Was ist da so schwierig?

Gastbeitrag von Joachim Bode

Gustl Mollath kann auf zweierlei Weise geholfen werden, wobei er selber von Anfang an keinen der beiden Wege für sich ausgeschlossen hat:

Er hat immer versucht, öffentlich zu wirken, die Solidarität der Mitbürger anzusprechen und zu stärken – und das nicht nur in Richtung seiner eigenen Person und Situation!

Im juristischen Verfahren hat er sich – nach seinen etwas begrenzten Möglichkeiten – recht tapfer geschlagen, was nicht zuletzt an den zahllosen Gesetzwidrigkeiten zu erkennen ist, zu denen die bayerische Justiz meinte greifen zu müssen, um sich seiner ‚zu erwehren‘.

Es gibt also mehrere Ansätze zum Hilfeleisten, so dass sich jeder nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten einbringen kann. Dabei variiert die jeweilige Bedeutung des entsprechenden Einsatzes ganz nach Situation und Zeitpunkt. Dr. Strates Einsatz konnte erst durch die vorherige gewaltige Öffentlichkeitsarbeit seine adäquate Wirkung entfalten, was die zwanglose Bestätigung darin findet, dass auch er selber die Veröffentlichung rechtlich bedeutsamer Dokumente betrieben hat – nicht ohne Eingehung eines gewissen persönlichen Risikos.

Ich wiederhole hier somit das, was ich bereits früher festgestellt habe: Gustl Mollath’s Freiheit ist nicht vom Himmel gefallen, sondern war das Ergebnis eines langen, aufwändigen Kampfes auf vielen Ebenen und an vielen Fronten. Nicht auszudenken, wenn dieser Kampf nur auf der juristischen Ebene ausgefochten worden wäre! Die Mollath-Akten würden heute noch in irgend einer Besenkammer des – hier kann sich jeder etwas aussuchen – LG Bayreuth oder Regensburg oder des OLG Bamberg oder Nürnberg vor sich hin schimmeln. Und Mollath säße noch.

An dieser Stelle möchte ich besonderen Dank an die unvergleichlichen Journalisten Beate Lakotta und Otto Lapp ausdrücken, die beide auf ihre jeweilige Art dazu beigetragen haben, das Empfinden des Publikums für faire Berichterstattung auf der einen und üble Meinungsmache auf der anderen Seite zu schärfen. Auch so kann man – ungewollt – einer guten Sache zum Erfolg verhelfen.

Was auf rein juristischer Ebene – zumindest im Verfahren Mollath – kaum möglich ist, gewinnt jetzt unerwartete Dynamik auf gesellschaftlicher Ebene: Die denkbare Einordnung des Falles – und ähnlicher Fälle – in Ursachen- und Wirkzusammenhänge. Hier kann – im Gegensatz zum Juristischen – jeder seine auf Lebens- und andere Erfahrungen, auf Wissens- und Gefühlshintergrund ausgerichtete Kompassnadel zum Orientierungspunkt für Strategie und Taktik nehmen. Dann scheiden sich die Geister schnell, wie man sieht.

Bedauerlich wird dies, wenn sich die zunächst einigen Kräfte dabei auseinander bewegen, weil die noch immer dringend benötigte geballte Kraft der Öffentlichkeit das bevorstehende Wiederaufnahmeverfahren begleiten muss(!), um es nicht in einem letzten Blubbern sich selbst überlassener und bestätigender bayerischer „Recht“sprechung münden zu lassen, das sogar den Beifall der CSU-Regierung erwarten darf.

Hier zeigt sich, wie ein ansonsten fruchtbarer Streit an der – zumindest derzeit – falschen Stelle bzw. zum falschen Zeitpunkt ausgefochten wird. Man könnte meinen, dass immer und überall gesellschaftliche Auseinandersetzungen grundsätzlicher Art notwendig und gerechtfertigt sind. Diese Meinung vertrete ich nicht, zumindest nicht grenzenlos, weil ich die Gefahr sehe, dass darüber wichtige Etappenziele verloren gehen können. Es wird immer Menschen geben, die sich – trotz unterschiedlicher Auffassung zu Fragen der Gesellschaftsordnung – auf Schritte einigen können, die eine wichtige Verbesserung der augenblicklichen Situation darstellen. Solche Schritte sollten nicht deswegen unterbleiben, weil sich in irgendeiner Zukunft die unterschiedliche Haltung doch mal zeigen und auswirken könnte.

Die verpassten Möglichkeiten anlässlich der Regierungsbildungen in Wiesbaden und Berlin sollten Beispiel und ausreichende Mahnung sein. Ich verhehle nicht, dass mir und auch der tatsächlichen Mehrheit eine mögliche(!) Regierung lieber ist, die kritisch gegenüber Militärischem und Umverteilung von unten nach oben ist. Darüber kann man aber in derzeitig geplanten und vorliegenden Koalitionsverträgen nichts finden. 

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82 Antworten zu Was ist da so schwierig?

  1. Fotobiene schreibt:

    Zustimmung!
    Die Geister scheiden sich an der Frage, wer denn diese Auseinandersetzung verursacht habe und wieso.
    Dabei wird eben leider jegliches Etappenziel vergessen, sondern sofort und auf der Stelle ein Kampf gegen das GGG gefordert, dabei ist jedes Mittel recht, sogar ein Kampf gegen die vormals gerne hier propagierten Interessen von Mollath, sogar der Kampf gegen RA Strate – der Anwalt, der erreichen kann, wofür wir stehen: Die Rehabilitierung von Mollath und (weiteren!) Offenlegung der Strukturen, die zu seiner Verräumung geführt haben!

    Es wird immer (zurecht!) gefordert, daß Recht/Unrecht für alle, auch für GGG gelten muß.
    Dreht sich das gegen einen Kleinen, soll es plötzlich NICHT mehr für alle gelten.
    Es wird gar ein Komplott vermutet und Verschwörungstheorien nehmen ungehindert ihren Lauf in diesem Blog.
    Das ist dermaßen dumm, das es mich graust!
    Die Rechtslage ist völlig klar, das hat Fritz Letsch doch EINDEUTIG selbst dokumentiert!
    Hier:
    http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/03/06/der-fall-mollath-politische-eiertanze/comment-page-2/#comment-5213
    Letsch wußte immer, daß Spenden an das Konto nicht direkt an Mollath ausgezahlt werden können! Trotzdem hat er als „persönlich“ ausgewiesene Spenden für Mollath entgegengenommen und gegen dieses „Mißverständnis“ nichts unternommen!
    Selbstverständlich kann Mollath an Spendenbetrug nicht mitwirken, selbst dann, wenn es um für ihn selbst gespendetes Geld geht, nicht!

    Daß man parallel zum konkreten Fall AUCH an weitergehenden Fragen (GGG etc.) gemeinsam arbeiten könnte und müßte, wurde leider dadurch versaut, daß durch juristische Unkenntnis der konkreten Sachlage hier im Blog eine neue Front aufgebaut wurde, die die Diskussion nun dominiert.
    Das nützt niemandem.

    So lange hier in diesem Blog gegen diejenigen „geschossen“ wird, die Etappenziele versuchen zu erreichen und auch weitere politische Ziele damit gar nicht ausschließen, ist die „Unterstützerszene“ vergiftet.
    Im Grunde einfach nur dumm verstolpert, weil der dritte Schritt vor dem ersten gefordert wird (wobei der geforderte zweite ja beispielsweise längst läuft und beim OLG München festhängt – aber wer weiß in diesem Blog noch, wovon ich da jetzt spreche?).

    Ich wünsche mir wirklich, daß das aufhört, und Du, Opa, endlich erkennst, was Recht und was Unrecht ist, und was uns weiterbringt, in unserer zum Teil gemeinsamen Kritik an diesem unserem Staat.

    • Joachim Bode schreibt:

      @ Fotobiene:

      Ich habe kein Geld für Mollath gespendet – nur Zeit -, weiß deshalb auch nicht, wie sich die Spendensitution rechtlich verhält. Ich hätte jedenfalls nicht unter den wohl vorliegenden unklaren Verhältnissen gespendet, wenn also nicht sicher gewesen wäre, dass das Geld unmittelbar an Mollath geht.

      • kranich05 schreibt:

        Ich habe für Mollath Zeit gespendet, aber auch Geld, damals zum Jahreswechsel 2012/13. Meine Spende habe ich verstanden als für die Unterstützung der Befreiung Mollaths. Ob sie ihm direkt persönlich zu Gute kam, war eher nicht meine Erwartung. Ich sah die tolle Qualität der gustl-for-help-Seite mit der hervorragenden Dsokumentation wesentlicher Dokumente und hatte von daher völliges Vertrauen, dasss mein Geld da irgendwie sinnvoll verwendet würde. Die Website des die Spende entgegennehmenden Vereins habe ich mir angeguckt, schon wegen des relativ weitläufigen Namens und war von seinen Aktivitäten angetan. Später, etwa März 2013, hatte ich das Bedürfnis für M. persönlich mehr zu tun, wußte aber nicht wie, etwa ein Zeitungsabo oder was sonst?. Ich fragte deshalb bei der gustl-for-help-Seite und erhielt die Antwort, dass er ein Abo schon habe und ich ihn am besten selbst fragen solle. Ich habe ihm daraufhin einen Brief geschrieben, auf den ich aber keine Antwort erhielt.
        Die Spende an mich zurückzuschicken, ist mir eine absurde Vorstellung.
        Die Eiferer der „juristischen Korrektheit“ ignorieren, dass der Spendenaufruf die allermeiste Zeit die Aufforderung zur Unterstützung enthielt und nur diese.
        Zweifellos sind über die gesamte Zeit gesehen Ungeschicklichkeiten passiert (Änderung des Aufruftextes im Web, ungenügende Einstellung auf Mollaths psychische Situation im Zusammenhang mit dem Vertragsvorschlag, wohl auch Nichterkennen der drohenden Gefahr.) Was Interessierte aus dieser ganz und gar menschlichen Situation gemacht haben, muß ich jetzt nicht noch einmal deutlich aussprechen.

