Hin und her mit Frau Lakotta (1)

Mit Fehlern und Verfälschungen in der Berichterstattung des „Spiegel“ über den Mollathskandal haben sich Autoren dieses Blogs wiederholt auseinandergesetzt, besonders ausführlich F. Fischer. Hier konnte man nachlesen, wie mühsam, ja frustrierend dieses „Geschäft“ ist. Jetzt hat Frau Lakotta Herrn Fischer höflich geantwortet und zwei Korrekturen angezeigt.

Ursprünglich folgte hier die weitere Korrespondenz zwischen F. Fischer und Frau Lakotta. Doch nachdem Frau Lakotta erklärt hat, daß sie nicht bereit ist, diese Korrespondenz blogöffentlich zu führen, habe ich im Einvernehmen mit F. Fischer den Text, nein, nicht in die Tonne aber doch in den „Fundus“ gekippt. Weil wir der Hoffnung einer Versachlichung der Berichterstattung über den Mollathskandal im „Spiegel“ mittels mehr oder weniger ausgedehnter höflicher Korrespondenz anhängen, passiert dat ab sofort ohne Blogöffentlichkeit.

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10 Antworten zu Hin und her mit Frau Lakotta (1)

  1. k. salay schreibt:

    nur einfach schlampige recherche oder absicht? ich unterstelle mal letzteres. dagegen sein, auffallen um jeden preis – auf kosten der wahrheit und auf kosten von gustl. ekelhaft, weil offensichtlich DUMM!

    • Karl-Heinz Zeller schreibt:

      K. Saay schrieb:

      „einfach schlampige recherche oder absicht? ich unterstelle mal letzteres“

      Ich unterstelle auch Letzteres, aber aus einem anderen Grund.

      Die beiden renommiertesten deutschen Gerichtsjournalistinnen Sabine Rückert
      und Gisela Friedrichsen schrieben Mitte Dezember 2012 zwei sehr ähnliche
      Beiträge zum Fall Mollath im Sinne „nichts dran, alles OK“ und dann tauchten
      sie ab. Irgendjemand muss da nach meiner Überzeugung mächtig Druck
      aufgebaut haben, damit diese beiden recherchestarken Journalistinnen
      diesen grössten deutschen Justizskandal seit der Hitlerzeit einfach fallen lassen.

  2. Bille schreibt:

    Vielleicht sollte man Frau Lakotta auch mal darauf hinweisen, dass mit der Verbindung „langsam während der Fahrt entweichende Luft“ und“ Lebensgefahr“ (was ja noch nicht mal Brixner behauptet hat) Behördenmitarbeiter zu potentiellen Mördern macht: Immer öfter werden bei Steuerschuldnern sogenannte „Ventilwächter“ an den Autoreifen angebracht…und das Prinzip dieser „Ventilwächter“ ist es, die Luft bei Rotation langsam entweichen zu lassen.

  3. Sascha Pommrenke schreibt:

    Sehr gute Arbeit.
    Ich befürchte nur, es liegt nicht daran, dass Beate Lakotta es nicht besser weiß. Wie man recherchiert, hat sie ja hoffentlich gelernt. Wenn sie das aber nur selektiv macht und wenn sie dann nur selektiv und manipulativ schreibt, dann ist es m.E. naheliegender, dass nicht informiert, sondern beeinflusst werden soll.
    Es geht in den Lakotta-Artikeln ja niemals darum, über den Fall Mollath aufzuklären oder wenigstens zu berichten. Alle Attribuierungen und Konnotationen zu Mollath sind negativ, während Justiz, Politik und Psychiatrie ohne Fehl und Tadel daherkommen.
    Da ich erst einmal nicht davon ausgehe, dass es um direkte Auftragsarbeit geht, vermute ich eher, dass sich hier die „gefühlte“ Elite gegen den (Internet-)Pöbel wehrt. Lakotta als Paradigma des bürgerlich Distinguierten, der lieber seine Nähe zu Akademikern, Politikern und Kulturschaffenden sucht, und den Pöbel, die Masse auf Distanz halten will.
    Das Motiv mag hier liegen: Was wäre unser schöner deutscher Rechtsstaat, wenn die shitstormende Masse Recht sprechen würde (gleich verbunden mit der Angst: und wo bliebe meine elitäre Position).

