Fortgesetzte Erziehung eines hartnäckigen Querulanten ;-)

Der“Begnadete“ jetzt als „Schweinchen Schlau“ zu bewundern.

Quelle

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„Er wollte 30 Anträge stellen.“ /// „Er hat an den Papst geschrieben; 104 Seiten eingereicht.“

Er will anklagen.

Wann kapiert der „Querulant“, dass er Angeklagter ist?

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Heute, 28.7.2014, der nächst Akt im Streit. (Wie öde das ist.)

Quelle

(Endlich klärt auch „Der Begnadete“ die Öffentlichkeit auf, dass Mollath „Mist“ verzapft.)

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57 Antworten zu Fortgesetzte Erziehung eines hartnäckigen Querulanten ;-)

  1. gast schreibt:

    Letzteres beschreibt wohl treffender den Verfasser.

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  2. Lutz Lippke schreibt:

    Ich wollte gerade meinen Kommentar (vor ca. 1 Stunde) im Beckblog zum Thema ziehen, da war er schon wieder gelöscht. Dabei hatte ich mir mit dem Juristen-Bashing Mühe gegeben 😉
    In Ermangelung von Zeit greife ich auf einen fremden Kommentar zurück, den ich für eine angemessene Einschätzung halte.

    ThorstenV sagte am 23.7.2014 um 16:37 :
    Als Antwort auf Klabund:

    Mollath ist immer noch der Meinung, jetzt komme alles auf den Tisch und es werde alles noch einmal von Anfang aufgerollt inklusive Schwarzgeldvorwürfe etc.. Daran hat natürlich keiner außer ihm ein Interesse. Deswegen braucht es dazu auch keine Annahme einer Verschwörung. Wer auf absolute Genauigkeit bis ins letzte Detail pocht, der macht sich automatisch viele Feinde, weil er eben vielen lästig ist. Niemand geht absolut genau nach Recht und Gesetz vor, am allerwenigsten die Justiz. Da werden links und rechts Abkürzungen genommen, wie es nur geht, nur eingestanden wird das nicht gerne.
    http://www.lawblog.de/index.php/archives/2014/07/23/anwaelte-wider-willen

    Was man von Strate als Anwalt und damit Teil eines Rechtsorgans (Anwaltschaft) erwarten kann, sollte man nicht im politisch und gesellschaftlich aufklärerischen Bereich ansiedeln. Aber durch Transparenz und genaue Auswertung kann dies zumindest teilweise medial ausgeglichen werden.
    Einen politischen Prozess gegen die andere Seite wird man aus dem Wiederaufnahmeverfahren nicht machen können. Man darf nicht vergessen, dass es ein Prozess gegen Mollath ist. Auch wenn alle erwarten, dass er freigesprochen wird. Nach meinen eigenen Erfahrungen mit Anwälten und dem was Strate bisher an juristischer Aufklärung und Durchsetzung geleistet hat, schätze ich sein Wirken für Mollath immer noch als sehr hoch ein.

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    • gast schreibt:

      Also es ist m.E. ja ein völlige Fehleinschätzung, Mollath wäre genuin und rein an einer Aufklärung von illegalen ‚Steuergeschäften‘ interessiert. Er ist daran interessiert, weil der Ehestreit genuin dort anknüpft. Diese ‚Maske-Hoeness‘-Gesellschaftsstruktur, die ihm seine Frau entrissen hat, und dann mit aller Macht einer gesellschaftlichen Etikette psychiatrisiert , und womöglich eine Serie an Reifenstecherein auf ihn gelenkt, im Gerichtungerecht behandelt hat.

      Das Problem ist, dass niemand die mollatsche ‚Steueraffäre‘ als Verteidigung in seinem Rosenkrieg betrachtet, sondern lediglich als Sachaufklärung. Denn bei letzterem hat es tatsächlich nichts mit dem jetzigen Verfahren zu tun.
      Dass Mollath dies nun wiederum verleugnen musste, damit seine Steuer-Vorwürfe nicht andersherum gegen ihn, als bloßer Rosenkrieg, aufgelöst wird, ist doch klar

      Wenn man sieht wie weit der NSU Prozess ausholt, dann wäre das bei Mollath auch möglich. Aber doch nur, wenn er klar macht, dass es nur sekundär um Steuergeldverschiebungen geht, und dies nur der gemeinsame gesellschaftsfähige Nenner zu sein scheint, und dass es primär um die Gesellschaftsstruktur geht, auf die Frau Maske dann zurückgreifen konnte, und etwa ein Herr Maske auch klar Einfluss auf die Reifenstecher-Untersuchung genommen hat.

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      • gast schreibt:

        Mollath wurde von dieser Gesellschaft um Maske herum als Verrückter dargestellt. Hier die Ehrenwerte Gesellschaft, dort der aussätzige verrückte Mollath.

        Die Strukturen eines solchen Bildes sind hochwirksam. Nicht mehr die Taten und die Tatverfolgung, sondern das zugrundeliegende Bild strukturiert den weiteren Vorgang.

        Und deswegen ist es ins schwarze getroffen, wenn Mollath aus Notwehr dieses Bild und die Grundstruktur einer überheblichen Heiligenschein-Schatten-Dualität aufbrechen muss.
        Der Kranke, der Aussetzige, der Unreine, den man ausstoßen muss.

        Mollath und sein ‚Anhänger‘ hinsichtlich der Steueraffäre irren in der sachlichen Begründung darin, dass eine Gesellschaft einen gewichtigen(!) sachlichen Grund, ein Geheimnis, die Tarnung eins schweres Verbrechens bedarf, um jemanden loszuwerden.
        Nein es bedarf nur des Bildes, dass da jemand Krank, unrein, Aussätzig ist, und alle außenrum handeln nach einer Wahnstruktur, und zum Opfer wird Mollath gekürt, der den Wahnsinnigen geben soll.

        Mollath spürt genuin diesen Zusammenhang, kann das aber natürlich zum eignenen Autonomieerhalt nicht zugeben, weil die anderen ihn tatsächlich besiegt und zum Opfer gemacht hätten. Gleichzeitig ist er aber in diesem Muster, und zwar dem, welches ihm von außen aufgedrückt wird, gefangen.

        Und jetzt kommen Unterstützer und meinen, es ginge wirklich im Grunde um Steuergeschäfte. Das ist nur vordergründig wahr. Eigentlich ist das nur ein greifbarer und sachlicher Grund, um auf die vorherrschenden Strukturen einer Gesellschaft hinzudeuten, und die Schuldigkeit der angeblichen Steuersünder braucht er, um die Wirkrichtung des Bildes umzupolen. Nicht er ist der Kranke, sondern die anderen (miss)brauchen den ihn zum Kranken.

        Deswegen wäre es wichtig zu verstehen, dass Mollath ganz genau den richtigen Punkt trifft. Nicht er hat kausal sich selbst dem Daoklesschwert hingetrieben, indem er weglaufen wollte, sondern struktruell ist sein Schicksal längst durch die anderen vorgegeben.

        Immer noch können diese Leute um Maske als ehrenwerte Personen auftreten, und alles unehrenwerte Mollath zuschreiben. Mollath hat für seine Taten bereits genug gebüßt. Deswegen wäre es jetzt an der Reihe den Übergriff zu erklären, warum Mollath psychiatrisiert wurde (werden musste – das erklärt sich aber Gruppendynamisch), und dass man als Gesellsachaft keine Menschenopfer oder Aussätzige mehr konstruieren sollte. Darum geht es.

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        • kranich05 schreibt:

          Es gibt mehr „als wie“ Wahnzuschreibungen und Gruppendynamisches in der Gesellschaft, materielle Interessen z. B., aber davon wollen wir lieber nicht soviel Wissen. Warum wohl?

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          • gast schreibt:

            Jaja, dass Sie sich angesprochen fühlen und gleich entgegentreten, ist schon klar. Meine Aussage war, es braucht bei einer Gruppe gar nicht so materiell gewichtige Gründe, um Aussätzige zu kreieren.
            Dass es beileibe zusätzlich mehr Gründe gibt, peinlich, dass Sie es erwähnen.

            Und übrigens wird das Materielle sehr wohl genug breitgetreten. Kaum einer, der bei Mollath nicht an Frau, Reifen, Wahn und Steuern denkt. Ihr Blog ist voll von Materieller Schau.

            Die Frage ist eher, warum Leute, auch wie Sie, so penetrant die zugrundenliegenden gruppendynamischen Prozesse lediglich (gelernt) benennen, aber hinsichtlich der Wirkkraft eine völlig falsche Verordnung vornehmen, und doch wieder ins materialistische GGG abgleiten.

            Da braucht ein Strate noch gar keine Leichen von einem Herrn Kranich aufheben, geschweige ihr materielles Wohl angreifen , nichts davon – ein klitze-kleines narzistisches Wehwehchen reichte aus, um mit ganzer GGG-Wucht auf Strate einzudräschen, in zum Aussätzigen zu machen, und ihn, wie sagen Sie so schön: ‚Schweinchen schlau‘ zu benennen.

            Das habe ich gesagt, dass Leute wie auch Sie, blind sein wollen, und deswegen so angriffig und verführbare Verführer bleiben, und nicht mehr Realität zulassen und suchen, sondern Bilder bemühen, und mit deren Wirkmächte Personen auszugrenzen.
            Das sind primitivste Reaktionen, und wer sie nicht sehen will, kann es auch nicht reflektieren, und schon gar nicht eindämmen.

            Also, welchen materiellen Schaden hat nun Strate Ihnen zugefügt, welche tiefsten Geheimnisse ihrerseits waren und sind bedroht, dass Sie Herrn Strate angefangen mit dem GGG bis hin zu ‚Schweinchen schlau‘ ausgrenzen???

            Das habe ich gesagt: Es reicht aus, dass sich ein kleiner dummer Narzismuss gekränkt fühlt, und Menschen und Gruppen beginnen unliebsame Personen ohne Scham und Selbstbegrenzung zu opfern.

            Warum wohl?

