Hungerlohn am Fließband – bei Daimler in Untertürkheim

Undercover-Reportage von Jürgen Rose und Claus Hanischdörfer vom SWR: Als Leiharbeiter/angeblicher Werkvertragsarbeiter am Fließband im Stammwerk des „Premium-Unternehmens“. Ansehen, bevor das Video verschwindet! Daimler hat nämlich Klage eingereicht, weil der Video-Reporter, um die Zustände zu dokumentieren, das Fotografier- und Videoverbot auf dem Betriebsgelände mißachtet hatte. Strafandrohung 250.000,- Ordnungsgeld oder Knast für den verantwortlichen Redakteur.

Ein vernichtender Blick auf das staatlich geförderte Aufstocker-System, Methode der Doppelausbeutung von Arbeiter und Steuerzahler zu Gunsten eines Extrabonus für das reichste eine Prozent.

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9 Antworten zu Hungerlohn am Fließband – bei Daimler in Untertürkheim

  1. Klaus G. Stölzel schreibt:

    Lieber Opa,

    Sie kritisieren hier diese „Zustände“ bei
    Daimler wirklich zu „Recht !“ in Sachen:
    „Werkverträge“.

    Deswegen möchte ich sie darauf aufmerksam
    machen, daß diese „Zustände“ bereits von
    der DDR-Führung im Jahre 1983 mit der
    „Hochtief AG“ zur Sanierung des Stadt-
    krankenhaus Fürth betrieben wurden,

    Die DDR-Führung mit „Schalk-G.“ schickte
    damals „Einschalergruppen“ unter „Hunger-
    lohn-Bedingungen“ nach Fürth in Bayern
    zur Hochtief AG auf die Baustelle, um dafür ein
    paar DM-Devisen zur Sicherung des „DDR-
    Systems“ kassieren zu können.

    Ich habe damals als „Hochtief AG Werksstudent“
    dafür gesorgt, daß den DDR-Bürgern direkt
    von mir und anderen Personen persönlich
    DM-Devisen zugesteckt wurden, damit sich
    diese etwas anständiges zum Essen kaufen
    konnten.

    Jedoch wurden andere Helfer und ich von
    einem „Stasi-Spitzel“ in der Einschalergruppe
    verraten und daraufhin, wurde der „DDR-
    Trupp“ ausgewechselt.

    Tja, die Methoden des Unrechts sind gleich,
    egal ob „Staatskapitalist a`la DDR“ oder „Privat-
    kapitalist a`la BRD“.

    MfG.

    Klaus G. Stölzel

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    • Dian schreibt:

      Ich danke Herrn Stölzel für seine vermeintliche Rettung dem Hungertode geweihter DDR-Arbeiter. – Tue Gutes und sprich auch drüber. 😉

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      • Stresstest schreibt:

        … und ich hätte gerne einige Details über das „unanständige“ Essen der DDR-Arbeiter erfahren.

        Stresstest – „Großraum Krefeld“

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        • Dian schreibt:

          Durch die Gnade der späten Geburt kam ich lediglich für 27 Jahre in den Genuss der DDR-Kost; ferner war ich nur für wenige Monate Arbeiter.
          Zu Hause kochte Mutter – gut. Bei dem eingeschränkten Angebot an Obst, Gemüse u. ä. zeigte sich die wahre Köchin. Als Kriegskind war sie erfahren genug und vor allem phantasievoll.
          Wurst und ähnliche Lebensmittel „litten“ unter dem Mangel an Konservierungsstoffen; der Westbesuch aß immer gern ihre aufgetischten Speisen.
          In jedem Betrieb, in dem ich arbeitete, gab es sehr preiswertes Essen, sowohl schon zum Frühstück als auch erst recht ein warmes Essen zum Mittag. Die Köche dort waren allesamt besser als in den studentischen Mensen (mutmaßlich hatten die Arbeiter ein gutes „Händchen“ dafür). Man konnte sich (kostenlos) Kartoffeln, Reis, auch einen Schlag Soße, eine Kelle Suppe nachholen. (Die Mittagspause war eine halbe Stunde lang, Frühstück 15min)
          Auch die Kinder in der Schule bekamen zur Frühstückspause (nicht kostenlose) Milch und (ebensolches) Mittagessen. Wer Glück hatte, bekam frisch gekochtes. In Großstädten wie Berlin aber wurde das Schulessen aus Großküchen geliefert. Dadurch wurde nicht selten auf den Nachschlag verzichtet. Die Lehrer entließen die Schüler zur Essenspause oft „überpünktlich“, damit sie einen der vorderen Plätze in der Schlange bekamen.
          Ich habe Hunger in der DDR weder gekannt, noch ihn bei irgeneinem Mitmenschen gesehen.