        Übrigens: Wenn jetzt Herr Mollath – schlecht beraten – meine Spende nicht annehmen will, bin ich absolut einverstanden, dass der Verein von Herrn Letsch diese im Rahmen seiner Aktivitäten gegen Unrecht in Politik, Justiz und Psychiatrie der BRD verwendet.

      • Joachim Bode schreibt:

        Bei Spenden bin ich sehr kritisch, seit ich anlässlich einem Jahr Juristenausbildung in Kambodscha gesehen habe, wie so manche Hilfsorganisationen mit Spendengeldern umgehen (hier gilt mehr als woanders: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!).
        Wenn diese ‚Praktiken‘ bekannt würden, gäbe es kaum noch Spender…

      • Winfried Sobottka schreibt:

        So ein Unfug! Geldspenden machen dann Sinn, wenn sie etwas bewegen. Hätte es nicht die Fernsehsendungen in der ARD und im BR zu Mollath gegeben, dann säße Mollath immer noch in Bayreuth und würde dort verschimmeln. Die Petition lief total lausig, bis dann in kurzer Folge erst BR und dann ARD groß berichteten – von da an ging es aufwärts.

        Warum hatte man keine Gelder eingesetzt, um Flyer an den Unis zu verteilen? Nichts hat man auf die Beine bekommen, abgesehen von einer Demo in Nürnberg. Und so verstehe ich auch gar nicht, wer da alles für Mollath „gekämpft“ haben will! Wer nicht mehr getan hat, als irgendwo ein paar Kommentare zu schreiben, der hat nach meinen Maßstäben von Kampf nicht gekämpft.

        Wer gekämpft hat: All diejenigen, die Beziehungen spielen ließen, um etwas zu bewegen oder zu belegen, all diejenigen, die aufklärende Texte verfassten, dazu gehören neben diversen anderen auch Ursula Prem, Gabriele Wolff, Sie, Joachim Bode, Kranich05 und ich, all diejenigen, die den Tätern das Leben schwerer machten, alle, die trotz 353 StGB Material zum Download im Internet anboten, und alle, die wichtige Informationen über Netzwerke verbreiteten. Und alle haben insgesamt viel zu wenig getan, wie ich damals schon immer monierte. Und so fragt man sich: Warum haben alle zuwenig getan? Warum wurde nicht systematisch vorgegangen, sondern nur gehampelt (abgesehen von der juristischen Schiene seit Strate)?

        Jedenfalls: Jetzt tun die vermeintlichen Kämpfer auch nicht weniger als vorher. Worüber also jammern und klagen?

        Es kommt doch nur allen so vor, als ob es nun weniger sei, weil an der juristischen Front vorerst Kampfpause ist.

        Was über Mollaths Einzelschicksal hinausgehende Interessen angeht: Wo wurde denn diskutiert, wo so etwas herkommt? Wie es zu solchen asozialen Entgleisungen des Systems kommen kann?` Wo wurde denn diskutiert, was man wirklich tun müsste, um solche Fälle zukünftig auszuschließen?

        Es wurde bisher ineffizient und ohne Überlegung herumgehampelt (Ausnahmen: Schlötterer, Strate und ein paar Medien), und es läuft nun eben so weiter, ohne dass über irgendetwas auch nur systematisch diskutiert wird. Jawohl: Wir haben versagt, Bode, wir haben es nicht geschafft, genügend Power zu mobilsieren, um ohne Massenmedien genügend PR auf die Beine zu stellen! An mir, Bode, lag es nicht: Ich hatte Gott udn die Welt (und auch Sie!) angeschrieben, weil ich wusste, dass nur ein gemeinsam ausgearbeitetes Konzept genügend Power entfalten konnte, um ggf. auch ohne Massenmedien auszukommen. Aber Leute wie Sie, Bode, waren ja zu schlau und zu vornehm, um sich mit Sobottka abzugeben. Bode, was Sie sich in Bezug auf Gerechtigkeit wünschen, das spielt überhaupt keine Rolle: Das verblödete Volk ist unfähig, sich effizient zu organisieren. effizient politisch zu kämpfen, und das gilt auch für Leute wie Sie.

        Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka, UNITED ANARCHISTS

    • ungenutzt schreibt:

      Jetzt reicht es aber mal!
      Erst war Fritz Letsch gut genug und keiner hat sich dagegen gewehrt, als er schnell mit seinem Verein zur Stelle war. Und es ging eben nicht nur um Geld für Gustl Mollath, sondern vor allem um Geld für seine Unterstützung, weil der Unterstützerkreis selbst, ja scheinbar mittellos war. Oder sehe ich das falsch? Und wenn man mit diesem Spendenkonto und der anwaltlichen Vertretung nicht einverstanden war, dann hätte man das kommunizieren müssen. Hinterher ist man immer schlauer! Wer weiß, wie und was zwischen Herrn Letsch und Herrn Mollath in den vergangenen Monaten abgelaufen ist? Konnte Herr Letsch mit Herrn Mollath Rücksprache nehmen? Wissen Sie es? Erst war Herr Letsch gut genug und jetzt soll er der Sündenbock sein? Sie vergessen, dass das nicht das Problem war! Es wird sich zeigen, ob man die wirklichen Probleme, die dem Fall Mollath inne wohnen, lösen kann und will!

      Was wird dafür getan? Und von wem?

      Sie schreiben:
      „Letsch wußte immer, daß Spenden an das Konto nicht direkt an Mollath ausgezahlt werden können!“
      Als man die Spenden noch für die Unterstützung Herrn Mollaths sammelte, war das ja auch nicht nötig. Da Problem tauchte erst nach der Freilassung auf!
      Und es ist ja nicht so, dass Herr Letsch das Geld veruntreut hat, denn es ist ja noch da!
      Zeigen Sie ihm doch einen juristisch einwandfreien Weg!

      Das wäre konstruktiv! Das wäre Unterstützung!

      Und machen wir uns nichts vor: ohne den HVB-Revisionsbericht im Herbst 2012 und die Dokumentation der ARD am 3.6.2013 säße Herr Mollath noch heute!

      • Fotobiene schreibt:

        @ ungenutzt

        Sie schreiben:
        “Letsch wußte immer, daß Spenden an das Konto nicht direkt an Mollath ausgezahlt werden können!”
        Als man die Spenden noch für die Unterstützung Herrn Mollaths sammelte, war das ja auch nicht nötig. Da Problem tauchte erst nach der Freilassung auf!

        Das Geld wurde logischerweise vorher für genau diese Zeit – nach der Freilassung – gesammelt.
        Das war allen – auch Herrn Letsch – klar, „tauchte“ also nicht erst dann „auf“.

        Und nein, ich kann ihm keinen juristisch einwandfreien Weg zeigen – leider.

        Was den HVB-Revisionsbericht und die Medienarbeit betrifft, stimme ich völlig zu!

        • Sabine schreibt:

          Schwer vorstellbar, dass die Mitglieder des Unterstützerkreises kein Geld für Aktionen zur Freilassung, sondern für die Zeit danach für Herrn Mollath gesammelt haben wollen. Das würde doch bedeuten, sie hätten den zweiten Schritt gemacht, ohne den ersten vollziehen zu können.
          Unten im Blog steht doch, dass das Geld „für die Unterstützung von …“ gesammelt wurde.
          Außerdem scheint sich das ja sowieso erledigt zu haben, oder wie ist der Artikel von Heribert Prantl in der SZ zu deuten?
          aus:
          http://www.sueddeutsche.de/bayern/fall-mollath-der-gesetzgeber-schlaeft-1.1834704

          „Es geht ihm augenscheinlich gut, er lebt von dem Geld, das auf den Spendenkonten eingeht, und er freut sich auf seinen wieder aufgenommenen Prozess, von dem er nichts anderes als einen Freispruch erwartet.“

          Es gibt also mehrere Spendenkonten und er hat anscheinend genug.

          Damit scheidet eine Auszahlung von einem mildtätigen Verein mangels Bedürftigkeit aus. Was sollte also das Spendengedöns?

    • tokchii schreibt:

      Vielleicht kann Amazon diesen Wunsch erfüllen? Versandkostenfrei? (Zumindest wenn Sie in Deutschland leben, in Frankreich ist versandkostenfrei verboten)
      Vielleicht erinnern Sie sich aber auch an die Ergebnisse der Prüfung der Menschenrechtssituation in Deutschland vom April diesen Jahres, u. A. wurde beanstandet, dass es unglaublich sei, was in Internetforen – kürzlich wieder Mord nach Forumbekanntschaft – und Kommentarbereichen abgeht.
      Ich finde Ihren Beitrag schlicht beleidigend und kann ihm keinerlei Inhalt entnehmen.
      Eine dreischrittige hidden agenda ist mir – was ich freilich nicht als Defizit auffasse – nicht bekannt.
      Auch in diesem s. g. Unterstützerstreit wäre mehr Argumentation und weniger Agitation angesagt.
      PS. Der Presserat, dem eine u. A. auf diesem Blog herausgearbeitete Beschwerde zur Mollath-Berichterstattung vorgelegt wurde, tagt heute. Man darf auf das Ergebnis gespannt sein.

  2. Joachim Bode schreibt:

    Auch wenn das Verfahren Mollath nicht alles ist, es wichtigere Sachen gibt, sollte nicht übersehen werden, dass der Ausgang des Wiederaufnahmeverfahrens wegen seiner Signalwirkung ganz bedeutsame Auswirkungen auf das Bewusstsein vieler Menschen haben wird.
    Wenn wir einen rechtlich einwandfreien Abschluss erreichen, darüber hinaus aber noch eine wie auch immer geartete Stimmungslage schaffen können, dass dies nicht nur auf gute juristische Arbeit zurückzuführen ist, ermutigt dies zu weiterer Einmischung in vormals geduldetes und unangreifbar gehaltenes Justiz- und Verwaltungshandeln – ein wichtiger Schritt zum selbstbewussten Staatsbürger, der sich nicht mehr alles gefallen lassen will.