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            • kranich05 schreibt:

              Richtich laut jebrüllt, ob auch jut, lass ick offen. Sie irren, Wenn Sie glauben, dass ich bei Materiellem an Reifen denke oder an „materiellen Schaden“ (???).
              Es geht um die Materialität von Verhältnissen.
              Und Wenn Sie Fragen in der Relation „Strate – opablog“ haben, verweise Ich fürs erste einfach auf die Suchfunktion des Blogs.

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        • Dian schreibt:

          Danke gast. Sie haben viel des gesellschaftlichen Wirkmechanismusses – für mich – gut verständlich beschrieben. Dieses „Bild-statt-Grund-Prinzip“ wirkt weit über die Justiz hinaus, sogar im elementar-zwischenmenschlichen Bereich. Wahrscheinlich sind wir alle damit „erzogen“ worden …

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          • Lutz Lippke schreibt:

            Psychologen glaubten lange, unser Denken funktioniert ungefähr so wie die Rechnerei im Computer. Viele Klimmzüge wurden gemacht, um GedächtnisSPEICHER nach Art einer Datenbankstruktur bzw. formalen Logik im ComputerSPEICHER nachzubilden. Mittlerweile hat man erkannt, dass wir grundsätzlich vielmehr durch Bilder, Gerüche, Ereignisse geprägt und strukturiert sind und der wortgewaltige Überbau des logischen Denkens eine bändigende Organisationsleistung ist, die gehörig mit dem inneren Zirkel und sich selbst zu kämpfen hat. Wenn man das mal auf die Gesellschaft überträgt, dann ist die These, dass gesellschaftliche Systematik ohne Verständnis für die individuellen und zwischenmenschlichen Befindlichkeiten einen schweren Stand hat. Aus der Verleugnung bzw. Missachtung dieser wenig akademischen „Instinkte“ resultiert m.E. ein Großteil des Misserfolgs bei der Umsetzung eines logischen, systematischen Überbaus. In dieser Falle steckt ein großer Teil der Wissenschaft, da Wissenschaftler logisches Denken übermäßig bevorzugen und damit überbewerten, nicht zuletzt die Denker von wissenschaftlichen Weltanschauungen.

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        • Sina schreibt:

          Sehr geehrter *gast*

          Leider weiß man bei Ihrem Nick nicht, ob alle Beiträge *gast* von einer Person stammen.
          Jedenfalls sind diese Gedanken sind sehr interessant:
          24. Juli 2014 um 07:27
          24. Juli 2014 um 08:21
          24. Juli 2014 um 11:03

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    • Lutz Lippke schreibt:

      So hart hier der Diskurs auch gerade läuft, er ist notwendig. Gast, leider als Identität nicht greifbar, drückt rigoros und deutlich Aspekte ins Licht, auf die ich mit meinem Schnellschuss-Kommentar auch hinweisen wollte. Kranich05 ist gerade etwas baff, die persönlichen Angriffe (von Gast wohl als Reaktion verstanden) sind radikal, mindestens so wie die Ansagen im Beitrag von kranich05. Nur aus der beliebigen Anonymität heraus gefällt mir das nicht. Es geht mir dabei um gute Sitten. Spätestens wenn ich jemanden hart angehe, setze ich die Sonnenbrille ab, damit der Angegangene mir in die Augen sehen kann.
      Aber in der Sache selbst, klafft in der Tat ein unbearbeitetes Feld zur Realitätswahrnehmung, der Motivation für Engagement und System- bzw. Grundsatzfragen.
      Es geht um den immerwährenden Konflikt, dass wir instrumentalisiert werden und selbst Ereignisse und Personen instrumentalisieren, ohne deren Einzigartigkeit und eigenständige Wahrnehmung ausreichend zu berücksichtigen. Diese Malaise ist natürlich in materielle Gegebenheiten (System) eingebettet und davon stark geprägt. Sie verschwindet aber auch nicht ohne Weiteres, wenn die Rahmenbedingungen (System) sich ändern würden. Darüber sollte unbedingt diskutiert werden, aber vielleicht etwas versöhnlicher, als bisher. Es gibt keine zwingende Notwendigkeit auf Scharfes scharf zu reagieren. Menschlich ist es allemal, als Stärke wie als Schwäche. Nur Stehenbleiben sollten wir dabei nicht.

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      • gast schreibt:

        „materielle Interessen“ = „Materialität von Verhältnissen“ … … aha.

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      • Joachim Bode schreibt:

        Ja, wo liegt der Unterschied in der Konstruktion eines Putin- und eines Strate-Verstehers?
        Sind es nicht auch hier die Bilder, die Assoziationen, die – nicht nur hier – wirken (sollen)?

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        • Lutz Lippke schreibt:

          Das stimmt wohl. Ich kenne noch den Effekt, der jedenfalls in der DDR bei Diskussionen über Politik und das „Weltwissen“ zumindest bei Jungs und Männern üblich war. Man nahm oft eine Gegenpositionen zu Anderen ein, die man eigentlich gar nicht so radikal vertritt und diskutierte heftig bis zum Streit und sogar dem A-Wort. Aber es war in der Regel ein Spiel, ein rigoroser Austausch vor oder nach dem Feierabendbier oder dem Toben auf dem Spielplatz, eine Freizeitbeschäftigung ohne Konsequenzen. Trotzdem war das nicht manipulativ, es gibt sicher auch psychologische Erklärungen dafür.
          Heute wird heftig manipuliert, um genau diese Radikalität und Aggression zu „erzeugen“. Dem kann man sich leider nur schwer entziehen und sie ist nicht mehr folgenlos. Wir erleben gerade eine widersprüchliche und sehr anstrengende Zeit, deren befürchtete Konsequenzen wir konsequent mit sorgfältiger Aufklärung, aber auch Fehlertoleranz und Optimismus verhindern und zum Guten wenden müssen.

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    • Lutz Lippke schreibt:

      #20
      Lutz Lippke

      30.07.2014

      Nun kann ich mich nicht so detailliert überall reinlesen, zum Glück gibt es ja einige Vertrauenswürdige, deren Beiträge den Überblick bringen.

      Was mir zunehmend zum Rätsel wird, ist die Frage, wie das WA-Verfahren Rechtstaatlichkeit verwirklichen soll. Welche Idee steckt hinter dem Schauspiel?

      Gut, Alles (?) kommt noch einmal auf den Tisch, Angeklagter ist Mollath, die Beteiligten des ersten Prozesses sind Zeugen. Bestimmte Themen zum Vorverfahren wie z.B. Schwarzgeld, Ermittlungspflichten, Einhaltung der Prozessordnung, der Gerichtspflichten, der Protokollpflichten werden allenfalls angekratzt. Warum, weil nicht entscheidungsrelevant? Wirklich?

      1. Ermittelt wurde im 1. Verfahren scheinbar per Fernschreiber, denn der technische Sachverständige muss (?) nun aufgrund von Mutmaßungen Schlüsse ziehen, weil gar keine wirklichen Beweise vorliegen.

      2. fehlende Erinnerungsfähigkeit der Richter wird achselzuckend hingenommen, keine direkten Nachfragen zu den Gründen, warum Tatsachen nicht pflichtgemäß geprüft und protokolliert wurden. Keine Konsequenzen für das Verfahren und die Protagonisten.

      3. Die Gutachterei ist offensichtlich auch eine Frage der Seriosität der Bartfrisur und nicht einer Expertise. Statt klar mitzuteilen, dass eine Begutachtung nicht möglich ist, wird mit zahmer Dürftigkeit Mollath teilentlastet und vor allem der Berufsstand gerettet.

      Das WA-Verfahren ist ein Deal, nach dem Motto Mollath kommt frei, dafür wird die Justiz geschont. Jeder einzelne Punkt begründet schon für sich den sofortigen Abschluss mit Freispruch, weil mittlerweile belegt ist, dass das vorherige Verfahren sämtliche Mindeststandards einer regulären Rechtsfindung missachtete. Letztlich zeigen die Juristen und Psychiater im WA-Verfahren mit ihrem Bemühen nun alles irgendwie richtig zu machen, wie wenig sie sich darüber im Klaren sind, was richtig ist. Mühe allein genügt eben nicht. Somit offenbart sich eine eingefahrene Rechtskultur, die es bereits verlernt hat, wie es nach Recht und Gesetz laufen müsste. Es würde mich nicht wundern, wenn allabendlich die Rollen geübt werden, um ja nicht zu versagen. Kaum vorstellbar, dass ein solches Schauspiel auf Dauer einem Nichtjuristen nicht gehörig auf den Sender geht. Zeigt der dann Nerven und will die Zeit lieber mit sinnvoller Aufklärung befüllen, sind sich Juristen und psychiatrische Gutachter schon wieder einig. Die kläglichen Versager können wieder richten. Ohne Substanz, ohne Regeln, allein mit dem dogmatisch verbrieften juristisch/psychiatrischen „Sachverstand“. Solch deformierte Gesellschaften sind nicht reformierbar, sie winden sich rückgratlos um Konsequenzen herum, bis die Aufmerksamkeit wieder schwindet..
      http://blog.beck.de/2014/07/26/tag-dreizehn-prof-nedopils-psychiatrische-stellungnahme-zu-gustl-mollath#comment-60041

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      • gast schreibt:

        Kurz und knapp: Es fehlt an einer Revisionsabteilung innerhalb der Justiz.

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        • schon wieder da schreibt:

          Noch ein Gremium mehr, in dem dann die Wahrheit vertuscht werden könnte. In der Theorie sind doch die Gesetze eigentlich ganz gut. Nur, wenn die Gesellschaft (mit oder ohne Politik?) sich weit vom Recht entfernt hat, weil andere Interessen vorherrschen, dann nützt ein weiteres Gremium wenig.

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  3. Claudia Sckaer schreibt:

    Es widerspricht dem Institut des Grundsatzes von der Würde des Menschen um der Gleichheit aller vor dem Gesetz. Das Übel liegt in der Unkontrollierbarkeit und jedem Missbrauch durch die Justiz. Unter dem Anschein objektiver Tatsachen, werden oft reine Meinungen geäußert, die höchst umstritten und beliebig manipulierbar sind. Am gefährlichsten ist die immer wieder auftauchende Bezeichnung “Querulant“ um einen wissenschaftlichen Anstrich zu verleihen.

