Der „Querulant“ stach ins Wespennest

oder – anderes Bild – Gustl Mollath brachte mehrere Fässer des bayerischen Banken- und Politiksumpfes zum Überlaufen.

Das erste Fass heißt HVB – HypoVereinsbank.

Wer ins Geschehen einsteigt mit dem Beginn des Mollathskandals, also ab Ende 2002, dem sind nicht nur einige Ereignisse aus früherer Zeit unbekannt, er läuft Gefahr, zu verkennen, was die HVB damals bereits auf dem Kerbholz hatte und schätzt möglicherweise die gesamte Situation der Bank falsch ein.

Die „ehrwürdige“ Bayerische Vereinsbank hatte 1998 mit ihrer Fusion mit der bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank zur HypoVereinsbank HVB eine Unmenge wertloser Immobilien geerbt (Details hier). Aber natürlich fand man einen Dreh, um aus Sch… Gold zu machen: Drückerkolonnen zogen los und schwatzten den Leuten die „lukrativen“ (Schrott-)immobilien auf und gleich noch einen Kredit der Bank, um diese zu kaufen. Also ohne Eigenkapital sich von der Bank Geld leihen und damit der Bank ein (von derselben Bank) als hochprofitabel gepriesenes Objekt abkaufen… und dann nur noch kassieren. Man glaubt es nicht, die Bank löste schier eine Volksbewegung aus. Mehr als 100 000 Leute ließen sich auf dieses Geschäft ein. Die Bank vergab 13 Mrd. Kredit. Durchschnittskredithöhe also 130 000,- . Die Immobilien brachten nichts, und die Geprellten durften ihre Kredite aus dem Sparstrumpf bedienen. Dazu auch hier. Bis auf einige, die sich durch Suizid ihrer Verpflichtungen entledigten. Hier findet sich eine kleine Liste solcher Immobilien, die die Kunden irgendwie wieder los wurden.

All das spielte sich VOR dem Mollathskandal ab, nicht aber die nun folgenden gerichtlichen Auseinandersetzungen tausender Geschädigter mit der Bank. Die waren just im Jahr 2002 und 2003 auf einem Höhepunkt bis der Bundesgerichtshof in Gestalt des Bundesrichters Gerd Nobbe (an den man sich mal gesondert erinnern sollte) der Bank einen Persilschein ausstellte. Eine rückblickende Darstellung liefert Telepolis unter dem Titel „Leichen pflastern ihren Weg“. Viele Details auf der Seite Immobetrug.

Das heißt: 2002/2003 schickte Mollath sich an, der Bank, die vor aller Augen bewiesen hatte, daß sie die kleinen Leute aussaugt bis aufs Letzte, dieser Bank nachzuweisen, daß sie zugleich den Großkopfeten hilft, ihr Geld vor der Steuer „in Sicherheit zu bringen“.  Der Bank, der die Sammelklagen der Kleinspekulanten eine Faust aufs Auge gedrückt hatten, sollte gleichzeitig von Mollath (wohl ohne daß dieser das voll überblickte) die zweite Faust aufs zweite Auge gedrückt werden. 

Das brachte das Fass zum Überlaufen, aber das war immer noch nicht genug. Nach ihrem glänzenden Erfolg mit den Hunderttausend gab es für die Bank-Leistungsträger keine Minute Zögern und natürlich nur eine Schlußfolgerung: Dasselbe Spiel nochmal aber nun größer und perfekter.  Sein Name: HRE. Wie wir erfahren mußten, ging am Ende auch dieses Spiel auf. Der Mollath freilich, der hatte nicht  nur das Fass zum Überlaufen gebracht, der hätte am Ende gar noch am Boden rumgetrommelt (bei seiner bekannten Animosität gegen den Berlin-Direktor der HRE namens Maske Martin). Ausgeschlagen hätte er diesen Boden wohl kaum, aber geschäftsschädigend war’s allemal und behinderte den Standort Deutschland und überhaupt, selten war man sich so einig: Stoppt den Mollath!

***

Es gab aber mindestens noch ein weiteres Fass, das überlief und Strudel auslöste, die den Mollath endgültig verspülten. Aus diesem Fass mit dem etwas ungenauen Namen „bayerische Landespolitik“ gucken fast alle bekannten bayerischen Landespolitiker/Amigos, heraus.

