Der Ton wird rauher

Fernsehmoderator Lanz und ein von ihm eingeladener Typ vom „Stern“ haben die Politikerin Wagenknecht (die als irgendwie kommunistisch gilt) aggressiv und unqualifiziert attackiert. Nun wird Lanz zu Recht geshitstormt. In unserer wachen Demokratie ist schon eine sozusagen kleine Großstadt böse auf ihn. Mediengeplänkel? Oder doch wohlkalkulierte Aufmerksamkeitssteuerung?

Der kürzlich exekutierte Hamburger Ausnahmezustand hat zwar auch etwas Beachtung gefunden. Aber wie könnte er mit dem Lanz-Wagenknecht-Großereignis auf eine Stufe gestellt werden? Naiv fragte ich mich: „Warum hat man diese überflüssige Hamburger Übung veranstaltet?“ Aber wieso eigentlich überflüssig? „Ich übe in der Zeit, dann kann ich’s in der Not“, mag da Jemand Jemandem signalisiert haben.

Die Not rückt näher. (Irak ist näher als Afghanistan, Syrien näher als Irak, Ukraine näher als Syrien.) Politiker aller aktuellen oder vormaligen Regierungsparteien verteidigen Deutschland längst auf dem Maidan. Die dabei gezeigte Dreistigkeit ist nicht verwunderlich, sondern deutschtümlich. Ebenfalls nicht verwunderlich, trotzdem nicht selbstverständlich und daher größte Beachtung wert, ist der Schulterschluss mit den Faschisten. Im Stillen praktiziert man das zwar längst mit den „demokratischen Faschisten“ von Jobbik in Ungarn. In der Ukraine aber geht es eher klassisch zu. Hier kooperieren die Westerwelle, Harms, Steinmeier, Merkel mit den Faschisten als terroristischen Stoßtrupps.

Zum rabiateren Umgangston gehört auch, dass man den lieben Medienkonsumenten etwas mehr Bewußtseinsspaltung abverlangt. Sie passen auf ein und denselben Bildschirm: Der (oder die) Politiker(in) im Vordergrund, der/die edle europäische Werte beschwört und die Kettenschläger, Brenner im Hintergrund. (Kleiner ergänzender Bildungstipp, hier gefunden: In einer Gruppe vermummter und bewaffneter junger Männer, die gerade eine Polizeiabsperrung angreifen, trägt einer ein Schild, das ein Keltenkreuz und die Zahl „14 88“ ziert – ein in rechtsextremen Kreisen weithin bekannter Code. Die „14“ steht für die „14 words“, einen Satz eines US-amerikanischen Neonazis („Wir müssen die Existenz unseres Volkes und die Zukunft für die weißen Kinder sichern“), die „88“ bedeutet „Heil Hitler“.) 

„Wir befinden uns mitten im Krieg“ sagte Rudolph Bauer in einem jetzt vom Bremer Friedensforum als Broschüre veröffentlichten Vortrag. Untertitel: „Militarisierung im Digitalen Zeitalter“. Wenn Sie noch keine Lust haben, liebe Leserin, lieber Leser, sich auf dieses ABC einzulassen….

„Macht nichts“, sagt der Galgenhumor, „das Thema kommt von ganz alleine näher.“

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Nur in Sotschi wird zumindest den US-Sportlern nichts wirklich Schlimmes passieren, denn, so SPON wörtlich !!! “ Für den Ernstfall stehen zwei Kriegsschiffe bereit.“ !!!

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