    Querulanz ist weder eine Geisteskrankheit noch ein die Geschäfts- Prozess- oder Zurechnungsfähigkeit berührender Zustand, sondern die hartnäckige Kritik durch furchtlosen Widerspruch gegen die durch ihn hervorgerufenen Zu- und Missstände, wie z.B. durch einen sensiblen Mensch. Wenn es z.B. keine Querulanten gäbe, wäre die Welt ärmer. Das weiß auch unser Staat, der Querulantentum allgemein gewähren lässt.
    Wo dieser Begriff vorkommt, sollte man gleich wissen, dass gegen den Beurteilten nichts Fundiertes vorzubringen ist, dass kein wirklich krankhafter Befund vorliegt, geschweige denn eine Geisteskrankheit, sondern eine gesunde, aber unbequeme Person zum Schweigen gebracht werden soll bzw. Verbrechen, Korruption, falsche Urteile und Beschlüsse vertuscht werden sollen. Wir sind das Volk, die Justiz ist unser Diener. Folgedessen sollten wir der Justiz zuarbeiten, die Justiz zu ordnungsgemäßem Arbeiten anhalten, bzw. die Justiz ordnungsgemäß der Diener von und für das Volk sein. Wir halten bzw. erziehen in unserem Sinne die Justiz. Von, für und mit uns, so sollte es zumindest sein.

    Wenn es darum geht unseren Staat zu beurteilen, für den wir die Verantwortung tragen, dann genügt es nicht, Guten Willen und Hohe Prinzipien herbeizuzitieren, sondern dann müssen wir sehen was tatsächlich passiert und wie es vom Staat dargestellt wird.
    Denn wir sind es, die die Verantwortung für jedes einzelne Verbrechen in Uniform übernehmen und wir sind es, die Rede und Antwort stehen müssen. Jeder einzelne.

    Es ist unser Staat, unsere aller Gemeinschaft, wir haben etwas zu verlieren. Es liegt an uns zu einer rechtsstaatlichen Demokratie zurückzufinden. Es darf und kann nicht länger der Zustand lauten sich damit trösten zu müssen, nicht alleine zu sein im letzten bisschen Glaube an den völligen Verlust des Rechtsstaats, weil niemand als Nestbeschmutzer und Verräter dastehen will. Das Verschweigen der Wahrheit muss ein Ende haben. Solange faule Eier, niemand aussortiert, stinkt der ganze Haufen. Das Bild von Polizei und Gericht als auch Gutachtern kann und sollte durch entsprechend rechtsstaatlichem Handeln schnellstmöglich wieder als Freund und Helfer ausgerichtet werden.

    Gut sein ist edel. Andere lehren, gut zu sein, ist noch edler. Und einfacher. (Mark Twain)

    Es sind viele kleine Dinge, die erst in der Summe das zugrundeliegende Schema deutlich zeigen.
    “Im verdorbendsten Staat gibt es die meisten Gesetze.”
    “Früher litten wir an Verbrechen, heute an Gesetzen.”
    ~Tacitus

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    • Lutz Lippke schreibt:

      Liebe Claudia Sckaer,
      Sie haben so recht und treffen glaube ich hier auf offene Herzen. Aber Sie wissen es selbst ganz genau, wie komplex das Einfache wird, wenn tausende Befindlichkeiten und Ereignisse mit hineinspielen. Wer gerade kopfüber drin steckt, lechzt nach Hilfe und dem Weg zum Licht und Überblick. Wer zur Zeit nichts Elementares auf der Uhr hat, versteht die Wühlerei im Schlamassel nicht. Gut, edel und lehrend sein, meinen Sie gewiss im positiven Sinne. Aber wegen des ständigen Missbrauchs (z.B. Achse des Guten / M.Broder) sollten wir das weniger überhöht angehen und Schwächen nicht wegdenken. Offen, transparent, respektvoll sein zu wollen, ist ausreichend, um das eigene Ego angemessen mit der Umwelt interagieren zu lassen. Das sprechen Sie zur Justiz an. Ich stecke da auch tief drin und bin immer wieder geschockt, wie wenig Grundtugenden dort eine Rolle spielen. Umso mehr ist es mir ein Bedürfnis, meinen Ärger auszudrücken und in wirksame Lösungen zu überführen, ohne die kleinen Pflänzlein der Ehrbarkeit in dieser Justiz noch kleiner zu reden. Steckt man kopfüber drin, fehlt es aber an Zeit und Kraft, um im Grundsätzlichen wirksam und aufklärend zu agieren. Ein Dilemma.
      Herzliche Grüsse
      Lutz Lippke

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      • Joachim Bode schreibt:

        Lieber Lutz Lippke,
        Sie sagen: „….bin immer wieder geschockt, wie wenig Grundtugenden dort eine Rolle spielen.“
        Warum immer noch? Was muß denn noch alles passieren?
        War, bin ich so wenig wirksam?
        LG
        Joachim Bode

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        • Lutz Lippke schreibt:

          Weil die Hoffnung zuletzt stirbt.
          Joachim Bode, Sie sind keineswegs unwirksam, sondern ein wirklicher Glücksfall. Es gibt noch ein paar mehr, auch in der Justiz, und es müssen viel mehr werden.
          Ich bin auch nicht naiv und kann die Systemzwänge und – interessen zumindest erahnen. Aber wir alle, auch die in dieses „System“ vollständig Integrierten, werden überwiegend mit der Fähigkeit ausgestattet, sich in diesen Verhältnissen zu reflektieren und sich immer wieder bewusst für oder gegen etwas zu entscheiden. Daher möchte vor allem diese persönliche Verantwortung ansprechen und lasse Systemzwänge nicht als Ausrede gelten. Das ist mühselige Detailarbeit und zwingt immer wieder zum Optimismus. Zum Beispiel ist ein Befangenheitsantrag seit über 1 Jahr in der Beschwerdebearbeitung, nachdem er zunächst innerhalb von 2 Tagen zurückgewiesen wurde. Das eigentliche Verfahren (es geht dabei zum Glück „nur“ um Geld) ruht demzufolge seit über einem Jahr. Das persönliche Verantwortungsgefühl reicht also bei den Urteilenden in diesem Fall bisher nur für das Hinauszögern und Nichtstun. Aber immerhin. Weiter will ich in diesem Fall nicht spekulieren, bleibe aufmerksam und optimistisch. Bis zum nächsten Schock …
          Ich wüsste angenehmere Beschäftigungen. Aba wat mut, dat mut.
          Herzliche Grüsse
          Lutz Lippke

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    • tokchii schreibt:

      Was Psychiater und Juristen heutzutage „Querulanz“nennen, nannte Adorno seinerzeit (ist gar nicht so lange her, in den Siebzigern, meine ich) „ziviler Ungehorsam“, ein Geisteszustand, den er ganz und gar nicht als Geistesstörung auffasste, sondern für notwendig hielt, um eine Demokratie am Leben zu erhalten.
      Offensichtlich ist die Obrigkeitshörigkeit wieder auf dem Niveau der Kaiser Friedrich Zeit angekommen, und jeder, der mit dem, was derzeit los ist, nicht zufrieden ist, und dies auch deutlich kundtut, wird per Psychisch-Krank-Stempel oder so diskreditiert.

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    • Im verdorbenen Staat gibt es die meisten Gesetze! Das stimmt!!
      Vor lauter Bäumen sehen die Verantwortlichen den Wald nicht.
      Heute leiden wir nicht an Gesetzen, sondern an denen in den Amtstuben die sie unterdrücken und denen keiner deswegen an den Karren fahren kann!

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  4. Dian schreibt:

    Lieber Opa, „journalistische“ Aufmacher in Ehren, jedoch wenigstens Deine Unterüberschrift mutet mir hier etwas zu despektierlich an.

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  5. Claudia Sckaer schreibt:

    Ich wünsche mir und dies allen Freiheit und Frieden.
    Nur an der Stelle, an der es um egoistische materielle Ansprüche geht, da hört oftmals der Frieden auf. Des Friedens willen wünsche ich mir daher mehr sozialkompetentes Umgehen miteinander. Denn dort wo es einen trifft, trifft es die gesamte Gemeinschaft. Und narzistische Egoisten, sehen es sehr wahrscheinlich auch, handeln aber nicht danach. Für mich kann es nicht sein, dass das weitergeht immer mehr zunimmt und Rechte als auch Zustände immer mehr perpetuiert und verfestigt werden in eine Lage in der es einzelnen gut geht und vielen schlecht. Die Schere immer größer wird. Da gehört es schon einigen Egoisten im übertragenen Sinne auf die Finger zu klopfen und der Hinweis gegeben, dass sie etwas zum Erhalt der Gesellschaft abgeben und dazu lernen müssen. Und dabei braucht es Offenheit, viel Offenheit und die Transparenz muss noch größer werden, sonst kann Ziel einer friedlichen Gemeinschaft unser alle gedeihlicher Existenzerhalt nicht erreicht werden. Respekt gehört an der Stelle dazu.
    Nur ist es mit dem Respekt etwas schwer, wenn unter ständiger Rechtsbeugung gelitten wird, Verständnis geheuchelt wird um Vertrauen und Einsicht des Gegenüber zu erhalten, damit um so härter und stärker zugeschlagen wird, z.B. Erklärungen verhindert und Aussagen wie Luft behandelt werden, da muss sich dann nicht gewundert werden, dass infolge dessen gebellt wird, der Respekt schwindet, ein möglicher Gegenschlag erfolgen könnte.
    Und dann ist da das Sprichwort, Angriff ist die beste Verteidigung.
    Gustl Mollath versucht auf dem rechtlichen Weg alle möglichen rechtlichen Mittel zu nutzen. Bravo. Bei mir hat dies, der Konflikt kam aus dem Zuammenleben, auch wenn es manche so sehen, nichts, nichts mehr, mit Rosenkrieg zu tun. Die Trennung ist vorhanden. Wer fragt nach dem ehemaligen Partner, der einen versucht hatte wegen materialistischer Ansprüche aus dem Weg zu räumen. Er hat sich auf die Fahne geschrieben, das Unrecht wegen der Psychiatrisierung zu beseitigen. Schadenersatz sollten ihm hier allemal für das was ihm durch die Justiz geschehen ist, zugedenken und zusprechen.
    Und es war und ist schon immer so und man sollte sich daran halten. Was Du nicht willst was man Dir tu das füg auch keinem anderen zu.
    Dann klappt das mit dem Respekt auch besser.