Das fängt an mit Stoiber, der, warum wohl? Druck ausübte, die HVB zu gründen, bekanntlich 1998. Man findet dazu jede Menge Informationen im Netz (googeln z. b. nach:  Bayerische Vereinsbank , Stoiber oder auch: HVB, Stoiber), darunter auch solche interessanten Informationen, hier und hier, die sich zum gesamten Zeitraum bis 2005 kritisch äußern. Für meine Betrachtung des Dreiecks „Mollath – Banken – Politik“ genügt es, daß überdeutlich zum Ausdruck kommt, daß JEDER Schritt der HVB von einiger Tragweite im Zeitraum zwischen 1998 und 2005 den maßgebenden bayerischen Politikern nicht nur bekannt war, sondern vermutlich gemeinsam mit ihnen ausgekungelt wurde. Natürlich kann sich ein Ministerpräsident (Stoiber) oder sein erster Stellvertreter (Beckstein) nicht um jede Einzelheit kümmern, dafür haben sie ihre Leute. Hier die Zusammensetzung der Gremien der HVB. Wer Lust hat, mag all diejenigen Mitglieder auflisten, die beim Suchen nach „Ministerial“ oder „Amts“ oder „Staatsmin“ gefunden werden. Es ist eine zweistellige Anzahl. (Dr. Roland Jüptner gehört auch dazu.) Und jeder von ihnen hat sich verpflichtet, für das Wohl des Volkes zu wirken! Das sollten sich naive Mollathunterstützer vor Augen führen, denen auch kompetente Juristen sagen: „Naja, die Bank hat für sich untersucht aber den Revisionsbericht dann weggeschlossen. Die Bank ist eigenständig. Von der kann man nicht erwarten, daß sie die Justiz oder die staatliche Verwaltung informiert.“

Mollath wußte genau, warum er sich mit seinem Banken-Schwarzgeldproblem dutzendfach an die ranghöchsten Vertreter des Staates wandte, und diese wußten genau, warum sie nie antworteten, und Mollath wußte genau, was er meinte mit seinem verzweifelten Satz: „Ich trete aus dem Rechtsstaat aus“. Ob von alldem ein Untersuchungsausschuss des bayerischen Landtags etwas wissen will (nach der Wahl, nachdem es vor der Wahl nicht interessierte!), ist eine berechtigte Frage.

Wenn ich den Fuß in einen Sumpf setze, spüre ich nicht: Aha, hier ist Wasser, da ist Sand. Ich spüre nur einen Schlammbrei, Morast. Mollath versuchte es und glaubte, an die Bank heranzutreten. Er versank im unscheidbaren bayerischen BankenPolitikJustizMorast.

Zwei Momente sollte man trotzdem gesondert im Auge behalten, bemüht man sich um einen kritischen Blick auf die Politik im Mollathskandal. In zweifacher Hinsicht war sie zweifellos ganz besonders „angefixt“.

Ich meine einerseits den Verweis im Revisionsbericht der Bank auf die Person von „öffentlicher Bedeutung“. Niemand sagt bis heute deren Namen! Denen, für die der Revisiosnbericht bestimmt war, brauchte man den Namen nicht zu nennen! Für die Politiker aber war das der ultimative Alarm! Jetzt ging es ans Eingemachte. Schluß mit lustig, Gustl.

Und dazu noch ein weiterer Querschläger: Diehl! Gerade waren die Bonzen an der Staatsspitze (Vergl. hier, auch die dortigen Kommentare) im Begriff, gegen den „sturen“ Widerstand der aufrechten Beamtin Ingrid Meier, dem Familienkonzern 30 Mio zuzuschieben, da trampelte auch noch der Mollath in die Arena.

Am Ende dieses Abschnitts zur Politik noch zu einem Bereich von Nicht-Politik, zur HRE. Die HRE wurde nämlich gegründet als reine Privatbank hatte tatsächlich, wenn ich richtig recherchiert habe, keinerlei Leute aus Politik oder staatlicher Verwaltung in ihren Gremien, ein „politikfreier Raum“. Dürfen die Herren und Damen Volksvertreter ihre Hände in Unschuld waschen, wie einst Herr Müntefering mit seiner „genialen“ Hedgefonds-Beschimpfung? Das Strickmuster, das freilich den Rahmen der bayerischen Landespolitik verläßt, war denkbar einfach. Die Politiker der Schröder-Fischer-Regierung haben die letzten Regulierungen beseitigt, damit Kunden der Art Ackermann, Chef des „scheuen Rehs“ Deutsche Bank, 25% Jahresrendite erschwindeln konnten. Die Bestien, auch HRE, waren frei von jeder Kontrolle. Aber prompt war „die Politik“, diesmal Merkel, Steinbrück, wieder zur Stelle, wenn es galt, für die Verluste der „Leistungsträger“ mit Steuermilliarden aufzukommen.