    • Fotobiene schreibt:

      Ja, so sehe ich es auch!
      Danke, Joachim Bode!

    • gabrielewolff schreibt:

      Diesem Kommentar kann ich voll zustimmen. In rechtsstaatsfernen Justizsystemen nützen auch optimale juristische Démarchen wenig, wenn sie nicht durch öffentlichen Druck verstärkt werden. Und selbst dann sträubt man sich ja noch, wie die StA Augsburg, bei einem vagen Anfangsverdacht wegen irgendwas gegen Cornelius Gurlitt nicht verlegen, nicht einmal einen Anfangsverdacht gegen Eberl und Leipziger bejahte, und in dieser Verkennung der Beweislage sogar noch durch den GStA in Nürnberg bestärkt wurde (der sich allerdings die krude Argumentation der StA Augsburg nicht zu eigen machte – die war dann doch zu peinlich).
      Es ist von außerordentlicher Wichtigkeit, daß dieser Einzelfall als pars pro toto in allen seinen Verästelungen erfolgreich geführt wird. Was aber nur mit einem außergewöhnlichen Anwalt zu schaffen sein wird.

      Die Implikationen dieses Falls sind ja jetzt schon virulent: das Revisionsrecht und die Dokumentationspflicht bei Verfahren in erster Instanz bei den Landgerichten müssen geändert werden. Die Mindestanforderungen an psychiatrische Gutachten müssen Pflicht werden, wie auch die Richter verpflichtet werden müssen, sich so viel an Kompetenz anzueignen, daß sie Scharlatane von Profis auf diesem Gebiet, bezogen auf das jeweilige Gutachten, unterscheiden können.

      Das ganze System des § 63 StGB muß auf den Prüfstand! Tatsächlich gibt es ja nur sehr wenige psychische Störungen, die nachvollziehbar zu einer kompletten Schuldunfähigkeit führen. Der gesamte diffuse Graubereich einer nicht ausschließbaren Schuldunfähigkeit nebst prognostizierter Gefährlichkeit, die unausgegorenen psychiatrischen Ausweitungen von Krankheitsbegriffen aus wirtschaftlichen Gründen bedürfen der Eindämmung.
      „Persönlichkeitsstörungen“ sind neurotische Fehlentwicklungen, die eine Krankheitsdefinition nicht erfüllen – weshalb Psychopharmaka auch ganz fehl am Platze sind. Dennoch werden sie als „schwere andere seelische Abartigkeit“ unter § 20 StGB subsumiert.

      Meine Meinung: wenn der Fall Mollath gründlich aufgearbeitet wird, was ohne einen überdurchschnittlichen Verteidiger obsolet ist, dann können auch die grundsätzlichen Fehler des Systems, die viele betreffen, abgestellt werden.

      Die eher kindliche Vorstellung, in diesem Einzelfall habe das schwammige GGG entscheidend eingewirkt, und anhand dieser ruchlosen Tat könne man es entlarven, findet bislang keine Stütze. Denn auch, wenn man Eberl und Brixner Rechtsbeugung konzediert und Dr. Leipziger Freiheitsberaubung, so bleibt ja das Motiv der Akteure im Dunkeln. Spekulationen darüber ersetzen Beweise nicht.

      • Joachim Bode schreibt:

        @ Gabriele Wolff

        Die Welt ist bunt, und das ist gut so. Es gibt nicht nur eine Kirche, die ich im Dorf lassen wollte, nein, die von Ihnen beschriebenen Baustellen erwarten noch intensivste Bearbeitung. Da kann man auf keine Arbeitskraft verzichten!

      • Deali schreibt:

        „Es ist von außerordentlicher Wichtigkeit, daß dieser Einzelfall als pars pro toto in allen seinen Verästelungen erfolgreich geführt wird. Was aber nur mit einem außergewöhnlichen Anwalt zu schaffen sein wird.“
        „Meine Meinung: wenn der Fall Mollath gründlich aufgearbeitet wird, was ohne einen überdurchschnittlichen Verteidiger obsolet ist, dann können auch die grundsätzlichen Fehler des Systems, die viele betreffen, abgestellt werden.“

        Ist den schon wieder Geisterstunde? Glaubst du im Ernst das sich das Landgericht von Dr. Strate vorführen lässt? Die legen im Moment in München die Strategie fest. Da wird gar nichts aufgearbeitet werden, schon gar nicht in Bayern! Von welchen Verästelungen schreibst du hier? Ich gehe mal davon aus das für diesen Termin ein Wurstbrot zum Mittag reicht. Strate wird am Abend seinen Rückflug antreten.
        Und dann wird die Zeit für viele Blog-Betreiber bitter! Von was sollen sie dann schreiben? Andere Themen beherrschen die Meisten nicht.
        Eine wohltuende Ausnahme ist Opa Kurch.

      • Winfried Sobottka schreibt:

        Pardon: HTML-ANweisung für Einfügen eines Bildes war nicht akzeptiert worden, daher habe ich nun den LINK zum Bild eingegeben!

        Gabriele Wolff schreibt:

        „Die Implikationen dieses Falls sind ja jetzt schon virulent: das Revisionsrecht und die Dokumentationspflicht bei Verfahren in erster Instanz bei den Landgerichten müssen geändert werden. Die Mindestanforderungen an psychiatrische Gutachten müssen Pflicht werden, wie auch die Richter verpflichtet werden müssen, sich so viel an Kompetenz anzueignen, daß sie Scharlatane von Profis auf diesem Gebiet, bezogen auf das jeweilige Gutachten, unterscheiden können.“

        Stimmt alles, ist aber pauschal / inhaltsleer. Von einer Volljuristin, die Jahrzehnte lang als Staatsanwältin arbeitete, die zudem emsig Internetartikel schreibt, würde ich im Falle solcher Einsichten erwarten, dass sie Kritiken am Revisionsrecht usw. konkret vorträgtt und taugliche Verbesserungsvorschläge macht? Wo findet man solches bei Gabriele Wolff, die zudem darauf verzichtet, sich in dafür geeigneten Kommentarspalten auf dem Beck-Blog zu äußern?

        Gabriele Wolff schreibt:

        „Die eher kindliche Vorstellung, in diesem Einzelfall habe das schwammige GGG entscheidend eingewirkt, und anhand dieser ruchlosen Tat könne man es entlarven, findet bislang keine Stütze.“

        Kindlich naiv dürfte wohl eher die Vorstellung sein, anstatt der heimlichen Herrschaft des Großkapitals hätten wir eine Demokratie und einen Rechtsstaat:

        Es ist Tatsache, dass Äußerungen Mollaths, mächtige Zirkel hätten sich gegen den Rest der Gesellschaft verschworen und führten das Land in die Gefahr eines Bürgerkriegs, ein Teilfundament der falschen Wahndiagnose waren.
        Dabei ist es in diesem Fall doch offensichtlich, dass hier kein Wahn vorliegt, sondern eine Wahrheit behauptet und von Justiz und Psychiatrie mit der Psychiatrisierungskeule bekämpft wird:

        Wen also schützen Justiz und Psychiatrie mit solcher Art der Wahrheitsbekämpfung, wen, wenn nicht das GGG?

        Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka, UNITED ANARCHISTS

      • tokchii schreibt:

        Auch wenn ich Frau Wolffs Überlegungen zu den aus dem Fall Mollath zu ziehenden Konsequenzen zustimme, denke ich, dass an sich noch weitergehende Änderungen notwendig sind.
        Insbesondere wäre eine grundsätzliche Einstellungsänderung der Strafverfolgungsbehörden wünschenswert vom „Bestrafen, was nachweisbar ist“ hin zu „Nachweisen, was strafbar ist“ etwa.
        Eine solche Haltung hätte auch im Fall Mollath eventuell (Reifenstechereien) Schlimmes verhindern können.

    • Deali schreibt:

      Nee, klar, dass es „ganz bedeutsame Auswirkungen auf das Bewusstsein vieler Menschen“ haben wird kann man am Besten am Ergebnis der Landtagswahl in Bayern sehen.
      Nachdem was Erika Lorenz-Löblein passiert ist wird die sich sicher nicht mehr in solche Fälle einmischen.
      Aber wir haben ja Dr. h.c. Gerhard Strate, den Beschützer der Armen…

      • gabrielewolff schreibt:

        @ Deali:

        https://opablog.net/2013/12/02/was-ist-da-so-schwierig/#comment-9141

        Leider kann ich nur hier antworten, beziehe mich aber auf Ihren verlinkten Beitrag.

        Nun hatte ich schon vor Jahren die Ehre, von Ihnen in einem leider unmoderierten Forum bepöbelt zu werden, woraufhin es, gerade wegen des Fehlens einer Moderation, einging. Diese uns leider verbindende ungute Historie gibt Ihnen allerdings nicht das Recht, mich hier und jetzt zu duzen.

        Zur Sache selbst:

        Ich habe durchaus nichts gegen weitergehende Betrachtungen, wenn sie denn mit dem Einzelfall durch tatsächliche Anhaltspunkte in Verbindung gebracht werden können. Ich setze aber, da mir diese tatsächlichen Anhaltspunkte nicht ersichtlich sind, eher auf den Effekt, daß eine juristische Aufklärung des Einzelfalls nachhaltige Fragen aufwirft, die allgemeinwirksam gelöst werden. Also auch zugunsten derjenigern wirken, für die Herr Mollathz sich einsetzt und einsetzen will.
        Wann hat die Diskussion eines Einzelfalls schon jemals dazu geführt, daß sich der Gesetzgeber zugunsten Entrechteter einsetzt? Das kennt man doch noch sonst nur im umgekehrten Fall: ein spektakulärer Fall des Kindesdmords, vom Boulevard aufbereitet, und schon endtdeckt die Politik eine Regelungslücke und komplettiert ihren Wegsperrwahn – auf menschenrechtswidrige Art und Weise. Mittlerweile braucht es Straßburg, um diese Praktiken zu verhindern.