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  6. Claudia Sckaer schreibt:

    An den Gast vom 23. Was ist an Bekanntmachung, Öffentlichkeit und Aufklärung schlecht?
    Großes beginnt immer im Kleinen und braucht dazu jede Menge Unterstützung.
    Die 4. Macht wird dazu immer mehr gebraucht.
    Ich halte es mit dem Motto: Gleichheit, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.
    Wahrer Brüderlichkeit.
    Einem Angriff vorbeugend, weil auch ich weis, dass es in der fernen als auch nahen Geschichte unter Brüdern als auch derzeit zu Krieg und Toten kam und kommt.
    Dabei ist bei mir z.B. Fairness gemeint.
    Und dann noch was.
    Lebe und Teile
    Und wenn es Worte zur Unterstützung und Lösung sind.
    Die Umsetzung zur und in Lösung ist mir dabei derzeit die Liebste.

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  7. Claudia Sckaer schreibt:

    Hallo,

    heute habe ich Nachricht des Präsidenten des Amtsgericht Saarbrücken erhalten.
    Ihre Anträge vom 15.04., 22.04., 23.04., 12.05., 14.05., 24.06., 25.06.., 26.06., 01.07., 08.07., (2 x) 10.07.2014
    Dabei handelt es sich um Untätigkeitsbeschwerden, Befangenheitsanträge, Dienstaufsichtsbeschwerden, mehrfache Dienstpflichtverletzungen also um Anträge auf Disziplinarverfahren gegen Richter Christmann.
    Das geht übrigen schon seit mehr als 4 Jahren so. Innerhalb der Zeit ist er der 3. Präsident, nach guter Zeit nicht besetzter Position.
    Inhalt des Schreibens
    Bitte beachten Sie, dass ich diese Schreiben zukünftig aus organisatorischen Gründen nicht mehr weiterleite. Bitte sehen Sie davon ab, mir Kopien zu übersenden.
    Soweit Sie Dienstaufsichtsbeschwerde erheben, habe ich bereits mehrfach die Sie betreffenden Akten eingesehen. Aus Gründen der richterlichen Unabhängigkeit kann ich die angegriffenen Entscheidungen – weder inhaltliche noch solche, die das Verfahren betreffen – beeinflussen. Bitte sehen Sie mir nach, dass ich diese daher auch nicht kommentieren werde. Schließlich ist mir auch eine Absetzung oder Austausch von Richtern aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht möglich.
    Aus organisatorischen Gründen werde ich zukünftige Dienstaufsichtsbeschwerden und andere Eingaben von Ihnen zwar zur Kenntnis nehmen und prüfen, aber nicht mehr beantworten, es sei denn, es ergäben sich Anhaltspunkte für eine Berechtigung Ihrer Beschwerden oder sonstige Gründe, die eine Antwort erforderlich machen.

    Eine Nachricht, hat wie lange gedauert, von dem ersten Datum, dass er nannte bis zum letzten. In welcher Zeit wird was bearbeitet/nicht bearbeitet? Sagenhaft.
    Auf keine schriftliche Nachricht vom Richter, vollkommener Untätigkeit, durch die Angestellte auf tel. u. schriftl. Bitte zugesandte Notizen wird wieviel unternommen? Für was gibt es diesen Richter in der Jutiz bzw. die Justiz. Für was zahlt der Steuerzahler? Und der sitzt immer noch auf dem Stuhl. Sagenhaft!

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  8. Lutz Lippke schreibt:

    pepu, Sie sollten die Verwendung der Phrase „querulatorischen eindruck“ überdenken und wenn überhaupt sehr sparsam einsetzen. Es ist mittlerweile Allgemeingut, dass was das Drinnen und Draussen in Knästen und Forensiken betrifft, ein heilloses Durcheinander gibt. Einige, die rein gehören, bringen lieber Andere dorthin. Die die drin sind, gehören zumindest zum Teil definitiv dort nicht hin. Die draußen kommen gern mit der Phrase „querulatorisch“, wenn sie das Infragestellen ihres Herrschaftsanspruchs meinen, der im Übrigen keine gesetzliche Grundlage kennt. Mir ist diese Phrase nur von Juristen und psychiatrischen Gutachtern in diesem Zusammenhang bekannt. Woher kennen Sie die?

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    • pepu schreibt:

      lutz lippke, gerne können sie versuchen den leser solange im kreis zu drehen bis er sich schwindelig ergibt. leider mus ich ihnen mitteilen das sich bei mir noch nichts dreht !
      will mich aber mit einem so weitgereisten kommentatoren in so vielen unterschiedlichen
      foren nicht messen. denke, wenn sie sich ein wenig zurücklehnen und von ihrer
      hocherhobene position herunterkommen werden auch sie erkennen, das der gemeine
      pöbel mittlerweile das wort querulatorisch oder auch querulant in seinem begrenzten
      wortschatz assimiliert hat. gerne gebe ich ihnen aber noch ein beispiel mit auf den weg:
      Wer gegen den rat seines verteidigers, immerhin reden wir hier von strate, gut 30 (!)
      Anträge stellen möchte und sich scheinbar für den besseren juristen hält obwohl er
      damit riskiert genau als der da zu stehen für den er gehalten wurde, wie nennen sie
      in ihren kreisen so jemanden ?
      halten sie sich bitte nicht länger mit mir auf, mach ich mit ihnen auch nicht. im gegensatz
      zu mir wird ihre exorbitante expertise noch in einigen anderen blog´s händeringend benötigt

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      • Lutz Lippke schreibt:

        pepu, pepu, gar kein von dazu?
        Ihr Versuch macht mich aber schwindlig. Ich gebe Ihnen recht, Juristen haben eine begrenzten und sehr eigentümlichen Wortschatz. Ob das für Denkradius und soziale Kompetenz auch zutrifft, versuche ich noch herauszubekommen. Nicht ganz freiwillig. Aber sie deswegen pauschal als gemeinen Pöbel zu bezeichnen halte ich trotz allem für gewagt und unangemessen. Gemeiner Pöbel fällt in die gleiche Wortkategorie wie Querulant. Zumal es ja hervorragende Juristen gibt, Strate ist wohl einer. Sie heben sich vom Üblichen in der Justiz allerdings auch besonders deutlich ab. Das ist sicher anstrengend, z.B. der bayrischen Justizministerin im Wort höflich ihre Position zu lassen, sich aber im Nebengang zu fragen, wann es endlich aufhört mit dem Nachschub dieser akademisierten, seelenlosen Polit/Justiz-Waisen. Da ist so ein knorriger Mandat vielleicht frische Abwechslung und Störfaktor zugleich. Naja reine Spekulation. Aber wer mit solch verkürzten Denkanstrengungen agiert wie
        „Wer gegen den rat seines verteidigers, immerhin reden wir hier von strate, gut 30 (!)
        Anträge stellen möchte und sich scheinbar für den besseren juristen hält obwohl er
        damit riskiert genau als der da zu stehen für den er gehalten wurde, wie nennen sie
        in ihren kreisen so jemanden ?“
        ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Wer mich so etwas fragt, den nenne ich Arschkrampe. Sag ich aber nie. Denke ich nur.

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  9. Joachim Bode schreibt:

    Ich sag`s gern immer wieder:

    Dr. Strate wird inzwischen wissen, was ein langjähriges Kesseltreiben auf verschiedenen Ebenen, die Trümmer einer gescheiterten Ehe, der Verlust aller Vermögenswerte, ein Katastrophen-Prozess, und – als über 7 Jahre andauernder Höhepunkt – die Unterbringung in der Forensik (zeitweilig hochgesichert) mit einem Menschen anrichten können. Vom Kampf um die Wiederaufnahme und dem jetzt endlich durchgeführten Verfahren mal ganz abgesehen….

    Ich bin sicher, dass ich an Mollath`s Stelle schon recht früh gescheitert wäre.

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    • pepu schreibt:

      Sehr geehrter Hr. Bode, so sehe/sah ich das auch. Denoch war ich mir sicher das Dr. Strate genau der Richitge war und ist um Mollath durch diese Verfahren zu führen. Nie hätte ich mir denken lassen das es Mollath nicht schaffen würde sich auch führen zu lassen. Und eben dies gibt mir zu denken. In dem Verfahren geht es um nichts anderes als Gewalt und Reifen. Ganz sicher hat Dr. Strate dies nicht nur einmal mit Mollath besprochen und ihm klar gemacht. Das Ergebniss sehen wir jetzt. Nochmal, ein erwachsener Mensch bei klarem Verstand sollte sich am Riemen reißen können, auch wenn er traumatisiert ist. Alleine deshalb weil sich nun nicht mehr sagen lässt ob er schon vorher so war oder eben in den sieben Jahren so (gemacht) wurde. Traurig aber eben die Realität.

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      • gast schreibt:

        „Nie hätte ich mir denken lassen das es Mollath nicht schaffen würde sich auch führen zu lassen.“
        Haben Sie denn nicht die unzähligen Dokumente und die Geschichte Mollaths zu dem Fall gelesen???
        Das ist Mollaths letzter Rückzugsort eigener(!!!!) Autonomie gewesen. Und beinahe hätten Sie den letzten Ort an Willensstärke und Autonomie mit Medikation aufzuweichen versucht.
        Diese konsequente Klarheit und daran geknüpfte konsequente Willensstärke muss man erst einmal aufbringen, sich nicht gutgläubig von sogenannten Helfern, Gutachtern, Richtern etc. führen oder einlullen zu lassen. Das ist erwachsen, und da könnten sich einige etwas abschneiden:

        Führen lassen, das gilt in Deutschland nach wie vor tatsächlich als erwachsen.

