Beate N.: — plausibel?—

Hey Leute,
 
nein, ich habe keine Drogen genommen und nein, ich bin auch nicht verrückt!
 
Nachdem ich mich wochenlang gewehrt habe, war ich doch auf „Der Fall Mollath“ vom Kurier, also von unserem Otto!
 
Mein Mann hat mich gezwungen; er fand es plausibel!
 
Versucht es  man unvoreingenommen: Klingt das nicht wirklich plausibel?
 
Man muss Doch mal fragen dürfen oder?
 
Wo sind die Fehler?
 
Vor allem, weil ich ja weiß, dass er “gestalkt” hat. Ich weiß aber auch, dass P3M und MM schon länger zumindest ein Verhältnis hatten…
 
Wann sie offiziell ein Paar waren, steht wieder auf einem anderen Blatt, das mag ja 2002 gewesen sein…..
 
LG
 
Eure Beate
 .
1 Meinung:
Liebe Beate, wenn du meinst, die Geschichte vom Lapp sei plausibel, so kann das schon sein, so wie sie da steht. Nur, mir sind – der Erinnerung nach – verzerrte Tatsachen, Auslassungen und ich meine auch Unwahrheiten aufgefallen … dann steht alles in einem ganz anderen Licht.
Und die Frage, wann die Beziehung von den beiden begann, wurde im Prozess keineswegs eindeutig klar beantwortet, es gab etwas herumgeeiere und dann schon mal irgendeinen Besuch in Berlin, dann ein Argument mit der jungen Lebensgefährtin von MM und dann aber noch die Ehefrau … also für mich war es undurchsichtig und die Richterin oder jemand anders sagte dann die rettenden Worte, es sei seine Privatsache.
Was heisst er hat gestalkt? Er hat versucht, Beweise zu sammeln … zu schauen, mit wem sie sich getroffen hat, ich bezweifle, dass es ein Stalken im üblichen Sinn war … zumindest nach dem Auszug … Und nachdem ich jetzt erfahren habe, dass zwei Ermittlungsverfahren gegen P3M laufen, der Zeuge U. vernommen werden sollte, der Verteidiger diese Aussage unveröffentlicht gelassen hat, und noch einiges mehr, sehe ich die Sache ganz gelassen. Mein Eindruck ist, das Gericht ist die bessere Verteidigung, da ist mehr Interesse an einer entlastenden Sachaufklärung.
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 .
 2. Meinung:
Man kann Vieles plausibel darstellen; durch Deutungen, Vermutungen, Verzerrungen, Auslasssungen usw., da schließe ich mich der Meinung oben an. Darüberhinaus glaube ich, dass die physische Gewalt übertrieben dargestellt wird, falls es sie überhaupt gab. Was wohl unterschätzt wird, ist die psychische Seite, da kann GM bestimmt recht unangenehm sein. Aber darum geht es ja nicht im Verfahren.
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3. Meinung (Opa):
Laut Wikipedia hat Plausibilität etwas mit Richtigkeit, Wahrheit zu tun. Aber was? Baron Münchhausen erzählt beim Weine eins seiner Husarenstückchen vom russischen Winter. Seine Mitzecher sind begeistert: So stimmig!
In der Ecke sitzt die Muhme, die später dem Aufschneider das warme Fussbad richtet. Sie lächelt: „Wenn’s auch nicht wahr ist, so ist’s doch gut erfunden“.
Wikipedia weiss noch mehr von „plausibel“: Das Wort wurde im 16. Jahrhundert aus dem Französischen entlehnt, stammt aber aus dem Lateinischen „plaudere“ für „klatschen“, „schlagen“, „Beifall klatschen“. Es steckt noch heute in … Applaus, Applaus!
Frenetischer Beifall! – der ultimative Wahrheitsbeweis?
Erzähl‘ mir ‚was. Deine Geschichte geht runter wie Öl. Volle Zustimmung – plausibel.
Erzähle die wahre Geschichte. Wo sind die Fakten? Wo die Beweise, damit ich sie prüfen kann? Tatsachen, die von dem, der erzählt UND dem, der zuhört, UNABHÄNGIG sind – Wahrheit.
Zeitungen haben nicht die Aufgabe Wahrheit zu schreiben. Sie bringen Meldungen für einen fremden Nutzen. Doch LeserInnen sollen sie freiwillig lesen. Deshalb müssen sie stimmig geschrieben sein. Der Zeitungsschreiber Lapp buhlt um den Applaus der LeserInnen. Die richtigen Worte müssen es sein. Aber keinesfalls dürfen es Begriffe sein!
Denn eben wo Begriffe fehlen,
da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.
Mit Worten lässt sich trefflich streiten,
mit Worten ein System bereiten,
an Worte lässt sich trefflich glauben,
von einem Wort lässt sich kein Jota rauben.“
(Goethe, Faust 1)
Ja, ganz unterhaltsam geschrieben die Mär vom „Fall Mollath“ des Otto Lapp aus der Festspielstadt.
Wem es um Wissen geht, um Klarheit an einigen entscheidenden Stellen, der nimmt einfach die Dokumente zur Hand.  Es sind viele, um Zeit zu sparen, kann man ja mit dem Revisionsbericht der Bank anfangen.
Menschen, denen es um Wahrheit ging, haben viele Dokumente verfügbar gemacht. Verfügbar sind sie immer noch (nicht beim Kurier aus Bayreuth).
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