        Im übrigen verstehe ich Ihre Argumentation nicht:

        „Da wird gar nichts aufgearbeitet werden, schon gar nicht in Bayern! Von welchen Verästelungen schreibst du hier? Ich gehe mal davon aus das für diesen Termin ein Wurstbrot zum Mittag reicht. Strate wird am Abend seinen Rückflug antreten.“

        RA Strate macht selbstverständlich nicht bei der bayerischen Justiz Halt. Die weiß genau, daß die Sache bei diesem Anwalt vor das BVerfG geht.

        „Nachdem was Erika Lorenz-Löblein passiert ist wird die sich sicher nicht mehr in solche Fälle einmischen.
        Aber wir haben ja Dr. h.c. Gerhard Strate, den Beschützer der Armen…“

        Was meinen Sie damit? Hat diese Ihre Anmerkung irgendeinen sachlichen Gehalt? Ist Ihnen nicht aufgefallen, daß sie seinerzeit, als im Jahr 2012 ihre Strafanzeige gegen Dr. Leipziger leichthin abgewiesen worden war, nicht den Weg des Klageerzwingungsverfahrens gegangen ist? Den man in Bayern gehen muß, wenn man systemrelevante Ärzte anzeigt? Das ist natürlich Arbeit und setzt entsprechende Erfahrungen voraus.

      • Joachim Bode schreibt:

        Was Arbeit und Erfahrung anbelangt:
        Zu beiden Punkten kann ich aus eigener Erfahrung nur sagen, dass die im Verfahren für Mollath geleistete juristische Arbeit auf allerhöchstem Niveau stattfindet, welches von mir nicht mal ansatzweise erreicht werden könnte. Der juristische Laie kann sich darüber kaum eine Vorstellung machen, dass nur langjährige intensive Beschäftigung mit der speziellen Materie zusammen mit großer Begabung solche Ergebnisse ermöglichen.

        • kranich05 schreibt:

          Ich wollte eigentlich nie strohdumm sterben, aber nachdem mir manche qualifizierten Juristen erklären, dass der Begnadete (besser: Seine Heiligkeit) schier unvorstellbare Leistungen erbringt, erwäge ich doch ernsthaft zu konvertieren.

          Aber vielleicht geht es ja gar nicht um juristische Qualität? Vielleicht ist „langjährige intensive Beschäftigung mit der speziellen Materie zusammen mit großer Begabung“ ein offenes Scheunentor?

      • tokchii schreibt:

        Joachim Bode schreibt: https://opablog.net/2013/12/02/was-ist-da-so-schwierig/#comment-9170 „Wenn diese ‚Praktiken‘ bekannt würden, gäbe es kaum noch Spender…“
        Meine Erfahrungen beziehen sich zwar nur auf Deutschland und deutsche Organisationen, sowie Infos des DZI zur Spendensituation in Deutschland, bei der Beurteilung der Spendenlandschaft komme ich allerdings zum gleichen Ergebnis.

      • Deali schreibt:

        @gabrielewolff

        Sehr geehrte Frau Wolf,
        es ist schön das sie hier nur antworten können sonst wären meine Beiträge sicher nicht veröffentlicht worden.
        Es erstaunt mich wirklich das ihr Langzeitgedächtnis sie im Stich lässt. Das Forum von Oldoldman wurde von ihm moderiert aber er hat nicht (wie sie und Frau Prem) zensiert.
        Es ist demzufolge auch nicht, wie sie behaupten, wegen fehlender Moderation geschlossen worden. Wenn ich die sehr guten Kommentare eines Winfried Sobottka lese dann muss man sich wundern das sie diesen Mann generell gesperrt haben. Falls sie sich nicht erinnern können: (http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/09/19/der-fall-mollath-die-irrwege-der-psychiatrie-1/comment-page-1/#comment-26531). Schade das sie meine medizinischen Ratschläge nicht befolgt haben sondern sie als Pöbelei bezeichnen. Schön das sie mir das „Du“ entziehen, ich halte das für eine Charakterschwäche. Aber ich duze mich auch sehr ungern mit Personen die eine Meinungsdiktatur betreiben!

        Zur Sache selbst:
        Sie schreiben:
        „RA Strate macht selbstverständlich nicht bei der bayerischen Justiz Halt. Die weiß genau, daß die Sache bei diesem Anwalt vor das BVerfG geht.“
        Da bin ich aber mal gespannt was Strate dem Bundesverfassungsgericht erzählen will wenn Mollath freigesprochen wird? Da wird er sich gute Gründe suchen müssen. Aber er wird ja gut unterstützt von seinen Lieblingsbloggerinnen.
        Sie schreiben:
        „Ist Ihnen nicht aufgefallen, daß sie seinerzeit, als im Jahr 2012 ihre Strafanzeige gegen Dr. Leipziger leichthin abgewiesen worden war, nicht den Weg des Klageerzwingungsverfahrens gegangen ist?“
        Können sie sich vorstellen das Erika Lorenz-Löblein sich über Erfolgsaussichten eines Klageerzwingungsverfahrens Gedanken gemacht hat? Sie haben doch bei Staatsanwaltschaften gearbeitet. Wie oft mussten sie oder ihre Kollegen die Arbeit nach einem solchen Verfahren aufnehmen?
        Sie Schreiben:
        „Den man in Bayern gehen muß, wenn man systemrelevante Ärzte anzeigt?“
        Meinen sie das ist nur in Bayern so?
        „Das ist natürlich Arbeit und setzt entsprechende Erfahrungen voraus.“
        Und diese Arbeit nimmt Dr. Strate völlig uneigennützig auf sich!
        Es gab da mal eine Serie Wohlfahrtsmarken die hieß „Helfer der Menschheit“. Bei einer eventuellen Neuauflage muss Herr Strate dort ein Platz gewidmet werden.

        MfG

        Deali

      • Winfried Sobottka schreibt:

        @ J. Bode: Ich sehe das anders als Sie: Ich brauchte mehr Zeit (am Anfang mindestens die fünffache), Ruhe vor gepulsten elektromagnetischen Strahlen und die passende Motivation im Bauch (fiele mir in Fällen wie „Mollath“ ./. Bayernstaat nicht schwer), und ich würde vergleichbar gut Arbeit wie Strate hinlegen – und so manche anderen köpnnten das im Prinzip auch. Natürlich nicht alle. Aber Sie sollten Ihren Bewunderungsrausch abstellen und sich einmal nüchtern überlegen, was man aus Ihren Worten ableiten kann: Dass es in unserem Rechtssystem absoluter Ausnahmeanwälte bedarf, um überhaupt eine Chance zu haben, gegen Unrechtsjustiz anzukommen!

        Lieber Bode, so darf das doch auf keinen Fall sein! Recht vor Gericht zu bekommen, muss doch jedem möglich und letztlich sogar selbstverständlich sein! Wir können Strate nicht klonen, wir müssen also zu Lösungen finden, die jedem das Recht gewähren, ohne absoluter Top-Anwälte zu bedürfen. Und es darf auch nicht sein, dass ein Wiederaufnahme-Antrag bei so klarer Sachlage 140 Seiten in hoch elaborierter Sprache umfassen muss, um erfolgreich sein zu können! Wenn deutsche Richter meinen, sie könnten jeden Anwalt mit IQ < 120 beliebig verscheißern, dann brauchen wir nicht andere Anwälte, sondern andere Richter!

        Warum machen Sie, Bode, hier nicht einen Strang auf, in dem Sie konkrete Änderungsvorschläge machen und diskutieren lassen?

        Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka, UNITED ANARCHISTS

        • kranich05 schreibt:

          Wie oft bei Äußerungen von Herrn Sobottka wird er mit seinem Eingangsstatement, es notfalls genauso gut zu können wie Strate, zunächst mal Empörung auslösen. Wer trotzdem weiterliest, findet einen goldenen Satz, den auch ich schon oft gedacht aber bisher nicht formuliert hatte:
          Was ist das für ein Rechtsstaat, in dem es „absoluter Ausnahmeanwälte bedarf, um überhaupt eine Chance zu haben, gegen Unrechtsjustiz anzukommen!“ Und das, setze ich hinzu, in einem glasklaren Fall wie Mollath!

      • Joachim Bode schreibt:

        Eine der wohl beeindruckendsten Fähigkeiten des „Begnadeten (besser: Seine(r) Heiligkeit“ – Originalton Franziskus – nein: Opa Kurch – ist, schwierige Dinge verständlich darstellen zu können. Das führt regelmäßig zur Unterschätzung (wie man sieht), was andererseits Vorteile bringt…

        • kranich05 schreibt:

          Ich möchte keine Urheberrechte verletzen ;-): Den „Begnadeten“ habe nicht ich erfunden und dass er „kaum vorstellbare Leistungen“ erbringt, ebenfalls nicht.

      • Joachim Bode schreibt:

        Schon immer war es es eine Binsenwahrheit:

        Der Unterschied zwischen Recht haben und Recht bekommen.

        Warum sollte das ‚Recht bekommen ‚ plötzlich außerhalb der kapitalistisch geprägten Marktgesetze liegen?

      • Joachim Bode schreibt:

        Jeder Fachmann (und auch interessierte Laie) wird bestätigen, dass Kachelmann vor dem LG Mannheim ohne den Wechsel zu Rechtsanwalt Johann Schwenn höchstwahrscheinlich erfolglos geblieben wäre. Es gibt also mehr als einen ‚Begnadeten‘. Der Kreis der ‚Heiligen‘ erweitert sich. Hoffentlich reicht der Platz im Himmel!