        “ Nochmal, ein erwachsener Mensch bei klarem Verstand sollte sich am Riemen reißen können“ Ich empfinde solche Worte als verwöhnt-kindisch.

        Im Bad mit Ente sollte man nicht von der großen See palavern und sich nicht erwachsener halten, als Schiffsbrüchige, die mit der Natur ringen mussten.

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      • Lutz Lippke schreibt:

        „In dem Verfahren geht es um nichts anderes als Gewalt und Reifen.“
        Das ist die Wunschsicht des bewahrenden Juristen im System.
        Wer auch nur andeutungsweise Mollaths Spießrutengang durch die freihändige Beschuldigung ehemals Vertrauter, dem autodidaktischen Ermittlungs- und Begutachtungseifer von Staatsbeamten und Pseudowissenschaftlern, die Abwertung durch die Riege der Hochwohlgeborenen mit „unabhängigem“ Tatsachen- und Rechtsauslegungsanspruch und schlussendlich der Verräumung in Umkonditionierungsanstalten ohne Begrenzung des „Aufenthaltsrechts“ erfasst hat, muss Mollath eine Traumatisierung zugestehen.

        „Nichts anderes“ meint ganz offensichtlich den Ausschluss des Kerns dieser Schweinerei, nämlich ein System von Unzulänglichkeiten, Arbeitsfaulheit, Selbstüberhöhung und gruppendynamischer Vorteilsnahme fern jeder Rechtsstaatlichkeit.

        Gut das Mollath, egal ob aus Egoismus oder gesellschaftlichem Engagement (wer sollte das trennen und warum?), hier sich nicht stromlinienförmig einpasst. Vorteilsnahme ist wohl nicht sein Ding, das wusste Strate und wird damit hoffentlich umgehen können. Dass er mit den Mitteln der Juristerei innerhalb des Systems nur im begrenzten Maß dieses „Andere“ thematisieren kann, liegt in deren formalistischen Systematik und den Interessen der „Bewahrer“ begründet. Was Strate selbst will, weiß ich nicht und spekuliere dazu auch nicht.

        Aber gerade weil der mutige Blick vieler Unterstützer auf das „Andere“ Mollath überhaupt die Möglichkeit der Rehabilitation eröffnete, wird nun von den Systemintegrierten die Aufklärung der systematischen Manipulationen und Deformationen zum Teufelszeug erklärt. Mollath und Strate tuen m.E. gut daran, die Intriganz dieser informellen Para-Justiz nicht ganz außen vor zu lassen. Ein Balanceakt zwischen Chance und Gefahr.

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        • Dian schreibt:

          Danke Lutz Lippke für den Kommentar.
          „Wunschsicht des bewahrenden Juristen im System“ greift mir etwas zu kurz. Die Juristen, zumindest Staatsanwälte und Richter arbeiten – zum Teil verbissen, andere geschickter – an vorderster Front der Bewahrung des juristischen Systems, der „Unfehlbarkeit“ von Richter und Psychiater. Den einen schützt allein schon das Wortmonstrum „Unabhängigkeit“, den anderen die Beliebigkeit seines Gutachtens.
          Den „Balanceakt zwischen Chance und Gefahr“ vermag ich nicht zu erkennen. Aufgrund der auch durch Strates Arbeit gewonnenen Öffentlichkeit in dem psycho-justiziellen Skandal war Mollath noch vor Beginn des Wiederaufnahmeverfahrens nicht mehr zu verurteilen; wenigstens 2. Klasse ist er freizusprechen, wenn denn die schwache Reputation der zumindest Bayerischen Justiz nicht weiteren, gar ernstlichen Schaden nehmen wollte. Viel mehr wollen die justiziellen Protagonisten Mollath aber auch nicht zugestehen. Da wird ein – oder werden auch zwei – noch so gute Anwälte nicht viel mehr erreichen können, wenn denn nicht öffentlicher Druck ausgeübt würde.
          Mollaths Einbringung von (etwa) 30 weiteren Beweisanträgen ist sein Versuch, vermeintlich auch gegen die Intentionen seiner Verteidigung die Prozessthemen in die von ihm gewünschte Richtung zu lenken, und – ebenfalls vermeintlich- das öffentliche Interesse daran zu befördern. Mollath wäre sich selbst untreu, wenn er es nicht wenigstens versucht hätte.
          Und Mollath war erfolgreich; Strate verlas seine Anträge denn letztlich doch, in deren Ergebnis das Gericht den zu beweisenden Tatsachenbehauptungen von Geldverschiebungen en gros Wahrheitswert in diesem Verfahren beimaß. Es wird sich herausstellen, ob dieses Zugeständnis nicht auch über den Prozess hinaus Wirksamkeit entfalten wird. Jedenfalls ist daraus ablesbar, was das Gericht eindeutig nicht zulassen wird, allein eine Erörterung zu dem Thema, geschweige denn die Beweiserhebung dazu.
          Und es wird sich auch noch zeigen, wieweit Strate sich tatsächlich loyal zu der von Mollath ganz offensichtlich gewünschten Verteidigung verhält, spätestens in seinem Plädoyer.
          Loyalität im Verhältnis Strates zu Mollath einzufordern ist nicht viel, da doch Strate durch seine bisherige, aufopferungsvolle Tätigkeit für seinen Mandanten sich eher solidarisch als lediglich loyal verhielt. Zumindest scheint er keinen Anspruch auf eine ihm sonst wohl gebührende Entlohnung über den Satz gewöhlicher Pflichtverteidigung erheben zu wollen, was ihn allein schon als solidarisch erscheinen lässt.
          Dem gemäß erwarte ich, dass sich Strate auch weiterhin treu bleibt, und in seinem Plädoyer Mollaths berechtigte Anprangerung von Geldverschiebungen als alleinige Ursache seiner psychiatrischen Entrechtung und Verräumung nicht nur schlechthin thematisiert, sondern dieses zum Hauptthema stilisiert und die Niedertracht in Kreisen von Richtern, Staatsanwälten, Psychogehilfen und gar Kollegen – wenigstens exemplarisch – abhandelt und brandmarkt. Sollte er daran auch nur einen Deut missen lassen, so würde ich ihn nicht mehr so hoch loben wollen, wie es viele in Foren und anderswo tun.
          Deren und mein Lob ist jedoch nicht einmal halb so wichtig als das Mollaths, was an ganz andere Prämissen ansetzen möge.

          Herr Dr. Strate, Sie fühlen sich doch in diesem Verfahren noch ausschließlich dem Wohl Ihres Mandanten verpflichtet!?

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          • Lutz Lippke schreibt:

            Dian ich stimme Ihnen in (fast) allem zu. Den „Balanceakt zwischen Chance und Gefahr“ meinte ich eher zur Ausführung des 2. Klasse-Freispruchs und dessen medialer Verwertung. Die Verbindungen zwischen Justiz und Medien erscheinen mir doch enger und arbeitsteiliger als bisher suggeriert.
            Zu
            „Mollaths berechtigte Anprangerung von Geldverschiebungen als alleinige Ursache seiner psychiatrischen Entrechtung und Verräumung“
            möchte ich nur ergänzen, dass nur die Selbstverständlichkeit der ungesetzlichen und unprofessionellen Gewohnheiten bei Ermittlungsbehörden, Gerichten und Gutachtern diese missbräuchliche Rechtsanwendung überhaupt so einfach möglich machte. Aber das erwähnten Sie auch zuvor.
            Es wäre zu schön die bayrische Justiz in der Zwangslage zu sehen, entweder den besonderen Fall (Geldverschiebung, Verstrickung von Politikern und anderen VIP’s) zu propagieren oder eben öffentlich einzugestehen, dass es sich um das übliche, massenhafte und systematische Versagen der Justiz handelt.
            Ich hatte übrigens schon vor der BT-Wahl 2013 getippt, dass bei der nächsten BT-Wahl also 2017 die Justiz ein Kernthema des Wahlkampfes sein wird. Dabei bleibe ich. Meine Nachfrage vom 20.06. bei Frau Frau Wawzyniak (Die Linke) und Mitglied des Rechtsausschusses des BT ist leider noch immer unbearbeitet. Aber die Linke hat ja noch etwas Zeit, um sich zu orientieren, allerdings nur bis Mutti auf dem Thema sitzt.
            http://www.abgeordnetenwatch.de/halina_wawzyniak-778-78557–f422039.html#q422039

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      • Joachim Bode schreibt:

        @pepu:

        Hatten Sie in Ihrem Leben, in Ihrem Beruf, viel mit Leuten zu tun, die mit mehreren Schicksalsschlägen der oben bezeichneten Art zu kämpfen hatten?
        Falls ja, kann ich Ihre Haltung nicht nachvollziehen.

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    • kranich05 schreibt:

      Ich würde in die Liste der Stratekompetenzen noch seinen beträchtlichen Einblick in Bankschweinereien und überhaupt von Schweinereien des GGG aufnehmen. 😉

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      • Joachim Bode schreibt:

        In solche Kompetenzen-Liste darf ich mich (vielleicht in etwas bescheidenerem Maß) eintragen, zumal auch ich mich zumindest beruflich mit derartigen Dingen auseinanderzusetzen hatte.

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        • Lutz Lippke schreibt:

          Sehr geehrter Herr Bode,
          ich hoffe, ich kann Ihre Kompetenz mal in einem (natürlich fiktiven) Fall in Anspruch nehmen.
          Es geht um ZPO, Familienrecht und Kosten.

          Beschluss in der Hauptsache FamFG:
          Tenor: Die Kosten des Verfahrens hat der Kindsvater zu tragen
          Begründung: Die Kostenentscheidung beruht auf § 81 FamFG. Die hälftige Auferlegung der Kosten auf die Kindseltern erschien billig.

          Könnte und wenn ja wie und warum aus diesem Beschluss ein Kostenfestsetzungsbeschluss abgeleitet werden?

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  10. Johannes Bard schreibt:

    Kohlhaas-Gen trift auf Narziss-Syndrom ???