Diese Verwicklungen gehen über den Mollathskandal hinaus. Es bleibt aber frappierend, wie eng der Mollathskandal selbst mit den schwerwiegendsten Fragen unseres aktuellen Machtsystems zusammenhängt. In den USA nennt man dieses System „Plutokratie“.

***

Noch ein weiteres Fäßchen steht in der Bank mit dem Mollathgetümmel. Es ist klein, darauf steht „Maske“, und als Mollath unbeabsichtigt dagegen stößt, spritzt es ätzend und überlriechend heraus. Martin Maske war – habe ich irgendwo gelesen, kann aber die Bestätigung nicht mehr finden und schreibe es also unter Vorbehalt – zeitweilig Chef von Petra Mollath. Insofern gefährdete auch ihn persönlich Mollaths Aufklärungseifer. M.M. erhoffte sich einen glänzenden Aufstieg als Berlin-Direktor der neuen Bank HRE, während Petra zugleich in der kleinen feinen Bethmann Bank am gemeinsamen Karrierenetz häkeln durfte. Diese Erwartungen erfüllten sich am Ende nicht, Petra flog bei Bethmann ‚raus und durfte fortan ihre Eignung für höhere geistige Weihen entdecken. Der weitere Verlauf ist bekannt. Beachtlich bleibt, welche Kräfte ins Spiel kamen, als das Maske-Fäßchen überlief – mein lieber Herr Sportsverein. Mindestens hatten sie eine Zweifach-, im Idealfall eine Dreifachqualifikation: Maske – Finanzen, Sport, Psychiatrie; Dr. Woertge – Recht, Finanzen, Sport; Brixner – Recht, Sport, Finanzen (über den Sohnemann), Zusatzquali Psychiatrie, Wörthmüller – Psychiatrie, Finanzen, Sport, Dr. Fili – Recht, Sport und Nix.

Merke: Auch ein kleines Faß, wenn es denn überläuft, macht reichlich Schmutz.

***

Und was steht noch in der Bank, flott lackiert und glänzend geputzt? Der Deckel ist unversehrt und der Boden nicht ausgeschlagen. Hoffentlich hat das nicht ein Terrorist deponiert. Ein Witzbold scheint sich darauf verewigt zu haben: „american-german-partnership“. Als ich vor Monaten den ersten Hinweis auf dieses Faß erhielt, reagierte ich ziemlich verständnislos. Da wurde auf Henry Kissingers fränkische Wurzeln verwiesen, die er noch heute sorgfältig pflege. „Na und“, dachte ich „Lokalkolorit“. Daß Diehl spezielle Beziehungen zu amerikanischen Rüstungsunternehmen pflegt, manchmal sogar europäischen Rüstungsinteressen zuwider, war mir bekannt. „Kapital ist nun mal nicht national, Rüstungskapital schon gar nicht.“ Daß Beckstein sich dafür einsetzte, „innovative“ amerikanische Verhörmethoden“ für Bayerns Kriminapolizei zu übernehmen…?

Ein wenig gewundert hab ich mich, als damals bei der Verstaatlichung der HRE der amerikanische Spekulant Flowers plötzlich eine  enorme Rolle spielte. Doch wirklich beachtlich ist es, wenn plötzlich (im richtigen Moment 2008) George Soros als HRE-Hauptaktionär erscheint (64% der Anteile (verteilt auf 9 Unternehmen!)) und im nächsten richtigen Moment diese Anteile verkauft hat. Gekonnt! Der fliegt an, sackt paar Milliarden Steuergeld ein und ist wieder verschwunden. Nicht, daß ich einen Unterschied zwischen dem „guten Profit-Reptil aus dem deutschen Mittelstand namens Diehl“ und dem „bösen US-Profit-Reptil Soros“ machen würde. Beiden gebührt ein Stammplatz im Hochsicherheitsterrarium. Aber wissen möchte ich schon, wer die Hauptaktionäre sind und wer ihre Zuarbeiter und Lotsen. Denn wie soll man gegen einen Feind antreten, den man nicht benennen kann, der gekonnt in der Anonymität bleibt? Die „Volksvertreter“ aber, die die HRE verstaatlicht haben und mit unserem Geld stützen, die sehen das nicht so. Alle Gläubiger der HRE, also die Nutznießer, bleiben geheim.

***

Zum Schluß kein Faß, sondern ein Bankster. Der keiner mehr ist.

