Untertan und Maulheld der deutschen Kriegspartei

Der neue Faschismus ist anders als der alte, der klassische deutsche.

Er wurde über Jahrzehnte gleichsam „angesammelt“. Hier ist diese schleichende Faschisierung skizziert. Die umfassende Medialisierung über Jahrzehnte und die seit knapp einem Jahrzehnt rasant vorankommende Internetidiotisierung der Massen hat zur 99%igen Fremdkontrolle des Bewusstseins geführt (von den Individuen zunehmend freiwillig unterstützt), die der gegenwärtigen Totalstruktur von Herrschaft fast immer ein freundliches bis hippes Gepräge verleiht.

Die Verwandtschaft (und wechselseitige Abhängigkeit) der deutschen Faschisierung mit der amerikanischen Faschisierung infolge der USA-Weltherrschaftsstrategie wurde lange Zeit zu wenig beachtet, desgleichen das davon unlösbare Phänomen des Dschihadismus.

In diese „heile Welt“ der schleichenden, in den Zentren der Macht „kultivierten“ Faschisierung, brach die Ukraine-Krise herein. In ihrem Verlauf wurde und wird offen auf terroristische einschließlich bis im Extremfall massenmörderische Methoden des alten deutschen und ukrainischen Faschismus zurückgegriffen.

In Deutschland muss jetzt (damit unser „good feeling“ erhalten bleibt) der, ironisch gesagt, „bewährte Weg der freundlichen Faschisierung“ durch den Drahtseilakt der möglichst unauffälligen, möglichst unbemerkten Implementierung des klassischen Brutalfaschismus ergänzt werden. Die Politiker, gestützt auf die allzeit bereiten Herrschaftsmedien, müssen die Kopplung (um nicht zu sagen Verschmelzung) der traumhaften bundesdeutschen Demokratie mit dem ukrainischen, USA-EU-gewünschten Realfaschismus hinkriegen.

Dieser nicht sehr dankbaren Aufgabe werden sie auf verschiedene Weise gerecht: Die Kanzlerin, die alle Fäden zieht, durch …. Schweigen, der Aussenminister durch Aufstellen einer lügnerischen Behauptung, die er anschließend brüllend niedermacht, andere PolitikerInnen durch Beschwören der Kleinheit des faschistischen Faktors (kaum 2%).

Gauck benutzt diese Techniken auch, vertritt aber, soweit ich sehe, als Einziger eine offene Beschönigung des deutschen Faschismus.

Das beginnt damit, dass er seine Eltern, beide bekanntlich langjährige NSDAP-Mitglieder, zu blossen Mitläufern degradiert. Natürlich hält der 11-Jährige, indoktriniert von der Nazi-Mutter (und etwaigen weiteren Nazi-Verwandten) zu dem von der Sowjetunion zu hoher Haftstrafe verurteilten Vater. Damit sei sein Antikommunismus, wie Gauck erklärt, „solide begründet“ gewesen. (Vielleicht war er es auch deshalb, weil die kommunistischen Untermenschen das große Haus seiner Oma für ihre Zwecke requiriert hatten.) Nie, auch nach 1990 nicht, ist ein Versuch Gaucks bekannt geworden, wirkliche Klarheit über die mutmasslichen Kriegsverbrechen seines Vaters zu gewinnen.

Er scheint der Meinung zu sein, dass er damit ein Meister der Aufarbeitung eigener (deutscher) Schuld geworden ist und entblödet sich nicht, den Russen heute das eigene Vorbild anzupreisen.

Ich kann den Widerwillen verstehen, sich auf den Gauckschen Sprachschaum detailliert einzulassen. Man ist froh, im Pfaffenbrei das sinntragende Wort „zu den Waffen greifen“ gefunden zu haben. Doch man sollte mitlesen und mitbedenken, was da eigentlich steht: „Erst einmal meine ich nicht das, was Deutschland in vergangenen Jahrhunderten oder in dem Jahrzehnt des Krieges an den Tag gelegt hat: deutsches Dominanzgebaren.“ (Quelle).