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  11. Breitenbach schreibt:

    »Wann kapiert der ›Querulant‹, dass er Angeklagter ist?« –
    »Letzteres beschreibt wohl treffender den Verfasser.«

    Auf die an die­ser Stel­le mit­schwin­gen­de Drohung ir­gend­ei­nes Ano­ny­mus – wie recht oder nicht er da­mit auch im­mer ha­ben mag – möch­te ich hier mit der zwangs­läu­fig et­was aus­ge­dehn­te­ren Dar­stel­lung ei­ner Be­geg­nung der »drit­ten Art« ein­ge­hen, die sich vor we­ni­gen Wo­chen so und nicht an­ders zu­ge­tra­gen hat.

    Den Dia­log zwi­schen Leu­ten aus mei­nem Um­feld an­zu­kur­beln, Leu­ten, bei de­nen ich Grund ha­be an­zu­neh­men, daß sie sich ei­nen Rest von An­stand und Wür­de be­wahrt ha­ben – nicht ganz so ein­fach in Zei­ten wie die­sen -, habe ich mir seit lan­gem zur Auf­ga­be ge­stellt. Beim Trai­nie­ren die­ser kom­mu­ni­ka­ti­ven Übung, zu der auch Pau­sen ge­hö­ren, sammelt sich – wie viel­fach at­te­stiert – ei­ne Men­ge an Men­schen­kennt­nis an. Wenn ich be­mer­ke, daß je­mand nur zu sei­nem Pri­vat­vor­teil an dem theo­re­tisch und prak­tisch von mir er­wor­be­nen Wis­sen pa­ra­si­tie­ren will, sage ich mei­stens: »Jetzt ist Fei­er­abend.«
    Was we­der im In­ter­net noch an­ders­wo aus Un­ter­ta­nen­pers­pek­ti­ve he­raus heu­te mög­lich er­schie­ne: In den Li­sten des Tal­muds sind je­ne »Fa­mi­li­en der Ho­hen­prie­ster [Sad­du­zä­er], die ih­re Macht­po­si­ti­on da­zu miß­brauch­ten, sich selbst die Ta­schen zu fül­len« (ne­ben re­li­giö­sen Or­ga­ni­sa­tio­nen den­ke man heu­te an Po­li­ti­ka­ster, Jour­nail­le und Ju­ris­pru­denz), ver­zeich­net; die »Fa­mi­lie Bar Ka­thros wur­de we­gen ›fort­ge­setz­ten Miß­brauchs ih­rer Schreib­ge­rä­te‹ an­ge­grif­fen. Sie soll[t]en fal­sche Nach­rich­ten und Ge­rüch­te in Um­lauf ge­bracht ha­ben« (Mil­lard, Alan R. 1998: ›Die Zeit der er­sten Chri­sten: Aus­gra­bun­gen – Fun­de – Ent­deckungen‹, Gießen, p. 13).
    »Ich« (birgt die­ses Per­so­nal­pro­no­men aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht ir­gend­ein Prob­lem?) ha­be ei­ne ge­wis­se Kunst­fer­tig­keit da­rin ent­wickelt, mich an den Knack­punk­ten ei­ner Dis­kus­sion zwi­schen mir Un­be­kann­ten ein­zu­(k)lin­ken, so­bald mir auf­fällt, daß sie sich im Krei­se zu dre­hen be­ginnt. Dies ge­schieht je­doch nur dann, wenn ich An­sät­ze zu ei­gen­stän­di­gem Den­ken he­raus­hö­re, die so­zu­sa­gen in der Luft hän­gen und nicht mit for­mel­haf­tem Wort­müll zu­ge­klei­stert wer­den. Aus den al­ler­mei­sten Dis­kus­sio­nen hal­te ich mich da­her für ge­wöhn­lich he­raus. Häu­fig ge­be ich da­ran Be­tei­lig­ten, so­fern ich ih­nen wie­der­holt be­geg­ne, ir­gend­wel­che Spitz­na­men: »Keu­cher« et­wa, »Quass­ler« oder auch »Teu­fel« – and so on … Ein­zel­per­so­nen spre­che ich höch­sten aus prak­ti­schen Grün­den an; z.B. um nach dem Weg zu fra­gen oder so. Wenn ir­gend­wel­che Ein­zel­per­so­nen mich an­spre­chen und in ein Ge­spräch zu ver­wickeln be­müht sind, ist mir dies vom Emp­fin­den her be­reits sus­pekt. Ich rea­gie­re nur höchst sel­ten da­rauf und wenn, dann aus­schließ­lich im Fal­le des Vor­han­den­seins ei­ner durch An­we­sen­heit wei­te­rer an­sprech­ba­rer Per­so­nen ga­ran­tier­ten schüt­zen­den At­mos­phä­re. All die­se »Maß­nah­men« mei­ner­seits ha­ben sich an­de­ren ge­gen­über all­mäh­lich ein­ge­bür­gert und sind mir zur zwei­ten Na­tur ge­wor­den.
    Seit einer Wei­le ha­be ich ei­ne Fest­an­stel­lung mit je­weils ei­ner hal­ben Stun­de Früh­stücks- und Mit­tags­pau­se, die ich ge­wöhn­lich im Krei­se von Kol­le­gen und red­se­li­gen Rent­nern in ei­nem dem Fir­men­ge­län­de be­nach­bar­ten Ca­fé ver­brin­ge. Die Ge­spräc­he dort, so an­re­gend sie auch sein mö­gen, hal­ten sich für ge­wöhn­lich in zeit­lich be­eng­ten Gren­zen, was der Re­ge­ne­ra­tion der Ar­beits­kraft zu­gu­te kommt.
    An einem be­stimm­ten Tag je­doch war al­les an­ders. Als ich mich hin­setz­te, um zu früh­stücken, saß be­reits je­mand an mei­nem Tisch, der kei­ne Zeit ver­lor, mich an­zu­spre­chen. Ei­ne in­ne­re Alarm­glocke schrill­te. »Wer mag das sein?«, frag­te ich mich. Eine lang­haa­ri­ge und -bär­ti­ge Ge­stalt oh­ne ein Gramm Fett zu viel, mit so­wohl durch­trai­nier­tem als in Kon­trast da­zu auch ab­ge­ris­se­nem Aus­se­hen, ei­nen mar­kan­ten Flicken auf et­was auf­ge­näht, was frü­her ein­mal viel­leicht ei­ne An­zug­jacke ge­we­sen sein soll­te, ei­nem über­di­men­sio­nier­ten Holz­löf­fel in der Hand, tauch­te da­mit sein Müs­li (der nach­fol­gend er­teil­ten Aus­kunft nach sei­ne ein­zi­ge Nah­rung auf sei­nem Ur­laubs­trip) in ei­ne große Scha­le mit ge­schäum­ter Mil­ch und be­gann auf doch recht ela­bo­rier­te Wei­se da­mit, mich nach al­len Re­geln der Kunst auf mei­ne Bio­grap­hie hin ab­zu­klop­fen und auf mein ge­sam­tes Wis­sen hin zu exa­mi­nie­ren. – »Wer ist das bloß«?, so frag­te ich mich. Und gab mir selbst zur Ant­wort: »Herr­je …  d e r  l i e ­b e  G o t t .« Ein Su­per­we­sen. Er (oder es) traf mich voll fit und ziem­lich auf­ge­räumt an. Al­le Kol­le­gen und Rent­ner schwie­gen wie auf Kom­man­do und hör­ten ge­bannt zu, als ich ihm in der Früh­stücks­pau­se ca. 30 Mi­nu­ten lang Re­de und Ant­wort stand – über al­le mög­li­chen Fra­gen hin­sicht­lich mei­ner Per­son und mei­ner Sicht der Din­ge, ein­schließ­lich der po­li­ti­schen und mi­li­tä­ri­schen Welt­la­ge.
    »Wer war das?«, frag­te ein Kol­le­ge sehr zu­recht. Wer auch im­mer das war … Nur, nach zwei­ein­halb Stun­den saß die­ser Je­mand im­mer noch da und knüpf­te ge­nau dort an, wo wir durch mei­ne Ar­beit un­ter­bro­chen wor­den wa­ren. Noch ei­ne hal­be Stun­de mit größt­mög­li­chem An­teil von bits pro Zeit­ein­heit. Und wie­der an­ge­spann­tes Zu­hö­ren. – »Wer war denn dein Freund?« War er mein Freund? Falls er dies in der kur­zen Zeit hät­te wer­den kön­nen, so hät­te ich  i h n  er­folg­reich »um­ge­dreht«.
    Und war es wirk­lich »Zu­fall«, daß mich die­ser Mensch (»der lie­be Gott«) na­he mei­ner Ar­beits­stel­le an­traf?- Dem Dia­log un­ter­ein­an­der dient mir ein wei­te­res Ca­fé an mei­nem Wohn­ort, an dem sich das In­ter­net-Ter­mi­nal be­fin­det, an dem ich ge­ra­de schrei­be. »Wir«, an die­sem Ort, in die­sem Ca­fé, sind schon ein il­lu­strer, äußerst bunt ge­wür­fel­ter, in­ter­na­tio­na­ler Hau­fen – bei­na­he un­ver­schämt in­ter­na­tio­nal -, und al­le, aber auch al­le spre­chen her­vor­ra­gend Deutsch, oft bes­ser als die Ein­hei­mi­schen (selbst die »Zi­geu­ner«, oft mar­tia­lisch ge­stimmt) – hier auf dem Dorf; man glaubt es kaum (»wir«, ein Per­so­nal­pro­no­men, vor dem »sie« – wie bei­spiels­wei­se aus flä­chen­decken­der Ka­me­ra-Über­wa­chung etc. zu schließen – nicht ge­rin­ge Angst ha­ben; die Ka­me­ras »wis­sen« ten­den­tiell »al­les« – »der lie­be Gott« ist längst Rea­li­tät ge­wor­den, es ist zum Aus-der-Haut-Fah­ren!). Zu den re­gel­mäßi­gen Gä­sten in je­nem an­de­ren Café zählt ein Ex-GI, ein jün­ge­rer, schwarz­häu­ti­ger US-Ve­te­ran »mit Irak-Er­fah­rung«, der sich gern in sei­ner Ur­sprungs­spra­che mit mir un­ter­hält, sich – wenn auch wi­der Wil­len – mit mir aus­ein­an­der­setzt, zu­dem wis­sen­schaft­lich orien­tiert ist (so et­was gibt es al­so – gut zu wis­sen!) und re­gen ge­dank­li­chen Aus­tausch mit an­de­ren pflegt. Ver­blüf­fend und un­heim­lich zu­gleich: je­ner Kerl (»der lie­be Gott«, wie ge­sagt) hat­te sich an die­ser Lo­ka­li­tät eben­falls se­hen las­sen. Je­ner ein­zige an­de­re US-Ame­ri­ka­ner, auf den er traf, dach­te, als er ihn ein­tre­ten sah, spon­tan: »O h ,  S p e ­c i a l  F o r ­c e s .« Was man wis­sen soll­te: sie ver­fü­gen über ei­ne ja­mes-bond-ähn­li­che »li­cen­se to kill«.- Die Wahr­schein­lich­keit ei­nes na­he­zu gleich­zei­ti­gen Zu­sam­men­tref­fens zwi­schen ihm, mir und ihm geht ca. ge­gen 1:∞ … Ist es wirk­lich ver­wun­der­lich, wenn sich die US-Ar­mee um Teil­neh­mer an an­ti‑im­pe­ria­li­sti­schen Blogs sor­gen soll­te? (Tja, lie­be In­te­res­sen­zer­tre­ter, da scheint’s ’ne Men­ge für Euch zu tun zu ge­ben!) Wenn dies an dem sein soll­te, dan­ke ich ih­rem Ver­tre­ter aus­drück­lich da­für, daß er mir die Ge­fähr­lich­keit mei­ner In­ten­tio­nen auf die­se Wei­se nach­drück­lich at­te­stiert hat, auch wenn er no­lens vo­lens von mir ab­las­sen muß­te.
    »Wer war denn dein Freund?«, frag­te ein Kol­le­ge. Und: »Was woll­te er wis­sen?« – »Er woll­te  a l ­l e s  wis­sen. Und ich ha­be ihm al­les in der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Zeit­spa­nne er­klärt.« Ope­ra­ti­ve Ge­schen­ke selbst­ver­ständ­lich aus­ge­schlos­sen.