          Mutmaßlich wurden die Hungerleider in den Westen geschickt …

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          • Stresstest schreibt:

            … vielen herzlichen Dank, @Dian.

            Ergänzend möchte ich noch hinzufügen, dass – zumindest im damaligen Polen – für Havarie-Brigaden und ähnliche „Einsatztruppen“, die ständig unterwegs waren und ihre Arbeiten oft auch am Wochenende erledigen müssten (wenn der Betrieb stilllag bzw. die auftraggebende Firma aufgrund ihrer Größe über keine Betriebsküche verfügte), gab es Gutscheine, die in der örtlichen Gastronomie bargeldlos eingelöst werden konnten und für die Verpflegung sorgten. Natürlich keine 5-Gang-Menüs in 3-Sterne Restaurants und für Extrawünsche sowie „Hochprozentiges“ zahlte man aus eigener Tasche – und das war auch gut so.

            Stresstest – „Großraum Krefeld“

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    • kranich05 schreibt:

      Sehr geehrter Herr Stölzel,
      ich entnehme Ihren Zeilen, dass Sie schon vor 30 Jahren humanitär engagiert waren. Da Sie es heute noch sind, beglückwünsche ich Sie zum runden Jubiläum. Damals hat Ihr Einsatz noch persönlichen Mut erfordert und war doch nur begrenzt wirksam. Heute können Sie benachteiligte Kumpels einfach zur „Tafel“ schicken, und vermutlich werden weder BND-, noch NSA-Spitzel Sie (persönlich) und sie (die Kumpels) belästigen. Die Methoden des Unrechts mögen zwar gleich sein, aber die demokratisch-rechtsstaatlichen sind doch noch klein wenig gleicher.
      In diesem Sinne ein kräftiges „Freundschaft!“
      Opa

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  2. Pingback: Hungerlohn am Fließband – bei Daimler in Untertürkheim | 08oo's Weblog

  3. Lutz Lippke schreibt:

    Wenn alte Männer sich raufen… Entschuldigung. Ich stritt meist mit meiner Mutter über Politik und Gesellschaft. Sie geprägt von Erlebnissen des Nachkriegs-Westberlins, ich genervt von Pioniergruss und führender Rolle der Partei. Jetzt nach fast 25 Jahren Mauerfall, würde ich manches anders bewerten, allerdings ohne Sehnsucht nach den alten Zeiten. Jetzt zählen für mich die heutigen Schweinereien gieriger Kapitalisten, die sich der Unfähigkeit und des untertänigen Supports der Politik sicher sind. Es ist eine Frage der Demokratie, des Rechts und der Gerechtigkeit, dass solche Auswüchse durch konsequente Zuweisung der Verantwortung auf Personen unterbunden werden. Systemfragen sollten jedenfalls Niemanden aus der Verantwortung nehmen. Soziale Marktwirtschaft? Ja, her mit dem Sozialen und dem Markt! Weg mit Abschottung, Auspressen der Leistungsträger, Spekulation und Subventionsbetrug!

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  4. Lutz Lippke schreibt:

    Gehört nicht wirklich zum Blogthema, weckt aber sicher das Interesse der Kommentatoren.
    http://www.mdr.de/damals/honeckers-enkel-roberto102.html
    Der Dok-Film zu Roberto lief gestern abend im TV. Wirklich ein Kerl, den man zum Freund haben möchte. Er vermittelt auch interessante Blickwinkel auf die Honeckers. Leider hab ich keinen Link zum Film gefunden.

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