Bei meinen Recherchen stieß ich auf diese interessante Meldung.

„14 Jahre lang arbeitete er für die Bayerische Hypobank. Sein Job: Die Betreuung der Menschen, die mit Wissen der Bank sogenannte Schrottimmobilien verscherbelten. Immobilien, die weit über ihrem Wert von der Bank finanziert wurden. Während seiner Zeit in der Bank schweigt er. Erst nach seinem Ausscheiden meldet sich sein Verantwortungsgefühl. 

„Ich hatte ein massives Probleme mit meinem Gewissen, weil ich genau gewusst habe, was wahr ist und was nicht wahr ist. Ich habe ja die Finanzierungen selbst gemacht, jahrelang. Ich konnte es einfach nicht ertragen, dass die Bank wissentlich gelogen hat und das sie Familien zerstört hat. Das Ehen auseinander gegangen sind und dass Kinder ihre Väter verloren haben.“

Lange Jahre macht er eine Bilderbuchkarriere – vom einfachen Schalterangestellten zum verantwortlichen Baufinanzierer. Er war ein Baustein bei der Täuschung von Kunden, die inzwischen auch der Bundesgerichtshof dem Kreditinstitut in einem aktuellen Urteil bescheinigt…..

Stapelweise hat er Dokumente…“

Mindestens ebenso interessant, wie diese Informationen, finde ich das Datum der 3sat-Sendung – 21. Oktober 2011. Unwillkürlich denke ich: „Einmal Whistleblower immer Whistleblower.“ oder auch: „Ein Whistleblower kommt selten allein.“

Mir fällt Herr Schmenger ein, aber sicher gibt es noch mehr Mollathunterstützer, die gute Verwendung für einige Dokumente des ehemaligen Kollegen von Herrn Maske haben.

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31 Antworten zu Der „Querulant“ stach ins Wespennest

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  2. 5jahrehartz4 schreibt:

    …..und die Wertgutachten kamen auch aus derselben Hand

  3. Frieder Kohler schreibt:

    „Bayern steht gut da, das wird von niemandem bestritten“ – meint der Redakteur Guyton in der SchwäPo . Falls opa mit der Weitergabe ins schwäbische Grenzgebiet nicht einverstanden ist, werde ich den Beitrag sofort löschen: Der „Gaul“ (das Pferd/Ross) ging zu früh los…?
    http://www.schwaebische-post.de/10380197

  4. Bernd Schulz schreibt:

    Lieber „Opa“,
    da ich mir vorgenommen habe, Ihnen mehr „Feedback“ zu geben, zunächst: Gute Besserung!
    Selbstheilungskräfte hin und her: Gönnen Sie sich mehr Ruhe, sonst rutschen Sie in ein tunnelblicktiefes Loch, und damit ist keinem gedient, auch der „Sache“ nicht. Für Ihre schnelle und präzise Recherchen meine Anerkennung und Dank. Ich hoffe, daß die Bankengeschichte so mit öffentlichem Druck recherchiert wird, daß sich am Ende keine Staatanwaltschaft mehr rausreden kann. Die Freiheitsberaubung an Mollath hat wahrscheinlich in der von Ihnen beschriebenen Panik
    ihre Ursachen. Das aufzudröseln, wäre von einem Gericht zu viel verlangt. Deshalb müssen hier die „Agenten der Öffentlichkeit“ ran(dazu kann man ja leider nur noch wenige Journalisten zählen.

    • Klaus G. Stölzel schreibt:

      „Leichen pflastern ihren Weg“….

      so lautet der, von Euler Hartlieb, ver-
      linkte v. g. „Heise-Artikel“. Dort wird
      die Korruptions-Linie „Dr. Gerd Nobbe-
      Stoiber-Steinbrück-HVB-HypoRealstate“
      zum Nachteil des Bürgers übersichtlich
      dargestellt, also sichtbar.

      Der ehem. BGH-Richter Dr. Nobbe
      trägt nicht umsonst den Spitznamen:
      „Dr. Suizid“ oder anders gesagt:

      „Leichen pflastern ihren Weg“, also
      den Weg von Steinbrück, Stoiber,
      Nobbe, HVB, Badenia, Sparkassen
      und daraus der Bayern LB,
      usw.

      MfG.

      Klaus G. Stölzel

  5. Dietmar Nisch schreibt:

    Hach, „Wespennest“?: H o r n i s s e n n e s t . Mit Bienen und Wespen habe ich gute Erfahrungen gemacht, könnte sie sogar nett streicheln. Aber mit Hornissen, da gebe ich gerne einen Rat: Lauft so schnell wie möglich vor diesen „Räubern“ weg.