    WARNUNG: Of­fen­bar gibt es sie al­so im­mer noch in mei­ner (und dei­ner…?) Um­ge­bung (die­ser hier kam dem Ver­neh­men nach aus Ber­lin); Leu­te, von de­nen es bei Pe­ter Pris­kil heißt:

    »Man hat den Viet­nam­krieg ge­le­gent­lich als ›Rock’n Roll Krieg‹ be­zeich­net, aber an die­sem Eu­phe­mis­mus ist nicht mehr dran als der ge­le­gent­li­che Um­stand, daß die GIs, wenn sie sich be­kiff­ten oder die Sprit­ze setz­ten, ih­ren Jim­mi Hen­drix, The Doors, Led Zep­pe­lin oder was sonst noch im Schwan­ge war hör­ten. Je­ne Ty­pen aber, die sich in ge­streif­tem Ti­ger­dress auf die Pirsch mach­ten oder im Len­den­schurz, die Bär­te tru­gen – was in der US-Armee sonst nicht er­laubt war -, sich be­mal­ten und mit­un­ter Ket­ten aus ab­ge­schnit­te­nen Oh­ren tru­gen, das wa­ren kei­ne Hip­pies, son­dern Eli­te­kil­ler, true be­lie­vers, An­ge­hö­ri­ge der ›Ti­ger For­ces‹, der ›Spe­cial Groups‹, der ›Green Be­rets‹, der ›Long Ran­ge Re­con­nai­cen­ce Pa­trols‹ (LRRP oder ›Lurps‹), die in klei­nen Grup­pen und auf ei­ge­ne Faust klan­de­stin ope­rie­ren. Sie hin­ter­ließen ei­ne Spur der Zer­stö­rung und Ber­ge von Lei­chen« (›Der Kalte Krieg‹, 2013: Freiburg, p. 539).

    In dem Zusam­men­hang, näm­lich im Zu­sam­men­hang mit der Fra­ge, wie man als Kom­mu­nist in feind­li­cher Um­ge­bung über­le­ben kann, ohne sich selbst und sei­ne Zie­le auf­zu­ge­ben, möch­te ich ei­ne wei­te­re Buch­emp­feh­lung aus­spre­chen; dies­mal in Form ei­nes Links: http://www.ahriman.com/buecher/trepper.htm

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    • kranich05 schreibt:

      Danke,
      nicht nur für den Buchhinweis.
      Ergänzend eine persönliche Bemerkung: Anders als Sie muss ich nicht mehr meine Arbeitskraft verkaufen. Ich gehe auf die 75 zu. Mein Leben empfinde ich bisher als sinnvoll und schön. Gern würde ich noch bei passabler Gesundheit weitere 10 oder 15 Jahre leben. Doch wenn unerwartet „die Parze den Traum endete“, wäre es gut gewesen.

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      • Breitenbach schreibt:

        Sehr geehrter Herr Dr. Kurch,

        bevor wir alle in die Ki­ste hop­sen und uns die Ze­hen ab­ge­knipst wer­den, wenn wir nicht rein­pas­sen, soll­ten wir – aus mei­ner Sicht, was viel­leicht nicht mal auf un­über­wind­li­che Schwie­rig­kei­ten stoßen wür­de – Sor­ge da­für tra­gen und zu­se­hen, daß un­ter dem Da­mo­kles-Schwert der so ge­nann­ten »Glo­ba­li­sie­rung«, also der un­ein­ge­schränk­ten Ka­pi­tal­herr­schaft, so emi­nent wich­tig ge­wor­de­ne Pro­jek­te mit an­ti‑im­pe­ria­li­sti­scher Kon­no­ta­tion wie Ihr Opa­blog die bei Be­trei­bern or­ga­nis­misch vor­der­hand als ge­ge­ben zu be­trach­ten­de Le­ta­li­tät bruch­los über­ste­hen (»vor­der­hand«, i. e. be­vor wir un­ter Zu­hil­fe­nah­me der Gen­tech­nik in »Gods own pro­fes­sion« ein­ge­grif­fen ha­ben wer­den [bis da­hin wer­den wir uns, ob wir wol­len oder nicht, mit sub­li­mier­te[re]n For­men der auch in fern­ster Zu­kunft un­ab­weis­lich von »Un­fäl­len« jed­we­der Art be­droht sein wer­den­den Un­sterb­lich­keit be­gnü­gen müs­sen; da beißt die Maus kei­nen Ariad­ne-Fa­den ab]).

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  12. Lutz Lippke schreibt:

    „“Die im Dunkeln sieht man nicht“, heißt es in Brechts Dreigroschenoper. Es ist Zeit für das Licht des Rechtsstaats.“ so Prantl am 6.7. in der SZ und weiter
    „In Wahrheit ist es auch ein Wiedergutmachungsverfahren für den Angeklagten und ein Selbstreinigungsverfahren für die Justiz…Das Gericht wird nachzuholen suchen, was in diesem Fall kaum noch nachzuholen ist: die ordentliche gerichtliche Sachaufklärung…Der Fall Mollath demonstriert nämlich schwere systemische Fehler der Justiz, die abgestellt werden müssen…“
    Auch Prof. Henning Ernst Müller, Lehrstuhlinhaber für Strafrecht und Kriminologie an der Universität Regensburg hat Erwartungen:
    „Der dritte Punkt betrifft das Handeln großer Behörden, man muss das nicht auf die Justiz einengen: Fehler zu korrigieren, ist ein langer Weg. Eitelkeiten und die Angst vor Autoritätsverlust verhindern oft, dass diese Behörden sagen: Da ist offenbar was schiefgelaufen, jetzt tun wir alles dafür, damit das aufgeklärt wird… Es ist offenkundig, dass die Justiz alles daran legt, zu zeigen, dass sie mustergültig arbeiten kann.“ in SZ vom 7.7.
    Also war und ist Mollath mit seiner Forderung nach Aufklärung nicht allein. Erlagen auch Prantl und Müller illusorischen Hoffnungen?
    Einem Teil der erhofften Aufklärung entledigt sich das Gericht recht geschickt.
    „Nach der Entscheidung setzte das Gericht die Verhandlung fort – und lehnte zahlreiche Beweisanträge der Verteidigung ab. Dabei ging es um eine angebliche Verstrickung von Mollaths Ex-Frau und deren damaligem Arbeitgeber in illegale Geldtransfers in die Schweiz. Diese würden zugunsten des Angeklagten als wahr unterstellt, erläuterte die Vorsitzende Richterin, Elke Escher. Die Vorwürfe werden nach Angaben des Gerichtssprechers aber nicht weiter überprüft, haben somit keine Wirkung auf andere Verfahren, also keine strafrechtliche Relevanz. „Dieses Mittel dient der Entlastung des Prozesses“, betonte der Sprecher des Landgerichts, Thomas Polnik.“ so die SZ am 28.7.
    Also nichts mit dem Schwarzgeldvergnügen für Alle. Der von dieser Sicht des Gerichts Begünstigte Mollath kann da gar nichts gegen tun.
    RA Strate folgt dem Anwaltscredo „sicherster Weg“. Nur so viel Aufklärung und Kritik wie nötig und so wenig Konflikte mit dem Gericht wie möglich.
    „Er habe jahrzehntelange Erfahrung als Anwalt – und habe dabei selten ein Gericht erlebt, das die Aufklärung so sorgfältig versuche. Dass sein Mandant nun entsetzt sei über „mangelnden Aufklärungswillen, das kann ich nicht nachvollziehen“, so Strate in der SZ am 23.7.
    „arbeitet sorgfältig und VERSUCHT Aufklärung“ – Konfliktvermeidung und Kritik in einem Halbsatz.
    Wie Juristen sich das Scheitern bisheriger Versuche erklären, offenbart Prof. Müller auf die Frage: „Welche Fehler hat Mollath gemacht?“
    „Er hat am Anfang Fehler gemacht, ganz klar, die auch dazu geführt haben, dass er in eine bestimmte Schublade gesteckt wurde: Wie er seine Briefe zum Teil formuliert hat und wie er vor Gericht erschienen ist mit einem Sammelsurium von Briefen. Wir wissen heute, was er damit dokumentieren wollte. Es war vielleicht nicht unvernünftig, aber es machte doch so einen EINDRUCK.“ so der Rechtswissenschaftler.
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/prozessauftakt-in-regensburg-strafvollzug-fuer-mollath-kann-es-nicht-geben-1.2032915
    Also mein Eindruck ist, das mit der Selbstreinigung der Justiz wird wohl nichts. Allenfalls als Sparmaßnahme im Gebäudemanagement. Aber warum eigentlich auch nicht, täglich 1 Stunde anständige Arbeit und zudem Bewegung beim Büroputzen würde den Richtern sicher gut tun und damit auch dem Rechtsstaat. Irgendwie muss die Justiz doch zeigen, dass sie mustergültig arbeiten kann.

