Weltkrieg

Am Ersten waren etwa 40 Länder beteiligt. Es gab ca 17 Mio Tote, davon 7 Mio Zivilisten.

Zum Zweiten lauten die entsprechenden Zahlen: etwa 60 Länder, ca 65 Mio Tote, davon mehr als die Hälfte Zivilisten.

Die Zahlen sind exorbitant im Vergleich zu den Zeiten davor. Sie sind auch auβerordentlich, soweit sie bestimmte Länder oder Regionen betreffen. Tatsache ist aber auch, dass der gröβte Teil der Weltbevölkerung (Zahl der Toten kaum 1%) und der gröβte Teil des Territoriums der Erde von diesen Kriegen völlig unberührt blieben.

In der Kriegszeit=Vorkriegszeit, die wir heute durchleben, ist das anders. Kriegsziel ist heute die vollständig durchstrukturierte Herrschaft über den Planeten=die Menschheit, also die reale politische Globalisierung. Der Kampf um dieses Ziel bezieht so gut wie alle Weltregionen ein, denn alle Regionen der Welt sind vernetzt, gleichen kommunizierenden Röhren; begrenzte regionale Ausnahmen mag es in Antarktika, Australien und Südamerika geben.

An dem endgültigen Krieg arbeitet der atlantische Imperialismus (der in gewissem Sinne auch ein pazifischer ist) heute gleichzeitig, gleichsam simultan und überall. Regionen, wie Afrika, Mittelasien und die Arktis, auch Ozeanien/Australien liegen traditionell nur am Rande des mitteleuropäischen Blicks. Der atlantische Imperialismus ist strukturiert, agiert auch mit verteilten Rollen, jedoch mit einheitlich abgestimmter Stoβrichtung, also optimiert.

Das politische System, das den endgültigen Krieg herbeiführt, ist ein neuartiger globalisierter Faschismus. Dieser hat heute, weitgehend unbegriffen, ja unbemerkt, bedeutende Entwicklungsschritte bis in unseren politischen Alltag hinein vollzogen, ist aber noch keineswegs ausgereift.

Die Betrachtung des Standes der Gegenkräfte gegen die Entwicklung, angefangen bei der einfachen nüchternen Reflektion der Fakten (wie sie jeder nachdenkliche Mensch individuell leisten könnte) ist besorgniserregend. Das ist eine Untertreibung. Kassandrazeit.

Dieser Beitrag wurde unter Bewußtheit, Faschismus alt neu, Krieg, Krise, Lenin, Materialismus, Mensch, Realkapitalismus, Widerstand abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu Weltkrieg

  1. Dian schreibt:

    „Im Rahmen seiner Rede an der Militärakademie West Point teilte uns Obama unter Applaus der zuhörenden West Point Kadetten mit, dass sich aus der ‚Einzigartigkeit Amerikas‘ eine Doktrin ableite, die als Rechtfertigung – für welche Unternehmungen Washingtons auch immer – zu verstehen sei.“ – So Paul Craig Roberts (vorgestern) nach der einzigen (dt.) Übersetzung, über die ich stolperte: http://www.cashkurs.com/kategorie/wirtschaftsfacts/beitrag/worueber-obama-uns-in-west-point-aufklaerte/ (Original zum kritischen Gegenlesen: http://www.paulcraigroberts.org/2014/06/02/obama-told-us-west-point-paul-craig-roberts/ ) Auch der jüngere Artkel „Are You Ready For Nuclear War?“ scheint mir inhaltsschwanger und übersetzenswert ( http://www.paulcraigroberts.org/2014/06/03/ready-nuclear-war-paul-craig-roberts/ ).
    Ein weiterer Artikel, „Brecht das Schweigen: Ein Weltkrieg droht“ warnt vor der sich abzeichnenden Apokalyse ( http://principiis-obsta.blogspot.de/2014/06/brecht-das-schweigen-ein-weltkrieg-droht.html oder auch hier http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=12413 ).

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  2. Wolfgang schreibt:

    Keine Antwort auf „Weltkrieg“ aber eine Zustimmung zu dem, was da geschrieben steht. Und „Kassandrazeit“ umschreibs. Aber wen juckts eigentlich, außer den paar verrückten, die sich als Verschwörungstheoretiker „beschimpfen“ lassen müssen.