    • Reinhold Schell schreibt:

      @ Dietmar Nisch Hach „Wespennest“

      Lauf/Flug – Flucht Treffpunkt „Paulaner Singapor“ !

      • Dietmar Nisch schreibt:

        So, nun habe ich mich etwas erkundigt über „Hornissen“ und siehe da: Hornissen sind soziale Tierchen und wer diese in seinem Garten antreffen könnte, sollte stolz sein über diesen Erweis eines gesunden Garten-Biotopes. Anders natürlich, wenn man es mit Bankstern zu tun hätte, die spekulieren und spekulieren mit Geldern der unwissenden Gut-Menschen – auf deren Kosten, nicht auf Kosten der Bankster. Somit kann man froh sein, dass zumindest die meisten Sparkassen „vernünftiger“ sind. Aber diese müssen auch Geld erwirtschaften, wie es auch Bausparkassen tun: für ein Häuslekauf (bei genügend eigenen Ersparnissen) bekommt man einen guten Kredit (wenn man bei einem gesunden Arbeitgeber dient etc.). Im Grundbuch wird an 1.Stelle die Sparkasse bzw. Bausparkasse eingetragen mit R ü c k k a u f r e c h t . Kommt der Häuslebauer in eine Schieflage(Krankheit und/oder Arbeitslosigkeit), dann hätten diese Kreditgeber kaum Probleme: bei einer Versteigerung könnte es locker zum halben Marktwert „erworben“ werden. Somit habe ich mich immer wieder gewundert, dass diese Kreditgeber an den Glasfenstern oft Dutzende Immobilien-Angebote kreieren, zum MARKTWERT. Ein Vergleich: meines Wissen befinden sich in Deutschland 20% der Häusles/Immobilien in Klein-Privatbesitz, 80% als Mietobjekte. Z.B. in Spanien soll es genau umgekehrt sein: 80% in Klein-Privatbesitz. Wenn ich mal früher jemanden besucht hatte in seinem Reihenhaus und der Eigentümer es dieses mir stolz repräsentieren wollte, habe ich ihn gefragt: gehört dir davon mindestens 51%? Man braucht mich nicht zu fragen, was dessen Antwort wäre: Dietmar, durch welche Türe bist du herein gekommen? Ich hatte jeweils erweisen/beweisen können, dass ich für die Hälfte bauen könnte bzw. konnte. Naja, in der Tat, es gibt solche „Typen-Menschen“, die es können, wobei dies allerdings bis zu 10 Jahre dauern kann. In Deutschland wohl selten und in Spanien wohl normal? Aber als Deutscher in Spanien wird es bös: die Spanier ziehen das Geld den Deutschen aus den Taschen. Wer als Deutscher in Spanien eine Immobilie besitzt, bekommt den spanischen Steuerbescheid in den Briefkasten seines Hauses mit spanischer Adresse geschickt. Wenn der Deutsche mehr als 4 Wochen in Spanien abwesend ist und die spanische Steuer aus Unwissen nicht bezahlt worden ist, so verkauft das spanische Finanzamt dessen Bude und weg ist diese – mit ausgewechselten Türschlössern. In Costa-Rica sieht es etwas anders aus: wer dort ein Anwesen findet, das mindestens 2 Jahre „verlassen“ ist, darf es nach Costa-Ricanischem Gesetz in Besitz nehmen – kostenlos. Ob es auch HEUTE noch so ist, ist mir nicht bekannt. Es ist schon etwas länger her aus meinen Informationen. Ich denke, dies deshalb so berichten zu wollen, weil P3M mit ihrem MM solche unmöglichen-mögliche Dinger gedreht gegen Gustl Mollath zu haben: 1.) in die Klapse, 2.) dessen von ihm ererbten Elternhaus versteigern zu lassen. 3.) Zu welchem Preis wurde Gustl Mollath´s Haus und Grundstück von P3M ersteigert? 4.) Zu welchem Preis wurde es von den neuen Besitzern „erworben“?