    Nichts desto trotz: Respekt für Ihre Bemühungen und Ihre Ausdauer.

  4. Diskret schreibt:

    Auftragsarbeit von Beate Lakotta (B.L.)
    Warum sollte man nicht davon ausgehen, dass es sich um eine direkte Auftragsarbeit von Beate Lakotta handelt? Ist sie bereit Auskunft über ihre Geschäftsbeziehungen zur Lilly GmbH zu geben, einer Firma, die dafür kritisiert wird, dass sie Studien über Nebenwirkungen ihrer Medikamente unterdrücke, um die Zulassung dieser Medikamente nicht zu gefährden? Folgt man „ de.wikipedia.org/wiki/Beate_Lakotta „‎, so gewann B.L. 2000 „den von der Lilly Deutschland GmbH vergebenen Schizophrenia Reintegration Award …“ Eben jene Lilly GmbH unterstützt durchgängig seit 2008 die jährlich stattfindenden Bayreuther Forensiktagungen unter Leitung von Dr. Klaus Leipziger, dem jetzigen nicht gewünschten Quartiergeber von Herrn Mollath. Vielleicht ist sie ja auch bereit darüber Auskunft zu geben, inwieweit sie und Prof. Dr. med. Hans-Ludwig Kröber (Gutachter i. S. Mollath) sich aus gemeinsamen Tagen an der Uni Heidelberg kennen?

    • Sascha Pommrenke schreibt:

      Die Verbindung zur Lilly Deutschland GmbH erscheint mir zu konstruiert. Lakotta hat im Jahr 2000 einen Preis für einen m.E. guten Artikel im Spiegel bekommen, der nichts mit der Lilly GmbH zu tun hat. Sie kann ja nichts dafür, dass sie zur Preisträgerin wird. Nun könnte man ihr vielleicht vorwerfen, sie hätte den Preis ablehnen sollen, meinetwegen. Aber ihr etwas vorzuwerfen, was die Lilly GmbH zu vertreten hat, ist gelinde gesagt unfair.
      Und das ein Pharmaunternehmen Lobbyarbeit bei Psychiatern macht, ist selbstverständlich. Und: selbstverständlich ein Problem! Aber das hat miteinander dennoch wenig zu tun.
      Lediglich den letzten Punkt finde ich interessant. Dass Lakotta eine Nähe zu Kröber hat, ist ja nicht neu. ich vermutete diese allerdings bisher aus ihrem Beruf entstanden. Sie hat ja mit Kröber Interviews/Hintergundgespräche geführt. Inhaltliche Nähe kann ja auch schnell zu emotionaler Nähe führen oder mit Freud gesprochen: Identifizierung hat strukturelle Ähnlichkeiten mit Verliebtheit:
      „Von der Verliebtheit ist offenbar kein weiter Schritt zur Hypnose. Die Übereinstimmungen beider sind augenfällig. Dieselbe demütige Unter­werfung, Gefügigkeit, Kritiklosigkeit gegen den Hypnotiseur wie gegen das geliebte Objekt.“
      http://www.textlog.de/freud-psychoanalyse-verliebtheit-hypnose.html
      Hier könnte m.E. einer der Beweggründe Lakottas liegen.
      kann man denn irgendwo etwas nachlesen zu „gemeinsamen Tagen an der Uni Heidelberg“? Das wäre ja schon hochgradig interessant. Denn momentan ist die emotionale Befangenheit ja nur eine Idee.

      • F. Fischer schreibt:

