lis­mus, die die Mensch­heit im Ge­fol­ge der Fran­zö­si­schen Re­vo­lu­tion vom mit­tel­al­ter­lich-feu­da­len Dreck be­freit hat -: wie ist es mög­lich, daß im­pe­ria­li­sti­sche Räu­ber von de­zi­dier­ten Geg­nern als »neo­l i ­b e ­r a l« miß­ver­stan­den wer­den?

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