      • Deali schreibt:

        @Joachim Bode:
        „Jeder Fachmann (und auch interessierte Laie) wird bestätigen, dass Kachelmann vor dem LG Mannheim ohne den Wechsel zu Rechtsanwalt Johann Schwenn höchstwahrscheinlich erfolglos geblieben wäre.“
        Hatte Kachelmann denn Erfolg? Er ist zwar freigesprochen worden aber der Falschbeschuldigerin ist nichts passiert. Jetzt versucht er durch Zivilprozesse zu beweisen das er unschuldig ist. Es wäre besser die Mannheimer Bande hätte ihn verurteilt und er hätte einen neuen Prozess bekommen in dem die Indizien auch beurteilt worden wären. So hat das Gericht die Tatsache das keine Spuren von ihm am angeblichen Tatmesser vorhanden waren einfach ignoriert.
        Ich glaube das die Weichen schon vor Schwenn gestellt waren. Seinen Freispruch hat er sicher auch den Medien und dem Internet zu verdanken. Das Gericht hatte schlicht Angst ihn zu verurteilen.

        • Joachim Bode schreibt:

          @ Deali schrieb: „Es wäre besser die Mannheimer Bande hätte ihn verurteilt und er hätte einen neuen Prozess bekommen in dem die Indizien auch beurteilt worden wären.“

          So kann nur einer schreiben, der von der Materie nichts verstanden hat. Einfach frei in die Luft fabulieren ohne nachzudenken – sowas scheint immer moderner zu werden.

          • Deali schreibt:

            Was soll ich ihrer Meinung nach nicht verstanden haben? Was fabuliere ich frei in die Luft?
            Bitte begründen Sie ihre Kritik und hauen nicht nur drauf!
            Sie wissen schon das Johann Schwenn ein Spezialist für Revisionen ist?
            http://www.zeit.de/2010/49/WOS-Verteidigerwechsel

          • Joachim Bode schreibt:

            1. Bei der Justiz muss man um jeden Millimeter kämpfen. Hoffen auf die nächst-höhere Instanz ist regelmäßig falsch.
            2. In der Revision wird nur ganz begrenzt geprüft, meist noch weniger als gesetzlich erlaubt.

          • Deali schreibt:

            1. Es ist ja auch anders gekommen. Aber da wurde noch richtig nachgetreten.
            2. Schwenn hatte sicher genügend Revisionsgründe gesammelt. Und das hat er auch deutlich vor Gericht geäußert. Ich war dort im Gerichtssaal als Seidling das wortlos zur Kenntnis genommen hat.
            Ich denke mal Mollath wird es ähnlich ergehen. Freispruch, eine kleine Entschädigung und dann is a Ruh!
            Aber er hat ja Strate. Der wird sicher zivilrechtlich gegen die Verursacher vorgehen. Selbstverständlich kosten-neutral für Gustl Mollath. Und wenn´s sein muss bis vor das BVerfG… >:D

      • wieder da schreibt:

        Irgendwann war in diesem Blog zu lesen, dass da jemand genau den Wunsch von Nerlich erfüllt hat, nämlich einen Wiederaufnahmeantrag durch die Verteidigung zu stellen.
        Und weil die Wunscherfüllung manchmal etwas länger dauert, hatte ja die Ministerin Merk bereits Ende November dann die Staatsanwaltschaft anweisen müssen, einen Wiederaufnahmeantrag zu stellen.
        Gut, dass der Beschützer der Armen den Wunsch von dem armen Herrn Nerlich erfüllt hat. Hatte er doch schon eine aufmüpfige Regensburger Staatsanwaltschaft die den Wiederaufnahmeantrag erst nach mehrfacher Korrektur wunschgemäß erstellt hatte!

      • Winfried Sobottka schreibt:

        Bode, Ihnen geht es doch gar nicht um Fortschritte im Rechtswesen.

      • Joachim Bode schreibt:

        @ Deali:

        Fragen Sie mal Kachelmann, ob der Freispruch für ihn ein Erfolg war – statt Verurteilung…

      • Joachim Bode schreibt:

        @ Sobottka:

        Nur ich weiß, was ich nicht will.

      • Deali schreibt:

        @Joachim Bode

        Gehen Sie mal auf Kachelmann´s Facebook-Seite. Er klagt dort jeden Tag über das Unrecht. Es ist schon grausam was die Justiz aus ihm gemacht hat.

        • Joachim Bode schreibt:

          Facebook sagt mir nix. Da hat die NSA das Sagen.

        • Blaumeise schreibt:

          Es ist schon fast Kult den armen Kachelmann zu bedauern.
          Herr Kachelmann sollte einmal eine Klinik besuchen, wo Opfer sexueller Gewalt behandelt werden, da würde er sehen wie grausam es denen geht. Über die vielen grausamen Sexualmorde redet auch kaum jemand.
          Ich verurteile auch Falschanzeigen, jedenfalls das Risiko Opfer einer Gewalttat zu werden ist um vieles höher als Opfer einer Falschanzeige zu werden.

          • Joachim Bode schreibt:

            Kennen Sie Kachelmann Buch „Recht und Gerechtigkeit“?

          • Deali schreibt:

            Kachelmann ist definitiv Opfer einer Falschanzeige geworden. Herr Kachelmann muss keine Klinik besuchen in der Opfer sexueller Gewalt behandelt werden, sie reden so als ob die dort ausgestellt werden. Herr Kachelmann ist das Opfer einer deutschen Justiz die sich offenbar alles erlauben kann. Und das was Brixner und Seidling gemacht haben ist nur die Spitze vom Eisberg.

    • Blaumeise schreibt:

      Es wäre in meinen Augen sinnvoll, dass die Spendengelder für die Anwaltskosten verwendet werden, damit ein klares, gleichberechtigtes Verhältnis zwischen Anwalt und Klient hergestellt ist.
      Die Diskrepanzen zwischen Opablog und Wolffblog erklären sich an der unterschiedlichen Anschauung der Hintergründe des Fall Mollath.
      Herr Kurch sieht mehr die gesamtgesellschaftlichen Hintergründe…..eben das GGG, so wie ich es auch sehe , während Frau G.Wolff versucht, den Fall Mollath in die Opfer-Abo Schiene Geschädigter a` la Kachelmann zu schieben.

  3. Deali schreibt:

    Ich glaube Mollath kann nicht mehr geholfen werden. Der befindet sich ganz in den Fängen von Dr. Strate. Der muss sich doch jetzt alles genehmigen lassen. Was aber bezweckt Strate damit das er die Fronten zwischen sich und Prof. Kröber und Co. so verhärtet? Will er etwa Mollath damit helfen? Die erstellten Gutachten werden mit Sicherheit nicht negiert. Was erlauben Strate? Soll Professor Dr. Kröber sich hinstellen und öffentlich zugeben das er großen Mist gebaut hat? Und Leipziger wird nicht wegen dem Gutachten angeklagt sondern höchstens wegen der Freiheitsberaubung, so das OLG München den Klagerzwingungsantrag zustimmt. Leipziger hat das volle Vertrauen der Bezirksverwaltung. Und das kommt nicht von Merkel, nein das sagt der Direktor der Bezirksverwaltung Oberfranken, Rudolf Burger!
    Aber Dr. Strate ist ja Anwalt, der muss alles vor Gericht erstreiten. Im Spendendilemma hätte sicher ein wenig Bauernschläue weit mehr geholfen als Anzeigen. Und auch das Beenden des Mandats für Erika Lorenz-Löblein ist sicherlich nicht auf Mollaths Mist gewachsen.
    Es ist natürlich ein gangbarer Weg den Strate da mit Mollath beschreitet. Aber Mollath sollte bedenken das er ja nach Abschluss dieser Sache weiter in Nürnberg leben will.

    I see very black for the white man!

    MfG

    Deali

    • Frieder Kohler schreibt:

      „ein wenig Bauernschläue (hätte) weit mehr geholfen“: Nein, und nochmals nein! Im Mollath-Skandal sind von Anfang an alle Akteure mit reichlich Bauernschläue ausgestattet (gewesen): vom Polizeivollzugsdienst über die Staatsanwaltschaft als Herrin des Ermittlungsverfahrens bis zu den Hohen Gerichten, allüberall wurde doch Wasser in die Milch gepanscht! Ich will RA Strate nicht wiederholen, aber wurden die Abgeordneten des Bay. Landtages von der Frau Merk nicht belogen, sind ihre Halbwahrheiten durch Fernsehen und die Süddeutsche Zeitung nicht deutlich gemacht worden? Warum und wozu dieser „Amtsmißbrauch“, das sind doch die Fragen, die zu den im Dunkeln gebliebenen Machthabern führen (können)! Da Korruption auch durch Beförderung möglich ist, hilft oft schon die Frage, was aus den (rechtswidrig) Handelnden geworden ist – selbst wenn sie schon im Ruhestand sind und immer noch an Amt und Würden gieren!

  4. Albert A. schreibt:

    Fritz Letsch, das ZBB Konto und was dabei übersehen wird!

    Ursprünglich wurde von dem Unterstützerkreis mit Hilfe der Gesellschaft für Ethik in der Psychiatrie e.V. Geld FÜR Gustl Mollath gesammelt.

    Aus Sorge darüber, dass nicht alle Spenden deutlich als FÜR Gustl Mollath BESTIMMTE Spenden ausgewiesen werden, wurde nach einem anderen Konto gesucht. Das fand man mit Hilfe von Herrn Letsch bei dem Verein ZBB – Zusammenschluss bayerischer Initiativen.

    Es war aber NICHT MEHR KLAR; ob auf diesem Konto weiterhin Spenden für Gustl Mollath gesammelt werden, sondern eher „für seine Unterstützung“ und für „politische Bildung“.

    opa-kranich sah es zum Beispiel so:
    „Ich habe für Mollath Zeit gespendet, aber auch Geld, damals zum Jahreswechsel 2012/13. Meine Spende habe ich verstanden als für die Unterstützung der Befreiung Mollaths. Ob sie ihm direkt persönlich zu Gute kam, war eher nicht meine Erwartung.“
    https://opablog.net/2013/12/02/was-ist-da-so-schwierig/#comment-9131
    Und weiter:
    „Ich sah die tolle Qualität der gustl-for-help-Seite mit der hervorragenden Dsokumentation wesentlicher Dokumente und hatte von daher völliges Vertrauen, dasss mein Geld da irgendwie sinnvoll verwendet würde.“

    Es war aber nicht opa-kranich, der über den VERWENDUNGSZWECK der Spenden zu bestimmen hatte, sondern der Unterstützerkreis, der sich um die gustl-for-help-Seite und die Rechtsanwältin Erika Lorenz Löblein sammelte.