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  13. Lutz Lippke schreibt:

    Ich möchte auf ein Interview mit Prof. Müller in der SZ vom 7.7. hinweisen. Ich halte Prof. Müller derzeit für einen Leuchtturm der Aufklärung in den Rechtswissenschaften und unter den Juristen sowieso. Trotzdem, einige Bemerkungen im Interview deuten für mich auf problematische Grenzen der „Aufklärung von Innen“ hin.

    „Viele der Fehler, die da zu erkennen sind, passieren alltäglich, werden aber innerhalb des Systems korrigiert.“
    „Es ist bislang sehr schwierig, jemanden, der einmal für schuldunfähig erklärt worden ist, von dieser Zuschreibung wieder wegzubekommen.“
    „Eitelkeiten und die Angst vor Autoritätsverlust verhindern oft, dass diese Behörden sagen: Da ist offenbar was schiefgelaufen, jetzt tun wir alles dafür, damit das aufgeklärt wird.“

    Diese Aussagen sind doch äußerst widersprüchlich. Wenn viele alltägliche Fehler innerhalb des Systems korrigiert werden, aber es wegen Eitelkeiten und Angst schwierig ist, falsche Zuschreibungen wieder wegzubekommen, was ist dann das „SYSTEM“ und wie korrigiert es viele Fehler?

    Einen Hinweis gibt Prof. Müller mit der Antwort auf die Frage: Welche Fehler hat Mollath gemacht?
    „Er hat am Anfang Fehler gemacht, ganz klar, die auch dazu geführt haben, dass er in eine bestimmte Schublade gesteckt wurde…“
    „Wir wissen heute, was er damit dokumentieren wollte. Es war vielleicht nicht unvernünftig, aber es machte doch so einen Eindruck.“

    Also das SYSTEM ist ein Schubladensystem, in dem man je nach EINDRUCK in eine BESTIMMTE SCHUBLADE GESTECKT wird. Dieser Systembeschreibung wohnt bereits die Beschreibung eines Willkürsystems mit grundrechtswidriger Ausrichtung inne. Genaugenommen liegt die Fehlerkorrektur beim Betroffenen. Passe Dich diesem System an und mit viel Glück STECKT man Dich in eine erträgliche Schublade. Ein Herrschaftssystem, das kein einziges Gesetz benötigt, sondern nur Auserkorene, die freihändig Eindrücke sammeln und dann richten bzw. Schubladen bedienen.

    Prof. Müller: „Andererseits muss man zur Kenntnis nehmen, dass es Menschen gibt, die sich auf so eine Art und Weise gegen Bürokratie wehren wollen. So wenig effektiv das ist. Nicht der, der am vernünftigsten auftritt, ist auch der Vernünftigste.“

    Welche Konsequenzen sind zu ziehen?
    Auf jeden Fall will Prof. Müller die Verhältnismäßigkeit der Unterbringung in der Gesetzgebung angegangen sehen und die Regeln für Wiederaufnahmeverfahren sind ein weiterer wichtiger Punkt. Auch die Mentalität von Behörden in Bezug uf Fehlerkorrektur und Aufklärung sind ein wichtiger Punkt.

    Aber wer wird dies konkret im SYSTEM vorantreiben? Kann man ein System aufgrund eines Einzelfalls zur grundsätzlichen Korrektur und einem Mentalitätswandel überreden?

    Auf die Frage: Glauben Sie, dass der Fall Mollath gar kein so singulärer ist? antwortet Prof. Müller u.a.
    „Dass Ähnliches nicht noch mal vorkommen kann, möchte ich aber nicht ausschließen. Und dass es aktuell ähnliche Fälle gibt, von Leuten, die unverhältnismäßig lang in der Psychiatrie eingesperrt sind, ebenfalls nicht. Nur gibt es jetzt natürlich auch viele, ich sage mal, Trittbrettfahrer, die behaupten: Ich bin der neue Mollath.“

    Also ähnliche Fälle schließt Prof. Müller nicht aus, öffnet aber schon einmal für VIELE die Schublade Trittbrettfahrer. Ist das der Weg zur Reform?

    Zu Beginn des Interviews erklärt Prof. Müller: „Wir Rechtswissenschaftler beobachten auch die Rechtspraxis.“
    Und die wissenschaftlich geschulten Praktiker, also Richter und Anwälte und damit auch ihre Verbände, beobachten und gestalten die Rechtspraxis sowieso. Auch für Gesetzesinitiativen werden faktisch immer Stellungnahmen von juristischen Verbänden und Experten eingeholt. Ein Alleingang bei Gesetzentwürfen durch Politiker ist faktisch ausgeschlossen.

    Das besondere am Fall Mollath ist meiner Ansicht nach nur der Umstand, dass die Verräumung und das Stillschweigen fehlgeschlagen ist. Mollath hat sicher erkannt, dass das WA-Verfahren den Juristen nur als Vehikel zur Schadensbegrenzung dient und will sich teurer verkaufen.
    „So wenig effektiv das ist. Nicht der, der am vernünftigsten auftritt, ist auch der Vernünftigste.“
    Mit dieser Erkenntnis von Prof. Müller ist zu hoffen, dass es schnell offene Unterstützung und zum Teil auch Korrektur aus seiner Zunft gibt, damit das Unmögliche möglich wird. Der Zustand erinnert mich sehr stark an die Phase vor dem Zusammenbruch des politischen Systems in der DDR, dem ich mit vielen persönlichen Eindrücken in Berlin beiwohnen durfte. Aus diesen Erfahrungen möchte ich die Juristen aufrufen: Wer noch reformieren möchte, sollte sich mit den Aktivitäten beeilen und nicht nur Makulatur betreiben. „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ soll Gorbatschow vor 25 Jahren gesagt oder zumindest gemeint haben. Mollath ist sicherlich kein fehlerfreier Heiliger oder Prophet, aber sehr vernünftig und bei sich, wenn er nun 25 Jahre später in diesem Sinne nachlegt.

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/prozessauftakt-in-regensburg-strafvollzug-fuer-mollath-kann-es-nicht-geben-1.2032915

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  14. Dian schreibt:

    Zu mehr Verständnis des ganzen Wiederaufnahme-„Verfahrens“ verhalf mir der jüngere Kommentar des Prozessbeobachters Ernst Seler auf dem Ursula-Prem-Blog ( http://www.ein-buch-lesen.de/2014/07/wiederaufnahme-gustl-mollath-13-tag.html?showComment=1406791223246#c5440322513221041158 ) zusammen mit dem dort bezogenen Abhandlung der geschätzt engagierten Psychologin Petra Kutschke auf ihrer Seite ( http://www.psychiatrie-missbrauch.de/index.php/2-uncategorised/18-kommentar ). Danke beiden.

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    • mal wieder da schreibt:

      Da hat ein Anwalt in der Zeitung gesagt, er habe dem Mandanten erklärt, seine Beweisanträge seien „Mist“.
      Wenn es wirklich so war, dann ist es eine tolle Erklärung, ein super Umgang, so gehört es sich. Wie käme ein normaler Bürger dazu, Beweisanträge einfach so zu formulieren, wenn andere zwei Examen ablegen müssen, um die Befugnis zu haben, solche Anträge vor Gericht vorzutragen.
      Der Mandant war lange in der Psychiatrie – allem Anschein nach erfolgte die Psychiatrisierung wegen Insiderwissen über gewisse Finanztransaktionen oder/und vielleicht auch zu wenig Toleranz für die Eigenheiten des Mandanten in seiner Umgebung – und vom Ausgang des Prozesses hängt für ihn – nach seiner Vorstellung – sehr viel ab.
      Eine Erklärung, dass alles „Mist“ sei, was da jemand – vermutlich mühevoll akribisch und mit Zeitaufwand – ausgearbeitet hat, ist da genau das richtige, was so ein Mensch dann braucht. Es fördert das Vertrauen in den Anwalt, der ja im Zeit-Interview vor Monaten schon gesagt hat, eine Beobachtung in der Hauptverhandlung durch einen Gutachter reiche aus, um ein Gutachten abgeben zu können, wenn die Schwarmintelligenz das richtig wiedergegeben hat. Und wenn sich der Mandant dann versucht, anderweitig etwas schlau zu machen, ist er der Anwalt böse und sagt, der Mandant sei unfähig, Freund und Feind zu unterscheiden.
      Das mag ja stimmen, denn wenn ich so manche öffentlich geäußerte Meinung von angeblichen Unterstützern ansehe, dann braucht jemand mit solchen Freunden keine Feinde mehr.

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  15. klausi schreibt:

    Man sollte meinen das jetzt auch dem letzten langsamm klar wird das Gustel anscheinend einen eingebauten Rotarier Magneten besitzt, oder sollte ich mich Irren ?

    http://www.strate.net/de/person/vieles_ist_auf_verschleierung_angelegt.html

    http://www.csu-landtag.de/index.php?ka=1&ska=profil&pid=50

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/gerhard-wisnewski/verschwoerung-brachten-rotarier-mollath-in-die-klapsmuehle-.html

    Was soll man davon halten ?

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