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    • kranich05 schreibt:

      Es juckt tatsächlich niemanden.
      Es übersteigt das Denkvermögen der Leut und damit auch ihr Handlungsvermögen.
      Und es übersteigt ihr Handlungsvermögen und damit auch ihr Denkvermögen.

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  3. kranich05 schreibt:

    Der Krieg ist das herrschende Interesse. Friedenswünsche haben dagegen keine Chance, denn sie herrschen nicht. Demokratische Friedenswünsche hatten noch NIE die Kraft einen Krieg zu verhindern (auch zu Lenins Zeit nicht), denn sie hatten noch nie die Kraft zur Herrschaft. „Kraft zur Herrschaft“ hieße: Die Kraft zur Revolution VOR dem Krieg. Undenkbar. Undenkbar?
    Die Franzosen 1789 waren die Einzigen, die eine Revolution VOR dem Krieg gemacht haben.
    Wie war das möglich?

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    • Joachim Bode schreibt:

      Bis zum und im Jahre 1789 waren die damals (noch) Herrschenden nicht vorbereitet auf eine Revolution. Sie war für sie unvorstellbar. Es gab ja auch kaum Lernstoff dazu. Das hat sich seitdem sehr geändert. Inzwischen wissen die Herrschenden besser als die Beherrschten, wie man eine „Revolution“ macht – zumindest läßt man sie so oder ähnlich aussehen….. – damit sich letztlich gar nix ändert.
      Das hat man sich nicht vorstellen können: „Revolution“ als beste Verhinderung der Revolution.
      Selbst Lenin hätte gestaunt. So viel Niedertracht beim Klassenfeind!

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      • kranich05 schreibt:

        Lenin war in der Lage a) den jeweils letzten Dreh des Klassenfeinds zu bemerken , b) ihn zu begreifen, analytisch zu durchdringen und c) darauf (fast immer) eine passable Antwort zu finden.
        Er hat übrigens auch gern einmal gestaunt: In einer kleinen Arbeit (die ich einmal und nie wieder gefunden habe) berichtet er von einem bürgerlichen französischen Politiker, der verurteilt wurde und dessen Frau ihn in einer abenteuerlichen Aktion befreit hat. Weil sie ihn liebte. Sinngemäß kommentierte Lenin: „Das gibt es also auch.“
        Zu 1789: Ein Grund mag auch sein, dass der auf die absurde Spitze getriebene Absolutismus es rel. leicht machte die Macht durch Entfernung des Machthabers zu beseitigen. „Demokratische Macht“ (auch wenn sie in „“ steht) wurzelt breiter und tiefer.
        Da können wir, auf dem Wege zu neofeudalen Verhältnissen, vielleicht Hoffnung haben 😉

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  4. walterfriedmann schreibt:

    Hat dies auf Weltpolitik rebloggt und kommentierte:
    Globalisierter Faschismus

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  5. Joachim Bode schreibt:

    Es muss nicht unbedingt ein Weltkrieg sein: Der Vietnamkrieg ist dafür ein Beispiel, wie es in und mit der Ukraine weiter gehen könnte – ein typischer Stellvertreterkrieg.
    Die Anzahl der Opfer dieses von 1955 bis 1975 andauernden Krieges wird auf bis zu 4 Millionen Menschen geschätzt. Die damals hierzu befragten Amerikaner schätzten die Opferzahl auf rund 100 000, also alles nicht so schlimm. Das ist so, als würden die Deutschen die Zahl der in der Nazizeit umgebrachten 6 000 000 Juden auf etwa 150 000 schätzen. Aber wußten die in den USA Befragten überhaupt, wo Vietnam auf der Welt-Karte zu suchen ist? Sie wissen heute genau so wenig, wo die Ukraine liegt – außer: wahrscheinlich nicht in den USA.

    Der friedfertige Benno Ohnesorg ist nur eins der Opfer, nicht nur des Vietnamkrieges: Er wollte sich damals, am 2.6.1967, die gegen den Krieg gerichtete Demonstration wohlwollend anschauen und wurde dabei durch den Polizisten Kurras von hinten erschossen.
    Der Polizeieinsatz der im Umfeld wahllos auf Demonstranten prügelnden Polizisten war rechtswidrig, wie das VG Berlin später feststellte, und für einen Einsatz gegen Benno Ohnesorg gab es für den Polizisten Kurras ohnehin keinerlei Anlass. Trotzdem sprach ihn die Berliner Justiz zweimal frei – rechtskräftig, wie es so schön heisst.

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