    Was hat der Unterstützerkreis damals bei dem Kontowechsel also entschieden???

    Wurde damals entschieden, dass NICHT MEHR FÜR Gustl Mollath gesammelt werden soll, sondern für seine Unterstützung und für den Unterstützerkreis?

    opa-kranich hat seine Aussage nach FÜR den Unterstützerkreis gespendet. FÜR die „Unterstützung der Befreiung Mollaths“ und nicht unbedingt FÜR Gustl Mollath. So hat es opa-kranich verstanden und war damit auch einverstanden.

    Also: Was hat der Unterstützerkreis damals bei dem Kontowechsel ENTSCHIEDEN??? Und gibt es Protokolle dazu?

    Wurde darüber entschieden, dass nicht mehr FÜR Gustl Mollath gespendet werden soll, sondern NUR FÜR seine Unterstützung?

    Und:
    Wurde der Verein ZBB dazu verpflichtet, die Spenden an den Unterstützerkreis auszuzahlen? Oder wurde darüber abgestimmt, dass der Verein ZBB in Person von Fritz Letsch frei darüber entscheiden darf, wie die Spenden „für die Unterstützung der Befreiung Mollaths“ verwendet werden?

    Hat sich der Unterstützerkreis entmündigt, in dem er die VERANTWORTUNG für die Verwendung der Spenden allein dem Herrn Letsch überließ?

    Das ist nämlich genau das, was wir endlich wissen sollten, um aus den Streitigkeiten herauszukommen: Was hat der Unterstützerkreis im Zusammenhang mit dem Kontowechsel über den Zweck und die Verwendung der Spenden damals BESCHLOSSEN?

    • kranich05 schreibt:

      Ich fürchte, dass Sie mit Ihren Fragen den UK überfordern. Ich fürchte, dass es viel leichter ist, 100 „bohrende“ Fragen zur Unterstützung zu stellen, als einen Monat wirklich die UnterstützerARBEIT zu machen. Ich fürchte dass manche Unterstützungsarbeiter dafür gescholten werden, dass sie keine vorbildlichen Protokolle ablieferten.
      Und schließlich: Ich hätte NullKommaNull Lust, meinem komischen Kumpel seine schlauen Fragen zu beantworten, nachdem er mir mit dem Staatsanwalt gedroht und nicht nur gedroht hat.

      • Albert A. schreibt:

        Mir geht es nicht um den Staatsanwalt. Ich hoffe, Sie meinen mit dem „komischen Kumpel“ nicht mich, ich habe Ihnen auf keine Weise gedroht…

        Mir geht es um das Kollektiv. Der Unterstützerkreis war ein Kollektiv. Kann, soll das Kollektiv GEMEINSAM Entscheidungen treffen? Oder braucht es auch dafür eine „Vorhut“?

        Deswegen frage ich mich, welche Entscheidung das Kollektiv getroffen hat. Und wie klar und verständlich diese Entscheidung war. Denn nach der kollektiven Entscheidung sollte dann jedes Mitglied des Kollektivs in der beschlossenen Sache auch handeln…

        • kranich05 schreibt:

          Gewiß meinte ich nicht Sie mit dem „Kumpel“, der mit dem Staatsanwalt gekommen ist, sondern Strate. Entschuldigung, wenn das so verstanden werden konnte.
          Ich vermute, dass der UK kein Kollektiv war, sondern, dass er von grossen Widersprüchen gezeichnet war (um nicht zu sagen zerrissen).
          Und ich glaube zugleich, dass die unerträgliche Situation Mollaths es nicht zuließ, „zu warten“, „sich Zeit zu nehmen“, „es richtig zu machen oder gar nicht“ und was dergleichen Redensarten mehr sind. Deshalb schätze ich außerordentlich hoch, überhaupt am Höchsten, die Arbeit dieser Menschen (und ich habe sehr konkrete Personen vor Augen), die so viel, Manche Unermessliches geleistet haben, ohne auf Dank oder gar Ruhm zu schauen, und denen dabei Mängel in der Arbeit unterlaufen sind.

          Freilich muss man versuchen, nach allen jetzigen Erfahrungen, klüger zu werden. Wo waren entscheidende Punkte, an denen Präzision unverzichtbar war? Hätte man sich bei gewissen unlösbaren Widersprüchen anders verhalten können? Meine Hauptschlussfolgerung ist, dass die Waffe (Entschuldigung für den martialischen Ausdruck) der Offenheit, der Durchsichtigkeit noch entschiedener gelten muss. Vertrauen und Kontrolle einander gegenüber zu stellen (Das eine ist gut, das andere ist besser.), ist verderblich. Vertrauen und Kontrolle werden eins in der uneingeschränkten Transparenz des verantwortlichen Handelns Aller. (Transparenz also nicht nur im Sinne von Durchblick, im Sinne von Informiertwerden (vielleicht erst 2 Jahre danach), sondern zugleich im Sinne der Kompetenz, das offenkundig Notwendige zu tun.)

      • Joachim Bode schreibt:

        Kurch – äh kurz – gesagt:
        Wo volle Transparenz vorliegt, sind Kontrolle bzw. Vertrauen nicht (mehr) erforderlich…

      • Deali schreibt:

        „nd schließlich: Ich hätte NullKommaNull Lust, meinem komischen Kumpel seine schlauen Fragen zu beantworten, nachdem er mir mit dem Staatsanwalt gedroht und nicht nur gedroht hat.“
        Der war jetzt echt gut!

        Deali

  5. ThomasM schreibt:

    „Und auch das Beenden des Mandats für Erika Lorenz-Löblein ist sicherlich nicht auf Mollaths Mist gewachsen.“

    Wessen Entscheidung soll es denn sonst gewesen sein? Sind sie auch jemand, der anderen Menschen einfach so den eigenen Willen abspricht? Und zwar ausgerechnet dem Herrn Mollath, der nicht zuletzt aufgrund seiner Willensstärke so lange eingesperrt wurde?

    • Deali schreibt:

      Wenn ich mir das Video von Mollath bei seinem Redebeitrag beim Kommentargottesdienst in St. Lorenz, Nürnberg ansehe dann glaube ich nicht das er von sich aus einfach jemanden vor die Tür setzt der sich so lange für ihn eingesetzt hat.
      Das ist die Handschrift eines ausgebufften Advokaten.

      Deali

  6. friedrich schreibt:

    @Blaumeise
    „Herr Kurch sieht mehr die gesamtgesellschaftlichen Hintergründe…..eben das GGG, so wie ich es auch sehe , während Frau G.Wolff versucht, den Fall Mollath in die Opfer-Abo Schiene Geschädigter a` la Kachelmann zu schieben.“
    Falsch. Frau Wolff erkennt an dass man für Bezüge zum „GGG“ belege braucht und kein Geschwätz von sogenannten Durchblickern. Das scheint der wesentliche Grund für verschiedene Konflikte zu sein.

    • tokchii schreibt:

      Aber ist denn der HVB Bericht etwa kein Beleg für Bezüge zum GanzGroßenGeld? „eine allseits bekannte Persönlichkeit“?
      Die Auseinandersetzung damit war bislang eher dürftig, dabei ist in den vergangenen Jahren Banken/Versicherungen so einiges an kriminellem Verhalten nachgewiesen worden. Zinsmanipulationen, Beihilfe zur Steuerhinterziehung, exorbitante Entlohnung, Lustreisen, heimliche Tippgeber, Anlegerbetrug usw usf.
      Wenn ich die Aussagen/Verteidigungsschrift des Herrn Mollath richtig verstanden habe, war es dieses Verhalten, das ihn störte, das er anprangerte.
      Und die Umverteilung von unten nach oben hat schon solche Züge angenommen, dass die OECD Deutschland als das Industrieland mit dem weltweit höchsten Armutsrisiko einstuft. Während einige wenige hunderte Milliarden in Steueroasen horten.

    • Blaumeise schreibt:

      @ friedrich

      siehe O.T. Wolff

      Rosenkrieg 2

      Ab hier sagt kranich05:
      Ihr Kommentar besteht darin, die ganze Diskussion auf den einstigen Einstiegsartikel von Frau Wolff zurückzukoppeln – Rosenkrieg!
      Es wundert Sie hoffentlich nicht, dass ich den Lesern dieses Blogs (und mir) die Installation dieser Dauerschleife erspare.

      • Blaumeise schreibt:

        @ kranich05

        Es ist schon o.k. …………….gewöhnlich erzeugt bei mir antifeministisches Geschrei nur ein müdes Lächeln.
        Bei Staatsanwälten auch a.D., sollte allerdings vorurteilsfreies Denken im hohen Maße vorhanden sein, besonders wenn sie sich öffentlich äussern.

  7. Piepmatz schreibt:

    Vielen Dank, Joachim Bode! Sie haben mir mit Ihrem langen Beitrag voll aus der Seele gesprochen. Da weiss ich mich in guter Gesellschaft im Kampf gegen schlechte gesellschaftliche Verhältnisse!

  8. Lutz Lippke schreibt:

    Am Anfang dachte ich endlich, Danke Joachim Bode! Dann wurde mir klar, aller Anfang ist schwer. Dabei wollen ihn doch die Meisten. Zwischendurch wusste ich nicht mehr, was am Anfang war. Dank Piepmatz bin ich wieder auf Anfang, hoffentlich nicht das Ende. Piep,Piep!

