Erfolg für Ingo Karras! Glückwunsch!

Ingo Karras war auf unserer Gustl Mollath-Mahnwache am 6.7.2013 in Berlin aufgetreten. Hier habe ich davon und von seinem „Fall“ berichtet.

Am 18.7.2013 hat das Arbeitsgericht Senftenberg zugunsten von Ingo Karras entschieden. Im Bericht der Online-Bürgerzeitung „Niederlausitz aktuell“ vom 18.7.2013 heißt es: „Er wurde nach Bekanntmachen interner Defizite beim Umgang mit behinderten Studenten an der Hochschule Lausitz viermal durch die Hochschule unter Leitung von Professor Schulz gekündigt. Nachdem er mittels interner Kommunikationskanäle erfolglos versucht hat auf die Missstände bei der Immatrikulation von sehbehinderten Studenten aufmerksam zu machen, wandte er sich an die Medien… Daraufhin bildete sich ein breites solidarisches Band quer durch die Lausitz. Allerdings brachten Anfragen im parlamentarischen Rahmen an die Landesregierung, offene Briefe an den Ministerpräsidenten etc. nichts. In der Landesregierung fühlte sich niemand zuständig Herrn Karras zu unterstützen. Die Kammer des Arbeitsgerichts entschied heute, dass alle vier Kündigungen rechtswidrig sind und Herrn Karras wieder in seiner alten Funktion an der Hochschule (jetzt BTU Cottbus-Senftenberg) einzusetzen. Das Land Brandenburg und die Hochschule Lausitz wurden weiterhin zur Zahlung des festgelegten Streitwerts von 26.000 Euro verurteilt.“ (Hervorhebungen von mir.)

In ihrer Ausgabe vom 19.7.2013 brachte dieselbe Zeitung einen Kommentar des ehemaligen Richters am BGH, Wolfgang Neskovic, zu diesem Urteil. Neskovic hebt hervor: „Als Missstände auch nach langen internen Klärungsversuchen nicht abgestellt wurden, ging er mit seinen Informationen an die Öffentlichkeit. Sein Arbeitgeber reagierte hierauf mit insgesamt vier Kündigungsschreiben. Dieser offensichtliche Versuch, lieber einen Kritiker mundtot zu machen, als sich mit der Kritik auseinanderzusetzen, ist heute durch das Arbeitsgericht Cottbus vereitelt worden. 

Die Entscheidung sollte auch anderen potentiellen Whistleblowern Mut machen. Nur durch die uneingeschränkte Benennung von Missständen, ist eine Veränderung zum Positiven möglich. Die Demokratie ist darauf angewiesen, dass Einzelne das nötige zivilgesellschaftliche Engagement an den Tag legen und Missstände der Öffentlichkeit bekannt machen. Egal, ob sie Edward Snowden oder Ingo Karras heißen.“  (Hervorhebungen von mir.)

Mein Glückwunsch für Ingo Karras und für die erfolgreiche Solidaritätsbewegung! Von einer solchen Online-Zeitung können die Bürger in Bayreuth oder Nürnberg momentan nur träumen. Für Gustl Mollath gibt es bis heute noch keine Gerechtigkeit. Aber unsere Gewißheit ist größer denn je: Je machtvoller und entschlossener unserer Solidarität, umso schneller kommt Gustl Mollath frei und wird voll und ganz rehabilitiert.

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3 Antworten zu Erfolg für Ingo Karras! Glückwunsch!

  1. freumich schreibt:

    Fazit: Menschen mit natürlicher Sensibilität für Gerechtigkeit sind in unserer angeblichen Demokratie dazu verurteilt, ihre ganze Lebenskraft ständig dafür einzusetzen, gegen bedrohliche Faschismen in dieser Gesellschaft anzukämpfen. Wenn es diese Helden und Heldinnen also nicht gäbe, stürzte bald die wackelige Demokratiekulisse vollständig in sich zusammen. Dies ist eben leider, Frau Merkel, kein „freies Land“ und unsere Regierung tut am allerwenigsten dafür, daß es eines sein kann!
    Glückwunsch und Dank an Ingo Karras!