        @Sascha

        Ich bezweifle auch, dass Frau Lakotta korrupt ist. Dies würde auch noch nicht erklären, warum Frau Rückert in die gleiche Kerbe geschlagen hat.
        Heute gibt es außer Frau Lakotta und Lapp-Braun niemand mehr, der so offensichtlich versucht, eine Gegenmeinung zu vertreten.
        Es gibt einige Medien, die schon mal arg mit ihrer Meinung daneben gelegen haben, aber bei den o.g. ist es Programm, wobei diese sogar anführen, intensiv recherchiert zu haben.
        Meine Meinung ist, dass es dort eine seltsame journalistische Arbeitsauffassung gibt. Man möchte sich vielleicht mit einer Gegenmeinung profilieren, zudem ist man so auf diese Gegenmeinung gepolt, dass unpassende Fakten ausgeblendet oder zurechtgebogen werden, also genau das macht, was man den Unterstützern des Herrn Mollath gerne vorwirft.
        Allem Anschein nach war Prof. Kröber nicht untätig, ja sogar aktiv an dieser „Meinungsbildung“ beteiligt. Ich gehe auch stark davon aus, dass Rückfragen bei oder Anrufe aus CSU-Kreisen dazu beigetragen haben. Erkennen kann man dies auch heute noch, wenn ein Herr Herrmann auf abgeordnetenwatch allen Ernstes die eklatanten Sachverfälschungen in Berichten und Aussagen mit der vermeintlichen Unrichtigkeit von Gustl Mollaths Aussage, er habe weiteres Beweismaterial in die Schweiz und Frankreich geschickt, gleichsetzt. Genau diese Haltung ist Konsens der CSU mit den besagten Journalisten.
        Unterscheiden muss man aber zwischen SPON und NK. NK ist lokal verankert und überregional unbekannt. Da spielen regionale Befindlichkeiten und Abhängigkeiten eine Rolle.
        Was SPON betrifft, da befürchte ich, dass sich Frau Lakotta so sehr verrannt und festgefahren hat, dass ein Revidieren der Meinung sowohl persönlich als auch öffentlich nicht möglich erscheint.
        Ich frage mich, wie lange diese Schiene noch durchgehalten werden kann, sowohl von Frau Lakotta als auch von SPON. Klar ist, dass die Sachfehler oder -verfälschungen in den Lakotta-Artikeln zum Fall Mollath nicht gerade dem Ansehen von SPON zuträglich sind. Andererseits hat man dadurch mehr Aufmerksamkeit und Krawall, weshalb dies vielleicht bewusst in Kauf genommen wird. Man spekuliert vielleicht auf eine noch unerwartete Wendung im Fall, so dass man dann als derjenige dasteht, der das ja schon immer gewusst hat. Aber das sollte auch SPON eigentlich nicht mehr glauben können.
        Wie dem auch sei, man kann die Sprache der CSU und besagten Medien als Meinungsmache verstehen, die an den Fakten vorbeigeht und sachfremde Motive offenbart. Dies muss man verfolgen und dort, wo es geht, entgegen treten und richtig stellen.
        Aber am Ende des Tages wird der Fall zunächst juristisch entschieden und diese Meinungsmacher werden darauf keinen Einfluss haben, solange sie keinen direkten Einfluss auf die Justiz haben (was bisher aber leider auch so aussieht).
        Wenn Herr Mollath auf welchem Weg auch immer bald frei sein wird, beginnt sowieso eine neue Zeitrechnung. Dann gibt es keinen eingesperrten Menschen mehr, über den man ein Urteil fällen kann, wie es einem beliebt, und auch keinen Menschen mehr, bei dem einige ein Interesse haben, dass er eingesperrt bleibt und deshalb eine darauf gezielte Meinungsmache betreiben. Und ich vermute, dass die jetzigen Meinungsmacher dann einen ganz schweren Stand haben werden.

      • Diskret schreibt:

        Sehr geehrter Herr Pommrenke,
        vorab: Ihre Blogs finde ich immer hochspannend, da Sie für mich die Themen von einer besonderen Warte aus betrachten.
        Mir ist bisher unklar, aus welchen Motiven heraus B.L. so einseitig gegen Gustl Mollath schreibt. Sind geschäftliche und/oder persönliche Interessen gegeben? Um dazu Meinungen zu erfahren, habe ich die Hypothesen veröffentlicht.
        Ich will nicht in Abrede stellen, dass die Verbindung zur Lilly GmbH konstruiert wirkt bzw. ist. Nur mit welchen Zielen verbindet ein (erwerbswirtschaftliches) Unternehmen eine Preisvergabe? Soweit ich das beurteilen kann, werden regelmäßig keine Personen bedacht, die gegen das Unternehmen eingestellt sind, eher erwartet man das Gegenteil, vor allem aber eine positive Resonanz (des Preisempfängers). Kann eine Person, die es versteht so subjektiv zu argumentieren, nicht auch dem schnöden Mammon folgen?
        Zu der Verbindung zwischen B.L. und Prof. Kröber kenne ich nur das, was Wikipedia hergibt. B.L. studierte (wohl Mitte der achtziger Jahre) in Heidelberg. Kröber habilitierte ab 1984 eben dort.
        B.L. mag aber auch etwas anderes verfolgen. Auffällig ist, dass ihre Kollegen/Konkurrenten einen anderen Tenor verfolgen.