  9. friedrich schreibt:

    „Zinsmanipulationen, Beihilfe zur Steuerhinterziehung, exorbitante Entlohnung, Lustreisen, heimliche Tippgeber, Anlegerbetrug usw usf.
    Wenn ich die Aussagen/Verteidigungsschrift des Herrn Mollath richtig verstanden habe, war es dieses Verhalten, das ihn störte, das er anprangerte.
    Und die Umverteilung von unten nach oben hat schon solche Züge angenommen, dass die OECD Deutschland als das Industrieland mit dem weltweit höchsten Armutsrisiko einstuft. Während einige wenige hunderte Milliarden in Steueroasen horten.“
    Das ist Alles und Nichts, Tutti Frutti, allgemeine Weltklage. Damit macht man linke Positionen nur lächerlich. In der Politik geht es nicht darum die lauterste Gesinnung nachzuweisen und zu beklagen dass die Welt pöhse ist. Verständlich, dass Gabriele Wolff und Andere dass in deren Blog nicht lesen wollen.

    • kranich05 schreibt:

      @friedrich
      Sie sagen implizit der Revisionsbericht der Bank sei Tutti Frutti, allgemeine Weltklage. In einem anderen Kommentar bezeichnen Sie die Analyse der Politik des Superreichtums als Durchblickerei. Schön für Sie, dass Sie Bescheid wissen. Mein Blog kann gut auf Ihre Nonsens-Kommentare verzichten.

  10. Albert A. schreibt:

    Ich habe weder idyllische noch ideelle Vorstellungen vom „Kollektiv“. Selbst eine Theatergruppe ist für mich ein Kollektiv. Gruppe – Kollektiv.

    Kollektiv ist für mich eine Gruppe, die ein gemeinsames Ziel hat, für das die Mitglieder in Vollzeit (Arbeitskollektiv im Betrieb) oder ehrenamtlich (Unterstützerkreis) arbeitet.

    Auch die Theatergruppe hat ein gemeinsames Ziel, trotzdem kann es dabei viel Streit darüber geben, wie die einzelnen Rollen ausgefüllt werden sollen und wie das Theaterstück eigentlich weitergehen soll. Und auch in den Kibbuzen gab es viel Streit…

    Ein „Kollektiv“, das wenigstens nach außen nicht streitet, dazu fällt mit eher eine Spezialeinheit der Polizei, die nach außen sehr geschlossen wirkt. Das war z.B. in Brasilien so, als zehntausende protestierende Menschen auf die Straße gingen, um gegen die sozialen Missstände im Land zu demonstrieren. Und in Thailand hat das „Spezialkollektiv“ der Polizei vor kurzem genauso gehandelt. Sehr geschlossen…

    • kranich05 schreibt:

      Der Kollektivbegriff wird durchaus verschieden gebraucht. Dagegen ist auch nichts einzuwenden; man muss halt definieren, was man meint.
      Meine Kollektivauffassung ist enger. Eine beliebige Gruppe, die ein gemeinsames Ziel erklärt, z. B. der Unterstützerkreis, ist für mich noch kein Kollektiv. Hinzutreten gemeinsame Werte, die auch handlungsrelevant sind, eine verläßliche Binnenstruktur, Offenheit der internen Prozesse, differenzierte individuelle Verantwortlichkeiten, die jederzeit ins Kollektiv zurückgenommen werden können, Verbindlichkeit, Solidarität, gesamtgesellschaftlicher Anspruch mit offener Kommunikation auch nach außen, auch Rituale. Und einiges mehr. All das natürlich im lebendigen Prozess (Streit).
      In diesem Sinne fehlten dem UK, auch dem engeren UK, sicherlich wesentliche Kollektivmerkmale. Das ist kein Vorwurf an Irgendjemanden. Es sollten aber die Fragen auf dem Denkzettel bleiben, deren Nichtlösung (Nichtlösbarkeit?) sich am Ende als schlimm erwiesen hat.

      • Albert A. schreibt:

        Wozu „lebendige Prozesse (Streit)“, wenn das Kollektiv schon fertig ist, praktisch reif? Um die Reife zu erreichen, braucht es Prozesse, auch beim Bier und Wein.

        „Vollkommenheit“ ist ein Zustand, den man nicht mehr verändern kann, sonst wird die Vollkommenheit zerstört. Das gilt nicht nur für eine Statue. Wenn ein sehr erfahrenes und reifes Kollektiv eine Statue meißeln will, wovon das Kollektiv aber keine Ahnung hat, reicht die Erfahrung und die Reife des Kollektivs nicht. Natürlich kann das reife Kollektiv die Aufgaben, von denen niemand irgendwelche Ahnung hat, viel sinnvoller untereinander verteilen als eine lose Gruppe von Menschen, die sich noch nicht einmal kennen. Doch der Kennenlernprozess wird sich in der losen Gruppe sehr wohl entfalten. In einem reifen Kollektiv wohl nicht mehr, und mag die erwünschte Statue noch so groß sein (werden sollen). In einem reifen Kollektiv entfalten sich eher die Gewohnheiten. Also nichts Neues unter der Sonne…

        Das ist mir aber im Moment nicht so wichtig.

        Wie entsteht ein Kollektiv, dass Sie so detailliert beschreiben? Und wo finde ich so eins? Ich habe auch schon verschiedene Lebens-, Arbeits- und Wohngemeinschaften besucht, das gemeinsame Leben wurde für alle erst erträglicher, nach dem sie von dem lebendigen Prozess (Streit) Abstriche gemacht haben. Also keine Chance mehr, um endlich zum echten Kollektiv zu werden?

        Die Lösung des Orakels:
        (Das Kollektiv besteht aus Individuen, und jedes Individuum hat auf das Kollektiv und die anderen Individuen im Kollektiv so ziemlich eigene Ansprüche. Und die Ansprüche entwickeln sich oft noch schneller als das Kollektiv. Die Individuen in einer losen Gruppe von Menschen wagen es nicht, gleich Ansprüche auf die Anderen zu stellen. Eine lose Gruppe von Menschen ist anfangs viel bescheidener.)

        Und wenn Herr Mollath und der opa-kranich Ansprüche gegeneinander hegen, obwohl sie sich noch nicht einmal kennen und sich gegenüber kein Gelübde abgelegt haben, dann geht es wohl eher um den Kennenlernprozess als um reife Freundschaft…

  11. Dian schreibt:

    „Hier zeigt sich, wie ein ansonsten fruchtbarer Streit an der – zumindest derzeit – falschen Stelle bzw. zum falschen Zeitpunkt ausgefochten wird.“, schreibt Herr Bode neben anderem in seinem Gastbeitrag.
    Wenn er damit den Streit um die „Spendenaffäre“ oder besser das Suchen nach Verantwortlichen dafür meint, so scheint mir mittlerweile(!) der Zeitpunkt, die „Stelle“ dafür gar nicht mehr so ungeeignet.
    Dr. Strate könnte z. B. gewußt haben, dass die von ihm vermutete und angezeigte Veruntreuung, der Betrug gar nicht wirklich existent und somit auch nicht nachweislich sind. Umgekehrt hieße die Leugnung dieses Wissens gerade dem ansonsten nur gelobten Rechtsanwalt „am Zeuge zu flicken“. Was aber war dann die Absicht Dr. Strates?
    Ich will hier darüber nicht weiter spekulieren, sondern eher die entstandenen Fakten betrachten und werten. Der sich allmählich legende Streit im oben genannten Sinne hat etwas von einem reinigenden Gewitter. Zumindest hier, in den Blogs von Opa Kranich, der Staatsanwältin (a. D.) und der ehemaligen(?) Freitagskolumne kann man gelernt haben, Spreu von Weizen besser zu unterscheiden. Dies dürfte sich aller Voraussicht nach im Unterstützerkreis ähnlich zugetragen haben bzw. hält noch an.
    Eine viel wichtigere Tatsache dürfte sein, dass die Anzeige Dr. Strates im Range einer Selbstanzeige stehen könnte, für die er Zeit und Ort bestimmt hat. Man erinnere sich an die Randbemerkung, er wollte damit der „Zeit“ (oder der Zeit) zuvor kommen. Es ist doch auch die unbegründete Vorhaltung eines Betruges, erst recht durch Medien, gar das Fernsehen bestens geeignet, jemanden in Verruf zu bringen. Auch wenn Herrn Mollath diese Vorwürfe nicht ansich treffen sondern „nur“ seinen Unterstützerkreis, so wäre er doch zumindest, wahrscheinlich auch sein Verteidiger am Leumund beschädigt, wenn die andere Seite zuerst und an der ihnen gefälligen Stelle, zum „besten Zeitpunkt“ dieses Mittel eingesetzt hätte. Das kann sie nunmehr dank Dr. Strates Initiative nicht mehr.
    Es scheint mir ergänzend müßig darüber zu „philosophieren“, ob es andere Möglichkeiten zur Erreichung dessen gegeben hätte, die vielleicht auch Herrn Letsch mehr geschont hätten, und auch darüber, ob Dr. Strate dies alles so geplant hatte, na wenigstens beabsichtigte.

    Das Ergebnis der nachweislichen Tätigkeiten kann optimistisch stimmen – so las ich Herrn Bodes Gastbeitrag auch.

    P.S. Kollektive formen sich durch gemeinsame Arbeit.

    • Albert A. schreibt:

      Wenn ich auf der Straße bettle und so tue, als ob mir ein Arm fehlt, (unter dem Mantel versteckt) betrüge ich dann die Leute?
      Hätte Herr Letsch genauso viel Geld für sein Verein ansammeln können, hätte er nicht mit Mollath geworben? Gut, von opa-kranich hätte er die Spende auch so bekommen. Aber wer sonst noch scheint so genau hin?

      • Beate N. schreibt:

        Bis zur Freilassung wurden die Spenden „für Gustl Mollath und seine Unterstützung“ eingeworben, danach nur noch für Herrn Mollath. Und das Geld ist doch nicht weg, es muss nur ein gangbarer Weg gefunden werden es auszuschütten. Das ist doch schon alles besprochen und eine Resolution gefasst.

      • Albert A. schreibt:

        Also wozu noch streiten…?