  2. Friedrich Leinweber schreibt:

    Die Justiz in Deutschland kann man doch nicht über einen Kamm scheren, wenn genug öffentlicher Druck gemacht wird. Hoffentlich kann Herr Karras jetzt mit gleichem Elan
    weiterarbeiten. Vieleicht ist dieser Etappensieg auch ein gutes Zeichen für unseren Gustl
    und allen Leidensgenossen in den for. Psychatrien! Der Druck muss aufrechterhalten werden,
    die CSU hat auch bei den kommenden Landtagswahlen einen kräftigen Denkzettel verdient!
    MP Seehofer sagte auf dem Parteitag letzter Woche den Satz, das er weniger Paragraphen
    in der nächsten Ligilaturperiode wolle.
    Die Mentalität des Wegschauens muss abgewählt weren

  3. Dietmar Nisch schreibt:

    Bin ebenso Mit-Glücklich und Stolz für Herrn Karras für seine erfolgreiche Courage. Ebenso auch dankbar für die besonnenen Richter am Arbeitsgericht Senftenberg ! Was die 26.000 Euro betreffen, so kann das Land Brandenburg und die Hochschule Lausitz froh sein, dass es in Deutschland nicht „mehr sein dürften“. In den USA würde so ein Fall leicht in die „Million“ gehen können. In Sachen Diskriminierung gegen Behinderte sowie Behinderten-Rechte sind die USA viel fortschrittlicher als in „Old-Germany die Anti-Behinderten-Querulanten“ ! Dort existieren Hochschulen speziell für Sehbehinderte, Hörbehinderte und Gehörlose etc. – mit ebenso behinderten Professoren ! In Deutschland z.B. ist mir die Stadt Marburg bekannt, die sich vorbildlich für Sehbehinderte einsetzt. Vorbildlich auch die Einheimischen, die die Sehbehinderten unterstützen ! Eine Reise ins schöne Marburg wäre für Jeden viel wert. Auch für Herrn Prof. Schulz. Ich denke oft an Ernst Klee, der sich als investigativer Schriftsteller etliche Büchlein verfasste (Behinderten-Report u.a.), die ich schon vor vielen Jahren gerne gelesen habe, und immer noch sehr lesenswert sind. Eine „Vernetzung“ war damals ohne Internet nur mittels Büchlein möglich. Auch dazu meinen Dank an den rororo-Verlag bei Hamburg ! Mein stilles Gedenken ist derzeit auf ihn gerichtet, da er leider am 18.Mai 2013 verstorben ist. Ernst Klee-Wikipedia kann weitere Auskünfte geben. Es ist natürlich vorbildlich, dass es in der Niederlausitz eine Online-Zeitung gibt. Mag das Internet „Neuland“ sein, so ist es eigentlich „Niemandsland“, weil es weder Länder- noch Staatsgrenzen kennt. Für Gustl Mollath wird dankenswerterweise somit viel getan, sogar in Gustl´s Heimatstadt mit Nürnberg-Wiki, gabrielewolff-blog und selbstverständlich im Opablog. Und bei strate.net ! Und, und und. Auch die vielen Verlinkungen sind sehr lesenswert ! Somit hat Ernst Klee seine Ziele weitgehend erreichen können. Es kommt derzeit nur noch darauf an, was eine gewisse bayerische Justiz mit einer gewissen Psychiatrie sich noch alles Menschen-Verachtende einfallen läßt. Offenbar laufen dort immer noch „Sanduhren“, wobei vergessen wird, diese rechtzeitig zu wenden. Auch wenn Gustl Mollath sich explorieren lassen müßte, so müßte ein Gutachten seine seelischen Schäden infolge 7 Jahre infolge Unfreiheit und Selbst-Unbestimmtes Leben in einer Forensik aufzeigen. Eine „psychische Lebensuhr“ kann niemand mehr zurückstellen ! Alles Gute für Gustl Mollath und Herrn Karras !

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