  6. undergroundnoises schreibt:

    Hat dies auf undergroundnoises rebloggt und kommentierte:
    Der Fall Mollath ist nicht nur ein Psychatrie- und Justizskandal. Es geht um noch Einiges mehr…

  7. ernesto45 schreibt:

    Im letzten Forum der SZ online zu GM habe ich -passend zu dem erwähnten „Querschläger : Diehl“- folgendes geschrieben :
    So kurz vor der Landtagswahl sei noch an den Deal mit dem Diehl respektive
    “ Erledigung einer Betriebsprüfung “ durch Weisung von oben erinnert :

    http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/nuernberg/diehl-steueraffare-polizei-meldet-sich-an-1.525731

    Auf diesem Artikel ergibt sich, dass 2002 Ermittlungen der StA Nürnberg-
    Fürth im Gange waren.
    Und just 2002 /2003 erfolgten Gustl Mollaths Anzeigen über Schwarzgeldverschiebungen in die Schweiz via HVB – Tochtergesellschaften bzw. direkt durch BankmitarbeiterInnen.
    In seinem 2008 verfassten Schreiben an die StVK Regensburg fasst Gustl Mollath dies noch einmal zusammen und nennt auf Seite 2 „die höchsten Kreise Mittelfrankens „. Darunter befindet sich auch das Rüstungsunternehmen Diehl bzw. der Seniorchef Karl Diehl.

    Siehe Seite 2 des nachfolgenden Links :
    http://www.nuernbergwiki.de/index.php/Gustl_Mollath_%28Brief_an_StVK_Regensburg%29

    Und hier kann man auch einen zeitlichen Zusammenhang zwischen der angelaufenen Steueraffäre Diehl (Betriebsprüfung) und der Steuerhinterzieheranzeige von Gustl Mollath herstellen.
    Und dass diese Anzeige bestimmten Kreisen höchst ungelegen kam.
    Und dass der Anzeigenerstatter unter allen Umständen mundtot gemacht
    werden musste, was ja dann unter Mithilfe von Justiz und Psychiatrie
    tatsächlich geschehen ist – nach Aktenlage…
    Aber das hat wirklich nichts zu sagen, um mit Erwin Pelzig zu sprechen.

    Weitere Nachrichten zum damaligen Steuergeschenk von schlappen 60.000 DM :
    http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/nuernberg/geheimgutachten-deal-mit-diehl-1.525735

    http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/nuernberg/neue-strafanzeige-gegen-finanzamts-chef-1.551870
    Auch hier war schon Frau Dr. Merk involviert…..

    http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/nuernberg/diehl-ministerialbeamter-stutzt-abgestrafte-betriebspruferin-1.596733
    Dr. Schlötterer tritt auf den Plan…
    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/gustl-mollath-in-muenchen-in-welcher-richtung-liegt-das-hofbraeuhaus-1.1765058?commentspage=all:2:#comments

    • velogrino schreibt:

      Das waren schlappe 60.000.000.

      • ernesto45 schreibt:

        Sorry, der Einwand von velogrino ist korrekt. Da habe ich im Eifer des Gefechts glatt
        drei Nullen unterschlagen.

      • Reinhold Schell schreibt:

        @ velogrino „Das waren schlappe 6O.OOO.OOO.“
        Wenn/Dann hätte man in Hopfen und Malz investieren können.

      • Reinhold Schell schreibt:

        @ernesto “ Da habe ich im Eifer des Gefechts glatt drei Oen unterschlagen“.
        Stimmt ! Da kann passieren. Nicht schlimm. Gott sei Dan rechnet man in Schwaben
        auch hinter dem Komma weiter. Selbstverständlich muss es
        6O,OOO.OOO,OOO + Zinseszinsen draufschlagen gerechnet werden.
        In Baden ist es vielleicht anderst.

      • Euler Hartlieb schreibt:

        Ich finde diesen „Verschreiber“ gut und bezeichnend. Bei 60 Millionen kommen die meisten schon ins Schlingern mit den Nullen, das kann man sich nicht mehr so recht vorstellen.
        Bei Bankenkrisen und Steuertransfers reden wir nun von 2- und 3.stelligen Milliarden betraegen also nochmal 3-4 Nullen mehr oder 1000 bis 10.000 mal (!!) mehr.
        Da gibt es nur noch ganz wenige, die da mitdenken, mitschauen, mitrechnen, vorstellen wollen.
        Da wird es ganz still und einsam. Fuer Macher, Kontrolleure, und Beobachter.
        Das ist schon per se ein bisschen unmenschlich. Deswegen laesst sich auf diesen Ebenen noch viel besser „schummeln“, „taeuschen“, „manipulieren“.
        Und da lohnt es sich richtig – das macht richtig Spaß. Wie Monopoly.

  8. undergroundnoises schreibt:

    Gute Sache, jetzt nur nicht das GAnze einschlafen lassen. Die Freilassung von Gustl Mollath darf nur der Anfang gewesen sein!

