Der Krieg hat begonnen. Nur über seine Dimensionen ist noch nicht entschieden.

Ich war unterwegs und hatte nur sporadisch Zugang zum Internet.

Dieses waren die letzten mir bekannten Äußerungen von Igor Strelkow, mit der Schlußbemerkung:

„Andererseits hat es keinen Sinn, die Stellung Jampol zu halten, nachdem Sewersk gefallen ist. Unsere Garnison gerät somit in eine komplette operative Einkesselung, und wird wohl so kämpfen müssen, wie die Garnison der Festung Brest – also ohne jeglichen Nachschub.

Meinerseits danke ich zutiefst der Russischen Föderation, die uns und das russische Volk im Donbass so massiv unterstützt.

Ich hoffe andererseits immer noch, dass das Gewissen – falls es ein solches in Moskau überhaupt gibt – noch dazu reicht, wenigstens irgendwelche Maßnahmen zu ergreifen.

Vielen Dank.“

Das sind Worte, die sich der Held Putin sicher nicht gern hinter den Spiegel steckt.

Mir ist klar: Die Russen können versuchen, die Krise auszusitzen. Sie können versucht sein, sich davonzuschleichen, wie in Lybien. Diese Versuche rechnen darauf, das Imperium irgendwie zu übertölpeln. Alle diese Versuche sind glatter Selbstmord; zuerst moralischer und dann auch militärischer. Das Imperium (mit seinen Proxies bis zum letzten Faschistenfreund Gauck) wird die Russen auf jeden Fall in einen Krieg verwickeln, ob sie in der Ostukraine eingreifen oder nicht. Die Russen haben nur die Chance, durch in jeder Hinsicht illusionsloses entschlossenes Auftreten das Format, die Bedingungen, die Schwere des Krieges mitzubestimmen.

Als ich zu dieser Einschätzung kam, war mir die Erklärung vom 16.6. von Igor Strelkow noch nicht bekannt. Da spricht kein Höfling, auch kein Oligarch, sondern ein Mensch, Militärbefehlshaber, der sich seiner geschichtlichen Verantwortung unter Einsatz seines Lebens voll und ganz stellt, und sich daher berechtigt sieht, dies auch von Anderen zu verlangen.

Heute wird eine relativ ausführliche Stellungnahme eines Beraters von Putin bekannt. (Sie ist vom 18.6.)

Ich verstehe sie so, dass die Russen nunmehr zum eigenen aktiven Handeln keine Alternative mehr sehen. (Andere interpretieren sie anders.)

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2 Antworten zu Der Krieg hat begonnen. Nur über seine Dimensionen ist noch nicht entschieden.

  1. walterfriedmann schreibt:

    Hat dies auf Europapolitik rebloggt und kommentierte:
    Ukraine

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