  12. Pingback: Perlen aus dem Durcheinander herausfischen | opablog

  13. gelegentlich hier schreibt:

    @ Beate N:
    https://web.archive.org/web/20130120142559/http://www.gustl-for-help.de/aufruf.html
    Hier steht eindeutig „Für die Unterstützung von …“
    Woher kommt die Aussage es sei „für Gustl Mollath und seine Unterstützung“ eingeworben worden?
    Welche Veröffentlichung gab es noch?

  14. Lutz Lippke schreibt:

    Danke Beate!

    • gelegentlich hier schreibt:

      @Joachim Bode, @ Winfried Sobottka, @kranich05:
      Irgendwann war in diesem Blog zu lesen, dass da jemand genau den Wunsch von Nerlich erfüllt hat, nämlich einen Wiederaufnahmeantrag durch die Verteidigung zu stellen.
      Und weil die Wunscherfüllung manchmal etwas länger dauert, hatte ja die Ministerin Merk bereits Ende November dann die Staatsanwaltschaft anweisen müssen, einen Wiederaufnahmeantrag zu stellen.
      Der Wiederaufnahmeantrag der Verteidigung hat viel Öffentlichkeit verursacht und der Staatsanwaltschaft Gelegenheit gegeben, den eigenen Antrag so lange zu prüfen, bis einige Punkte rausgefallen waren. Der Zeitdruck wäre ohne die Ankündigung bzw. Einreichung eines Wiederaufnahmeantrages der Verteidigung größer gewesen. Das hätte die Diskussion vermutlich verkürzt.

      Wozu war eigentlich exzellentes juristisches Wissen notwendig?

      • Deali schreibt:

        @gelegentlich hier:
        „und der Staatsanwaltschaft Gelegenheit gegeben, den eigenen Antrag so lange zu prüfen, bis einige Punkte rausgefallen waren“
        Ein Wiederaufnahmeantrag muss nur einen einzigen Punkt enthalten der nicht zu widerlegen ist. In dem neuen Prozess werden dann natürlich auch Dinge verhandelt die im Wiederaufnahmeantrag nicht aufgeführt wurden.

  15. Lutz Lippke schreibt:

    Ich kann den Gedanken-Winkel-Zügen hier oft nicht mehr folgen. Wie geht es erst den Vielen, die noch informiert und aktiviert werden müssten. Pragmatismus ist nicht immer eine Verkürzung des Wollens, sondern häufiger auch notwendige Konzentration aufs Wesentliche.
    Was ist das Wesentliche?
    Vielleicht könnte man 3 Interessengruppen ausmachen:
    1. Gruppe: Rechtsstaat durchsetzen, Korrekturen in Gesetzgebung und Justiz
    2. Gruppe: Gesellschaftliche Verwerfungen aufdecken, Gesellschaftskritik und Veränderung
    3. Gruppe: gruppendynamische Prozesse diskutieren, Handeln Einzelner analysieren
    Jede Interessengruppe bräuchte eigene Vorgehensweisen und Spielregeln. Die Durchmischung der nicht definierten Interessen, Vorgehensweisen und Spielregeln bringt offensichtlich ein ziemliches Durcheinander und gelegentlich Grenzwertiges mit sich. Ich verstehe Diejenigen, die sich davon abgrenzen, wie auch Jene die sich nicht einschränken lassen. Über Allem könnte allerdings ein gewisses Maß an Respekt und Bescheidenheit wehen. Manchmal hilft es auch, dem Kontrahenten eine positive Absicht zu unterstellen. Das schärft den Blick auf sich selbst und gibt dem Anderen erst die Möglichkeit, statt Gegenwehr alternativ das Angebot zu durchdenken. Letztlich wird sich niemand, schon rein psychologisch, als unverbesserlicher Vollhonk oder Intrigant abstempeln lassen. Wir wollen letztlich alle nur respektiert, noch besser geliebt werden. Mancher denkt, er benötigt dafür Krieg, Intrige und viel GGG. Viele denken, sie müssten sich diesem Streben unterwerfen. Zeigen wir Ihnen doch, dass es anders geht.

    • kranich05 schreibt:

      Danke, ich empfinde Ihren Kommentar als bedenkenswert und hilfreich.

    • Albert A. schreibt:

      Tja, im Internet gibt es wohl noch eine vierte Gruppe von Kommentatoren, die sehr individuell reagieren, zwar mit guten Idealen, die wir alle teilen können und mit Tatsachen, die wir alle mehr oder weniger kennen, aber unterschiedlich betrachten und bewerten. Es handelt sich um eine Gruppe von Individualisten, die kein gemeinsames Ziel haben, weil sie ihren eigenen individuellen Weg gehen.

      Und dann gibt es wohl noch eine fünfte Gruppe von Menschen, die sich am Laufenden halten, sich aber mir Reaktionen zurückhalten.

      Diese Gruppe gibt es wohl auch in der realen Welt, Menschen, die zum Beispiel den Fall Mollath nie öffentlich kommentiert haben und trotzdem an die verschiedenen Konten, vom Unterstützerkreis ausgesucht, für Gustl Mollath gespendet haben. Oder für seine „Unterstützung“. Und die sich keine Gedanken darüber machten, wie der Unterstützerkreis die „Unterstützung“ definiert und versteht, die mit dem ganz kleinen Spendengeld herbeigeführt werden könnte…

      Und es gibt bestimmt auch eine große Gruppe von Menschen, die zwar nicht gespendet haben, die sich aber wegen dem Fall Mollath sehr aufgeregt haben. Mit einem großen Gefühl der Machtlosigkeit. Sollten diese Menschen mal bei den verschiedenen Bloggern im Internet vorbeischauen, dann würde sich ihr Gefühl der Machtlosigkeit wohl ins Unermessliche steigern.

      Und wahrscheinlich gibt es auch eine übergreifende Gruppe von Menschen, die ihr Gefühl der Machtlosigkeit im Internet einfach abreagieren wollen. Und ein kleiner Teil davon will auch etwas bewirken.

      Was all diese Gruppen im Fall Mollath EINIGTE, war die EMPÖRUNG über die UNGERECHTIGKEIT. Über eine sehr aktuelle, schmerzhafte Ungerechtigkeit, auf die sich die Menschen noch nicht gewöhnen konnten…

      Und ob wir bei unserer Empörung gerecht vorgehen, ist eine überflüssige Frage.. Es handelt sich doch um die ganz große Ungerechtigkeit der ganz Großen…

      Ich glaube nicht, dass WIR etwas bewirken können. Die Pharma-Lobby wird weiterhin die Entwicklung der Psychiatrie beeinflussen, damit die „Ärzte“ nur Pillen verschreiben können und sonst nicht so viel Arbeit mit den Patienten haben, dafür aber ein gutes Honorar. Die Justiz und die Politik wird weiterhin ihre Freiräume nutzen, welche durch die Unübersichtlichkeit der „öffentlichen Angelegenheiten“ fast von alleine entstehen. Und sie werden weiter ihre Freundschaften zu den Lobbyisten und den reichen, erfolgreichen Menschen pflegen.
      Das Phänomen ERFOLG treibt uns alle um. Schließlich wollen wir auch mit der Unterstützung von Gustl Mollath ERFOLG haben, ganz gleich, wie viel Spenden dafür eingenommen werden… Und Auch in den Auseinandersetzungen untereinander wollten und wollen wir Erfolg haben, deswegen formulieren wir auch möglichst erfolgreiche Argumentation.

      @Lutz Lippke hat vernünftiger Weise zwei WEGE formuliert, welche die einen oder anderen gehen wollen. Die dritte „Gruppe“, die von Herrn Lutz Lippke entdeckt wurde, ist keine. Die „gruppendynamische Prozesse diskutieren, Handeln Einzelner analysieren“, das wir es in JEDER Gruppe geben, ganz gleich, ob die Gruppe nur Fußball spielen will oder in der Raumstation Urlaub macht. Urlaub von den gruppendynamischen Prozessen hier auf der Erde. Dafür müssen sie in der Schwerelosigkeit freundlich und höflich untereinander streiten, um unsere zwischenmenschliche Probleme hier auf der Erde ignorieren zu können…

      • kranich05 schreibt:

        „Ich glaube nicht, dass WIR etwas bewirken können“ – Ich gehe davon aus, dass die Menschen ihre Geschichte machen, dabei zwar stets materiell (im philosophischen Sinne) bestimmt, aber eben doch als Menschen, d.h. mit irgendeinem, vielleicht sehr kleinem, Grad von Freiheit. Auf dieser Überzeugung fußt mein Optimismus, dass WIR doch etwas bewirken können. Der Weg von der abstrakten Möglichkeit einer „anderen Welt“ zur Wirklichkeit ist voller gewaltiger Schwierigkeiten. (Der Realsozialismus hatte diesen Weg eingeschlagen (Enteignung der Kriegsverbrecher in Industrie, Bankwesen und Landwirtschaft war der Anfang.), mit beeindruckenden ersten und Teilergebnissen, ist dann aber an diesen Schwierigkeiten gescheitert.)
        Die Fähigkeit oder Unfähigkeit der „in Freiheit Gesetzten“ zum einem Handeln, das Leben in Harmonie größtmöglich fördert, das ist, meine ich, der begrenzende Faktor. Ich denke, dass sogar heute, unter den desaströsen gesellschaftlichen Bedingungen, an dieser Freiheitsbefähigung gearbeitet werden kann. Dabei kommt der „Meisterung“ gruppendynamischer Prozesse eine grosse Bedeutung zu; wobei ich, wie schon einmal angedeutet, Gruppenprozesse keinesfalls von gesellschaftlichen Gesamtprozessen abschotten möchte.

        Ich erlaube mir, unsere beiden Kommentare auch auf das Posting „Lutz Lippke“ zu setzen (es sei denn, Sie protestieren).

        • Albert A. schreibt:

          Ich protestiere nicht. Und die Gruppenprozesse möchte ich auch keineswegs von den gesamtgesellschaftlichen Prozessen abschotten. Auch wenn die Gruppenprozesse sehr leicht zur Abschottung führen. Wenn man sie nicht „meistert“…

  16. Pingback: Lutz Lippke ist unzufrieden (andere auch) | opablog

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