  9. Euler Hartlieb schreibt:

    Nun wurde die aktuellste Zahl der Dollar-Milliardäre in der Volksrepublik kolportiert: 315 sind es nach Schätzungen von Hurun.
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/rasanter-anstieg-der-millardaere-in-china-zu-reich-fuer-die-kommunistische-volksrepublik-1.1768573

  10. fassungsloser Durchschnittsbürger schreibt:

    Hervorragender Ansatz. Vielen Dank für die Recherche.

    Nur zur beiläufigen Kenntnisnahme (die neuere Entwicklung der HRE betreffend):

    http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/hre-verklagt-ex-manager-die-pleite-bank-rechnet-ab/8776620.html

  11. Ja, versucht man die Bodenlosigkeit dieses räuberischen Vorgehens im Gesamtüberblick zu erfassen, verschlägt es Einem mindestens den Atem…
    Danistakratie = Herrschaft des Wuchers ist eine treffende Bezeichnung dieses Systems

    http://www.wissensmanufaktur.net/danistakratie

    • Euler Hartlieb schreibt:

      Habe mir den Vortrag angeschaut: Wirklich sehenswert.
      Obwohl ich ihn streckenweise tatsaechlich auch etwas populistisch finde.
      Das ist gar nicht noetig, wenn die Argumente gut belegt sind.
      z.B.:
      1. a. Die Darstellung der voelligen Immunitaet und Rechtsmittellos gestellten, offenbar sogar beliebig vermehrbaren 700 Mrd Euro zur Waehrungs- und damit letztenlich Banken- und Verzinsungsrettung ist in der Tat dramatisch und schockierend.
      Gibt es das als Dokument? Welche Parteien im Bundestag haben zugestimmt? Wurden Sie gefragt? Hier wird/wuerde Demokratie zunehmend ilusionaer.
      b. Gleiches gilt fuer Aussagen zur FED und Zusammenhang mit Kennedy & Johnson.

      2. Das z.T. imaginierte, z.T. auch vorgetaeuschte fuer die Verzinsungslogik erforderliche „Wachstum“ – die postulierte Wohlstandssteigerung, trotz begrenzter Ressourcen, und trotz neu eroberter Maerkte, wachsender Bevoelkerung, der Monetarisierung zunehemnde aller Lebensbereiche in fast allen Gesellschaften, neuer Produkte und Dienstleistungen – zu (wie?) großen Teilen durch Geldmengenwachstum erzeugt/stabilisiert und dessen illusionaere Bestandteile dadurch aufrechterhalten und kaschiert werden, ist eine wichtige Aussage. Besonders auch, dass Inflation durch zurueckgehaltenes Geldmengenwachstum trotz gigantischer Geldentwertung nicht (sofort) als Preissteigerung sichtbar (gemacht) wird, auch um nicht zu beunruhigen; somit die Geldwertstabilitaet illusionaer waere. Eine Vergleichszahl zum Geldmengenwachstum waere hier hilfreich.

      3. Die mal eben geforderte „Abschaffung der Zinsen“, ehedem die Zaehlung der Koepfe der Herde, (oder abhaengig von der Zahl der zurueckgelegten Saatkartoffeln), der „Jungen“, spaeter die Zaehlung von Hab, Gut und Sklaven fuer die Steuerschaetzung – diese Zinsen waren schon im alten Babylon verbreitet und deren „Wucher“ kritisiert, auch weil wichtiger Grund fuer die Schuldsklaverei ehemals freier Buerger – diese Forderung erscheint mir etwas sehr vereinfachend.
      Aristoteles und alle monotheistischen Religionen haben das Verbot der Zinsen diskutiert und gefordert, die Juden haben es am explizitesten unter Juden verboten; auch der Islam erlaubt heute offiziell keine Zinsen. Denn fuer beide Religionen hat sich Geld aus einer etwas anderen, weniger absoluten Abstraktion (und Religionsitaet) entwickelt.
      Dies spiegelt sich bspw. in den „zwei Arten von Vernunft“, die von Max Weber beschrieben wurden: die unterwerfendendere abstrakte (anhand aufgestellt/verstandener Regeln) versus die empirischere Vernunft (bspw. Averroes).
      Die „dualistischsten“ Christen, wichtigste Motoren fuer das Junktim von Geld und Gott, haben die Schuld fuer die Zinsen ueber weite Strecken externalisiert (u.a. Antisemitismus); durchgesetzt haben die Zinsen sich jedoch in fast allen („entwickelten“) Gesellschaftstypen, wie Popp selbst kurz andeutet.
      Dabei gilt:je hoeher, kompletter und ausschließlicher das Abstraktionsniveau (durch Schrift, Geist, Gott, Vernunft), dessen Dominanz, Taeuschung und „Gewalt“, umso maechtiger, und deckungs- bzw. materieunabhaengiger seine Verbreitung und Wirkung. Der Glaube, besonders der christliche, mit seiner spezifischen Abstraktion und materiell/lebendigen/lebensnah gemachten „Beglaubigungs“strategie war und ist wichtig(st)er Motor und Begleiter in diese taeuschend imaginiert unendliche Ewigkeit.