  5. Sascha Pommrenke schreibt:

    Liebe(r) Diskret,

    „Nur mit welchen Zielen verbindet ein (erwerbswirtschaftliches) Unternehmen eine Preisvergabe?“
    Das ist natürlich als Lobbyarbeit zu verstehen. Im Falle von Frau Lakotta sehe ich es so, dass die Lilly GmbH den Spiegel Redakteur, der sich mit Medizin und Psychologie beschäftigt, schon mal vorsichtig auf seine Seite ziehen wollte. Der (sozial-)psychologische Mechanismus dahinter ist recht einfach. Lakotta wird es künftig schwer fallen, gegen die Lilly GmbH anzuschreiben bzw. sie zu kritisch zu betrachten. Denn das würde bedeuten, dass ihr Preis und damit auch ein nicht unbedeutender Teil der eigenen Identität abgwertet wird. Es ist eine stille und legitime Einflussnahme.
    „Kann eine Person, die es versteht so subjektiv zu argumentieren, nicht auch dem schnöden Mammon folgen?“
    Selbstverständlich kann sie. Aber ich schätze das monetäre Motiv als wenig Wirkungsmächtig ein. Was kann sie da schon für bekommen? Direkt kann sie kein Geld annehmen, dass wäre das Ende der Karriere. Geldwerte Vorteile – ein schöner Urlaub (oder was auch immer) – wären natürlich denkbar, aber ob das ausreicht, um solche Artikel zu schreiben? Ich bezweifele das.
    Ich halte hingegen das Selbstwertmotiv für extrem wirkungsmächtig. Es geht hier um den Sinn und Wert, den ein Mensch seinem Leben gibt. Es geht um die Einstellungen sich und anderen Menschen gegenüber, um das Menschen- und Weltbild insgesamt. Oder anders ausgedrückt: es geht um die Identität eines Menschen. Lakotta identifiziert sich mit dem Bildungsbürgertum, sie ist selbst Teil der kulturschaffenden „Elite“ – sowohl als Journalistin, als auch als Buchautorin. ihr Mann/Lebensgefährte ist Fotograf. Ich nehme an, dass sie sich in den Kreisen von Wirtschafts- und Politeliten wohl fühlt. Hier ist sie emotional verankert. Sie kann sich einfach nicht vorstellen, dass akademische Eliten (Kröber/Leipziger) sich irren könnten. Sie kann sich icht vorstellen, dass Politik oder Justiz schwere Fehler begehen könnten oder gar korrumpierbar sind. ihr Weltbild ist geprägt von einem gewissen Urvertrauen in die „Leistungsträger“ des Landes. (Denn sie gehört selbst zu eben diesen).
    Die Affäre Mollath ist geeignet hier schweres Misstrauen zu verursachen. Das würde aber für jemanden wie Frau lakotta bedeuten, sich und ihr bisheriges Leben in Frage zu stellen.
    Und das wäre schmerzhaft.

    Ich zitiere mal freihändig einen Richter zu einem anderen Thema. Aber es lässt sich so schön adaptieren:
    „Das kann doch alles nicht stimmen. Sehen Sie! Wenn das stimmen würde, dann wäre ja alles in Frage gestellt. Sie haben doch auch Kinder. Das kann nicht stimmen!“

    Und manchmal tut Volksmund auch Wahrheit kund: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf.“

    Die heidelberg Verbindung habe ich mir jetzt auch mal angeschaut, halte ich aber auch für wenig glaubwürdig. Lakotta hat völlig fachfremd von Kröber studiert. Wenn überhaupt, ist man sich vielleicht mal zufällig privat begegnet.
    Dass Lakotta einen überraschend konträren Stil verfolgt, ist ja auch etwas, was ich wirklich erschreckend (weil manipulativ) aber auch hochgradig spannend finde. Eigentlich müsste man mal ein interview mit Lakotta führen…

  6. Pingback: Anonymous

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