Hat ein deutscher Politiker, der Solches – „Dominanzgebaren“ – in Bezug auf die Kriege des deutschen Faschismus sagt (denn die sind in dem „Jahrzehnt des Krieges“ mitverpackt), noch alle Tassen im Schrank?

Und wie ist die BRD-Gesellschaft beschaffen, die diese Erklärung ihres Präsidenten ohne sichtbare Reaktion schluckt?

(Exkurs: Die Gaucksche Freisprechung des deutschen Faschismus mittels Sprachbetrug unter der Lupe:

1. Es wird ein undefiniertes, schwammiges, inhaltsleeres Wort eingeführt – „Dominanzgebaren“.

2. Das Schein-Wort wird auf Geschichte bezogen – „in vergangenenen Jahrhunderten“. Doch auch dieser Bezug ist nur Schein, inhaltsleer,  eine Chimäre, denn es gibt keinen inhaltlich greifbaren Bezug auf geschichtliche Ereignisse, geschichtliche Zusammenhänge, handelnde Subjekte. Es ist noch nicht einmal eindeutig, wer mit diesen „Deutschland“ durch die Jahrhunderte gemeint ist.

3. Es gibt einen weiteren verwegenen Bezug des Schein-Worts „Dominanzgebaren“ auf Geschichtliches – „Jahrzehnt des Krieges“. Der eilige Leser stutzt und schluckt den Brocken unverdaut; tut also genau das, was unser Pfaffe und Sprachpeiniger anstrebt: Zwei, bei allem geschichtlichen Zusammenhang, doch sehr unterschiedliche und jeweils sehr eigentümliche Kriege, nämlich der 1. Weltkrieg und der 2. Weltkrieg, unter einem Label zusammenzufassen.

4. Und so ist plötzlich auf wundersame Weise der komplette hitlerfaschistische Eroberungs- und Vernichtungskrieg für deutsche Weltmacht und gegen Kommunismus, einschließlich industrieller Menschenvernichtung, auf ein fatales, quasi überzeitliches, deutsches Dominanzgebaren eingedampft.

Nur ein begnadeter Taschenspieler dieser Gauck? Oder doch ein nicht direkt bekennender Spätnazi? Oder beides?

Ende des Exkurses zum Gauckschen Sprachbetrug.)

Gauck ist sich sicher. Denn seine Tassen hat er aus dem Stahlschrank der Deutschen Kriegspartei, und ihr Maulheld zu sein, gehört zu den schönsten Träumen des  deutschen Untertans. Heinrich Mann hat ihn vor genau einhundert Jahren porträtiert.

Gauck ist der sichtbarste Hampelmann der deutschen Kriegspartei. Merkel und v. d. Leyen, die Bundeswehrspione in die Ostukraine und 119 Kampfpanzer „Leopard“ an den neuen Frontstaat Polen schicken, sind von demselben Kaliber, nicht weniger Steinmeier, der (nicht allein) die Falle gestellt hat, in die der dumme Dieb Janukowitsch nur zu gern schlüpfte oder Ischinger, der in der Ostukraine „runde Tische“ ohne die Betroffenen erfand, zwecks besserer Abstimmung der widerstreitenden Banditenfraktionen.

Die Politikfunktionäre der deutschen Kriegspartei strampeln im Auftrag. Sie stehen in der Öffentlichkeit und lassen Empörung, soweit sie geäußert wird, an sich abprallen. Wer aber ist die Kriegspartei selbst? Welche Zirkel haben sich wo und auf was verständigt? Welche Milliarden fließen wohin? Und welche lauern im Hintergrund?  

Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, Blödmaschine, bloggen, Demokratie, Faschismus alt neu, Krieg, Krise, Machtmedien, Materialismus, Realkapitalismus, Widerstand abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Untertan und Maulheld der deutschen Kriegspartei

  1. 5jahrehartz4 schreibt:

    2 Infos – nicht 1000% passend – aber für uns 2 Puzzleteile zu diesem Faschismus in Deutschland

    # http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_zur_Wiederherstellung_des_Berufsbeamtentums
    Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, kurz Berufsbeamtengesetz (BBG), wurde am 7. April 1933 erlassen und erlaubte es den nationalsozialistischen Machthabern, jüdische und politisch missliebige Beamte aus dem Dienst zu entfernen. Zwecke des unter Federführung von Wilhelm Frick veröffentlichten Gesetzes waren die Verwirklichung der rassenpolitischen Ziele der NSDAP und die Gleichschaltung des öffentlichen Dienstes. Das Gesetz wurde durch das alliierte Kontrollratsgesetz Nr. 1 betreffend die Aufhebung von NS-Recht vom 20. September 1945 aufgehoben.
    (das Gesetz wurde vielleicht aufgehoben, doch die Brut ist bereits ausgeseucht)

    # und hier die Erklärung wieso die Kirche nichts tut – dieser Eid gilt sicher auch für Gauck (wobei Priester ihrem Bischof die Treue schwören – komischerweise niemand auf den Glauben!
    Gesetz zur Durchführung des Reichskonkordats
    vom 12. September 1933
    Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich
    Seine Heiligkeit Papst Pius XI. und der Deutsche Reichspräsident, von dem gemeinsamen Wunsche geleitet, die zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zu festigen und zu fördern, […]
    Artikel 16. Bevor die Bischöfe von ihrer Diözese Besitz ergreifen, leisten sie in die Hand des Reichsstatthalters in dem zuständigen Lande bzw. des Reichspräsidenten einen Treueeid nach folgender Formel:
    »Vor Gott und auf die heiligen Evangelien schwöre und verspreche ich, so wie es einem Bischof geziemt, dem Deutschen Reich und dem Lande (…) Treue. Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung zu achten und von meinem Klerus achten zu lassen. In der pflicht-mäßigen Sorge (um das Wohl und das Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen geistlichen Amtes jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte. «

    Gefällt mir

    • 5jahrehartz4 schreibt:

      Nachtrag zu schnell geklickt: dieser Eid wurde in Bayern geleistet (Webseite Nuntius in Berlin) oder wird am 24/06/2014 vom neuen Erzbischof des Erzbistum Freiburg in Stuttgart in der Staatskanzlei vor Ministerpräsident Kretschmann GRÜNE/Diözesanrat/Mitglied im Zentralkomitee der Katholiken, Mitglied bei Donum Vitae, usw.

      Gefällt mir

  2. Joachim Bode schreibt:

    @Kranich 05:

    „Und wie ist die BRD-Gesellschaft beschaffen, die diese Erklärung ihres Präsidenten ohne sichtbare Reaktion schluckt?“

    Die Reaktion ist sichtbar, jedoch nicht in den Gauck unterstützenden Schlagzeilen oder den dazu gehörigen Jubelschreien der Journaille:

    Soweit (noch) Leserzuschriften wiedergegeben werden, sind sie sehr aufschlussreich, nehmen sie doch fast ausschließlich Stellung gegen Gauck, teilweise sehr fundiert, teils ziemlich persönlich auf Gaucks eigene Lebensführung bezogen.

    Noch deutlicher wird dies bei den Reaktionen auf die Versuche der Mainstream-Presse, die Todenhöfer-Stellungnahme gegen Gauck zu diskreditieren. Hier gab es, sogar und gerade in der BILD, die ja mitgeholfen hatte, Gauck ins Amt zu bringen, fast ausschließlich Zuschriften, die eindeutig für Todenhöfer und gegen Gauck gerichtet waren.

    Auffällig ist, dass die Presse-Kampagne sowie die dazu passenden Polit-Äußerungen seit einigen Tagen fast ganz verstummt sind. Offensichtlich will man vermeiden, dass die im Volk erkennbare weit verbreitete Ablehnung von Gauck und seinen Thesen weiter dokumentiert und auch verbreitet wird.

    So etwas läuft bei unseren „Verantwortlichen“ sicher unter dem Motto: „Schaden vom Deutschen Volk abwenden….“

    Gefällt mir

  3. walterfriedmann schreibt:

    Hat dies auf Forum Politik rebloggt und kommentierte:
    Schleichende Faschisierung

    Gefällt mir

Schreibe eine Antwort zu Joachim Bode Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s