      Das wahnsinnige Wachstum der „Vermoegen“, des zeichenhaften, symbolischen Geldes durch den toten „Zins“, belebt sich durch seinen Bezug auf das eigentliche Leben. Die steigende Irrealitaet (Abloesung von realen „Werten“/“Materie“) macht wachsende Angst:
      Bluetenreicher Reichtum reicht daher nie – auch wenn Versicherungen diese Illusion versichern sollen.
      Das Geld- und Zinswachstum laeuft parallel zur usurpierten, gleich gesetzten, imaginierten Fruchtbarkeit der anderen religioesen und vernuenftigen Abstraktionenn. und ersetzt in den Koepfen die Grenzen, Zyklus von Leben und Tod und reale Fruchtbarkeit der lebenden Wesen.
      Der Schwindel des Scheins und seines (Zins-)Wachstums laesst so zweifach schwindeln
      Insofern (Geschichte, Ubiquitaet, Glaube, Funktion und verbundene Symbolik) duerfte die Abschaffung des von Keynes affirmativ/verharmlosend nur als Ausgleich fuer Konsumverzicht verstandenen (und als Wohlstandsmotor propagierten) Zins weder per Order Muffti, Volksentscheid oder „Staatsbankrott“ alleine gelingen. Auch wenn die Fallhoehe durch das (theoretisch) exponentielle Wachstum – wie er richtig sagt – taeglich steigt. (Die Boerse – ethmologisch Gebaermutter und Skrotum – ist Sinnbild dieses schwindelerregenden Substitutionsprozesses).
      Fuer eine vernuenftige Regulierung der in der Tat mehrfach toedlichen Wachstumslogik durch die Interessen und Eigendynamik der Verzinsung, des Verzinsungszwangs und der Verzinsungsillusion (Pop nennt es Umverteilung von fleißig auf reich statt arm auf reich) bedarf es m.E. noch etwas mehr „Schmalz“ und Diskussion.

      Man sollte auch nicht uebersehen dass hier „objektiv“, zumindest vordergruendig, sehr viele in einem Boot (dem Verzinsungswunsch – auch fuer Arbeit, Versicherung, Rente, Pension, Ratenzahlung, „Stabilitaet“, Staat, Kommune, „Versorger“) sitzen, zum Teil zu sitzen waehnen.
      Weil so viele in einem Boot sitzen, koennen/wollen nur wenige den nahenden Wasserfall erkennen. Auch auf der Titanic spielte die herrlichste Tanzmusik …

      P.S.: Der Vergleich hinkt insofern, als das „Steuer“ materiell und etwas einfacher zu lokalisieren war, als heute etwas gestreutere „Steuern“, „Steuerer“, und „Steuerung“.

      • Es ist schon einige Zeit vergangen, als ich mich mit der Wissensmanufaktur näher befasst hatte.
        Eigentlich erscheint mir die Soziale Dreigliederung, wie sie Rudolf Steiner zu Beginn des letzten Jahrhunderts vorgestellt hat, als beste Alternative zur betrügerischen „Alternativlosigkeit“ *!*
        A. Popp hat in seinem Plan B – http://www.wissensmanufaktur.net/plan-b
        zum Beispiel das bedingungslose Grundeinkommen verankert, was der schlingernden Titanic
        sofort den längst überfälligen Kurswechsel ermöglichen würde und fundamentalen Gesinnungswandel einleiten könnte, da es aus meiner Sicht da einzige „Instrument“ ist, das
        Würde und Existenzrecht jedes Menschen von seiner Verwertbarkeit im Wirtschaftssystem entkoppeln kann.
        Ein erheblicher Teil der Erpressbarkeit wäre dadurch entschärft ….

  12. BB7 schreibt:

    Es freut mich zu sehen, dass mein früher Hinweiß auf Herrn Kissinger nicht ganz übersehen wurde.

  13. Pingback: Im Dickicht der Städte | opablog

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